Jazz-Beerdigung wie in New Orleans – Geht das auch in Deutschland?

Ich habe kürzlich eine Doku über die sogenannten Jazz-Begräbnisse in den Südstaaten gesehen und fand das sehr ergreifend da ich selber großer Jazzliebhaber bin. Könnte man sowas auch in Deutschland machen? So mit Band und zu Fuß zum Friedhof ect?

Also, theoretisch ist so etwas natürlich möglich. Hier müßte man einen guten Bestatter finden, der die Organisation in die Hände nimmt, oder sich selbst darum kümmern.
Ich denke, daß man einen Trauerzug bei der Polizei und beim Ordnungsamt anmelden muß. Grundsätzlich sind Trauerzüge aber möglich und werden/wurden ja auch von kirchlichen Gruppen durchgeführt.

Hierbei wäre auch eventuell das Gesundheitsamt zu befragen, ob eine Sondergenehmigung notwendig ist, falls der Sarg getragen werden soll.
Es besteht aber grundsätzlich kein Verbot, den Sarg in einem Bestattungswagen in einer fußbegleiteten Prozession zum Friedhof zu begleiten und dabei zu musizieren. Aber man sollte sich auf jeden Fall vorher erkundigen und ggfs. die erforderlichen Genehmigungen einholen.

Dann müßte man aber auch noch die passende Band finden, die bei diesem Spektakel mitmacht und zumindest ansatzweise, den New Orleans Step drauf hat.

Ich glaube, das mit den Musikern dürfte das größte Problem werden. Ich kenne viele gute Jazz-Combos, aber keine, die so etwas auf Anhieb könnte.
Und, ist das überhaupt Jazz?

Mich würde mal interesieren, ob überhaupt schon mal jemand etwas Vergleichbares organisiert hat oder daran teilgenommen hat.
Ich finde die Idee nämlich auch nicht schlecht, wenngleich ich natürlich lieber Rammstein als Band bei meiner Beerdigung hätte, mitsamt der Psyotechnik. Das fände ich persönlich cool.

Wie sieht’s aus? Wie hättest Du das gerne? Schreib es mir doch mal in die Kommentare. Ich bin auf Eure Ideen und Vorschläge gespannt.

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Peter Wilhelm16. November 2017

17 Kommentare von 138942.

  1. Mir wäre es total egal, ob Klaus Bärbel Müller den Trauermarsch oder Hallermarsch trötet, hauptsache ich ende als Asche im Boden oder von mir aus auch im Baumarkt. Meine Frau will mich aber unbedingt am Stück eintüten und ich habe doch so Rücken. Ne, ne, bis in alle Ewigkeit auf selbigem kaputten rum liegen ist echt schlecht. Das muss ich vor dem großen Abgang, bis zu dem noch hoffentlich viel Zeit bleibt, regeln. ;-)

    • @Winnie:
      Ich bin der Meinung, dass Du es Deiner Frau überlassen solltest, denn Sie muss mit damit leben, dass es Dich dann nicht mehr gibt.
      Glaube, es macht dann auch nichts mehr aus, ob Du RÜCKEN hast. :-D

  2. bei meiner trauerfeier soll jumpin`jack flash gespielt werden, alle sollen in weiß kommen und es soll scotch gereicht werden….evtl. springe ich nochmal aus meiner kiste und tanze mit

  3. Ich war vor einem Jahr auf einem Trauerzug, der am frühen Nachmittag eine Straße im Zentrum eines zentralen Hamburger Stadtteils blockierte.

    Entfernung Trauerfeier bis Friedhof so ca. drei bis vier Kilometer, Dauer der ganzen Aktion daher ungefähr 45 Minuten. Vorneweg die Polizei mit einem Bully in Schrittgeschwindigkeit, dahinter die Kollegen des Verstorbenen in branchentypischer Ausstaffierung (besonderer Beruf, ich möchte dazu keine weitere Angaben machen, muss man sich wie Bäcker in weißer Kleidung mit Backutensilien in den Händen vorstellen), dann der Sarg im Fahrzeug des Bestatters, dahinter die Trauergemeinde, ganz am Ende ein Polizeibeamter zu Fuß. Das Ganze wurde vom Bestatter organisiert und von der Gemeinde wohl anstandslos genehmigt, wohl auch, weil es eine überschaubare Strecke und keine innerstädtische Hauptverkehrsader war. Der Verkehr einschließlich mindestens einer Buslinie war ca. eine Stunde ernsthaft beeinträchtigt, bis sich der Stau auflöste, das wurde offenbar in Kauf genommen.

    Es wurde auf diesem Gang sehr, sehr viel geredet, es war eine angenehme, offene Atmosphäre dafür – Freunde, Angehörige und Kollegen (sofern die halt nicht vorneweg liefen) kamen schnell in Kontakt, es wechselten auch die Gesprächspartner ganz einfach und zwanglos (anders, als wenn man sitzt), manche ließen sich ans Ende fallen, um in Ruhe reden zu können, einige schritten stumm und in Gedanken für sich, jede und jeder, wie er oder sie es mochte.

    Musik gab es auf dem Trauermarsch keine (auf der Trauerfeier vorher hatten Freunde musiziert, das wäre auf der Straße untergegangen und auch aus technischen Gründen, Keyboard und so, nicht möglich gewesen).

    Ich mochte den Gang trotz oder gerade wegen des Anlasses sehr und habe das als angemessenes Element einer Beerdigung erlebt. Vor allem das ruhige und gleichmäßige Gehen und die viele Kommunikation hatten eine Wirkung, die ich als harmonisch und friedlich, ja fast befriedend empfand.

  4. Irgendwie mache ich mir darum keine Gedanken – es ist mir eigentlich egal, denn ich werde davon wohl hoffentlich ohnehin nichts mehr mitbekommen. Es muß denen gefallen, die das noch erleben. Trauermarsch oder Soylent Green – da wäre ich zumindest noch zu etwas nütze.
    Die einzigen Gedanken mache ich mir um die Dinge, die ich hinterlasse. Ich hasse den Gedanken daran, daß so vieles entsorgt würde – und hoffe, noch zu Lebzeiten vieles an interessierte Nachfolger übergeben zu können.

    • @Henning:
      Gut, nur wann fängt man an, Dinge zu verteilen?
      Im Allgemeinen weiß man ja (zum Glück) nicht wann Sensenpaul einen holt. ;-)

      • @Winnie: Wenn man mal unvorhersehbare Dinge wie „Rechts war doch nicht frei“ oder tieffliegende Klaviere außen vor läßt, wäre mein Plan wohl „so ab 70 mal checken“.
        Für d3n „Worst-Case“ habe ich meienr Frau hoffentlich hinreichend Intensiv klar gemacht, weran mein Herz doch arg hin (mein Kind ist erst 6, da bringt das noch nix), und einige meiner Freunde sind auch „sensibilisiert“: „wenn ich mich ein paar Tage nicht in WhatsApp rege, ruft zu hause an!“

        • @Henning:
          Zitat:
          …habe ich meiner Frau hoffentlich hinreichend intensiv klar gemacht, woran mein Herz doch arg hing…

          Mmmh, ja, das könnte in ihr aber eventuell eine Art Zwiespalt auslösen. Wäre ja möglich, dass sie eben genau diese Dinge nicht mag oder gar extrem hasst. Nun steht sie vor einem Dilemma. Einerweits möchte sie Deinen Wunsch respektieren, andererseits will den vielleicht in ihren Augen Schrott schnell loswerden.

          Da denke ich mir mittlerweile, nach mir die Sintflut. Allerdings in der Hoffnung, dass wer auch immer meine Zimmer/Werkstatt leer räumt genügend Ahnung von Technik hat. Den für einen Bastler und Elektroniker wäre es hier das reinste Paradies. Früher dachte ich ähnlich wie Du, mittlerweile eiß ich, dass Interssen sehr verschieden sind und prinzipiell kein „normaler“ Mensch mit meinen Messgeräten und allem drum und dran etwas anfangen kann. Ja es ist für „Unwissende“ geradezu unmöglich etwas sinnvoll davon zu verkaufen, weil ja keiner eine Preisvorstellung von Werkzeugen und Material hat. Ganz nebenbei fallen alle Preise beinahe täglich in Richtung Keller, da man vieles davon recht günstig durch Asien bzw. sogar direkt von dort bekommt.

          Fazit, einfach loslassen und keinem, insbesondere geliebten Menschen, eine unnötige Last aufbürden. Was soll es bringen, wenn Du jemandem Deine Lieblingsstücke an die Backe nagelst. Lediglich ein, eventuell sogar sehr großes, Problem mehr, zur aktuellen Trauer.

          Amen, das war das Wort zum Dienstag. ;-)

  5. Also wenn schon was besonderes, dann wie im Film „Tatsächlich Liebe“ mit den Bildern und „bye bye Baby“ von BCR.

    Hat mich damals tierisch bewegt!! Auch wenn es jetzt nur eine Hollywood Schnulze war.

    Alternative, Queen & Adam Lambert, erst letzte Woche wieder in München gesehen, einmalig. Am Grab dann Brian May nur mit der Akustik Gitarre „love of my life“.

  6. Anonym ohne Tamtam,so haben meine Frau und ich es für uns beschlossen,unser Nachwuchs wird kaum Interesse haben sich um das Grab zu kümmern und Trauerfeiern finde ich verlogen und nervig……

    • @Georg: Über anonym würde ich mit den Kindern sprechen, denn ich kenne leider viel zu viele, die später sagen: „Wenn ich gewusst hätte, dass ich die Totenasche zu Hause hätte haben können, dann hätte ich niemals anonym beerdigt.“
      Bei anonymen Bestattungen gibt es in den meisten Fällen auch keine Möglichkeit einer Urnenumbettung und ich hole diverse Urnen vom Friedhof, damit die Totenasche nach Hause kommt.
      Im heimischen Garten oder nahen Umfeld fühlt man sich sicherlich wohler als da, wo man meistens nur gezwungenermaßen hingeht.
      Das Wort „Trauerfeier“ habe ich aus meinem Sprachgebrauch schon ganz lange gestrichen, da ich nicht weiß, wie man Trauer feiern sollte. Das Wort ist ein Widerspruch in sich.
      Gedenkfeier oder Verabschiedungsfeier finde ich weitaus schönere Wörter.

  7. RIP Roger Moore.

    „Whose funeral is this?“

    – „Yours.“

  8. Die gibt es sogar ganz in der Nähe: in Mannheim!

    http://www.ardmediathek.de/tv/kulturmatin%C3%A9e/Zum-Sterben-sch%C3%B6n-Musik-f%C3%BCr-das-Finale/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=19396202&documentId=39015018

    Ab Minute 28 werden sie vorgestellt. Vielleicht gibt es die noch. HISS bietet kurz danach es ja auch an :-)

  9. Ich habe vor vielen Jahren auch eine wunderschöne Abschiedsfeier in einem Garten mit Western & Country Musik erlebt. Das war schon ganz anders als das, was wir sonst so kennen.
    Allerdings ohne Trauerzug. Da hätte wohl der Seelsorger, der es gemacht hat, obwohl verboten, sicher nicht mitgespielt. :-)

  10. Der Weg zum Friedhof wäre mir eher egal, aber hinterher würde ich mir wünschen, dass meine „Gäste“ zu einer Art irischen Trauerfeier zusammenkommen, mit den Liedern, die wir manchmal gemeinsam gesungen haben, mit viel „Weißt du noch, damals…“ und „Kannst du dich noch erinnern, als…“.

    Sind wir mal ehrlich, viele meiner Freunde (Familie habe ich keine, die nennenswert oder erinnerungswürdig wäre), kennen sich nur durch mich und werden sich deshalb wahrscheinlich in dieser Konstellation auch zum letzten Mal bei meiner Beerdigung sehen, also sollen sie miteinander feiern.

    • @Justinterest: Das ist eine schöne Idee und die Menschen, die einen möchten, denken an einen. Da braucht man nicht unbedingt eine Anlaufstelle.
      Das müssten die Angehörigen von Fall zu Fall selbst entscheiden dürfen.
      Frage mich, wem das Grab auf dem Friedhof was bringt, wenn keiner hingeht?
      Allerdings, dem Friedhof bringt des Geld! :-)

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