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Verbrechen: Kleidung und Patrone im Krematorium verschwinden lassen?

Als Bestattungsexperte bekomme ich sehr häufig Anfragen von Autoren, die Teile eine Roman- oder Drehbuchhandlung auf dem Friedhof spielen lassen möchten. Hierzu stellen sie mir dann Fragen, damit die Handlung auch plausibel ist.
Heute erreicht mich über die Kommentarfunktion (nicht der beste Weg) eine solche Frage.

Hallo

Ich schreibe einen Roman, in welchem einer der Protagonisten den Ofen eines Krematoriums gerne dafür benutzen würde, Dinge wie Kleidung und auch eine Schusspatrone zu vernichten. Nun fehlt da ja der Sarg. Wenn alle Krematorien technisch so eingerichtet sind, dass ein Sarg zwingend vorhanden sein muss – kann ich dass dann überhaupt so schreiben?

Zweite Frage: Wie schnell erhitzen die Öfen? Ist es authentisch, dass man einen kalten Ofen innerhalb kurzer Zeit (welche Zeitspanne genau, falls ja) heiß bekommt?

Danke für die Antwort.

Um einen Krematoriumsofen auf die richtige Temperatur zu bringen, benötigt man zwischen 30 Minuten und 1 Stunde.
Den Ofen lassen die Krema-Betreiber nicht komplett abkühlen, sodaß er am nächsten Betriebstag nur wieder „hochgefahren“ werden muss.
Die Verbrennung findet ja dadurch statt, daß der Ofen fast 1000 Grad heiß ist und der Sarg mit dem Leichnam hineingeschoben wird.
Ohne dass nun Feuer im Ofen vorhanden ist, beginnt der Sarg allein durch die Ofenhitze sofort zu brennen.
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Trauernde sind 14 Tage vor Werbung geschützt

Der Bundesgerichtshof hat es längst entschieden (BGH Urteil vom 22.04.2010, Az.: 1 ZR 29/09).
Steinmetze und andere ähnlich gelagerte Betriebe dürfen die Trauersituation von Angehörigen nicht dadurch ausnutzen, daß sie die Adressen aus Traueranzeigen und sonstigen Quellen für die Zusendung von Werbematerial nutzen.
Zwar sei des Firmen grundsätzlich erlaubt, potentiellen Kunden Werbematerial ins Haus zu senden. Jedoch erfordere die Trauersituation besondere Rücksichtnahme. Insbesondere das Aufstellen eines Grabsteins sei keine eilige Sache, deshalb bestehe für die diesbezügliche Auftragsvergabe auch keine Dringlichkeit.

Firmen müssen also, so die Karlsruher Richter, mindestens 14 Tage abwarten, bevor sie sich mit Werbung an Trauernde wenden.

In diesem Zusammenhang schreibt mir ein Mann, der nun doch innerhalb dieser Frist Werbung bekommen hat.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Steinmetz darf mich nach 14 Tagen bei einem Sterbefall anschreiben und auf sich aufmerksam machen. Als ich die Unterlagen vom Bestatter erhalten habe, war dort ein Flyer von einem ansässigen Steinmetzen enthalten. Ist dies zulässig ?
Könnten sie mich aufklären, warum ich einen Flyer vom Bestatter erhalten „darf?“, aber die Rechtssprechung eine 14Tägige Frist setzt, in der ich angeschrieben werden darf?!

Gruß L.

Sie haben Recht, Angehörige dürfen nicht von Steinmetzen innerhalb dieser 14 Tage angeschrieben werden.
Das gilt aber nur, wenn es sich hierbei um Werbung im Rahmen einer sogenannten Kaltakquise handelt. Das bedeutet, daß Firmen, die Sie nicht kennen, Ihnen nicht einfach etwas zuschicken dürfen.
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Wenn man einfach zu doof ist

Aus meinem Fundus an bescheuerten Produktrezensionen:

Produkt: 1 Paar Scheibenwischer VW Touareg Frontscheibe

Rezension einer Kundin:


Kann leider nur 1 Stern geben. Der gelieferte Scheibenwischer ist viel zu lang für die Heckscheibe meines Autos. Auch Kürzen mit der Kombizange brachte keinen Erfolg, das Teil ist danach auseinandergefallen.

Den einzigen Stern gebe ich nur, weil der Hersteller in waiser (sic!) Voraussicht noch einen zweiten Scheibenwischer beigelegt hat. Ich probiere es nochmal, den zu kürzen. Wenn das nicht klappt, geht der Mist sofort wieder zurück.

Helene Fischer kommt – Andreas Gabalier ist über ihr

Top 10 der Trauerhits 2017: Der Favorit erklang auch bei Helmut Kohls Abschied

Alle Jahre wieder kommt das Portal Bestattungen.de mit interessanten Fakten im Rahmen einer Pressemitteilung daher.
Heute geht es um die Musikstücke, die bei Trauerfeiern am häufigsten gespielt werden.

Als absolute Dauerbrenner liegen das Ave Maria von Schubert und „Time to say goodbye“ von Sarah Brightmann auf Platz 1 und 2.

Noch liegt Andreas Gabalier mit „Amoi seg‘ ma uns wieder“ auf Platz 3 vor der Air Suite Nr. 3 von Bach.
Aber die dauerpräsente Schlagerkönigin Helene Fischer kommt. Sie ist die Aufsteigerin des Jahres und liegt mit „Die Rose“ auf Platz 5.
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Darf ich anderen verbieten, an der Beerdigung teilzunehmen?

Der ungeliebte Halbbruder, die verhasste geschiedene Frau, die Kinder aus erster Ehe, manchmal gibt es Personen, die man auf einer Beerdigung nicht sehen möchte. Welche Möglichkeiten gibt es?

Ein Beispielfall:

Mein Vater ist verstorben. Er wollte keine Trauerfeier. Meiner Frau und mir hat er gesagt, daß er seinen Sohn aus 1. Ehe nicht bei der Beerdigung dabei haben möchte.
Der hat aber beim Beerdigungsinstitut angerufen und den Termin erfahren. An den Kosten will er sich nicht beteiligen.
Als ich nun den Beerdigungstermin machen wollte, verweigerte das Friedhofsamt mir das. Mein Halbbruder hat per Anwalt ein Schreiben an die Friedhofsverwaltung schicken lassen.

Zunächst einmal möchte ich in solchen Situationen immer folgenden Appell ausrufen:

Am Grab mögen alle Waffen schweigen.

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Ärzte rechnen Leichenschau zu teuer ab – kein Kavaliersdelikt

Neulich veröffentlichte ich hier ein Merkblatt zu den Leichenschaugebühren.
Dazu erreichten mich die Reaktionen zweier Ärzte.

Der eine sagte am Telefon:

„Solange man mir nicht mehr gibt, muss ich mir das auf Umwegen irgendwie reinholen. Auf jeden Fall ist der vorgesehene Betrag zu gering. Dafür habe ich nicht 7 Jahre lang studiert.“

Ein anderer Arzt schrieb mir:

Ich bin gesetzlich verpflichtet, die Leichenschau durchzuführen.
Für meine langjährigen Patienten mache ich das pro bono (Anm. kostenlos).
Aber mit den äußerst geringen Sätzen der GOÄ (Anm. gesetzliche Gebührenordnung für Ärzte) komme ich bei weitem nicht hin.
Nur wenn ich hoch steigere oder weitere Positionen hinzunehme, komme ich auf einen halbwegs realistischen Satz.

Nochmals: Die GOÄ schreibt exakt vor, was für bestimmte Leistungen des Arztes zu bezahlen ist. Die GOÄ ist aber -zugegebenermaßen auch für Ärzte- oft nur schwer zu verstehen. Welche Position kann ich mit welcher anderen Position kombinieren? Was ist schon in einer anderen Kostenposition enthalten? Das sind Fragen, die oft nicht ohne weiteres zu beantworten sind.
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Merkblatt der Ärztekammer Saarland zur Abrechnung der Leichenschau

Merkblatt der Ärztekammer Saarland zur Abrechnung der Leichenschau

Die Ärztekammer des Saarlandes hat zum 15.1.2018 ein neues Merkblatt für Ärzte herausgegeben.
Darin wird exakt erklärt, wann der Arzt wie viel abrechnen darf.
Die Angaben düften weitestgehend auch für andere Bundesländer gültig sein.

Das Merkblatt kann hier heruntergeladen werden: https://bestatterweblog.de/wp-content/uploads/AerztekammerK-0019-Merkblatt-Abrechnung-der-Leichenschau.pdf

Die Gebührenordnungs für Ärzte gibt es u.a. hier mit genauen Tarifen:

https://www.pkv.de/…gebuehrenordnung-fuer-aerzte-goae.pdf