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Pizza mit Krutängs

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Wir liefern immer noch keine Pizza und wir reparieren auch keine verstopften Kloabflüsse.
Gestern Abend meinten aber zwei Leute, sie müßten eben diese Dienstleistungen bei uns bestellen. Anschließend saßen meine Frau und ich beisammen und überlegten, wie es wohl kommt, daß die ausgerechnet bei uns anrufen. Ich hatte mir die Nummern und die Namen der Firmen geben lassen, die die Leute eigentlich anrufen wollten, keine davon hatte auch nur im Entferntesten Ähnlichkeit mit unserer.
Mein Frau meint nun, das könne daran liegen, daß unsere Nummer so leicht ist. Sie ist so ähnlich wie 444555 oder 445566. Das präge sich vielleicht bei manchen Leute so ein, daß sie unbewußt und in der Aufregung schnell mal was anderes tippen.

Ich halte dagegen, daß doch kaum jemand ausgerechnet die Nummer eines Beerdigungsinstitutes auswendig lernt, nur um dann bei einer Pizza-Bestellung diese dann versehentlich in sein Telefon zu tippen.

Aber die Pizza-Tante, die war trotzdem ganz gut:

„Zwei mal Calzone mittel und einen italienischen Salat mit Krutängs!“

„Entschuldigung, sie rufen bei einem Bestattungshaus an.“

„Macht nix, dann nehmen wir was anderes, haben Sie Pizza „Vier Jahreszeiten“, sie wissen schon „Quartett-Station“.

„Wir haben überhaupt keine Pizza, hier ist ein Beerdigungsinstitut.“

Etwas leiser: „Egon, die haben gar keine Pizza, willste nen Salat?“ Dann wieder lauter: „Wenn Sie keine Pizza haben, nehmen wir nur den Salat mit Krutängs aber dann zweimal bitte, aber einmal ohne Zwiebeln.“

„Hören Sie mir eigentlich nicht zu? Sie haben sich verwählt. Hier gibt es gar nichts zu essen.“

„Wie verwählt?“

„Falsche Nummer.“

„Also ich habe mich nicht verwählt, ich rufe da immer an.“

„Offenbar haben Sie sich doch verwählt, hier ist ein Beerdigungsinstitut und kein Pizzadienst.“

„Sind die da schon lange raus? Letzte Woche war da noch ne Pizzeria drin. Sind die pleite?“

„Sie haben nur die falsche Nummer gewählt, falsch verbunden.“

„Wundert mich ja nicht, so lange wie das bei denen immer gedauert hat, bis die geliefert haben. Konnte ja nicht lange gut gehen. Und was liefern Sie für’n Essen?“

Ich lege einfach auf. Die Frau am anderen Ende hört entweder schlecht oder aber -was ich für viel wahrscheinlicher halte- sie hört mir gar nicht zu.

Etwa drei Minuten später klingelt wieder das Telefon.

„Wir sind unterbrochen worden, ich war die die die Pizza bestellt hat und den Salat mit den Krutängs. Sie haben also keine Pizza, dann zählen sie mal auf, was sie so haben, aber Moment, ich mach mal laut, damit mein Mann auch mithören kann.“

„Also nochmals: Sie haben sich verwählt, wir haben die Nummer 444555 und wir liefern überhaupt nichts zum Essen. Ist das jetzt klar?“

„Wenn Sie nichts liefern, sollten Sie aber mal ein bißchen freundlicher seine, schließlich wollen Sie ja, daß die Leute zu Ihnen ins Restaurant kommen.“

Ich denke: „Leck mich!“, sage aber nichts und lege auf. So ein dumme Pute.

Es vergeht eine Viertelstunde und wieder klingelt das Telefon, ich sehe schon im Display, daß es wieder diese Nummer ist und lasse es klingeln. Da gehe ich nicht nochmal ran…
Ich vergesse jedoch, daß unsere Telefonanlage den Anruf automatisch nach einer Weile zu Manni weiterschaltet. Das wird mir erst bewußt, als es mitten im Klingelton abbricht.

Eine Stunde später ruft die Frau wieder an und ich überlege kurz, ob ich es nicht einfach klingeln lassen soll, Manni könnte sich wieder mit ihr rumschlagen. Dann gehe ich doch dran.

„Sie, jetzt warten wir aber schon eine geschlagene Stunde auf die Kotzletz. Der andere Mann hat gesagt, es gibt nur Kotzletz mit Semft. Wann kommen die denn?“

„Sind unterwegs.“

„Wie lange dauert datt denn noch?“

„Zwei Stunden.“

„Wissen Sie was, essen Sie doch ihre Kotzletz alleine, ich ruf jetzt woanders an!“

Oh bitte, nein!

Peter Wilhelm 28. Mai 2012


29 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Frei nach Heinz Erhard :
    Der Mensch muss müssen, wenn er meint gehabt worden zu sein.
    In diesem Sinne : Guten Hunger!

  2. Die Telefonnummer meiner Eltern ist ähnlich wie die von der Taxizentrale. Muss ich mehr dazu schreiben …?

    Viele Anrufer sind wirklich sehr begriffsstutzig.

    Aber mein Vater hat auch schon, wenn er merkt, dass es sich z. B. um ein altes Ömchen handelt, dann die Taxenbestellung an die Zentrale weitergegeben. eigentlich müssten die meinen Eltern ab und zu ’ne Freifahrt geben.

  3. Am Besten war die Reaktion von Manni.
    Spätestens beim zweiten Anruf hätte ich an Toms Stelle auch einfach die Bestellung aufgenommen

  4. Hallo,
    ich weiß zwar grad nicht, über welche blogs ich hier gelandet bin, wische mir aber grad immer noch die Lachtränen aus den Augen 🙂
    Jaa.. solche Leute gibt es!!
    Wir erleben da auch immer mal so was. Mein Schwiegervater war 35 Jahre Pfarrer des Kirchspiels, ist zwar seit einigen Jahren im Ruhestand, steht aber immer noch unter „Kirche“ im Telefonbuch. Wir sind also laut Telefonbuch die Einzigen mit diesem Namen, was dazu führt, das öfter mal Leute, die den Herrn Pfarrer sprechen wollen, bei uns anrufen.

    Liebe Grüße,
    Martina

    P.S.
    Nachdem ich mir dann auch die Nutzungsbedingungen durchgelesen hatte, war 1.) mein erster Kommentar futsch und 2.) weiß ich grad nicht, ob und welche Nutzen für die Allgemeinheit mein Kommentar hat.

  5. Auf die Frage, „Was liefern Sie denn?“, hättest Du einfach wahrheitsgemäß antworten sollen: „Särge, Urnen, Gräber, Totenhemden.“ Ich glaube, die Begriffe hätten zumindest eine Grundaufmerksamkeit oder wenigstens Irritation erzeugt 😀

  6. Tja, Tom, das ist die Rache der glatten Nummer 😀

    Aber 6(Henning Kockerbeck) hat Recht, zähl doch nächstes mal freundlich, ruhig, laut und deutschlich alle Produkte auf, die ihr so liefert. Spätestens bei „Totenhemden“ sollte auch der letzte merkbefreite Mitbürger seinen Fehler einsehen 🙂

  7. Tja, wir haben eine ähnliche Nummer wie eine Bank. Da rufen dann Leute an und erzählen frei von der Leber weg erstmal von ihren Finanzen, bis man überhaupt zu Wort kommt.

    Neulich war wieder so eine dran.
    „Nein, da haben Sie sich verwählt. Hier ist nicht die XYZ-Bank.“
    „Ich habe aber die Nummer 1234567 gewählt!“
    „Ja, das ist meine. Für die XYZ-Bank brauchen Sie aber die 1234657 oder so.“
    „Ach?“
    „Ja.“
    „Dann ist da nicht die XYZ-Bank?“
    „Genau. Sie haben die falsche Nummer.“
    „Moment, ich probiere das mal.“
    *tuuut*
    Eine Minute später.
    *klingeling*
    „Ja?“
    „Sind Sie das wieder?“
    „Ja, ich bin das wieder. Sie haben die falsche Nummer.“
    „Ja, glaube ich auch. Ich hab die Wahlwiederholung gedrückt und bin doch tatsächlich wieder bei Ihnen gelandet!“
    „Nein!“
    „Doch!“
    *seufz*

  8. Meine Telefonnummer ist so ähnlich wie die des örtlichen Arbeitsamts. Das kann auch Freude bereiten…

  9. Ganz besonders erwähnenswert ist immer die Einstellung anderer Leute: „Ich? Nein! Ich habe mich nicht verwählt!“ Gab es solche Fälle auch schon vorher oder erst seit kurzem. Vielleicht wurde auch ein Prospekt des Pizzaunternehmens falsch ausgedruckt?

  10. Zwei Stunden warten ist ja wohl ne Frechheit – bis dahin ist bestimmt schon Schnitzelgift entstanden!

  11. Boah ne sowas könnte ich niemals aushalten.
    Die armen Menschen mit „ähnlichen Telefonnummern“.

    Es gibt schon seltsame Telefonanlagen.
    Wir müssen in der Firma wenn wir nach draussen wählen wollen eine Null vorwählen. Manchmal wenn man zu schnell tippt und die Null nicht richtig drückt kommt man dennoch nach draussen und landet immer bei einer armen Familie in einem Vorort unserer Stadt. Die wissen das natürlich auch schon das das „wieder mal“ die Angestellten von der Klinik sind. 3-4 mal in der Woche haben die Anrufe von irgend jemand aus unserer Klinik und nehmen das immer noch gelassen. Mir ist das leider auch schon passiert.

  12. Das „Problem“ habe ich bei meinem Arbeitgeber gleich mit mehreren Zielnummern. Wir haben eine recht einfache Nummer wie z.B. 35000. Alles was mit 3500 beginnt ist entweder eine Durchwahl von uns oder landet über die Telefonanlage auf unserer Hauptleitung.

    Einige andere Firmen haben im gleichen Block ebenfalls Telefonnummern, so z.B. eine Bank mit 35010, aber auch Computergeschäfte o.ä.

    Wenn dann jemand zur Bank will und 35001 oder 350010 wählt, landet er eben bei uns. Dazu kommen noch viele Verwähler, die ein Hotel mit selber Nummer aber in einem benachbarten Vorwahlennetz erreichen möchten.

    Aber ich weiß auch, dass Anrufer, die eigentlich zu uns wollen, auch mal eine 0 zu wenig wählen und dann woanders landen.

  13. @12: so eine Numemr haben wir auch… Die Null der Vorwahl einer Großstadt nicht gewählt und die gewünschte Rufnummer fängt mit 9 an, dann haben sie automatisch uns am Apparat (Bsp. 0221-9876, unsere Nummer wäre dann die 2219) Wir haben auch mindestens zwei „Verwähler“ täglich. Manchmal lustig, manchmal auch nur nervig…

  14. @12 Bringt ihnen doch zur Entschädigung mal eine kleine Entschädigung vorbei 😉
    Dann dürft ihr da auch noch paar Monate weiter terrorisieren.

  15. @ 11 , Chris .
    “ Schnitzelgift “ .Das erklärt die luftdichten Stropor-Transport-Kisten vom
    Pizza-Bring-Dienst ……..
    🙂 Lechthaler
    Und allen dort draußen Schöne Ostern !

  16. Klugscheiß / Schäm
    Sollte natürlich STYROPOR-Transport-Kisten
    heißen….
    Blöde Tastatur , dumme Tastatur….
    🙂 Lechthaler

  17. Versucht mal jemandem, der einen Geflügellieferanten erreichen will, klar zu machen, dass er sich verwählt hat, wenn ihr selbst Hahn mit Nachnahmen heißt 😉

  18. Bekannte von uns haben mal durch eine Panne eine Nummer bekommen, die Tage vorher einem Ticketschalter am Flughafen gehörte… 24/7 war mit Anrufen zu rechnen, oft in englisch oder französisch, die dann Fluginfos haben wollten…
    Zum Glück war die Telefonpost einsichtig und hat’s dann geändert.

  19. Ich habe das „Glueck“, eine Telefonnummer mit sechsmal der gleichen Ziffer zu haben. Ihr glaubt nicht, wie oft ich drangeh und mir irgendein Kleinkind ins Ohr lallt… 🙁

  20. @20: *sing* nullhundertneunzich und sechsmal die … *sing*
    also ich wäre ja froh wenn da nur kleinkinder lallen statt stöhnenden alten böcken 😉

    vor vielen jahren ist bei uns immer eine oma herausgekommen die beim geflügelzuchtbetrieb kleine gänse bestellen wollte, das ging fast eine woche lang jeden tag. die hat einfach nicht begriffen dass es nichts bringt immer wieder eine falsche nummer anzurufen statt sich mal die richtige zu besorgen. mein vater hat irgendwann kapituliert und die bestellung aufgenommen, wir haben uns dann von der auskunft die nummer geben lassen und die kleinen gänse bestellt 🙂

  21. Von Ralf Schmitz gibt’s ne sehr nette Nummer, in der eine Pizze bestellen will und beim Bestatter rauskommt.

    „… ach haben sie auch was aus dem Steinofen?!“

    *lol*

  22. Ach ja Telefonnummern… Meine Händinummer ist bis auf einen Zahlendreher identisch mit irgendeinem Massagesalon in einem bekannten Ferienort hier in der Schweiz. Was da schon alles Leute angerufen haben. Langsam denke ich, ich sollte die Termine einfach entgegennehmen…

  23. @23: aus den Rippen.

    Aktuell am vorletzen Wochenende durften wir eine neue Variante erfahren. Bei uns riefen ständig Leute an, die eine Jenny B. sprechen wollten. Deren Nummer ist aber völlig unähnlich. Auf einmal rief Jenny B. an. Sie hatte IHRE eigene Festnetznummer auf einem Handy gewählt. Daraufhin wählten wir auf einem Handy unsere Festnetznummer und landeten bei Jenny. Es war Freitag, der erste pril schon vorbei, und der Stördienst des großen T wollte das „sofort“ wieder in Ordnung bringen und die Nummern zurücktauschen. Logisch, dass „sofort“ erst am Montagmorgen der Fall war.

  24. @27: auch schön. Wusste gar nicht daß sowas derart schieflaufen kann. Sind aber wohl auch alles nur Computer dort, die bringen ja bekanntlich alles zustande…

    Wir hatten mal eine kleine Party gemacht und wollten bei einer anderen kleinen Party anrufen (die über Internet ein kleines Radio streamte und die Idee war da „live auf dem Sender“ anzurufen. Wir sind Techfreaks, wir machen sowas manchmal gerne :)) – zur Hand hatten wir ein uraltes Wählscheibentelefon, weil man das so gut an die Lautsprecher anschliessen konnte. Obwohl wir mehrfach sorgfältig die Nummer kontrolliert haben, inkl. Vorwahl und allem, sind wir immer nur bei einer armen uns völlig unbekannten Dame herausgekommen.

    Stellte sich heraus: dieses Telefon hatte irgendwo einen versteckten Schalter mit dem man nur noch eine „Notrufnummer“ wählen kann – sämtliche ausgehenden Telefonate landen auf dieser Nummer. Da war wohl irgendeine Ortslokalwahl von vor zig Jahren eingespeichert als das Ding auf dem Dachboden landete, die dann am Ort der Party zu besagter Dame führte.

    Wählscheiben kannten zumindest die meisten von uns noch. Um auf diese Spezialfunktion zu kommen brauchten wir jedoch eine Weile…

  25. Unsere Nummer unterscheidet sich durch exakt eine Ziffer von der des örtlichen Pizzadienstes… In regelmäßigen Abständen haben wir auch so Anrufe. Und hungrige Leute hören nicht zu, wenn man sagt, sie hätten sich verwählt…

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