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Würdevoll sterben

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Selbst wenn es sonst keine Überschneidungen bei den Wünschen zum eigenen Sterben gibt: Würdevoll sterben möchte wohl jeder. Bloß, was das heißt, das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Wenn man nichts mehr machen kann, Windeln braucht, sabbernd im Bett liegt, ist das dann würdelos? Ich finde: Nein, ist es nicht. Würde hat vor allem mit dem zu tun, wie jemand behandelt wird. Und auch, was er sich selbst an Würde zugesteht.

Vor einigen Jahren besuchte ich eine ältere Verwandte in einem Krankenhaus. Ich hatte sie in den Jahren vorher nicht oft gesehen, sie wohnte weit weg von mir. Sie war dement und lebte schon seit Jahren in einem Pflegeheim, musste nun aber wegen einer Lungenentzündung ins Krankenhaus. Ich konnte mir die Zeit nehmen und die Fahrt mit einem anderen Termin verbinden, um sie zu besuchen. Sie erkannte mich nicht wirklich, glaube ich. Sie war verwirrt und hörte schlecht, konnte sich in der neuen Umgebung nur schwer orientieren und war einfach froh, dass jemand da war. Aber als ich bei ihr am Bett in ihrem Viererzimmer saß, hatte sie ein großes Problem: Sie musste mal. Nun wusste ich, dass sie ohnehin seit Jahren Inkontinenzhosen trug und seit einer Weile gar nicht mehr auf der Toilette sitzen konnte. Es war ihr sichtlich unangenehm. Weiterlesen

Flughafen München: Schock bei Kontrolle – Frau reist mit totem Ehemann im Koffer

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Skelettfund am Münchner Flughafen: „Eine Ärztin hat überprüft, ob es wirklich menschliche Knochen sind“

Weil sie Teile der Überreste ihres verstorbenen Ehemanns in einem Koffer transportierte, verursachte eine Passagierin am Münchner Flughafen einen großen Aufruhr.

Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt“, sagt Christian Köglmeier. Er ist Pressesprecher bei der Bundespolizei am Flughafen München – und was die Kontrolleure am Montag dort in einem Koffer gefunden haben, konnten sie kaum glauben: In einer Holzkiste wurden Knochen und ein Schädel transportiert.

Quelle: Merkur

Was von einem Leben so bleibt (oder auch: die Comicsammlung meines Vaters)

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Ich stecke bis zur Nase in Staub und Altpapier. Genauer gesagt: in Papas Comicsammlung. Er ist seit sechseinhalb Jahren tot, es wird Zeit, dass wir auch in den entlegeneren Winkeln des Hauses aufräumen. In diesem Fall heißt das: auf dem Dachboden. Ganz links in dem riesigen Wandregal, von dem aus die Comics auf den Boden quellen.

Hier lagern sicher Tausende Comicbücher und -hefte. Lustige Taschenbücher vor allem und jede Menge Sonderhefte und Zusatzausgaben aus Entenhausen und Co. Selbst die allerersten Ausgaben sind noch hier. Als Kinder haben wir die Comics geliebt. Wir durften sie – im Gegensatz zu Büchern aller Art – sogar mit in die Badewanne nehmen. Sie wurden heiß geliebt und ich habe die meisten der älteren Ausgaben bestimmt zehnmal gelesen. Leider sehen sie auch genau so aus: zerlesen, zerfleddert, in die Badewanne gefallen und wieder getrocknet. Die Lagerung auf dem zugestellten und unausgebauten Dachboden hat ihr übriges getan. Die meisten der Bücher sind vergilbt, fleckig und staubig. Ein Comicbuchladen, der zunächst Interesse bekundet hat, hat schnell abgelehnt, als wir ihm Bilder geschickt haben. Viel zu schlechter Zustand. Weiterlesen

Wie möchte Erwin beerdigt werden?

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„Ich weiß doch gar nicht, wie er beerdigt werden will!“ Sonja sitzt vor mir in ihrer Küche. Im oberen Stockwerk liegt ihr Vater Erwin, den sie bis zu seinem Tod gepflegt hat, im Bett. Erwin war 96 Jahre alt, hatte seit über 15 Jahren mit verschiedenen Krebsarten zu kämpfen und war am Schluss schwer dement. Doch er hatte sich immer geweigert, über den Tod oder seine Beerdigung zu sprechen. „So weit ist es noch nicht!“, waren seine Worte, wenn seine Tochter doch mal vorsichtig auf dieses Thema kommen wollte, und damit war das Gespräch dann zu Ende. Vor einer Stunde ist Erwin verstorben. Und nun sitzt Frau F. hier und weiß nicht, was sie tun soll. Weiterlesen

Was macht eigentlich ein Hospizverein (und was kostet das)?

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Ich stelle immer wieder fest: Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass es Hospizvereine gibt, geschweige denn, was sie tun. Das ist auch kein großes Wunder: So häufig hat man ja zum Glück nicht mit dem Sterben von nahen Freunden und Verwandten zu tun. Trotzdem: Schade ist es. Denn wenn mehr Leute davon wüssten, könnten manche Situationen leichter werden. Deshalb gibt es heute einen Erklär-Bär-Artikel über die Aufgaben eines Hospizvereins.

Begriffsklärung: Hospiz, Hospizverein, Palliativstation, Palliativdienst

Den Begriff „Hospiz“ haben die meisten Menschen schon mal gehört und eine grobe Vorstellung davon. Ein Hospiz ist ein Haus, in dem Menschen ihre letzten Lebenstage, -wochen oder manchmal auch -monate verbringen können. Sie ziehen dort ein, manchmal mit dem Ehepartner oder einer anderen nahen Bezugsperson, und werden so gut wie möglich umsorgt.

Ein Hospizverein hat nicht zwingend mit einem Hospiz zu tun, folgt aber dem gleichen Grundgedanken. In Hospizen arbeiten häufig auch Ehrenamtliche aus den Hospizvereinen. Die Hauptaufgabe ist in vielen Vereinen jedoch eine andere: Sie leisten ambulante Hospizarbeit. Das bedeutet, dass Hospizbegleiter*innen zu den Sterbenden nach Hause, ins Pflegeheim oder ins Krankenhaus gehen, um sie und ihre Zugehörigen zu unterstützen.

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Vom Umgang mit der Schuld

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Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

Heute wurde ein 93-jähriger Mann zu zwei Jahren Gefängnis Jugendhaft auf Bewährung verurteilt. Während der Zeit des Dritten Reichs war er als Wehrmachtsangehöriger zur Bewachung eines Konzentrationslagers abkommandiert worden. Gegen den hochbetagten Greis wurde dennoch nach Jugendrecht verhandelt, denn zum Zeitpunkt der Tatbegehung war er erst 17 Jahre alt gewesen.

Mir ist bewußt, dass viele anders darüber denken, mir ist die Meinung der KZ-Überlebenden bekannt. Ich schätze und verstehe und respektiere andere Meinungen, habe aber auch meine eigene.
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Konzentration auf das Wesentliche

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Aufräumen hilft bei der Konzentration auf das Wesentliche. Seit letztem Jahr praktiziere ich ein striktes „Empty-Desk-System“. Nichts was ablenken kann, die Tischplatte leer und nur das Wichtige griffbereit. Will ich mal die Gedanken fliegen lassen, so lehne ich mich etwas zurück und genieße die Farbinstallation an der Wand und betrachte die Fotos. Anders, als das Bild es glauben macht, liegt die Wandinstallation oberhalb meines Blickfelds, sodass sie mich beim Arbeiten nicht ablenkt.

Frau S stirbt

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Als ich ins Zimmer komme, merke ich es sofort: Frau S stirbt. Bald. Sicher irgendwann in den nächsten Tagen.

Sie atmet schwer und sie scheint schon weit weg zu sein mit ihrem Bewusstsein. Wie jemand, der in tiefem Schlaf liegt und sich kaum wecken lässt. Nein, eigentlich doch ganz anders. Es ist schwer zu beschreiben. Ich begrüße sie, auch wenn ich schon ahne, dass ich keine Reaktion bekommen werde. Ich setze mich an ihr Bett, streiche ihr sanft über den Arm und erzähle ein bisschen. Ich habe den Eindruck, dass sie sich noch ein bisschen mehr entspannt, aber sicher bin ich mir nicht. Dann schreibe ich eine SMS an meinen Mann. „Wird später heute, ich bleibe länger.“

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