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Muss ich als Bestatter mit lebenden Menschen sprechen?

Ich habe vielleicht eine etwas seltsame Frage zu dem Thema, oder vielleicht auch nicht. Wenn es bei dieser Thematik überhaupt seltsame Fragen gibt…
Mein eigentlicher Wunschberuf war „Sektions- und Präparationshelfer“, doch leider wurde dieser nicht in meiner Nähe ausgebildet, weshalb ich nun Heilerziehungspfleger geworden bin.
Ich überlege immer mal wieder, ob ich als Quereinsteiger vielleicht doch such mal in ein Bestattungsunternehmen gehen könnte.
Meine Frage ist allerdings, was ich dafür tatsächlich alles mitbringen müsste. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, die Leichen aufzubahren-auch egal in welchem Zustand sich diese Befinden; jedoch glaube ich, dass ich weniger Empathie habe, auch mit den Angehörigen umzugehen. In wie weit ist es denn möglich, in diesem Berufsfeld „lediglich“ für die Aufbahrung von Toten zuständig zu sein und weniger mit den Angehörigen sprechen zu müssen. Ist dies so überhaupt möglich, oder gehört der Kontakt zu Angehörigen immer dazu?

Nein, es gibt keine seltsamen Fragen, die mir noch nicht gestellt wurden. Ich glaube mittlerweile, dass mir alle denkbaren Fragen schon gestellt wurden.
Es gibt auch keine dummen Fragen. Wenn überhaupt, dann nerven mich Fragen, die schon x-mal beantwortet wurden und bei denen die Antwort leicht durch die Verwendung der Suchfunktion auf dieser Seite hätte gefunden werden können.

Das ist bei Deiner Frage aber nicht so.
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Darf mein Chef überhaupt ausbilden?

Ich mache zurzeit eine Ausbildung als Bestattungsfachkraft in einem sehr kleinen Betrieb (2 Aushilfen und 2 Azubis), mein Chef (der Ausbilder) ist geprüfter Bestatter aber keine Bestattungsfachkraft. Wir haben auch keine Fachkraft im Betrieb. Kann er als nicht Fachkraft überhaupt eine Ausbilden? Und wieviele darf er? Er möchte jetzt noch einen dritten Azubi holen.

Es gibt Handwerke, in denen die Handwerksordnung vorschreibt, dass nur ein Meister ausbilden darf.
Der Beruf des Bestatters ist aber nur ein handwerksähnlicher Beruf, der in der Rolle B der Handwerkskammern eingetragen wird.
Nur die Betriebe aus Rolle A haben meiner Meinung nach einen Meisterzwang.

Will nun jemand aus einem nicht meisterpflichtigen Berufszweig (was beispielsweise auch für alle kaufmännischen Berufe gilt) Auszubildende ausbilden, dann muss er die Ausbildereignung nachweisen (s.u.). Die Ausbildereignung überprüft die zuständige Kammer. Je nach Berufszweig kann das die IHK oder die Handwerkskammer (HWK) sein.
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Wie geht eine Exhumierung?

Lieber Herr Wilhelm,
in „Ab in die Grube“ schreiben Sie, dass die Ablass-Seile unter dem Sarg weggezogen werden und nicht in der Erde verbleiben. Ist das überall so, und klemmt das nicht je nach Untergrund?

Wie funktioniert eigentlich rein mechanisch eine Exhumierung bei noch intaktem Sarg? Da wäre es ja praktisch, wenn noch Seile oder Bänder vorhanden wären.
Wie sieht es bei einem bereits instabilen Sarg aus?

Vielen Dank für die Stillung meiner morbiden Neugier und beste Grüße

Die Särge haben unten Füße, die für den ausreichenden Bodenabstand sorgen, damit die Seile herausgezogen werden können.
Da Exhumierungen nur in extrem geringer Anzahl vorkommen, würde es sich nicht lohnen, dafür prophylaktisch Seile im Grab zu belassen.
Diese würden entweder verrotten oder als nicht verrottbare Kunststoffseile auf fast ewig im Erdreich liegen. Beides möchte man nicht.
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Statt Doppelgrab jetzt Einzelgrab – Kostenrückerstattung?

Hallo Herr Wilhelm,

folgende Problematik ist aktuell Thema bei uns.

vor einem Jahr ist der Mann meiner Mutter verstorben. Sie kaufte die Nutzungsrechte an einem Doppelgrab. Nun zieht meine Mutter aber 200 km weit weg und will am neuen Ort auch bestattet werden.
Nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung ihres derzeitigen Wohnsitzes war eine Rückabwicklung des Doppelgrabes in ein Einzelgrab möglich, jedoch ohne die entsprechende Kostenerstattung, ca. 2.000 €.

Ist das ihres Wissens nach Rechtens oder kann man hier entsprechend klagen?

Vielen Dank vorab für Ihre Bemühungen

Ihre Mutter hat 2017 ein Doppelgrab gekauft und dafür den geforderten Betrag gezahlt.
Dabei handelt es sich im Grunde genommen nicht um einen Kauf, sondern um eine zeitlich definierte Überlassung eine Nutzungsrechts.
Dafür ist im Allgemeinen die Gebühr für die gesamte beabsichtigte Laufzeit im Voraus zu bezahlen.
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Kann ein Verstorbener ohne Decke aufgebahrt werden?

Hey Peter,

vielen lieben Dank für Deine wunderbaren Seiten! Es ist immer wieder schöner dort zu lesen.

Heute komme dann auch mal mit einer Frage ums Eck:

Du schreibst, wie aufgebahrt wird, und auch davon, dass es „wie schlafen“ wirken soll. Daher auch das Hemd und die Decke…

Bei manchen öffentlichen Personen sehe ich, daß es manchmal anders gemacht wird: in Galauniform oder Prunkgewändern, mit Schuhen und ohne Decke.

Vor kurzem mußte ich von einem Freund Abschied nehmen und habe ihn aufgebahrt im Sarg gesehen. Er lag dort im Anzug, mit Schuhen und ohne Decke, was ich sehr würdig und im richtigen Sinne schön fand. Den Bestatter habe ich anschlie0end daraufhin angesprochen. Er sagte mir, daß er diese Art der Aufbahrung schon lange pflege; er habe es in den Niederlanden gelernt.

Mir hat diese Art der Aufbahrung sehr gefallen. Diese Decke empfand ich schon immer über, besonders den neusten Sport, sie mit Pappe oder Metall noch steifer und gerader zu lassen.
Natürlich ist es mitunter mehr Arbeit für den Bestatter. Aber dies kann doch eigentlich jeder. Oder ?

Mit Dank und herzlichen Grüßen,

Dafür gibt es keine allgemeinen Vorschriften und Regelungen, denke ich.
Es ist nur so: Wenn wir einen Verstorbenen wie einen Schlafenden inszenieren, dann gehört in gewisser Weise die „Bettdecke“ dazu.

Je nach Decke kann diese um den Verstorbenen herum gelegt werden oder aber sie wird bei der offenen Aufbahrung über den Sargrand hängend präsentiert.
Manchmal unterstützen Bestatter das, indem sie die Decke von unten unsichtbar durch ein Stück Pappe versteifen.

Wird ein Verstorbener hingegen „in vollem Ornat“ aufgebahrt, beispielsweise in einer Uniform oder wie die Päpste in ihrem Papstgewand, dann steht die Funktion, die der Verstorbene zeitlebens inne hatte, mit im Fokus. Hier deckt man die Kleidung dann eher selten ab.

Jeder Bestatter kann eine offene Aufbahrung in der einen oder anderen Form durchführen. Was gemacht wird, bestimmen die Angehörigen.
Der Bestatter kann Empfehlungen aussprechen, bis hin dazu, daß er von einer offenen Aufbahrung abrät. Aber die letzte Entscheidung treffen die Angehörigen.

Es ist also durchaus möglich, den Verstorbenen immer ohne Decke zu präsentieren, auch wenn er „nur“ ein Totenhemd trägt.

Schwarzer Humor: Makaber, fies, genial. Über 200 Witze

Ein Buch mit Witzen über das Sterben, den Tod, Beerdigungen, Witwen, Witer und Bestatter.
Der Autor Peter Waldbauer hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar seines Buchs „Schwarzer Humor: Makaber, fies, genial. Über 200 Witze“ überlassen.

Nun, benötigt die Welt ein solches Buch? Natürlich!
Ich meine, über den Sinn und Unsinn von Witzebüchern kann man vortrefflich streiten.
Aber eine schöne und gut sortierte Witzesammlung ist nicht das Verkehrteste.

Es ist doch normalerweise so: Du hörst einen Witz und wenn Du super begabt bist und zu den Schlagfertigen gehörst, dann fällt Dir im Gespräch mit anderen an genau der richtigen Stelle der passende Witz ein. Wenn das so ist, dann wirst Du mit Deinem Humortalent punkten können.

Aber bei den meisten Leuten ist das so, dass sie in Bezug auf Witze folgendes sagen:

„Wart mal, gleich fällt er mir wieder ein.“
„Nee, ich fang noch mal an, der war ganz anders.“
„Ach Scheiße, jetzt habe ich die Pointe zuerst gesagt.“
„Äh, Moment, ich weiß grad nicht wie er weitergeht.“
„Ich erzähl gerne Witze, ich kann mir aber keine merken.“

Und, ganz toll: Die Leute die immer nur den letzten Witz, den sie gehört haben, behalten können. Und den erzählen sie dann jedem vor allem im unpassenden Moment.

Einer meiner Lieblingswitze im Moment:
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Patienten ermordet, Bestatter gab Auftrag

Heute möchte ich euch einen Film empfehlen: „Bei Notruf MORD“.

Der Dokumentationsfilm erzählt in nüchternen Worten die Geschichte eines Skandals, der sich in der polnischen Stadt Lodz zugetragen haben soll.
Nach dem augenblicklichen Stand der Ermittlungen empfahlen Rettungssanitäter und Ärzte Angehörigen von verstorbenen Patienten bestimmte Bestattungsunternehmer. Dafür erhielten sie Schmiergeld.
Das Haarsträubende: Dafür sollen sogar Notfallpatienten von Sanitätern getötet worden sein, um Prämien zu kassieren.

Auftragsbeschaffung auf andere Art: Bestatter läßt Leute umbringen um an Aufträge zu kommen.

Das hört sich an, wie das Drehbuch zu einem makabren Spielfilm. Doch die Geschichte ist so passiert.
„Bei Notruf Mord“ dokumentiert tatsächlich eine wahre Geschichte, die sich in der polnischen Stadt Łódź zugetragen hat.

Sogar ein Auftragskiller kommt in der Story vor: Dieser wurde vom Leiter des Leichenschauhauses engagiert, um den größten Bestattungsunternehmer der Stadt umzubringen.

Doch der Auftragskiller ist ein vom Polizeichef angesetzter verdeckter Ermittler.
Der Leiter des Leichenschauhauses wird verhaftet. Er vermutet, dass der Bestattungsunternehmer selbst hinter allem steckt, da er „die Polizei in der Tasche habe“.

Doch erst als eine Reporterin dem Mordversuch auf den Grund geht, bekommt sie nach und nach eine grauenvolle und äußerst makabre Geschichte heraus.

Menschen, die eigentlich Menschenleben retten sollen, Ärzte, Rettungs- und Unfallsanitäter sowie einige leitende Mitarbeiter von Notaufnahmen, haben in Łódź Rettungsfahrzeuge in profitbringende Tötungsfahrzeuge umfunktioniert. Dort wurden offenbar jahrelang ihnen anvertraute Patienten gegen Geld ermordet.
Blutgeld, das von Bestattungsunternehmern kam.

Der Film ist in der ARTE-Mediathek nur vom 22/04/2018 bis 28/04/2018 verfügbar.
Also bei Interesse bald anschauen!

Ich habe den Film aber auch bei YouTube gefunden (siehe unten).

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