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Ebony and ivory

Im Moment wird ja viel ausgewandert, zumindest mal im Fernsehen. Wir hatten ja schon die Welle der Wohnungsrenovierungen und die Richter-Welle hält derzeit noch an, aber neu ist seit einigen Monaten das Auswandern. Dass diese Auswanderei auch mit uns was zu tun haben könnte, hätte ich nicht erwartet. Und dann noch auf so kuriose Art und Weise.

Es ruft eine Frau an, von der Stimme her eher jung. Sie habe da ein besonderes Anliegen. Das macht mich neugierig, denn ich mag es, wenn die Leute was Besonderes möchten und wir das dann möglich machen. Ja, sie sei Pianistin und spiele demnach auf einem Flügel. Aha, sage ich und frage mich insgeheim, warum eine Pianistin nicht auf einem Piano spielt, sondern auf einem Flügel und warum die dann nicht Flügelistin heisst. Und während ich diesen Quatsch noch so vor mich hin denke, sagt die: „Da war gestern nämlich eine hochinteressante Sendung im Fernsehen über Leute die schon vor langer Zeit ausgewandert sind. Unter anderem die berühmte Klavierbauerfamilie Steinway.“

Ja toll, denke ich, es wäre nicht schlecht wenn der olle Steinway sich von uns begraben liesse, da kommt dann bestimmt wenigstens ein Trauergast der besser in die Tasten hauen kann, als der schon seit Ewigkeiten uralte Organist auf dem Friedhof hier.

„Und diese Steinways, das habe ich gestern im Fernsehen gehört, waren im Zweiten Weltkrieg von der amerikanischen Regierung verpflichtet, statt Klaviere Särge zu bauen.“

„Ja und?“

„So einen hätte ich gerne!“

„Sie meinen, die Klavierbauerfirma Steinway hat im Krieg auch mal Särge gebaut und wir sollen jetzt, über 60 Jahre später so einen besorgen?“

„Ja genau“, freut sich die Pianistin.

„Tut mir leid, ich glaube kaum, dass das klappt, es ist nämlich anzunehmen, dass diese Särge alle schon verrottet sind.“

„Wissen Sie was? Ich glaube Sie haben keine Lust mich zu bedienen, ich rufe dann eben woanders an.“

Ja, besser ist das!

Am besten hier:
Steinway & Sons.
1 Steinway Place, Long Island City, NY 11105
Tel.: +1 718-721-2600

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Peter Wilhelm28. Mai 2012

14 Kommentare von 140526.

  1. Hey des hab ich gestern auch gesehen. Da ging es allerdings um Deutsche die so ca. 1933 in die USA ausgewandert sind. Steinway hat tatsächlich Särge produziert. Pianos konnten/durften die zu der Zeit nicht machen da da auch kriegswichtige Materialen verbaut werden. Deswegen haben die u.a. glaub ich die Lastensegler für die US Army hergestellt und auch Särge. Der alte Steinway soll es aber nicht ertragen haben dass evtl. einer seiner Söhne (alle bei der Army) in einem Sarg heimkommt den er selbst produizert hat lassen. Verständlich. Allerdings glaube ich nicht dass Stainway verpflichtet wurde Särge herzustellen. Ist im Krieg nunmal eine naheliegende Marktlücke für einen Holzverarbeitenden Betrieb…sie durften einfach best. Materialien nicht mehr benutzen womit der Klafünfbau wegfiel. Fertig aus.

    Es ist jedoch extrem seltsam zu glauben dass da noch irgendwie irgendwo einer existiert. Ausserdem würdest du den doch eh nicht besorgen oder? Wer weis was die damit anstellt…vielleicht wollt sie ja n klavier draus basteln…

  2. Wenn die Dame wider Erwarten noch mal anruft, schlage ihr doch einfach folgendes vor:

    "Wissen Sie was? Ich kaufe einen Steinway-Flügel – oder auch zwei – zerlege ihn und lasse von dem Holz dann einen Sarg für Sie bauen. Wäre das in Ordnung für Sie? Ja? Ich gebe Ihnen dann mal meine Kontonummer, auf die sie den sechsstelligen Betrag bitte vorab überweisen."

  3. Hallo Undertaker!

    Ich bin ein riesen Fan von Angus Scrimm, besonders in den Phantasm Filmen wo er den "Tall Man" spielt. Von solch einem düsteren Bestatter würde ich gerne selbst zu Grabe getragen werden.

    Schon mal exzentrische Kunden gehabt, welche die Beerdigung in einer beklemmend düsteren Atmosphäre wollten?

  4. Ich stell mir gerade vor … ein Vorführraum eines Bestatters .. reihenweise Särge in edelstem schwarzem Klavierlack und vorne überall drauf "Steinway & Sons", "Bösendorfer", "Yamaha", "Sauter" … grmpfzlllhihihihi

  5. sarg von yamaha? ist nich tmal abwegig.

    motorräder und blockflöten finde ich auch schon abwegig genug, warum nicht auch särge?

  6. Warum nach Amiland schicken, Steinway ist auch in good old germany vertreten:

    Steinway & Sons

    Rondenbarg 10

    22525 Hamburg

    Tel.: +49 (40) 85 39 10

  7. Naja. Yamaha Särge sind gar nich mal so abwähgig. Immerhin hab ich schon Bier aus der Brauerei von Honda gedrunken.

    Und deren Kaffee ist auch nicht schlecht.

    Es gibt nichts was die nicht machen.

    In Tokyo war mein Badzimmer von Bridgestone.

  8. Kleine Aufklärung zum Thema Flügelistin:

    Die Dame ist deshalb keine Flügelistin, weil Pianoforte (kurz: Piano) der Oberbegriff ist. Pianoforte heißt direkt übersetzt "Leiselaut". Der Name rührt daher, dass die Pianos im Gegensatz zu den vorher üblichen Tasteninstrumenten (Cembalo etc.) stufenlos laut und leise spielen konnten.

    Piano also ist ein Oberbegriff; Klavier und Flügel sind Instrumentenarten dieser Gruppe. Hammerklavier, Pianino etc. sind weitere. Und ein Pianist kann sie alle spielen :-D

  9. Naja, bei ebay.de wird momentan auch ein echter Sarg verkauft. Übrigens extra mit dem Hinweis, das er sich auch perfekt als Bett eignet… :-)

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