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Die Porno-Mafia ist ein 17-jähriger -5-

Kehren wir zurück zum Anfang der Geschichte:

Wenn ich meine Ruhe haben möchte, mache ich die Bürotür zu. Das ist in der gesamten Firma das Zeichen, dass der Chef ungestört arbeiten möchte. Wer ihn jetzt stört, das weiss jeder, wird auf der Stelle von Thors Hammer erschlagen. Und wer keine Angst vor Thors Hammer hat, dem droht eine Raumkrümmung nach der Sabineschen Nachhallformel.

Die Tür ist zu, keiner wird mich stören. Das ist ehernes Gesetz. Ungemach dräut und keiner wird sich dem aussetzen.

Na ja, außer Sandy.
Ich habe gerade mein Jackett ausgezogen und in meiner Festung der Einsamkeit nur einer ganz winzigen Flatulenz den ihr zustehenden natürlichen Freiraum gewährt, da kommt die Halbamerikanerin herein. Bei ihr sind Anklopfen und Türaufmachen ein und derselbe Vorgang.
„Hau ab!“, sage ich und drehe mich gar nicht erst zu ihr um.
Das versteht sie sehr gut und setzt sich hin.

„Du, Sandy, ich will jetzt nicht gestört werden.“

„Ich stör doch gar nicht.“

„Doch.“

„Ich mach doch gar nichts.“

„Doch, Du bist da.“

„Hier stinkt’s!“

„Raus! Oder soll ich mich auf Dich setzen!“
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Die Porno-Mafia ist ein 17-jähriger -4-

Nur war zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht das Problem geklärt, wie Rudi ausgezahlt werden sollte.
Ich springe hier zeitlich kurz etwas zurück. Das Folgende hat sich etwa 2 Wochen vor dem Madentag zugetragen.

Rudis Vorstellungen über den vermeintlichen Wert seiner Anteile waren unvorstellbar. Er wollte mehr als das Doppelte von dem, was er eingebracht hatte.
Eines Tages war ich wirklich kurz davor, mich auf ihn zu setzen, da kam die Allerliebste dazwischen.

Die Allerliebste ist ja grundsätzlich der Auffassung, dass ich nix arbeite. Das liegt daran, dass ich es gerne tue. Und deshalb ist es in ihren Augen mehr so eine Art Freizeitgestaltung, wenn ich Leute bestatte. Deshalb kann sie es sich auch nicht vorstellen, dass sie mich bei was Wichtigem stören könnte, wenn sie (was selten vorkam) mal eben runter in mein Büro kommt.
Sie berichtet mir dann von spannenden familiären Entwicklungen im Kreis ihrer Cousinen, die ich alle persönlich nicht kenne, oder von Streitereien zwischen Petra und ihrem Mann. Wirklich interessant, für jemanden, den es interessiert…
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Die Porno-Mafia ist ein 17-jähriger -3-

Mareike und Rudi sahen sich nur verständnislos an. Es kam in ihrer mager gestrickten Öko-Software überhaupt nicht vor, dass Menschen bei 8 Grad frieren könnten.
Man muss allerdings wissen, dass Rudi ausschließlich Fleece-Kleidung trug, immer. Also so Sachen, die andere Leute so im tiefsten Winter draußen anziehen. Doppelt gesteppt, innen mit Membran und außen kratzig-flauschig.
Und da Mareike und Rudi immer nur Partnerlook trugen, war natürlich auch die grauhaarige Madame so angezogen. Mit Kapuze auf!

Wir anderen hatte blaue Fingerknöchel und ich sah am Horizont schon Eisbären in der flirrenden Kälte…

„Jetzt gibt’s erst mal Tee, dann wird’s uns allen warm!“, verkündete Madame Mareike und Rudi holte von nebenan Getüme.

Also als er wieder reinkam, hatte er irgendwelche Ungetüme auf den Armen, irgendwelche Würste aus Stoff. „Das sind Wärmemäntel! Zieht Euch die doch an, die tragen wir abends auch manchmal. Um diese Jahreszeit wird es ja manchmal abends etwas frisch.“ Mit diesen Worten warf er jedem von uns so eine Stoffwurst zu.

Wie soll ich die Stoffdinger nun beschreiben? Hmmm…
Man kennt doch Schlafsäcke, oder? Okay, und nun schneide man in den Mumien-Schlafsack links und rechts Löcher für die Arme und Hände rein und unten vorne mache man einen Schlitz für die Füße.
Verschlossen wird das ganze durch einen von innen zu bedienenden Reißverschluss.
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Die Porno-Mafia ist ein 17-jähriger -2-

Aus dem anfangs immer lächelnd vorgetragenen und von esoterischer Gehirnbefreiung geleiteten sogenannten Hilfsbereitschaft wurde schnell eine Art dauerschmerzhaftes Magengeschwür mit Tentakeln.

Ich muss gestehen, anfangs fand ich Rudis Auftritte lustig, dann folgte eine Zeit, da empfand ich sie als zeitraubend und nach einem Monat konnte ich den Mann nicht mehr ertragen.

„Wieso kauft Ihr keine Wohlfahrtsmarken? Warum putzt Mimi eigentlich in Achten, sie könnte doch gerade Linien wischen! Die Beleuchtung dort in der Ecke ist nicht optimal, da müsste noch ein Strahler hin. Frau Büser trägt immer Stretch-Hosen, das sollte sie lassen. Sandy hat schwarze Fingernägel! Den Kaffee könnte ihr aber auch fair-gehandelt kaufen. Dir wächst ein kleines Haar aus dem Ohr, ich leihe Dir morgen meinen Ohrenhaarschneider. Ihr solltet mehr frisches Neckarwasser trinken. Wieso kauft Ihr Ordner von Leitz und nicht von Elba-Rado? Schwarze Kulis sind schlecht für die Umwelt. Antonia reißt viel zu lange Stücke Tesa-Film ab. Wenn Manni früher schalten würde, bräuchten wir nicht so viel Benzin.“

Zunehmend wurde mir bewußt, dass Rudi ein überaus gelangweilter Mensch war, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, bei uns für Ärger zu sorgen.
Und als er dann sagte: „Ich weiß gar nicht, ob ich in diesem Jahr eine Mittelmeertour mache, hier liegt so viel im Argen, da werde ich mich lieber um die Firma kümmern. Wo könntest Du mir denn ein Büro einrichten?“
Als er das sagte, da war es Zeit für ein klärendes Gespräch.

Erst wollte er schleimfischartig seine Glibberwurmtour durchziehen, doch ich ließ ihm keine Chance. „Halt die Klappe, sonst setze ich mich auf Dich!“
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Die Porno-Mafia ist ein 17-jähriger -1-

Wenn ich meine Ruhe haben möchte, mache ich die Bürotür zu. Das ist in der gesamten Firma das Zeichen, dass der Chef ungestört arbeiten möchte.
Wer ihn jetzt stört, das weiss jeder, wird auf der Stelle von Thors Hammer erschlagen. Und wer keine Angst vor Thors Hammer hat, dem droht eine Raumkrümmung nach der Sabineschen Nachhallformel.

Ich habe einen Berg von Unterlagen auf dem Tisch. Wir haben Ärger am Hals.
Seit einigen Jahren führten wir das Unternehmen als GmbH und im Laufe der Zeit hatte sich das als sehr schwieriges Konstrukt herausgestellt. Schuld daran war Rudi.
Als im Haus größere Investitionen notwendig wurden, bot sich mein guter Freund Volkhard an, als Teilhaber einzusteigen. Mit dem operativen Geschäft wollte er nichts zu tun haben. Davon erfuhren Tina und Rudi. Tina ist eine Freundin meiner Frau und Rudi ein alter Bekannter von mir. Ja, und auch sie hatten Lust, Geld in das Unternehmen einzubringen.

Ich wollte eine Kommanditgesellschaft, der Anwalt beharrte auf einer GmbH. Und da ich Jura nur rudimentär, wegen der damals sehr hübschen Anette, an der Uni gehört hatte, fand ich es klug, dem Rat des Anwalts zu folgen. Also gründeten wir eine GmbH.

Nun ist das Wesen einer GmbH, dass einer Geschäftsführer ist, also die Geschicke des Unternehmen lenkt. Außer ihm gibt es noch Gesellschafter, deren vornehmlichste Aufgabe meist darin besteht, Geld ins Unternehmen einzubringen und dann später von den Gewinnen zu profitieren. Was das Tagesgeschäft anbetrifft, haben die Gesellschafter vereinfacht gesagt nur wenig zu sagen. Sie können Gesellschafterversammlungen abhalten und dem Geschäftsführer Weisungen erteilen. Da ich aber die Mehrheit der Gesellschaftsanteile hielt, war ich trotzdem immer Chef im eigenen Haus.

Das wussten alle. Bis auf Rudi.
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Feuer in Krematorium Brand verursacht Millionenschaden in Schwäbisch Hall

Krematorium in Flammen

Beim Brand eines Krematoriums an einem Friedhof in Schwäbisch Hall ist in der Nacht zu Donnerstag ein hoher Sachschaden entstanden. Ersten Schätzungen zufolge belaufe sich dieser auf rund 1,5 Millionen Euro, sagte ein Polizeisprecher.

Brandursache noch unklar

Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Es seien wohl rund 20 Tote zur Einäscherung in dem Krematorium gewesen – sie blieben aber weitgehend unversehrt. Die Ursache war zunächst unklar. In der Nacht waren die Einsatzkräfte noch am Ort, die Feuerwehr löschte noch. Das Feuer sei tief ins Gemäuer eingedrungen.

gemeldet von Stefan

Quelle: SWP
Foto: Bild von Rico Löb auf Pixabay

Wenn die Grossmutter weg ist

Montagmorgen. Im Grunde mag ich Montage. Ich mag meine Arbeit, ich freue mich sogar darauf, am Montag wieder in die Firma zu gehen.
Wenn dieses Uhrwerk wieder in Gang gesetzt wird, dieses Zusammenspiel aus vielen kleinen Zahnrädern, die ich selbst an die richtige Stelle gesetzt habe.

In einem Bestattungshaus gibt es nur zwei Zustände. Entweder du langweilst dich zu Tode und hast permanente Existenzängste im Nacken, oder du weißt nicht, wo dir der Kopf steht.
Jeder mittlere Bestatter kennt die Durststrecken, wenn -im wahrsten Sinne des Wortes- ums Verrecken keiner vorbei kommt, um einen Sterbefall anzumelden.
Die Zeitungen sind voll mit Todesanzeigen, die Konkurrenz hat viel zu tun.
Dann kommen sie, die kleinen grauen Wölfe und heulen dir ins Ohr: Wie willst du die Gehälter bezahlen, es sind noch Rechnungen zu begleichen, demnächst kommt neue Ware!

Wenn ich mich recht erinnere dauerte die längste Durststrecke einmal mehr als 6 Wochen.
Natürlich bringt einen das nicht an den Rand des Ruins, aber die kleinen grauen Wölfe heulen einem was anderes vor.

Und dann, dann ist es Montagmorgen, am Wochenende haben die Männer vier Verstorbene abgeholt, es stehen schon zwei weitere Familien mit neuen Aufträgen im Terminbuch und das Uhrwerk muss laufen.

Genau das ist die Kunst des Bestattens: Immer da zu sein, und die Aufträge perfekt abzuwickeln, ob es nun ein einzelner ist, oder ob da jetzt sechs, sieben oder acht Familien ihr ganzes Vertrauen in dich legen.

Eine Verstorbene liegt noch im Krankenhaus. „KKH“ steht auf dem Laufblatt und um das KKH ist ein Kringel. Wäre ein Kreuz dahinter, wäre es das Rot-Kreuz-Hospital, so ist es aber das Kreiskrankenhaus.
Schulze, Maria, so steht es oben links und am Geburtsjahr erkennt man, dass die alte Dame 91 Jahre alt geworden ist.
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Bestattungen – Eine Planung, die nicht immer angenehm ist

Ist ein Mensch verstorben, muss man sich erst einmal um die Bestattung kümmern. Genau das ist es, was einem nicht leicht fällt. Die Familien müssen sich um alles weiter kümmern. Gerade dieser Weg ist schwer, sodass es nicht von jetzt auf gleich möglich ist, dass man alles so plant, dass es perfekt ist.

Doch wie sollte man sich in genau solchen Situationen verhalten?
Was macht man, wenn der ältere Partner noch lebt und er nicht allein zurechtkommt? Besonders bei den eigenen Großeltern ist es nicht immer leicht, die richtige Planung in die Hand zu nehmen. Oftmals ist es so, dass man genau dann schauen muss, wie es danach weiter geht.
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