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Wo wird eigentlich im Film beerdigt?

Leser Felix hat eine Frage zu den Bestattungen und Friedhofsszenen, die man in Film und Fernsehen immer wieder seiht.

In jedem besseren (oder auch schlechteren) Fernsehkrimi gibt es ja eine Begräbnisszene. Es müssen also recht häufig entsprechende Dreharbeiten stattfinden, wahrscheinlich im Einzugsgebiet der deutschen Medienhochburgen, oder eben da, wo die Serie gerade spielt (z.B. in Wiesbaden beim „Staatsanwalt“).
Weißt du, wie so etwas organisiert wird? Es werden ja zumeist „echte“ Gräber an besonders exponierten Stellen ausgehoben. Spielen die Behörden da ohne weiteres mit? Stört das nicht den Zweck und die Würde der Friedhöfe? Sind das vielleicht solche, auf denen nicht mehr regulär bestattet wird?

Üblicherweise gibt es bei den Kommunen eine Stelle, die die Drehgenehmigungen vergibt.
Ganz kostenlos ist das nicht. Es ist sogar eine schöne Nebeneinnahmequelle, wenn für das Sperren von Straßen, das Aufstellen von Absperrungen und das Räumen von Plätzen noch Gebühren erhoben werden können.

Aufnahmen auf Friedhöfen sind tatsächlich weit verbreitet. Sie finden nach erteilter Drehgenehmigung unter strengen Auflagen zu Zeiten statt, an denen keine Bestattungen stattfinden.
Bei ausgehobenen Gräbern greift man entweder auf sowieso ausgehobene zurück oder öffnet, gegen Kostenerstattung, an neuer Stelle eins.
Es gibt auch auf vielen Friedhöfen Areale, die nicht mehr genutzt werden und die eine ideale Kulisse sind.

Oftmals werden Dutzende von Grabsteinen sehr kunstvoll nachgemacht oder kaschiert.

Für die Fernsehserie Lindenstraße gibt es einen eigenen Friedhof in der Nähe des Spielplatzes hinter der Praxis „Dr. Dressler“.
Dort, aber auch auf anderen Kölner Friedhöfen, werden die Aufnahmen von Grabbesuchen und Beerdigungen gedreht.

Dieser Artikel in der „Welt“ zeigt ein bißchen, wie das mit den Kosten und Drehgenehmigungen am Beispiel der Stadt New York ist.

Bild: sabi0116 / Pixabay

Bestatter zu teuer

Eine Leserin wundert sich über eine zu hohe Bestatterrechnung:

Sehr geehrter Herr Wilhelm,

Anfang April mussten wir leider unsere Mutter beerdigen. Inzwischen haben wir die Rechnung unseres Bestatters bekommen. Diese erscheint uns sehr hoch. Leider waren wir zum Zeitpunkt des Gespräches mit dem Bestatter nicht in der Lage nach einzelnen Preise zu fragen. Über unsere Internet Recherche sind wir auf Ihren Blog gestossen und würden uns sehr freuen, wenn Sie einmal einen Blick auf die Kosten haben könnten und uns Ihre Einschätzung mitteilen .

Vielen lieben Dank im Voraus für Ihre Mühe.

Viele Grüße

Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen.
Das A und O bei der Vergabe von Aufträgen ist natürlich, dass man sich vor der Auftragsvergabe genau über den Umfang der Arbeiten und Lieferungen informiert und etwas Schriftliches in Händen hält.
Sonst hat man es hinterher schwer, zu belegen, dass der Vertragspartner nicht so wie vereinbart gehandelt hat.

Ich habe mir die Rechnung einmal angeschaut.

Insgesamt kann ich zur Höhe der Rechnung nichts sagen, da ich nicht weiß, was mit dem Bestatter vereinbart wurde.
Der Preis für den Sarg (799,-) geht in Ordnung, er ist im Branchendurchschnitt.
Die Kosten für die Überführung sind mit ins. 479,- € eher im oberen Drittel der Branchenpreise angesiedelt.
Einbettung und hygienische Versorgung (189,-) entsprechen dem oberen Drittel.
Die Urne für 519,- € ist extrem teuer. Ich habe selten eine so teure auf einer Rechnung gesehen. Aber die müssen Sie sich ja ausgesucht haben.

Auffallend für mich ist die recht hohe Summe für die Betreuung der Angehörigen und die Erledigung der Formalitäten.
Rechnen wir zunächst einmal zusammen:

Formalitäten 299,-
Formalitäten Krematorium 99,-
Bearbeitungsumlage 78,50
Servicepauschale 65,-
Ausrichtung Trauerfeier 499,-
————————————————
Summe: 1.040.50 Euro

Alle o.g. Positionen beschreiben die Dienstleistungen, die der Bestatter für seine Kunden erbringt.
Das ist die Beratung, die Betreuung während der gesamten Bearbeitungszeit, die Behördenwege und die Dekoration und Betreuung der Trauerfeier inklusive Kondolenzbuch.

Hierfür sehe ich regelmäßig Beträge von 230 bis 400 Euro. Im teuren Fall auch schon mal 700,- €.
Aber die beziehen sich dann auf die gesamten oben aufgelisteten Positionen komplett.

Eine Summe von deutlich über 1.000 Euro ist da schon selten.

Alle anderen Rechnungspositionen sind im Bereich des üblichen.

Was soll ich Ihnen sagen?
Wenn ich zu einem Bestatter käme, wäre trotz der Trauer eine der wichtigsten Fragen: Was kostet das alles bei Ihnen?
Stellt man diese Frage nicht und läßt sich das nicht auch schriftlich geben, dann kann der Vertragspartner ja letztlich mit einem machen, was er will.

Da ich das Beratungsgespräch nicht kenne, kann ich auch nicht sagen, dass der Bestatter unredlich gehandelt hat.
Ich persönlich finde, dass er sehr teuer abgerechnet hat. Aber ich kann auch nichts dazu sagen, ob Sie das nicht so bestellt hatten.

Immer wieder fallen mir in letzter Zeit Rechnungen auf, die eigentlich völlig im Rahmen des üblichen liegen.
Mitunter haben sich die Angehörigen den einen oder anderen Gegenstand ausgesucht und hierbei eine teure Wahl getroffen.
Das dürfte hier bei der Urne der Fall gewesen sein.

Aber darüberhinaus sehe ich zunehmend Rechnungen, auf denen Bestatter x Fahrten zusammenaddieren und auf 1.200 € nur für die paar Kilometer Totenüberführung kommen.
Oder wie in diesem Fall: Der Bestatter möchte über 1.000 € für seine Betreuungstätigkeit im eigenen Haus, bei Behörden und auf dem Friedhof.
Damit das nicht so viel ist, wird das alles auf mehrere recht kryptisch bezeichnete Positionen aufgeteilt.

Konkret kann ich in diesem Fall aber nichts Negatives sagen, wir wissen nicht, was beispielsweise die Begründung für eine 99 Euro teure gesonderte Abrechnung für die „Formalitäten beim Krematorium“ sein könnte. Und wir wissen nicht, was der Bestatter für 499, € alles am Friedhof gemacht hat.

Bild: Monam / Pixabay

Die Baronin ist tot

Dass der Adel bei uns längst abgeschafft ist, ist eine schon seit langem zeitgemäße, wie auf negativen Erfahrungen beruhende, aber sogleich auch wieder von vielen bedauerte Tatsache.

Zwar bestaubten Leute wie Horst Köhler und Christian Wulff das Amt des Bundespräsidenten auf gar merkwürdige Weise. Doch wenn wir uns an Richard von Weizsäcker erinnern, so waren damals monarchistische Wünsche allenthalben im Volke zu vernehmen. Aber für was benötigten wir einen eigenen König, wir haben ja das Lisbeth. Da sind ja während meiner auch nicht allzu kurzen Lebenszeit schon mehr Päpste verstorben, verstorben worden und zurückgetreten, als es englische Monarchen gab. Elisabeth II. hat die Beatles überdauert, 10 Bundespräsidenten und das Apollo-Programm der NASA.

Wir sind ja von Monarchien oder ähnlich gestalteten Adelsregentschaften nahezu umzingelt. Die Niederlande, Dänemark, Belgien, Luxemburg, Russland mit Zar Putin und Monaco. Wobei die Monegassen ja nicht unsere direkten Nachbarn sind, aber von der BILD und der BUNTEN ja quasi stellvertretend für uns alle adoptiert wurden.

Aber so ein kleines bißchen Sehnsucht nach den Blaublütigen, gepaart mit einer gehörigen Portion von Sozialneid, steckt vermutlich in jedem von uns.
Wie schön ist es, auf die Hohenzollern zu schielen und wie gut tut es, zu erfahren, dass Prinz Soundso seinen Lebensunterhalt als ganz gewöhnlicher Versicherungsmakler sauer im Schweiße seines Angesichts verdienen muss. Das befriedigt beide Seiten einer monarchiesehnenden Volksseele, die ihren letzten Monarchen mit Schimpf und Schande zu lebenslangem Holzhacken verdammte.

Deshalb sind wir natürlich auch alle etwas ungeübt, wenn es um den Umgang mit Adligen geht.
Oder wüsstest Du jetzt auf Anhieb, ob man mit dem linken oder rechten Knie einen Knicks macht oder ob man, wenn man von einer Königin zum Ritter geschlagen wird, hinterher „Danke“ oder doch besser „Prosit“ sagt?
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Streit auf dem Friedhof? Trotzdem zur Beerdigung?

Ich möchte demnächst auf eine Beerdigung gehen. Es handelt sich dabei um die Beerdigung der Mutter meines Freundes. Ich habe die Frau niemals kennengelernt, obwohl ich fast 3 Jahre mit meinem Freund zusammen bin.
Ich weiß es würde ihm viel Bedeuten wenn ich zur Beerdigung gehe und ich selbst finde es auch nur richtig ihr meinen Respekt zu zeigen.
Allerdings verstehe ich mich mit den Geschwistern meines Freundes nicht so gut und habe deshalb bedenken.
Ich weiss es würde nicht in einem Streit o.ä. eskalieren, aber dennoch bin ich mir unsicher.

Was soll ich tun?

Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man seinen Lebensgefährten / Freund / Partner zur Beerdigung eines Elternteils begleitet.
Das gilt auch, wenn man die Person nicht gut oder gar nicht kannte.
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Irgendwo in Holland begraben, was tun?

Der Bruder meiner Frau ist verstorben. Seine Frau hat ihn beerdigt ohne den Rest der Familie zu informieren. Sie gibt nicht bekannt, wo sein Grab liegt. Es soll wohl in Holland auf einem waldfriedhof sein.
Ist es möglich diese Auskunft über die Einwohnermeldeamt zu erfahren. Haben diese von der grabstätte Kenntnis?

Geben die beerdigungsinstitute darüber eine Auskunft ?

Welche Möglichkeiten hätte ich sonst um die grabstätte zu erfragen?

Vielen Dank im voraus für ihre Mühen.

Es tut mir leid, dass Sie so viel Ärger um den Tod Ihres Schwagers haben.
Die Ehefrau war die Totenfürsorgeberechtigte und kann leider machen, was sie will.
Die Einwohnermeldeämter haben über die Beerdigungsstätte keinerlei Kenntnis.
Zuständig wäre das örtliche Friedhofsamt.
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Verstorbene ruckzuck eingebettet

Ich kenne Bestatter, die es genau so machen (kurz und bündig, ohne große Totenversorgung einbetten, Anm. d. Red.) und trotzdem hinterher ganz andere Rechnungen schreiben.

Man kann übrigens sehr wohl in vielen Krankenhäusern die Versorgung eines Verstorbenen vornehmen. Dort wird das aber nicht gerne gesehen.
Ich kenne auch Personen, die wollen gar nicht, dass ein Bestatter sie komplett wäscht.
Frage mich natürlich auch manchmal, wieso dieses Waschen überhaupt sein muss.
War doch wahrscheinlich noch spätestens am Vortag unter der Dusche oder in der Wanne bzw. wenn ich im Krankenhaus bin, wurde ich dort doch auch versorgt.
Wenn der Mensch im Leben nicht sauber war, dann müsste er es im Tod auch garantiert nicht sein. Ist sicher auch eine Lebenseinstellung.
Wobei natürlich das, was bei manchen Menschen passiert, dass der Darm sich entleert, gesäubert werden sollte. Keine schöne Angelegenheit aber denke, dass das eben sein muss und Bestattersache ist.
Dann ein Pamperhöschen anziehen, damit eben nichts mehr auslaufen kann.
Tja, der Tod macht uns alle wieder zum Baby.
Windel bei der Geburt sowie im Sarg. So schließt sich der Kreislauf.

Das schreibt Frau Hoerner. Ich meine dazu:

Das ist ein Punkt, der auch mich ärgert. Der Bestatter fährt zum Krankenhaus, zieht den Verstorbenen alleine mitsamt dem Laken in den Sarg und stülpt ihm den Talar über. (Oft genug gesehen, dass der Talar auch einfach nur unausgepackt unten in den Sarg gelegt wurde.)
Dann kommt der Deckel drauf und der Sarg kommt zum Krematorium.
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Geht Einbetten im Krankenhaus?

Hallo Herr Wilhelm,

mein Vater ist verstorben. Er hatte eine Sterbegeldversicherung. Seine Wünsche hat er mir gegenüber mal grob geäußert. Das war eine Verbrennung, Urne und ein Grab, welches man nicht pflegen muss. Er glaubte nicht an den lieben Gott und nahm den Tod als das Ende eines Menschen und seines Ichs.

Lt. Bestatter ist der Ablauf wie folgt: Er erklärte mir, dass mein Vater im Krankenhaus abgeholt wird, dort im Krankenhaus gewaschen, angezogen, eingebettet und dann mit dem Bestatterfahrzeug direkt ins Krematorium gefahren wird. Er kommt also nicht ins Bestattungsunternehmen, das würde auch Geld sparen, da man sich eine Fahrt spart.
Etwas mißtrauisch bin ich beim Punkt, dass mein Vater im Krankenhaus noch gewaschen wird. Irgendwie fehlt mir die Vorstellung dafür, sprich dass das Krankenhaus dies so möglich macht.
Dann wird die Asche bzw. Aschekapsel im Krematorium abgeholt und zum Bestattungsunternehmen gefahren, sowie dort gelagert.
Am Tage der Bestattung fährt ein Mitarbeiter zum Friedhof, hebt das Urnengrab aus, richtet das Blumengesteck an und wartet zum ausgemachten Zeitpunkt auf die Angehörigen (nur 3 Personen). Der Mitarbeiter nimmt die Urne aus dem Fahrzeug, alle gehen zur Grabstelle und die Urne wird nach kurzer Wartepause hinabgelassen. Das wars.

Zur Preisgestaltung:
Mir ist klar, dass ein Bestatter leben muss. Aber z.B. beim Preis von 440 Euro für einen Verbrennungssarg musste ich so an ihren Webblog denken, wo mir noch ein Preis im mittleren bis oberen zweistelligen Eurobereich im Kopf als EK rumschwirrte.

Was meinen Sie zu den Punkten „Einbetten im Krankenhaus“ und „Sargpreis“?

Ich habe mir die Rechnung mal angeschaut. Da ist nichts Ungewöhnliches oder Falsches dabei.
Die Positionen sind schlüssig und ordentlich aufgelistet, die einzelnen Kosten finde ich normal. Sie liegen im Bereich des unteren Drittels und sind als günstig zu bezeichnen.
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