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450 Euro für nix? Bestatter verlangt Geld für nicht abgeschlossene Bestattungsvorsorge

Stell Dir vor, Du gehst in ein Autohaus. Dort schaust Du Dir etliche der ausgestellten Wagen an. Ein Verkäufer kommt hinzu und erklärt Dir eine Stunde lang die Vorzüge und Unterschiede. Am nächsten Tag machst Du eine Probefahrt von anderthalb Stunden. Währenddessen rechnet Dir der Verkäufer mal alles durch und legt Dir anschließend 4 verschiedene Finanzierungs- und Zahlungsmodelle in ausführlicher Papierform vor.

Du bist noch unentschlossen. Der Verkäufer bietet Dir an, ein Spitzenmodell der Marke übers Wochenende auszuprobieren, um Dich von den Vorzügen zu überzeugen.

Doch Du hast auch im Netz geschaut und bei „wir-schenken-dir-ein-auto.de“ was anderes gefunden, das auch noch günstiger ist.

Würdest Du Dich jetzt wundern, wenn Du vom Autohaus eine Rechnung über rund 450,- € bekommst für die ganze Arbeit, die sie mit Dir hatten?

Ein Bestatter im Rheinland meint aber, das sei richtig und korrekt so.

Eine Rentnerin wird bei diesem Bestatter wegen einer Bestattungsvorsorge vorstellig. Die Vorschläge des Bestattungshauses sind okay, man notiert alle persönlichen Wünsche der Rentnerin und rechnet alles mal aus. Auch der zu zahlende Betrag passt, denn die Rentnerin hat mit einer kleinen Sterbegeldversicherung vorgesorgt. Anderes Geld hat sie wegen der schmalen Rente nicht.

In mehreren Terminen wird alles besprochen und schließlich erhält die Dame den Entwurf eines Vorsorgevertrages.
Mehr als ein Entwurf ist sowas nie, bis es denn von beiden Seiten unterschrieben ist.
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Kleine Kinder bei der Leichenwaschung?

Guten Abend,

Ich habe Ihren Blog als Hinweis auf meine Frage bekommen. Ich bin ratlos.

(Eine Verwandte) ist (plötzlich) gestorben. Was mich sehr bewegt ist, das die 3 kleinen Enkel (3, 5 und 7 Jahre) mit zur Waschung ein Einäscherung ins Krematorium mussten. Der 7 Jährige hat jetzt Albträume und leidet sehr an den Bildern.

Haben Sie so etwas schon mal gehört???

Lieben Gruss

Nein, so etwas habe ich noch nicht gehört und würde das auch nicht unterstützen.

Mir ist zwar nicht ganz klar, woran die Kinder teilgenommen haben, aber dennoch…

Es ist durchaus richtig, auch kleinen Kindern den Weg allen Lebens in kindgerechter Form nahezubringen. Ich finde es falsch, Kindern zu sagen, die Oma schlafe nur oder sie sei verreist oder Ähnliches. Selbst kleinen Kindern ist durch die mediale Einflußnahme, ja auch schon durch Märchen, durchaus bewußt, was der Tod ist.
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Schrottplatz-Leichen: Staatsanwaltschaft ermittelt

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft doch. Wie ich hier im Bestatterweblog.de berichtete, waren in einer leerstehenden Werkstatt Leichen in Kühlboxen aufbewahrt worden.

Dabei, so meine ich, muss man sich die Wörter „leerstehend“ und „in Kühlboxen“ gut verinnerlichen. Der Bestatter hatte die Unterbringung der Verstorbenen an einen Subunternehmer vergeben. Gegen diesen und den Bestatter richten sich nun die Vorwürfe auch der Staatsanwaltschaft.

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt der Brandenburger Generalstaatsanwaltschaft in Brandenburg/Havel, Eugen Larres, am Montag mitteilte, würde nun geprüft, ob der Straftatbestand der Störung der Totenruhe erfüllt ist.

Quelle Zitat: MOZ.DE

Bis dahin war die Rede davon gewesen, es liege kein Straftatbestand sondern allenfalls eine Ordnungswidrigkeit vor. Die zuständige Behörde (Landkreis Oder-Spree) hatte die weitere Benutzung der Halle für diesen Zweck untersagt.
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Bestatter stiehlt Kondolenzbriefe mit Geld

Es ist eine wunderbare Dienstleistung der Bestatter. Am Beerdigungstag steht ein Mitarbeiter bereit und betreut eine Kondolenzliste. In diese Liste können sich die Trauergäste eintragen. Die Mappe mit den Eintragungen kann beispielsweise noch mit der Rede des Pfarrers ergänzt werden und mit Kopien der Traueranzeigen und anderen Memorabilien.

Während der Trauerfeier notiert der Bestatter die abgegebenen Blumenspenden. Er schreibt auf, welche Art von Blumengeschenk es ist (Kranz, Schale, Gesteck oder Strauß), welche Aufschrift die Schleifen tragen und falls möglich, wer sie gestiftet hat. Ein guter Bestatter entfernt auch an den Blumen angebrachte Kondolenzkarten und notiert auf diesen, zu welchem Gebinde sie gehörten.

Desweiteren nimmt der Bestatter gerne auch Kondolenzumschläge der Trauergäste entgegen. Manchmal stellt er hierfür auch einen Einwurfkasten auf.

Ich erkläre nochmal, wie wir das in meinem Bestattungshaus gehandhabt haben.
Wir setzten immer konsequent auf das Vier-Augen-Prinzip. Angenommene Kondolenzumschläge sind ganz oft nicht zugeklebt. In diesem Fall haben entweder zwei Mitarbeiter oder ein Mitarbeiter und ein Friedhofsbediensteter einen Blick in den Umschlag geworfen, eventuelle Geldbeträge auf dem Umschlag hinten notiert und ihn dann mit Tesa verschlossen.

Alle Umschläge wurden noch am gleichen Tag den Angehörigen mit dem Kondolenzbuch überreicht. Ich habe an anderer Stelle hier schon beschrieben, wie umfangreich und schön wir diese sonst so schnöden Mappen gestaltet haben.

Nun ist es aber – wie schon oft zuvor – zu einem bösen kriminellen Akt gekommen:

Jens Raab berichtet für das Main-Echo (sinnwahrend gekürzt):

Bestatter stiehlt bei Trauerfeiern Kondolenzpost

»Es tut uns unendlich leid« heißt es in den Entschuldigungsannoncen des Bestattungsinstituts, »Wir können es selbst kaum fassen.«

Ein Mitarbeiter des Unternehmens hat offensichtlich bei mindestens neun Trauerfeiern Kondolenzpost gestohlen. Er hatte es auf das darin enthaltene Geld abgesehen. Doch mit der Vernichtung der Beweismittel, der Briefe, löste er vor allem großes Leid bei den Trauernden aus.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums liegt Schaden (bislang) bei rund 2800 Euro.

Die Kondolenzschreiben wurden in einen unverschlossenen Briefkasten in der Aussegnungshalle eingeworfen. Der Briefkasten wurde am Ende der Trauerfeier durch den Bestatter gelehrt (geleert).

Nach Angaben seines früheren Arbeitgebers, der ihn nach Bekanntwerden der Vorfälle und nach einem angeblich weiteren Diebstahl im Unternehmen selbst fristlos entlassen hat, streitet er im Moment noch alles ab.

(Der Bestatter) habe für die materiellen Schäden »weitestmöglich« Verantwortung übernommen.

Abgesehen davon, dass der mutmaßliche Täter nun mit Konsequenzen zu rechnen hat, ist der Schaden für das betroffene Bestattungsunternehmen nicht auszudenken. Es handelt sich um ein seit Generationen geführtes Familienunternehmen, das nun um seinen guten Ruf kämpft.
Es ist als vorbildlich anzusehen, dass der Bestatter offensiv an die Öffentlichkeit geht, den Schaden einräumt und wieder gut machen will.

Die Trauerfamilien sind arg gestraft, denn die gestohlenen Trauerbriefe und die darin enthaltenen mitfühlenden Worte sind nun wohl für immer weg.
Immerhin wird der Bestatter wohl den finanziellen Schaden ausgleichen.

Egal wie, mit so einem Mist kann der Ruf eines Unternehmens schnell den Bach runter gehen. Aber in diesem Fall ist auch die Presse zu loben, allen Blättern voran das hier zitierte Main-Echo. Die Zeitung gibt dem Bestatter mit Namensnennung die Möglichkeit, seine Sichtweise und seine Situation zu schildern. So ist es gut. Es muss nicht immer ein Riesenskandal aus allem gemacht werden.

Jacques Chirac verstorben

Der französische Staatsmann Jacques Chirac ist am 26. September 2019 verstorben.

Chirac war vom 27. Mai 1974 bis 26. August 1976 und vom 20. März 1986 bis 10. Mai 1988 Premierminister der Französischen Republik. Vom 25. März 1977 bis zum 16. Mai 1995 war Chirac Oberbürgermeister von Paris (Maire de Paris). Vom 17. Mai 1995 bis 16. Mai 2007 war er Staatspräsident Frankreichs.
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Leichen auf dem Schrottplatz

Zwischen Schrottautos: Bestatter lagern Leichen in KfZ-Werkstatt

von Andreas Wendt auf MOZ.DE (gekürzt)

In Brandenburg sind Leichen in einer alten Kfz-Werkstatt entdeckt worden. Sie sollen dort von mehreren Bestattungsunternehmen gelagert worden sein. Die Behörden seien nach Hinweisen von Anwohnern eingeschritten und hätten die Nutzung der Werkstatt untersagt.
Vonseiten der Staatsanwaltschaft hieß es, dass in dem Fall kein Anfangsverdacht auf eine Straftat vorliege. Es komme eine Ordnungswidrigkeit in Betracht.

In der Werkstatt standen Särge und Kühlzellen (für acht Tote).
Es sei ein Unding, zwischen Dreck und Schrottautos Verstorbene zwischenzulagern, sagte ein Nachbar.

Einer der Fahrer soll gegenüber dem Gesundheitsamt gesagt haben: „Wenn Sie wüssten, in wie viel Garagen in Brandenburg Leichen lagern – Sie würden sich umgucken.“

Vor vier Jahren waren mehrere Särge mit Leichen (im Kühlraum eines) ehemaligen Supermarkts nördlich von Berlin entdeckt worden.

Ende 2012 waren bei Berlin drei Mercedes-Transporter einer Bestattungsfirma gestohlen worden. In einem der Fahrzeuge lagen zwölf Särge mit Leichen, die die Diebe später in einem Waldstück östlich von Posen entsorgten.

Hintergrund:

Leichen im Supermarkt
Laster mit Leichen gestohlen
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Sollen Beerdigungskosten übernommen werden? Von wem?

In einem Kommentar schrieb ein Bestatter:

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Natürlich bekommt der Kunde dann nicht nur ein Blatt mit als sogenannter Vertrag, sondern mehrere Seiten, in denen er das Besprochene im stillen Kämmerlein nachvollziehen kann.
Was die Mehrwertsteuer betrifft, so weisen wir diese gesondert schon in der Auftragsbesprechung aus (eine kürzlich Kontrolle des Finanzamts sprach nicht dagegen) mit dem Hinweis, dass früher der Staat Anteil an der Trauer genommen hat und Sterbegeld zahlte.

Heute müssen die Angehörigen für ihre Trauer bezahlen.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie Rechnungen mit Nettopreisen erstellen und die Mehrwertsteuer gesondert ausweisen.

Das bedeutet aber nicht, dass Kaufleute im Umgang mit Endverbrauchern Nettopreise als Preis nennen dürfen. Der Kunde darf sich immer darauf verlassen, einen Preis genannt zu bekommen, auf den hinterher nichts mehr aufgeschlagen wird.
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Wenn Du 2 Minuten zu lange trauerst, kostet das 175 Euro

175 Euro musste ein Velberter zusätzlich für die Nutzung der Kapelle auf dem Waldfriedhof zahlen. Die städtischen Betriebe wollen damit Bestatter sanktionieren.

Gerd Krümmel staunte nicht schlecht, als er vor einigen Tagen seine Post öffnete. Dort fand er den Friedhofs-Gebührenbescheid für die Beisetzung seiner Mutter auf dem Waldfriedhof, die vor kurzem gestorben war. Was ihn allerdings stutzig machte, war der Tarif für Paragraf 9,1B. Dieser beträgt 175 Euro für „jede weitere angefangene Viertelstunde der Kapellenbenutzung“.

Krümmel brauchte nicht lange zu überlegen, er wusste es sogar: die „normale“ halbe Stunde, die Trauernden in Velbert erst einmal grundsätzlich zur Verfügung steht – übrigens bereits für den Preis von 350 Euro – hatte er um exakt zwei Minuten überschritten.

Quelle: WAZ

Dieses Problem ist aus vielen deutschen Städten bekannt.
Ich erinnere an die beliebte Geschichte aus dem Bestatterweblog und einem meiner Bücher: Schneewittchen einst im Sarge lag.

In dieser Geschichte waren die Angehörigen nur unter Schwierigkeiten dazu zu bewegen, ihrer Trauer Einhalt zu gebieten und die Trauerhalle endlich zu räumen.

So etwas kommt immer mal wieder vor, wenn auch nicht so extrem, wie in dieser Schneewittchen-Geschichte.

Auf großen Friedhöfen mit vielen Bestattungen müssen die Zeiten für die Trauerfeiern eng getaktet sein. Jede Familie möchte natürlich, dass ihre Trauerfeier pünktlich anfängt. Das funktioniert am besten, wenn die Angehörigen der vorherigen Trauerfeier bereits weg sind, wenn die Familie des nächsten zu Befeiernden kommt.
Denn das ist ja auch noch so ein Aspekt: Wenn sich die Trauergäste mehrerer Feiern vor der Trauerhalle vermischen, ist es oft sehr unübersichtlich, wer da die lange nicht gesehene Tante Trude und wer ein ehemaliger Arbeitskollege von vor 20 Jahren ist. Da sind auch schon mal falsche Leute mit zum Kaffeetrinken gegangen.

Aber einmal davon abgesehen: Eine gewisse Übergangspause muß in der Terminplanung einkalkuliert sein. Es muss ich ja nur mal jemand bei der Trauerrede verhaspeln, oder ein gespieltes Lied dauert 3 Minuten länger… Gründe kann es viele geben, bis hin zum Enkel, der noch spontan ein Gedicht für seinen Opa aufsagen mag.

In der Trauer läuft nichts normal. Gerade der Beerdigungstag versetzt die Angehörigen noch einmal in einen ganz besonders schwierigen Zustand. Oft ist der Kopf wie in Watte gepackt. Die Augen sind vom Weinen dick und gerötet. Man bekommt von der Umwelt fast gar nichts mit.

Und der Bestatter kann auch nicht mehr tun, als auf Einhaltung des Zeittaktes zu drängen. Niemand kann die Leute auf den Sekundenschlag zwangsweise aus der Trauerhalle entfernen.

Es ist in meinen Augen ein Unding und sehr pietätlos, wenn für eine wenige Minuten betragende Überziehung eine Gebühr verlangt wird. Und wenn, dann darf diese 10 oder 20 Euro ausmachen, so als kleiner Denkzettel.

Bild: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay