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Muss ich als Bestatter mit lebenden Menschen sprechen?

Ich habe vielleicht eine etwas seltsame Frage zu dem Thema, oder vielleicht auch nicht. Wenn es bei dieser Thematik überhaupt seltsame Fragen gibt…
Mein eigentlicher Wunschberuf war „Sektions- und Präparationshelfer“, doch leider wurde dieser nicht in meiner Nähe ausgebildet, weshalb ich nun Heilerziehungspfleger geworden bin.
Ich überlege immer mal wieder, ob ich als Quereinsteiger vielleicht doch such mal in ein Bestattungsunternehmen gehen könnte.
Meine Frage ist allerdings, was ich dafür tatsächlich alles mitbringen müsste. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, die Leichen aufzubahren-auch egal in welchem Zustand sich diese Befinden; jedoch glaube ich, dass ich weniger Empathie habe, auch mit den Angehörigen umzugehen. In wie weit ist es denn möglich, in diesem Berufsfeld „lediglich“ für die Aufbahrung von Toten zuständig zu sein und weniger mit den Angehörigen sprechen zu müssen. Ist dies so überhaupt möglich, oder gehört der Kontakt zu Angehörigen immer dazu?

Nein, es gibt keine seltsamen Fragen, die mir noch nicht gestellt wurden. Ich glaube mittlerweile, dass mir alle denkbaren Fragen schon gestellt wurden.
Es gibt auch keine dummen Fragen. Wenn überhaupt, dann nerven mich Fragen, die schon x-mal beantwortet wurden und bei denen die Antwort leicht durch die Verwendung der Suchfunktion auf dieser Seite hätte gefunden werden können.

Das ist bei Deiner Frage aber nicht so.

Die Antwort: Das hängt vom Betrieb ab.
Es gibt ganz viele Betriebe, die suchen immer den Allrounder. Das sind Männer oder Frauen, die sowohl im technisch-gewerblichen Bereich tätig sind, als auch im verwaltenden-kaufmännischen Teil, zu dem auch die Kundenberatung gehört.
Und es gibt Betriebe, in denen die Bereiche streng getrennt sind. Dort gibt es die Büromenschen und Trauerberater auf der einen Seite und die „Leichenversorger“ auf der anderen Seite.
Ja und es gibt selbstverständlich Mischformen.

Wie das jetzt genau ist und was von einem erwartet wird, muß man im persönlichen Gespräch mit dem Inhaber klären.
Dabei solltest Du von vornherein klarstellen, in welchem Bereich Du eingesetzt werden möchtest. Es kann gut sein, dass man -egal wie das bisher gehandhabt wurde- jetzt gerade genau so einen Mann sucht.

Nun, was muss man mitbringen?
Eine gute Auffassungsgabe, ein seriöses, zurückhaltendes Auftreten, Liebe zum Beruf und Zuverlässigkeit, Zuverlässigkeit, Zuverlässigkeit.

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Peter Wilhelm16. Mai 2018

15 Kommentare von 140267.

  1. Geht es eigentlich nur mir so oder sind es nie die höflich formulierenden, sich im vorhinein bereits entschuldigenden und auch sonst auf das Wohl des Gegenüber bedachten Personen, die die „blöden“ Fragen stellen? ;)

    • @Mun: Häh? :???:
      Ich versuche verzweifelt, deine Frage / Aussage zu verstehen…
      Mit „immer“ statt „nie“ würde es für mich mehr Sinn geben – auch hinsichtlich des Zwinkersmileys.
      Vielleicht bin ich aber auch einfach zu „blöd“? :eek:

      • @Leo: Nö. Meint Mun nicht das hier:

        Es sind nie die höflich Formulierenden…, die die „blöden“ Fragen stellen?

        Er/Sie möchte damit sagen, dass blöde Fragen oft von Leuten kommen die fordernd, dummdreist und generelluninformiert auftreten.
        Während die Leute, die sich schon im Voraus entschuldigen und sehr höflich auftreten, meist eben keine dummen Fragen stellen.

      • @Leo: nein, es ist genau so gemeint, wie es da steht. Ich wollte bloß widergeben, dass eine Rede, die mit: ich weiß nicht, ob ich sollte, oder ob das fair Ihnen gegenüber ist, fast nie irgendwelchen Blödsinn hinterherschiebt.

        • @Mun:
          Ookee! Ich dachte, es könnte so gemeint sein… (du meine Güte, ich mußte grade nochmals nachlesen, was ich denn eigentlich gemeint haben können wollte..;o)
          Aaalsoo, dass die Leute, die vorher am Nachdenken sind und schön formulieren (können) eher mal selbst von sich denken, sie würden da eine doofe Frage stellen.
          Vielleicht sollte ich nicht so oft um fünf Ecken herum denken. :roll:
          Ihr braucht jetzt auch nichts weiter dazu sagen… :lol:

  2. Wie wäre es mit einem Job in einem kommunalen Krematorium? Wenn man den Geschichten hier im Blog glauben mag, dann sind insbesondere bei Krematoriums- und Friedhofsmitarbeiter soziale Kompetenzen eher unüblich…

    • @Spor: Die Erzählungen hier im Blog geben mein Erleben wieder. Ich muss aber der Gerechtigkeit und Fairness halber hinzufügen, dass ich für die Erzählungen auch die „Typen“ herausgepickt habe.
      Das ist also nicht generell so. Auch auf Friedhöfen und in Krematorien arbeiten empathische, sympathische und gebildete Menschen.

      Aber Du hast natürlich insofern Recht, als dass es in bestimmten beruflichen Bereichen, beispielsweise im Archiv eines Unternehmens, eher weniger auf Kommunikationskompetenz ankommen mag.

  3. Beim Lesen der Überschrift war mein erster Gedanke: „Mit wem will man sonst sprechen, der Tote redet nicht mehr mit einem.“
    Aber so wie es hier von Herrn Wilhelm erklärt wird, denke ich, kann der Fragende etwas mit anfangen und sich auf die Suche nach dem passenden Einsatzgebiet bei einem Bestatter begeben.

  4. Es gibt Menschen, die können sich nicht so ausdrücken, kein Beileid vernünftig rüber bringen. Wenn einer „nur“ mit Toten kein Problem hat: ich finde es gut und hoffe, er findet eine schöne Arbeitsstelle!

    • @mesie: Genau.
      Deshalb ist es auch durchaus verkehrt, dass alle Kinder ins Abitur getrieben werden. Wir haben so viele unterschiedliche Menschen und Talente, schließlich muß es ja auch jemanden geben, der subalterne Tätigkeiten ausführen kann.
      Wenn alle Ärzte werden, wer soll dann Krankenschwester werden?

      Meine Kinder haben beide nicht Abitur gemacht. In vollem Bewußtsein und unter Berücksichtgung der eigenen Möglichkeiten. Beide haben anständige Berufe mit Zukunftsperspektive.

      Und wenn jemand sagt, dass er einen Job ohne viiel Gesprächsbedarf haben möchte, dann ist mir das lieber, als dass ich ihn erst einstelle und dann feststellen muss, dass er sich um jedes Gespräch herumdrückt.

  5. Mich irritiert es ehrlich gesagt, dass jemand, der sich selbst als wenig empathisch beschreibt und besorgt ist, ob er mit Menschen sprechen muss, dann eben HEP wird.

    Das meine ich nicht böse, sarkastisch oder höhnisch. Es verwundert mich jedoch.

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