Der Schauspieler Ralf Richter ist gestorben. Im Bestatterweblog wurde darüber berichtet. Bekannte haben nun einen Spendenaufruf gestartet, um die Bestattungskosten von anvisierten rd. 8.000 Euro stemmen zu können. Das ruft in Social Media Leute auf den Plan, die das nicht gut finden.
Ich nutze seit Jahren Facebook nur nicht mehr, ich meide den Kontakt mit diesem peinlichen Gewusel, wo ich nur kann. Aber einige Bestatterweblog-Leserinnen und -leser haben mir Links zu den Kommentaren gesendet. Ich zitiere mal:
Also den Kindern fehlt anscheinend jegliches Schamgefühl , sehr peinlich diese Bettelei , die andere Seite ist natürlich es geht mich nichts an ,es ist nicht meine Familie !
An diesem Kommentar finde ich vor allem den Teil richtig und wichtig, der da heißt: die andere Seite ist natürlich es geht mich nichts an ,es ist nicht meine Familie !
Dann soll der Sohn mal arbeiten ,dann brauch man nicht betteln,vorher in saus und braus leben.
Ich bin ja noch vom alten Schlag. Ich mache auch Fehler beim Schreiben, keine Frage. Aber für mich ist es auch in heutigen Zeiten, in denen es überall immer schnell und bequem zugehen muss, immer noch ein Indiz, wenn Rechtschreibung, Zeichensetzung und Formulierungen zu wünschen übrig lassen.
Sind die Familienmitglieder alle arbeitslos? Traurig das man bettelt. Das ganze Leben schön genossen wo andere sich etwas zurü…
Ich frage mich, woher diese Kommentatoren und -innen eigentlich ihre Informationen über die Beschäftigungsverhältnisse, die finanzielle Situation und die Lebensumstände der Familie Richter haben.
Ich sage Euch das ehrlich. Mein Schwiegervater ist hier lokal recht prominent. Keine große Berühmtheit, aber hier in der Gegend ein bekannter Mann, der vielfach ausgezeichnet wurde, eine Art Ehrenbürger ist und zweimal mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Mit über 90 Jahren genießt er bewusst seine letzten Jahre, ist geistig Gott sei Dank noch rege und von nicht mehr als den altersbedingt üblichen Gebrechen geplagt. So einen Ruhestand wünscht man sich doch.
Ich habe mich oft schon mit ihm über die Fragen des Alters, des Sterbens und der letzten Dinge unterhalten. Es beruhigt meine Allerliebste und mich, dass Opa angibt, seine letzten Dinge geregelt zu haben und niemandem Sorgen, auch nicht solche finanzieller Art, zu hinterlassen.
Denn, wenn wir für die Bestattung aufkommen müssten, was ja nach dem Gesetz der Fall wäre, dann würde uns das vor ganz ähnliche finanzielle Herausforderungen stellen, wie es wohl jetzt gerade bei der Familie Richter der Fall ist.
Opa möchte bei seinen Eltern, seinem früh verstorbenen Sohn und seiner Frau in einem Familiengrab bestattet werden.
Dafür müsste die Laufzeit des Grabes für die gesetzliche Dauer verlängert werden. Je nach Friedhof kann allein das schon in die Tausende gehen.
Dann dürfen wir damit rechnen, dass Opa viele Trauergäste anziehen wird. Dementsprechend würde man ihm doch eine Bestattung ausrichten, die sicherlich seinen Wünschen entsprechend einfach und ohne Pomp sein würde, aber doch seinem Stand angemessen.
Da ist es mit einer Bestattungsvariante für 2.000 Euro eben nicht getan.
Die 8.000 Euro, die vonseiten der Richters als Spendenziel wohl angegeben wurden, sind überhaupt nicht überzogen. Ein vernünftiger Sarg, ein ordentliches Grab und weg ist diese Summe.
Unglaublich, seit wann ist es in daß Angehörige von vermeintlichen Promis ungeniert schnorren gehen wenn es darum geht Kosten …
Ich finde es auch kein Schnorren, wenn jemand öffentlich um Unterstützung bittet. Es ist und bleibt doch immer einfach nur eine Bitte. Der kann man freiwillig nachkommen oder es einfach bleiben lassen.
Ich kannte Ralf Richter vom Fernsehen und mochte ihn. Ich weiß nicht viel über sein Leben und seine Karriere. Aber wir dürfen doch annehmen, dass es mit seiner Karriere und damit auch mit seinem Einkommen nicht zum Besten stand, wenn jetzt um Geld für seine Bestattung gebeten wird.
Zum.kotzen es reicht er hat doch gut verdient Haus in Bonn Motorrad kann mann alles zu Geld machen es gibt keine Spende es reicht
Vielleicht spielt auch Neid eine große Rolle. Neid auf ein vermeintlich sorgenfreies und luxuriöses Leben eines Prominenten.
Wer sich aber nur ein ganz klein wenig auskennt bisschen Mühe macht, nachzudenken, der wird schnell dahinterkommen, dass es für freiberufliche Künstler ungemein schwierig ist, immer gleichbleibend erfolgreich zu sein und ein durchgehend gutes Einkommen zu erzielen.
Unglaublich. Sein ganzes Leben gut verdient alles verprasst und jetzt sollen andere für seine Beerdigung zahlen.ich denke nich…
Jeder muss wohnen, essen, seine Gesundheit pflegen und alles Mögliche bezahlen. Irgendwann ist auch einst großzügig eingegangenes Honorar einfach alle. Das hat nichts mit Verprassen, in Saus und Braus leben oder großen Luxus zu tun.
Welche Promis haben nicht schon alle Privatinsolvenz angemeldet und sind verarmt verstorben? Die Liste ist fast endlos…
Wie denkst Du darüber? Das würde mich wirklich interessieren.













Hallo Tom,
ich sehe das genauso wie Du. Wer die Hinterbliebenen unterstützen möchte, der sollte das tun. Wer es nicht möchte, der sollte es bleiben lassen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob Ralf Richter genug hinterlassen hat oder nicht. Wir wissen es schlicht nicht. Mir fielen gewiss hundert gute Gründe ein, warum ein „Vermögen“ (wenn es je eines gab) einfach nicht mehr da ist. Verprassen ist dabei selbstverständlich eine Option. Aber vielleicht ging auch alles für teure medizinische Behandlungen drauf? Oder ganz altruistisch für die Unterstützung anderer? Oder, oder, oder…
Meiner Meinung nach ist die Idee, Geld zu sammeln, damit der Vater, Mann, Onkel… eine schöne und würdige Beerdigung hat, nicht der schlechteste Grund. Im Übrigen ist die Geldspende bei oder zu Beerdigungen doch nicht unüblich. Und der Zweck dahinter war doch immer der Gedanke, die Hinterbliebenen finanziell zu entlasten. Was soll also an der Bitte, dies quasi im Vorfeld zu tun, verwerflich sein?
Nochmals liebe Grüße, Tom, und danke für Deine Arbeit.
Es kam schon zu viel Geld zusammen, was nicht gebraucht wird soll Obdachlosenorganisationen zugute kommen. Lt. web.de
Schwierig. Auf der einen Seite die Lage freiberuflicher Künstler, auf der anderen Seite wird im ersten Beitrag Familie erwähnt. 7 Geschwister, 2 Kinder, 6 Enkel. Ich denke, wenn da jeder etwas in den Hut schmeisst, sollte man den guten schon ordentlich tiefer legen können…
Tja, wenn die Familie lebt wie viele Andere, man kommt noch gerade so über die Runden. Ist auch das „in den Hut schmeißen“ eingeschränkt. Da reichen ein Fuffi oder Hunni pro Nase in den Hut halt nicht weit…
Ich finde nicht schlimm das die Familie um Spenden für die Beerdigung gebeten hat, wenn Viele wenig geben, ist schneller das Ziel erreicht und tut den persönlichen Finanzen auch weniger weh. Und Wer nicht will muss nix geben aber auch keine dummen Kommentare ablassen.
Über den Spendenaufruf für die Beerdigung von Ralf Richter bin ich auch gestolpert. Rund 8.000 Euro sind eine Hausnummer, und dass in den Kommentaren sofort darüber gestritten wird, wundert mich nicht. Beerdigungen kosten Geld, das ist einfach so — nur läuft das heute öffentlich ab statt unter Bekannten.
Unter Bekannten? Na ja wer relativ wohlhabende Bekannte hat, könnte diese eventuell anpumpen…
Nun ist das aber in der Realität schlecht verteilt und wenn Freunde u Bekannte halt eben finanziell auch nur knapp über die Runden kommen, wars das auch wieder.
Das ist die Lebensrealität so vieler „Normalos“ in Deutschland, die Kohle reicht für die gesamten Lebenshaltungskosten nur noch knapp. Für Sparen oder Geld ab 1000 zu verleihen/spenden eben nicht (mehr).
Richters Sohn Maxwell betonte gegenüber „T-Online“, die Initiative sei weder von ihm noch von anderen Familienmitgliedern ausgegangen. Er habe die Organisatorin inzwischen gebeten, die Sammlung zu beenden. „Mehr brauchen wir nicht. Es soll nicht obszön werden, denn wir beabsichtigen nicht, uns mit dem Geld eine schöne Zeit zu machen“, sagte er. Sollten nach Trauerfeier und Beisetzung Mittel übrig bleiben, sollen diese nach Angaben von Maxwell Richter an Obdachlosenorganisationen gespendet werden. Sein Vater habe sich zu Lebzeiten für Bedürftige engagiert.
Quelle: https://www.welt.de/vermischtes/article6aab7dc4fc82e30f94af275b/ralf-richter-mehr-als-21-000-euro-fuer-beerdigung-gesammelt-sohn-laesst-aktion-stoppen.html
Man darf nicht vergessen, dass Ralf Richter wohl einerseits in den Neunzigern tatsächlich viel Geld… nun, verprasst hat, andererseits seine Gesundheit ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und er dann doch etwas früher mit den Schauspiel-Engagements Schluss machen musste. Ich sehe hier schon einen Unterschied, ob jemand nach längerer Krankheit nicht mehr viele Mittel hat- da reicht halt leider auch ein gröberer Fehler in der Vergangenheit- oder ob jemand eine Kategorie höher im Einkommen, dann auf deutsch gesagt sogar zu blöd ist, sich um eine Krankenversicherung zu kümmern und erst, wenn die Kacke bereits zum Himmel stinkt sich seine komplette Versorgung nachträglich zusammenbettelt.
Mir fallen da sowohl ein schwerkranker Schauspieler als auch ein schwer dämlicher Ex-Fußballer ein…
Jedenfalls finde ich die Bitte um Unterstützung auch nicht schlimm, eigentlich nichtmal relevant- man hat schon immer einen Schein in die Beileidskarte getan, wenn man der Familie helfen wollte, oder sogar aus reinem Respekt.
Ich sehe das noch intensiver so:
Die Tatsache, dass jemand einen vermeintlich privilegierten oder hoch dotierten Beruf ausübt, bedeutet ja nicht automatisch, dass er tatsächlich viel Geld hat.
Ja, es ist auch tatsächlich so, dass ja die meisten Schauspieler Freiberufler sind und auf das Wohl und Wehe derjenigen angewiesen sind, die die Rollen vergeben.
Nur, weil jemand mal viele tolle Rollen hatte, bedeutet das nicht, dass er nun zeitlebens auf Rosen gebettet ist.
Man weiß doch nie, was kommt.
Ich wäre auch Millionär, hätte ich nicht mein ganzes Geld für Miete, Essen und Trinken und ein paar Kinder ausgegeben.
Aber ich habe wenigstens eine Sterbegeldversicherung.
Wohlgemerkt, mit deutschen Fernsehrollen wird man auch wirklich nur reich, wenn man sehr gut gebucht ist und am besten noch klug investiert. Ein paar Kinorollen hatte er, klar…
Soweit ich es verstanden habe, war er halt in den 90ern pleite, als er in den Bau musste. Danach wieder aufzubauen, ist wahrlich nix für Faule oder Feiglinge.
Wer ohne schuld ist, werfe den ersten Stein.
Und ja, ich habe auch eine Absicherung. Wir wissen ja nichtmal, ob er KEINE hatte- bloß weil jemand aus dem Umfeld wusste, dass es zum Teil monetär etwas eng war, heißt das ja nichtmal, das dessen Urteil stimmte und die Familie hier überhaupt dringend Hilfe brauchte.
Tja, bei einem Influencer in Dubai oder den ekligen Geissens schmeißt man noch Geld hinterher und hier…
Die Familie hat die Aktion ja nicht mal gestartet.
Aber ich hatte auch mal das „Glück“, daß Leute, die dachten, mir was Gutes zu tun, weil ich ja mal heftigst pleite geklagt wurde, eine Spendenaktion gestartet haben für mich.
a) war es mir saupeinlich
b) kam gar nicht wirklich was zusammen, wäre auch kaum möglich gewesen, es ging um eine höhere fünf- bis sechstellige Summe
c) weil man dabei ohne mich zu fragen, meine Kontonummer gepostet hatte, passierte zwar kein Betrug, aber ich bekam ein günstiges Mobilfunkangebot nicht, weil Kontonumemr im Netz k.o.-Kriterium war.
Zur Sache wurde schon genug geschrieben, 8000 € ist realistisch, und wer kein geld hat oder Ralf Richter nicht kannte oder einfach nicht spenden mag, soll dann nicht auch noch rumstänkern. Aber das passiert ja nicht nur auf den asozialen Medien, sondern auch (wie es ein Richter mal nannte) „den nach unten offenen Kommentarspalten in diesen Blogs“.
(Nein, nicht hier, dank Peter.)