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Wie gehen Bestatter mit schwierigen Fällen um?

Frage: Wie hält man das aus, wenn jemand bei einem Unfall oder (Selbst)mord übel zugerichtet wurde?
Jemand gerät z.B. in eine Häckselmaschine und sieht danach „dementsprechend“ aus oder jemand verliert Körperteile,
die man eventuell noch „zusammensuchen“ muss.

Ich würde wohl ohnmächtig umfallen oder mich ins nächstbeste Gebüsch übergeben.
Und ich glaube, dass auch viele Bestatter damit ein Problem haben.

Sind die wirklich alle so „hart“, dass sie Leichen aus jeder Lebenslage (oder eher Totenlage)
anfassen, abtransportieren und einsargen können oder lehnt man manche Aufträge von vorneherein ab,
wenn man weiß, dass man sich diesen Anblick nicht antun möchte?

Dürfen Bestatter Aufträge überhaupt ablehnen, wenn man z.B. von der Polizei angefordert wird?

Bestatter sind keine hartgesottenen Gesellen, denen nichts etwas ausmacht.
Aber sehr vieles im Leben bereitet uns Angst und Schwierigkeiten, weil wir es nicht kennen. Weiterlesen

Tofu

Ich war vor ein paar Jahren mal im Krankenhaus. Bei der Aufnahme wurde ich so alles Mögliche gefragt, wie ich denn heiße, was für Allergien ich denn so habe und welcher Religion ich angehöre.
Da ich festgestellt habe, daß meine selbstgegründete Kirche mit ihren vielfältigen Riten einerseits einen sehr hohen Erklärungsbedarf hat und andererseits auch auf wenig allgemeine Akzeptanz stößt, sagte ich zu der freundlichen Krawalltüte hinter der Glasscheibe, daß ich gar keiner Religion angehöre.

Das soll, so hat man mir gesagt, vor freitäglichem Fischzwang und Spontanbeschneidungen durch den Krankenhausmullah schützen.

Ich teile mir das Zimmer mit Herbert. Herbert ist eigentlich gar nicht krank, er war es mal. Ihm haben sie irgendwas operiert und dabei ein Stück seines Brustknorpels herausgedengelt und woanders hineingedübelt, damit das alles bei ihm wieder besser funktioniert. Tut es auch. Nur hat Herbert keine Lust das Krankenhaus zu verlassen.
Unendliche Schmerzen in der Brust, dort wo das kleine Stück Knorpel entfernt worden ist, hindern ihn am Atmen und mehrmals am Tag, zufälligerweise immer dann, wenn eine Schwester mal wegen der baldigen Entlassung vorbeischaut, fällt Herbert spontan in einen komatösen Zustand. Dabei läuft er erst puterrot und dann blau an, bekommt eine Art Schockstarre und kann erst nach einigen Minuten wieder richtig durchatmen.
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Bestatter rückt die Abrechnung nicht raus

Eine Dame scheibt mir:

Mein Mann hatte einen tödlichen Autounfall im Oktober 2017.
Dem Bestatter musste ich die Sterbeversicherung meines Mannes übertragen.
Jetzt will der Bestatter nicht eine Rechnung für die Kosten erstellen, ich glaube nicht, dass er die gesamte Summe dafür gebraucht hat.

Wenn man ihn darauf anspricht, reagiert er sehr ärgerlich.
Ich bin alleine, lebe seit dem Tod meiners Mannes im Dauerstress.
Könnte Sie mir einen Rat geben?
Kann man sich an die Innung der Bestatter wenden?

Mit freundlichen Grüßen
Frau

R.

Zunächst einmal mein herzlichstes Beileid zu Ihrem Verlust.
Es ist ärgerlich, daß sie jetzt auch noch Schwierigkeiten mit dem Bestatter haben.

Selbstverständlich muß der Bestatter Ihnen eine ordnungsgemäße Abrechnung vorlegen.
Fordern Sie ihn schriftlich unter Fristsetzung dazu auf.

Ein Muster, wie ein solches Schreiben aussehen könnte, sehen Sie weiter unten.
Wenn der Bestatter Mitglied eines Verbandes oder einer Innung ist, können Sie selbstverständlich dort Meldung machen.
Die notwendigen Adressen finden Sie oben im Menü des Bestatterblogs unter „Service“.

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Muss ein Bestatter eine Ausbildung absolvieren?

Frage: Ich habe bereits vor einigen Jahren gehört, dass man ein Bestattungsunternehmen eröffnen kann,
indem man lediglich ein Gewerbe anmeldet. Also ohne jemals eine Ausbildung gemacht zu haben
und ohne Erfahrung in diesem Bereich?
Gibt (gab) es diese Regel tatsächlich oder wurde diese mit der Einführung einer Bestatter-Ausbildung abgeschafft?

Das ist keine Regel, sondern die Realität im Gewerbe.
Um einen Jeansladen zu eröffnen, benötigt man auch keine Spezialausbildung.
Zunächst einmal gilt das hohe Gut der Gewerbefreiheit.
Abgesehen von Berufen wie Apotheker oder Waffenhändlern und einigen weiteren Ausnahmen, kann jeder ein stehendes Geschäft oder Gewerbe eröffnen, ohne hierfür eine Ausbildung nachweisen zu müssen.
Etwas anders sieht es im Handwerk aus. Dort muß ein Meisterbrief nachgewiesen werden, um selbständig tätig werden und ausbilden zu können.
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Wie viele Aufträge benötigt ein Bestatter?

Frage: Wieviele Leute müssen durchschnittlich pro Monat sterben,
sodass ein kleines Bestattungsunternehmen davon leben kann?
Gehen wir von einem Inhaber aus, mit zwei festangestellten Mitarbeitern (mit Ausbildung),
evtl. noch zwei Teilzeitkräfte. Die Preise entsprechen dem üblichen Durchschnitt.

Das hängt von den fixen Kosten ab.
Es sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ist das Gebäude Eigentum oder handelt es sich um ein gemietetes Ladenlokal?
Sind es wirklich zwei voll ausgebildete Bestattungsfachkräfte oder arbeitet der Bestatter, wie sehr viele in Branche, nur mit Aushilfen?
Hat er einen Betrieb, der ganz regelmäßig Aufträge erhält, weil er vielleicht der einzige Bestatter vor Ort ist, oder muß er ich in einer Großstadtsituation gegen etliche Mitbewerber durchsetzen?
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Freut sich der Bestatter, wenn jemand stirbt?

Ein Leser beschäftigt sich mit der Frage, ob Bestatter Freude empfinden, wenn jemand gestorben ist.

Freut man sich als Bestatter, wenn jemand stirbt?

Der Tod eines Menschen ist schließlich die einzige Einnahmequelle eines Bestatters.
Gerade bei kleinen Bestattungsunternehmen (auf dem Land) kann es ja ab und an zu einer „Flaute“ kommen.
Wartet man dann sehnsüchtig auf den nächsten Toten oder sitzt man das gelassen aus,
auch wenn man weiß, dass man z.B. 10 Tage lang praktisch kein Geld verdient hat,
aber dennoch Fuhrpark, Versicherungen, Mitarbeiter etc. bezahlen muss?

Ich habe Dich schon richtig verstanden, aber ich antworte dennoch mal so:
Der Tod eines Menschen ist nicht die einzige Einnahmequelle eines Bestatters. Der Bestatter lebt nicht vom Einzelfall, sondern von der Tatsache, daß Menschen nunmal generell irgendwann sterben müssen. Darauf basiert sein Geschäftsmodell.
Auf dem Leid anderer basiert aber beispielsweise auch das Geschäftsmodell modernen Kliniken. Diese werden nicht mehr von Nonnen oder Diakonissen selbstlos betrieben, sondern sind knallhart durchkalkulierte Wirtschaftsbetriebe.
Aber deshalb empfindet keiner, der im Krankenhaus beschäftigt ist, Freude daran, daß Menschen erkranken.
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Bestattungskultur international

Die Textreihe „Bestattungen in verschiedenen Religionen und Kulturkreisen“ im Bestatterweblog ist neu geordnet und mit neuen Kapitelüberschriften versehen worden.
Die Artikel stellen die Bestattungsriten und Themen zur Bestattungskultur in verschiedenen Religionen und Ländern dar.

Falls jemand noch etwas dazu beitragen kann, kann er mir gerne schreiben.

Das sind die einzelnen Kapitel:

    Einleitung
    Christentum
    andere christliche Gruppen
    Judentum 1
    Judentum 2
    Islam 1
    Islam 2
    Buddhismus 1
    Buddhismus 2
    Hinduismus 1
    Hinduismus 2
    andere Gemeinschaften
    unterschiedliche Nationen
    Fokusthema: Himmelsbestattung
    Altkatholische Kirche
    Zeugen Jehovas
    Griechisch orthodox

Und hier gehts es zu den Texten über die Bestattungskultur.

Die Schriften sind in den letzten 10 Jahren entstanden und nur grob thematisch geordnet.
Ich bin für Mithilfe, Input und Fehlermeldungen wie immer sehr dankbar.
Diese Texte gehören mit zu denen, die am allermeisten aufgerufen werden. Sie sind -wie ich aus sicherer Quelle weiß- Grundlage für viele Schulreferate und Teile davon haben auch schon Einzug in die Wikipedia gehalten.

Urne daheim – Zoff um den Bembel – Wenn ein Angehöriger die Urne beschlagnahmt -Teil 4-

Tja, in diesem Fall kam es, wie es kommen mußte.
Martina M. erhielt die Urne.

Die Urnenaushändigerin hatte sich den Weg übers Ausland zwar komplett gespart, denn einen Nachweis über die „Ausfuhr“ muß sie regelmäßig nicht erbingen. Es genügt der Anschein.
Jedoch hatte sie für ihre Bemühungen rund 230 € kassiert. 230 € für ein Fax und 10 Minuten Weg mit dem Auto. Stolz hatte sie Martina M. erzählt, das mache sie zig mal in der Woche und habe es schon tausende von Malen getan. Arm bleibt man da nicht…
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