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Meine Schwester sagt nein und der Bruder auch. Wer hat Recht?

Von

Die habe ich schon länger auf der Festplatte, ich wollte da erst Zeit vergehen lassen, weil die Anfragerin natürlich eine damals aktuelle und persönliche Antwort bekommen hat. Aber mittlerweile sind gut zwei Jahre vergangen:

„Halo Taker,

sorry das ich dich stör. Mein Vater ist gestorben hat aber seitdem nie wieder da rüber gesprochen. Wir sind deshalb ratlos. Eine Urne kommt für uns nichtin frage. Aber Verbrennung schon. Du weißt das mit dem Sarg. Ich frage jetzt mnal so ins Blaue: Geht das? Mein Schwester sagt neind und mein Bruder auch. Wer von den hat recht?
Ich find jede sollte sein Grab kriegen wie er will. Der eine will ja und der andere nicht, da sind wir un schlüssig.
Auf dem Friedhof wär das a kein Problem. Wen kann man fragen ob man da eine Sondergenemigung braucht? Ein Freund von meiner Tochter hat seine Vater ganz normal berdigen lassen. Das wollen wir aber nicht so. Hat ja jeder sein Geschmak.
es sollte groß sein wie bei der Oma. Weil später stirbt j a auch die Mutter in gros.“

So, kommt jemand darauf, was die Frau wollte?

Auflösung nach dem „weiterlesen“-Link.

Es ging nicht um die Frage ob Urne oder keine Urne, sondern das Mißverständnis lag im Wort Urne begründet. Die Fragestellerin hielt das Wort Urne für die Bezeichnung für ein kleines Urneneinzelgrab.
Demnach wollte sie wissen, ob ihr Vater, wenn er mal eingeäschert und in die „Dose“ gekommen ist, statt in einem kleinen Urnengrab auch in einem größeren 2-Personen-Grab beigesetzt werden kann, damit später die Mutter, die keine Feuerbestattung möchte, mit dem Sarg noch dazu ins Grab kann.
Der „normal beerdigte“ Vater vom Freund der Tochter ist in ein schmales Erdreihengrab gekommen. Diese Familie hier will aber ein mehrstelliges Grab.
Die Nachfrage ergab sich überhaupt nur deshalb, weil das Friedhofsamt dieser Stadt in ihrem Merkblatt die Möglichkeit, zuerst eine Urne und dann einen Sarg in einem Doppelgrab beizusetzen, gar nicht erwähnt. Das wurde einfach vergessen.
Beschrieben wird es nur anders herum: Also zuerst Sarg und dann später noch eine Urne.

Die Familie hat dann das gewünschte Grab bekommen.

Peter Wilhelm 18. Juni 2012


13 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin immer hin- und hergerissen, wenn ich sowas lesen muss.

    Niemand schreibt „druckreif“, außer mir vielleicht *g*

    Aber so ab und an wenigstens nochmal drüberlesen bevor man das zusammengerotzte Zeug losschickt, wär fein.

    Andererseits bin ich auch immer so ein Formulierungsheld, der gerne mal die Leute in die Irre führt. *hustet kurz und guckt zu Tom*

    *seufz*
    *seufz*
    NEIN, ich mags trotzdem nicht. Es tut mir in den Augen weh. *wein*

    • Naja, sowas wie

      Mein Vater ist gestorben hat aber seitdem nie wieder da rüber gesprochen.

      ist natürlich eine herrliche Stilblüte.

      Sorry, aber die Antwort muss raus:
      Hätten sie mal ein Medium gefragt …

  2. Glaube mir, Tante Jay, jeder der/die schreibt, bekommt Zuschriften, bei denen man nicht weiß, wo oben und unten ist.

    Obige Post ist ja wenigstens noch unfreiwillig komisch:

    > Mein Vater ist gestorben hat aber seitdem nie wieder da rüber gesprochen.

    > Mein Schwester sagt neind und mein Bruder auch. Wer von den hat recht?

    Aber es stimmt, ich bin auch unschlüssig, ob mir die Leute eher leid tun sollen, oder ob ich mich darüber ärgern soll, dass jemand Hilfe erwartet, der sich nicht einmal die Mühe macht, sein Geschreibe noch einmal auf Fehler, Sinn und Verständlichkeit zu überprüfen.

  3. Grundgütiger!
    Und ich dachte bisher, ich bräuchte bei meinen Kunden manchmal hellseherische Fähigkeiten.

  4. Heiliges Kanonenrohr! Meine Deutschlehrerin hätte mir diesen Wisch mehrfach um die Ohren gehauen, hätte ich sowas mal abgeliefert in der 3. oder 4. Klasse … sowas lesen zu müssen, das schmerzt wirklich!

    Ich gebe zu, ich bin pingelig in Sachen Rechtschreibung / Grammatik.

  5. Wie hast du das eigentlich verstanden Tom? Hellseherische Fähigkeiten oder konkretes nachfragen? Bei mir kamm das so an, als wenn die Asche in einen Sarg gestreut werden soll. ?!?

    Ich kenne den Fall bei mir aus der Familie auch, aber anders herum erst erdbestattung, dann eine Urne ins Erd- Einzelgrab beibestatten). Bei uns wäre das aber auch anders herum gegangen, die Kommunen und deren friedhofsverwaltungen sagen doch eher selten „nein“ wenn eine teurere Alternative (Erdbestattungseinzelgrab für eine Urne) verkauft werden kann,

  6. Mein erster Gedanke war, dass Dich da jemand unter Zuhilfenahme von des Google-Übersetzungs-Tools schlicht und einfach foppen wollte.

    Meistens sieht man es Texten an, wie sie verfasst sind. Manchmal ist es schlampig und nachlässig geschrieben, manchmal sieht man trotz sprachlicher Probleme das Bemühen nach guter Rechtschreibung und Verständlichkeit. Nach dem Lesen des ganzen Textes bin ich unschlüssig, ob es einfach dieser mittlerweile oft anzutreffende schlampige Geschreibe ist oder ob Mitbürger mit Mitgrationshintergrund Verfasser sind?

    Loben möchte ich aber Deine Geduld, mancher der solche Mails bekommt reagiert automatisch angepisst und gibt sich keine Mühe mehr die Intention herauszufinden, geschweige denn anständig zu antworten.

    • Vielleicht eher eine Sprachstörung als Migrationshintergrund – die Redewendung „ins Blaue hinein“ wurde sehr korrekt angewendet, also eher doch Muttersprachler, oder? Oder doch nachlässig?

  7. Donnikowski, ich dachte die wollte auf ihre erfolgreich verlaufene Legasthenie-Therapie hinweisen.
    Respekt, das hat sich ja mal gelohnt, weiter so.

  8. Nicht jeder hat das Vorrecht einer guten Schulbildung genossen … und leider, leider gibt es noch viel zu viele Menschen – ob Nichtdeutschsprachler oder eben auch Deutsche, spielt dabei keine Rolle – die über eine nicht ausreichende Möglichkeit sich schriftlich auszudrücken verfügen. Durch unsere Vernetzung und der damit einhergehenden Notwendigkeit sich schriftlich zu äußern, kommt das nur deutlicher zum Vorschein. Flüchtigkeitsfehler oder einfach mal ein Rechtschreibfehler passiert jedem, ganz zu schweigen von Interpunktion. Bei aller Belustigung – bitte etwas Nachsicht – schaut Euch mal an, wie Eure Großeltern und vielleicht auch noch die Eltern schreiben. Für viele Menschen war es in den letzten 50 Jahren nicht immer notwendig viel zu schreiben. Glaubt mir, UND DIE können sicher ein paar Dinge, von denen IHR keine Ahnung habt … oder wie viele haben schon regelmäßig einen Ofen angeheizt, daß er einen ganzen Tag Wärme gibt, in einem Kohle- oder Holzofen gebacken, Holz geschlagen oder gehackt und ordentlich aufgestapelt, daß der Stapel auch nach drei Jahren noch aufrecht stand und gut ausgetrocknet war … und DAS sind nur leichte Übungen … (wer´s schon mal gemacht hat, weiß, daß es sooo einfach nicht ist).

    Menschen, die nicht wirklich sehr „belesen“ sind gibt es genug, d.h. noch lange nicht, daß sie dumm sind … denkt mal drüber nach …

    UND JA … auch ich habe geschmunzelt bei dem Text und nicht gleich verstanden, um was es geht. Daß Tom den Text nicht gelöscht hat, sondern sachlich und geduldig darauf geantwortet hat – spricht für ihn und bestätigt den Eindruck, den ich von ihm hatte, als ich ihn getroffen hab und gelesen habe, was er hier so schreibt …

    Ich lästere auch mal ganz gern, der Belästerte sollte aber in meiner Liga spielen und sich wehren können ..

    • * zustimm *

      Auch meine Oma kann weder schreiben noch lesen und meine Mama tut sich mit dem Schreiben auch schwer. Aber die sind in eine Zeit aufgewachsen, in der Schulbildung für Mädchen „verschwendet war“, denn die heiraten bald und sind dann weg. Also lohnt sich die Investition nicht und da können die die Zeit sinnvoller auf dem Acker verbringen. 🙁

      Aber dumm sind die deswegen noch lange nicht.

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