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Wer „darf“ eigentlich trauern?

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Zu meinem letzten Beitrag gab es einen kurzen Kommentar, der etwas ganz Wichtiges zum Thema Trauer zur Sprache bringt:

„Ich finde es sehr sehr wichtig, dass man die Trauer nicht runterputzt. Ich habe leider sowohl „Du hast die Grosstante nur einmal als Kind getroffen, du kennst sie ja gar nicht“ als auch „Das war ja nur eine Katze“ selbst erlebt und ich hätte dem Sprecher beide Male den Hals umdrehen wollen …“

Ich kann nur zustimmen: Ich finde es auch sehr wichtig, die Trauer von anderen nicht kleinzureden. Egal, um wen es geht und wie eng der Kontakt war. Das Problem kennen zum Beispiel auch viele Frauen, die ein Kind früh in der Schwangerschaft verloren haben. Da heißt es auch oft: „War ja erst in der achten Woche.“ oder „Du kannst ja jederzeit wieder schwanger werden.“ Dieses Beurteilen ist verletztend, wenn man selbst gerade trauert. Und es unterbindet jede weitere konstruktive Kommunikation und führt im blödesten Fall dazu, dass die Trauernden mit ihrem Schmerz alleine sind.

Um wen und was trauern wir?

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Meine Oma wollte nach Machpela

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Meine Oma ist vor einigen Tagen verstorben. Sie hat im Vorfeld alles geregelt. Ihr Wunsch ist eine anonyme Feuer-, Waldbestattung. Für mich ist es schwer zu ertragen noch nicht mal den Ort zu kennen (die genaue Stelle brauche ich nicht, alleine das Waldstück würde reichrn), an dem ich ihr näher sein kann. Es gibt keine Feier, Todesanzeige oder sonst was, da sie es so möchte. Sie ist ein ZJ und hat angegeben nach „Machpela“ bestattet zu werden. Ich finde nirgends was dies bedeutet, um ihren Wunsch besser zu verstehen. Können Sie mir erklären was dies bedeutet und habe ich wirklich keine Möglichkeit den Friedwald zu erfahren? Ich habe das Gefühl mich nicht von ihr verabschieden zu können. Es ging alles viel zu schnell durch die Mutanten.

Machpela ist eine in den drei Weltreligionen Judentum, Islam und Christentum bekannte Grabstelle. Dass es sich um einen Ort handelt, ergibt sich aus diesem Text hier:
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Blöder Telefonscherz

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Anrufe bei Bestattern, die es zum Ziel haben, den Bestatter oder Dritte zu ärgern, hat es schon immer gegeben. Ist doch „voll krass lustig“, wenn man dem verhassten Mathe-Lehrer nachts um drei einen Leichenwagen vorbei schickt…

Deshalb sind Bestatter gut beraten, wenn sie alle telefonischen Sterbefallmeldungen durch einen Rückruf verifizieren. Damit rechnen die Scherzbolde nämlich nicht. Letztendlich will sich aber auch kein Bestatter einen Auftrag durch die Lappen gehen lassen und deshalb wird dann oft doch gefahren.

Und dann kann das hier passieren:

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Bundesregierung stuft Bestatter als systemrelevant ein

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Bestatter sind nach Angaben der Bundesregierung eine systemrelevante Berufsgruppe. Sie können unter anderem mit erhöhter Priorität geimpft werden.

Die Bundesregierung stuft das Bestatterhandwerk als systemrelevant ein. Vor allem in der Pandemie hätten Bestatter eine besondere Bedeutung, da viele Menschen an oder mit Covid-19 gestorben seien. Hier nähmen sie eine seuchenrelevante Tätigkeit wahr, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion.
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Wie kann man mit Trauernden umgehen?

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Die Trauer um einen geliebten Menschen gehört wohl zu den intensivsten und komplexesten Emotionen, die es gibt. Wer es noch nicht erlebt hat, stellt sich eine intensive Traurigkeit vor. Aber das ist längt nicht alles. Trauer kann die unterschiedlichsten Gefühle enthalten: Schmerz, Verzweiflung, Angst, Wut, Hoffnungslosigkeit, aber auch Erleichterung, Freude, Dankbarkeit. Zu Beginn ist die Trauer überwältigend und füllt das ganze Leben aus. Mit der Zeit nimmt die Intensität ab und die positiven Momente werden immer häufiger. Trauernde können schwierig im Umgang sein. Aber Nicht-Trauernde sind für Trauernde auch ganz schön schwierig. Da prallen manchmal zwei Welten aufeinander, die sich nur wenig überschneiden. Wer nicht selbst betroffen ist, hat oft Sorge, wie man mit den Trauernden umgehen kann. Ansprechen? Ablenken? Oder lieber in Ruhe lassen? Tod und Trauer sind noch immer Themen, über die man in unserer Gesellschaft wenig spricht. Und das merken wir, wenn wir eigentlich gerne Anteil zeigen würden, aber nicht wissen, wie das geht. Vielleicht helfen dir meine Tipps. Weiterlesen

Felssturz: Friedhof in Italien rutscht ab

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Friedhof stürzt ins Meer

Nach einem Erdrutsch schwimmen im Golfo Paradiso in Camogli bei Genua 200 Särge im Wasser – dabei war das Unglück vorhersehbar.

Plötzlich hoben die Möwen ab, die auf den Dächern des Westflügels saßen, hoch über dem Golfo Paradiso. Das war ein untrügliches Zeichen, eine makabre Ankündigung. Ein Arbeiter filmte mit seinem Handy, es ging ganz schnell, dann stürzte mit einem lauten Knall der vordere Teil des alten Friedhofs von Camogli mit seiner siebenstöckigen Urnenwand und vier Familienkapellen runter ins Meer. 200 Särge rutschten dabei am Montag ins Wasser, manche schaukelten auf den Wellen. Im Geröll und im Schlamm endeten auch Grabsteine und Urnen. Eine apokalyptische Szene im schönen Golfo Paradiso an der ligurischen Küste, nicht weit von Genua.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

gefunden von Wolfgang

Nicht überall, wo auf dem Totenschein Corona drauf steht, ist auch Corona drin???

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Herr Reitschuster betreibt eine Webseite unter reitschuster.de. Heute macht mich Leser Oliver darauf aufmerksam, dass es dort um Bestattungen und Corona geht.

die Geschichte eines Arztes, den sein Chef dazu aufforderte, wider besseres Wissen in Totenscheinen „Corona“ als Todesursache einzutragen. Auch ein Bestatter hat sich bei reitschuster.de gemeldet, der ebenfalls von Auffälligkeiten bei Totenscheinen berichtet. Und gleich zahlreiche davon mitschickte.

Mag sich jeder mal selbst ein Bild machen.

Link zu reitschuster.de

Auf der Seite neopresse.com wird das aber zumindest mal vorsichtig bezweifelt. Ich mag die Seite aber nicht auch noch verlinken oder zitieren, weil sie mir auch merkwürdig vorkommt.

Mehr Infos hier bei MIMIKAMA

Musik am Lebensende

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Es ist Abend. Naja, für Pflegeheimverhältnisse eigentlich schon mitten in der Nacht. Die meisten Bewohner*innen sind in ihren Zimmern, es ist ruhig geworden im Haus. Das Licht ist gedämpft, die Atmosphäre angenehm. Ich sitze am Bett von Frau Rotenburg und weiß, sie wird wahrscheinlich heute noch gehen. Sie ist schon weit weg, kaum noch zu erreichen. Ich sitze bei ihr, lese ein wenig, streiche ihr manchmal über die Hand oder die Schulter. Teile ihr mit, dass ich da bin, dass sie nicht alleine ist. Zwischendurch wird sie unruhig, verzieht das Gesicht, als hätte sie Schmerzen oder einen schlechten Traum. Das sind die Momente, in denen ich anfange zu singen. Schon nach wenigen Tönen beruhigt sie sich ein wenig. Nach einem oder zwei Liedern ist sie meist wieder entspannt. Ich hänge noch ein drittes an, dann bin ich wieder ruhig. Lasse ihr ihren Frieden und bin einfach da. Als sie schließlich stirbt, ist das letzte „Die Gedanken sind frei“ gerade erst verklungen. Und es ist gut. Weiterlesen