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Darf ein Bestatter ins Krematorium seiner Wahl fahren?

Darf ein Bestatter in ein Krematorium seiner Wahl fahren, um dort die Verstorbenen einäschern zu lassen?

Bestatter A macht es meiner Meinung nach richtig: Er fährt die Verstorbenen in das nächstgelegene Krematorium.
Das sind von meinem Wohnort aus ca. 30 km. Das ist für ihn schnell und für die Angehörigen billiger.

Bestatter B macht es „schlau“ (zumindest im Sinne eines Geschäftsmanns).
Er fährt seine Verstorbenen in ein weiter entferntes Krematorium (ca. 50-60 km) und weigert sich,
das nächstgelegene anzufahren. Ist auch logisch. Mehr Kilometer, mehr Arbeitszeit, mehr Geld.

Rechtlich mag es ja legal sein, aber moralisch ist das schon ein wenig verwerflich?

Um die Frage in Hinblick auf die Kosten beantworten zu können, müsste man mal einen Blick auf die Rechnung von Bestatter B werfen.
Es dreht sich nämlich darum, ob der Bestatter die Krematoriumskosten als durchlaufenden Posten oder als eigene Leistung berechnet.
Er kann nämlich beides tun.
Es ist durchaus nicht unüblich, daß der Bestatter ein nahegelegenes städtisches Krematorium anfährt und dieses dann eine Rechnung stellt, die der Bestatter 1:1 an die Angehörigen weiterleitet bzw. weiterberechnet.

Krematorium (Quelle: pixabay.com)

Genauso wenig unüblich ist es, daß der Bestatter zu einem weiter entfernt gelegenen Krematorium fährt, das ihm gewisse Vorteile bietet.
Diese Vorteile können in einer beschleunigten Abwicklung, besserer persönlicher Behandlung, besserem Service und auf finanziellen Gebiet liegen.
So schätzen Bestatter es, wenn sie beispielsweise in dringenden Fällen nach einer Wartezeit die Urne gleich mitnehmen können. Ein Service, den oft nur private Krematorien bieten.
Auch die Tasse Kaffee und eine freundliche Ansprache durch die Mitarbeiter sind natürlich wichtige Aspekte.
Aber meist ist es so, daß der Preis in diesem Krematorium günstiger ist, als bei einem näher gelegenen. Sonst würde sich der Mehraufwand nicht lohnen.

Doch was sollte/darf der Bestatter nun abrechnen?
Nun, zunächst ist es jedem Kaufmann selbst überlassen, wo und zu welchen Konditionen er Waren und Dienstleistungen einkauft.
Wenn die Kunden nicht explizit ein bestimmtes Krematorium wünschen, kann er hinfahren, wo er möchte.
Aber den Preis für diese Dienstleistung muß er dem Kunden im Vorfeld transparent machen.

Theoretisch kann der Bestatter, der ja das Gesamtpaket Einäscherung zukauft, hierfür seinem Kunden jeden angemessenen Preis in Rechnung stellen.
Es kann durchaus auch sein, daß dieser Preis höher ist, als er bei einem nahegelegenen städtischen/anderen Krematorium wäre. Das kann damit begründet werden, daß durch diesen höheren Preis auch Vorteile für den Kunden bedingt sind. Das kann beispielsweise eine zügigere Abwicklung sein, um einen straff angesetzten Beisetzungstermin halten zu können.
Oder aber: Das weiter entfernte Krematorium macht weniger Probleme, wenn der Verstorbene eigene Kleidung trägt.

Der Bestatter kann auch sagen: „Wir fahren immer nach X-Stadt, das machen wir ausschließlich so. Auf die Scherereien hier am örtlichen Krematorium haben wir keine Lust.“
Wenn der Kunde das nicht möchte, muß er gegebenenfalls einen anderen Bestatter mit der Abwicklung des Sterbefalls beauftragen.

Etwas anders sieht es aus, wenn der Kunde mit der festen Erwartungshaltung zum Bestatter kommt, daß der Verstorbene vor Ort zu einem bestimmten Preis eingeäschert wird.
Hier darf der Bestatter den Kunden nicht im Unklaren darüber lassen, daß er ein anderes Procedere anstrebt.
Es geht also nicht, daß der Kunde glaubt und auch sagt, daß er die Kremierung vor Ort für 399,- € möchte, und der Bestatter fährt dann 2 Stunden durch die Gegend und läßt anderswo für 500,- € einäschern.

Wie immer -und ich wiederhole das gerne gebetsmühlenartig- ist es wichtig, daß Bestatter ihren Kunden alles ganz genau erklären und jeden Schritt auch mehrfach ankündigen.

Aber, um gleich dem Tenor der Anfrage den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ich bin davon überzeugt, daß Bestatter A und B aus dem obigen Beispiel entweder das Gleiche für die Kremierung berechnen, oder daß Bestatter B sogar etwas günstiger ist.
Auf keinen Fall wäre es klug, ein preisgünstiges örtliches Krematorium auszuschlagen und stattdessen Mehrkosten für Fahrten und Personal für die Fahrt zu einem anderen Krematorium in Rechnung zu stellen.

Vermutlich läuft es so ab, daß das Krematorium für Bestatter B einen guten preis macht, sodaß sich Fahrt und Aufwand lohnen. Er stellt die üblichen Kosten, die auch vor Ort angefallen wären, in Rechnung und verdient an der Differenz.

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Peter Wilhelm7. Dezember 2017

7 Kommentare von 138907.

  1. Ihr Wort Herr Wilhelm, in Gottes Gehörgang.
    Es ist in ganz vielen Fällen so, dass der Kunde gar nicht weiß, wo ein Krematorium überhaupt ist. Selten werde ich danach gefragt, denn da glauben die meisten Menschen, dass die Preise bei allen Krematorien gleich seien.
    Die Unkenntnis, was bei Bestattung, Kremation und Friedhof alles so anders ist als die Menschen denken, ist für mich wirklich nicht mehr verblüffend, sondern zur Normalität geworden.
    Es liegt wohl daran, dass die Menschen im Regelfall ja nicht so häufig mit dem Tod konfrontiert werden. Zumindest bei Personen, für die sie selbst die Totenfürsorge haben.
    Das sind im Regelfall ca. 5 Sterbefälle im Laufe des gesamten Lebens und da wird dieses Procedere eben nie, wie es bei einem Bestatter ist, zur Normalität.
    Da spielt eben das Gefühl für den Verstorbenen eine große Rolle.
    Ausnahmen, wie die Kostenübernahme für einen verstorbenen Elternteil der nie Unterhalt gezahlt hat oder sich nie um sein Kind gekümmert hat, lasse ich mal außen vor.

    Ich finde es jedenfalls unverschämt, wenn ein Bestatter z. B. 485 € für ein Krematorium in Rechnung stellt, selbst gar nicht zum Krematorium fährt, sondern durch das Krematorium die Abholung erfolgt – diese sogar als Service vom Krematorium kostenlos bis zu einem gewissen Radius angeboten wird – und das Krematorium nur 190 € für die Kremation kostet.

    Ich kenne auch die Kosten von fast jedem Krematorium in Deutschland und es ist mir bekannt, dass es Gutschriften auf den Preis gibt, den das Krematorium in Rechnung stellt.
    Das ist allerdings nur bei privaten Krematorien so. Die städtischen Krematorien zeigen ganz offen ihre Preise, was die privaten eben auch nicht alle tun.
    Hier heißt es bei einer Anfrage zu den Kosten, wenn man als private Person anruft: „Das wird der Bestatter ihnen sagen.“

    Es gibt natürlich auch Bestatter, die aufgrund der hohen Zahl von Einäscherungen einen wirklich günstigen Preis bekommen und diesen dann in ihr Angebot einfließen lassen, so dass es dem Kunden zu Gute kommt. Denke aber, dass das eher selten der Fall ist.

    Aber das ist eben das leidige Thema. Wer sich vorher nicht genau informiert, der bleibt auf der Strecke.

    Letztlich denke ich, der Kunde könnte bestimmen, welches Krematorium angefahren wird.
    Der Kunde zahlt und der Bestatter ist der Dienstleister.
    Wenn das dem Bestatter nicht passt, dann kann er ja gerne den Auftrag ablehnen.

    Letztlich bleibt im Tenor zu sagen: „Augen auf bei der Wahl des Bestatters!“

    • @Ingrid Hoerner: Ich habe diesen Teil mal aus Ihrem Kommentar rausgezogen:

      Das ist sein gutes Recht, wie auch diverse Bestatter nicht von mir vermittelt werden.
      Entweder, weil man mir keine Preise am Telefon geben möchte und auch auf E-Mails mit schriftlicher Preisanfrage nicht reagiert, nicht mal es für nötig erachtet eine kurze Absage zu schreiben, was ich als unhöflich betrachte, oder weil man „nichts mit mir zu tun haben möchte“. Da liegt der Grund in den verleumderischen Aussagen des Bundesverbandes Deutscher Bestatter.
      Auch die Aussagen, die Sie hier schon gemacht haben, dass ich Bestatter zu Preissenkungen zwinge, sind nicht korrekt. Bevor Sie solche Dinge zum Besten geben, sollten Sie vielleicht auch meine Seite hören um sich ein Bild über ein solches Gespräch machen zu können.

      Selbstverständlich ist es Ihr gutes Recht, nur mit den Bestattern zusammenzuarbeiten, die Ihnen in den Kram passen. Jeder Kaufmann kann seine Bezugsquellen aussuchen.

      Allerdings finde ich, daß Sie hier vollkommen falsch liegen:

      Entweder, weil man mir keine Preise am Telefon geben möchte und auch auf E-Mails mit schriftlicher Preisanfrage nicht reagiert, nicht mal es für nötig erachtet eine kurze Absage zu schreiben, was ich als unhöflich betrachte, oder weil man „nichts mit mir zu tun haben möchte“. Da liegt der Grund in den verleumderischen Aussagen des Bundesverbandes Deutscher Bestatter.

      Denn auch die Bestatter können sich aussuchen, mit wem sie zusammenarbeiten möchten und mit wem nicht. Sie wenden sich proaktiv an die Bestatter und erhoffen sich eine Reaktion. Das dürfen Sie.
      Aber mehr als die Hoffnung dürfen Sie nicht haben. Es liegt im Wesen jeder Werbung, daß sie nicht bei jedem zündet.
      Wenn Ihr Angebot also für die Bestatter uninteressant ist, oder Sie dem Bestatter -aus welchen Gründen auch immer- nicht in den Kram passen, kann er sie locker einfach ignorieren.
      Dann haben Sie einfach Pech gehabt.
      Nun auf eine höfliche Absage zu hoffen, ist doch Quark.

      Was der „Bundesverband“ für verleumderische Aussagen getroffen haben soll, ist mir unbekannt. Davon weiß ich nichts und habe auch noch nichts dergleichen gehört.

      Auch die Aussagen, die Sie hier schon gemacht haben, dass ich Bestatter zu Preissenkungen zwinge, sind nicht korrekt. Bevor Sie solche Dinge zum Besten geben, sollten Sie vielleicht auch meine Seite hören um sich ein Bild über ein solches Gespräch machen zu können.

      Uuups, wann habe ich das denn wo geschrieben?
      Wenn das so gewesen sein sollte, muß der ständige Verzehr von Rindfleisch bei mir doch Folgen gehabt haben…

      Nein, Sie können keinen Bestatter zwingen, Ihnen irgendetwas zu einem von Ihnen gewünschten Preis zu liefern.
      Sie sind es doch, die etwas von den Bestattern haben möchte, also muß auch kein Bestatter auf irgendwelche Bedingungen Ihrerseits eingehen.

      Allerdings bemerke ich, daß Sie bestimmte Preisvorstellungen haben, zu denen Bestatter bestimmte Dienste erbringen müssen/sollten. Das steht aber einer freien Preisgestaltung und freiem Handel im Wege.
      Sie schreiben immer wieder, daß Bestatter, die Ihren Vorstellungen nicht genügen, am Ende keinen Eingang in Ihre Empfehlungen finden.
      Also müßte sich ein Bestatter, um Ihre Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, erst einmal hinsichtlich seines Preisgefüges in Ihre Richtung bewegen.

      Hier wedelt meiner Meinung nach der Schwanz mit dem Hund.

      Das ist der Punkt auf den es mir ankommt.
      Daß Sie Ihre Dienstleistung erbringen, ist mir egal.
      Mit wem Sie zusammenarbeiten, ist mir egal.
      Welche Spielregeln Sie für sich da aufstellen, ist mir egal.

      Nur wickeln Bestatter ihre Arbeiten nach frei von ihnen gewählten Preisen ab. Innerhalb der Bestatterschaft gibt es eine große Preisspanne. Es steht Ihnen also völlig frei sich am Markt nach Ihren Wünschen zu orientieren.

      Es ist aber erstens nervig und zweitens in der Sache fachblind, wenn Sie so tun, als seien nur die von Ihnen ausgewählten Bestatter besser als alle andere.

      Ich könnte Ihnen stundenlang fachlich fundierte Vorträge über dieses Thema halten. Es würde nichts nützen.

      Ihnen steht, wenn ich mir erlauben darf, das zu sagen, Ihr Missionseifer im Wege.

  2. Was mich schon immer interessiert hat – darf denn ein Kaufmann (in dem Fall ein Bestatter) eine Ware oder Dienstleistung X (in dem Fall die Kremation oder den Sarg) zu einem Preis Y einkaufen und dann zu jedem beliebigen Preis verkaufen???

    Also angenommen Bestatter X kauft den Verbrennersarg gut und günstig zu 42€ netto und verkauft ihn für 899€ brutto?

    Oder die Kremation schlägt im Einkaufspreis mit 219€ netto zu buchen und der Bestatter rechnet sie im Rahmen des Pakets „Erledigung der Kremation“ mit 999€ brutto ab?

    Ist das zulässig oder kommt dann irgendwann §138 BGB („Wucher“) zum Tragen???

    • @Overtaker: Ja, dieser Gedanke könnte einem kommen (und kommt mir manchmal auch).
      Aber der Rechnungsbetrag muß um das Doppelte über dem Marktwert liegen.

      Würden also sehr viele Bestatter den 42,-€-Sarg für 89 € anbieten, wären 2 x 89,-€ = 178,-€ das Doppelte und ab 89+178 = 267 € würde der Wucher beginnen.

      Nach meinem Verständnis bedeutet „um das Doppelte über“ das 3-fache.

      Aber da alle Bestatter in etwa vergleichbar hohe Preise für die Särge ausloben, kommt hier regelmäßig der Vorwurf des Wuchers nicht in Frage.

      Es ist ja der Marktwert, also das was allgemein auf diesem Warenmarkt verlangt wird, als Vergleichsgröße heranzuziehen, nicht etwa der Einkaufspreis.

      Sonst wäre der Handel mit Textilien beispielsweise grundsätzlich Wucher. Denn was hier 180 Euro kostet, wurde anderswo von flinken Kinderhänden für 1,80 € zusammengedengelt…

      Somit ist auch die Betrachtung des Einkaufspreises für die Kremierung zunächst ohne Belang. Die kann meinetwegen auch nur 29 € kosten.

      Anrüchig wird die Angelegenheit erst, wenn der Bestatter das 3-fache der ansonsten anfallenden Kosten berechnen würde.
      Aber auch das allein würde noch nicht den Tatbestand des Wuchers erfüllen wie ich meine.

      Denn damit das von einem überzogenen Preis zum Wucher wird, muss der Vorsatz vorhanden sein, eine Schwäche des Kunden auszunutzen.
      Das kann laut Wikipedia sein:

      „Ausbeuten“ als bewusstes Ausnutzen der gegebenen schlechten Situation des Bewucherten; es ist Vorsatz erforderlich. Eine Zwangslage liegt vor, wenn dem Opfer des Wuchergeschäfts das Eingehen dieses Geschäfts als das kleinere Übel erscheint. (Beispiel: Um die drohende Zwangsversteigerung seines Hauses zu vermeiden, nimmt jemand bei einer Privatperson einen Kredit auf, der mit 20 Prozent pro Monat verzinslich ist). Unerfahrenheit ist ein Mangel an Lebens- oder Geschäftserfahrung. (Beispiel: Ein Einwanderer lässt sich darauf ein, für eine kleine Einzimmerwohnung 2.000 € pro Monat zu bezahlen, weil er mit den Preisen nicht vertraut ist.). Ein Mangel an Urteilsvermögen besteht, wenn jemandem in erheblichem Maße die Fähigkeit fehlt, sich bei rechtsgeschäftlichem Handeln von vernünftigen Beweggründen leiten zu lassen oder das Äquivalenzverhältnis der beiderseitigen Leistungen richtig zu bewerten. (Beispiel: Mit einer Person geringer Intelligenz wird ein für sie eindeutig nachteiliger komplizierter Versicherungsvertrag geschlossen.) Unter erheblicher Willensschwäche ist eine verminderte Widerstandsfähigkeit zu verstehen (zum Beispiel: Abhängigkeitskrankheit, wie z. B. Alkoholismus).

      Ob nun Trauer eine solche Willensschwäche oder Einschränkung der Entscheidungsfähigkeit darstellt, lasse ich mal offen.

      Jedenfalls wird der Kunde in keinem Fall vor die für ihn unausweichlich scheinende Entscheidung gestellt, bei diesem Bestatter zu dessen Bedingungen einen Auftrag abzuschließen. Dafür gibt es einfach zu viele Bestatter, der Kunde kann immer einen anderen aufsuchen.

      In jedem Fall kann ein Kaufmann seine Preise frei gestalten.
      So kann es sein, daß ein aus Gold gefertigtes Schmuckstück an sich nur eine Maschinenware aus Pforzheim ist und vielleicht 290 € Materialwert hat. Dieses Schmuckstück kann in Köln 1.000 € kosten, in Berlin 2.000 € und in Frankfurt am Flughafen in der Boutique 9.000 €.

      So gesehen kann ein Kaufmann tatsächlich unter Berücksichtigung des oben Gesagten zu jedem Preis verkaufen. Der Kunde muß letztlich auch soviel Verstand einsetzen, um durch Preisvergleiche herauszufinden, ob eine von ihm gewünchte Ware bei diesem Händler zu einem attraktiven Preis angeboten wird.

        • @Overtaker:

          Und nicht zu vergessen, bei passende Mischkalkulation darf er die Ware sogar unter EK verkaufen (wie man an den „geschenkten Mobiltelefonen sieht). :-)

  3. Rechtlich mag es ja legal sein, aber moralisch ist das schon ein wenig verwerflich?

    Peter hat den Nagel wiedermal auf den Kopf getroffen. In meiner Gegend nahm das private Krematorium 20 Euro für das abholen des Verstorbenen. Ich möchte nicht wissen, was mancher Kollege, der diesen Service in Anspruch genommen hat, den Angehörigen in Rechnung gestellt hat. Man kann auch einen Body Bag 15 mal benutzen, bis er dann kaputt ist.
    Pro Verstorbenen werden 30 DM (Damals) in Rechnung gestellt.
    Anschließend wird er dann zum letzten mal bei einer besonders schlimmen Bergung für die Polizei entsorgt. Oder bei meiner ersten Firma Super&Geizig! Dort nähte man alte Bettlaken, die manchmal übrig waren zusammen, und kleidete damit den Sarg aus. Da waren Eichentruhen für 4000 DM dabei.
    Die oben zitierte Frage habe ich mir damals auch oft gestellt, wenn man schon viel Geld für einen Sarg nimmt, kann man auch vernünftige Ware liefern. Es gibt in diesem Gewerbe viele Möglichkeiten um Kunden zu übervorteilen.
    Ich hatte mal auf einem Friedhof zu tun, dort nahmen Verwandte Abschied am offenen Sarg in der Kabine, hat der Sarg nicht wunderschöne Griffe, hörte ich zufällig. Ich hatte die Griffe gesehen, es waren die preiswertesten, die bei uns an die billigsten Kiefernsärge kamen. Und in dem geschilderten Fall handelte es sich um eine Eichentruhe! Das ist gegenüber dem Kunden eine Schweinerei, und handwerklich betrachtet von der Optik her Pfusch. Da tun einem die Augen weh!!!

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