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Walter J. Gehring verstorben

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Hallo lieber Tom-Peter,

Der Entwicklungsbiologe – und mein Professor vor etwa sieben Jahren – Walter J. Gehring ist verstorben.

Die Entdeckung von ihm und seiner Mitarbeiter, dass das genau gleiche Gen – pax6 – die Entwicklung des embryonalen Auges auslöst, egal ob ein Mensch, eine Kaulquappe, ein Fisch oder eine Fliege ist – war ein Erdbeben in der Biologie der 1990er Jahre.

Das Auge ist in der Evolution somit nur einmal entstanden. Wir Menschen und die Fliegen besitzen somit Abwandlungen eines gemeinsamen Ur-Auges.

http://bazonline.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Entwicklungsbiologe-Walter-Gehring-ist-tot/story/25674994

Liebe Grüsse,

David / turtle of doom

Peter Wilhelm 4. Juni 2014


10 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hmm, man wird älter, wenn die Idole und Legenden im eigenen, dynamischen Wissensfeld sterben. 🙁
    Schön, dass du die wissenschaftliche Errungenschaft des Herrn Gehring so erklärt hast, dass auch Normalsterbliche die Bedeutung des komplexen Themas verstehen können. 🙂

    • Ja, bitte. 🙂

      Walter Gehring besass auch nach seiner Pensionierung einen Laborplatz, wo er an seinen Fruchtfliegen forschte. Man spürte seine Freude an der Forschung sehr deutlich.

      Zu seinem Forschungsgebiet gehörte auch die Frage: Woher weiss eigentlich ein Bein, dass es ein Bein sein muss? Oder – woher weiss ein Embryo, was „vorne“ ist, wo also der Kopf gebildet werden muss? Oder wie entstehen regelmässige Wiederholungen einer Körperstruktur, wie zum Beispiel die Rippen und die Wirbel?

      Wie soll man diese Fragen beantworten, wenn doch jede einzelne Körperzelle über das gleiche Erbgut und somit über die gleiche „Bauanleitung“ verfügt?

    • Er ist mir nur mal in der Wikipedia vorbeigehuscht, der Alexander Shulgin.

      Die Erforschung und Entwicklung von Arzneimitteln ist eins der spannendsten Dinge, wie ich finde.

  2. Wie steht das mit dem Auge des Tintenfisches? Zumindest der Linsenapparat ist da ja komplett unabhängig vom Wirbeltierauge entstanden … habe aber keine Ahnung ob der lichtempfindliche Hautfleck der da die Grundlage war nicht auch pax6-abhängig ist …

    • pax6 sagt den anderen Genen bloss: Hopp, schaltet euch mal an, wir bilden hier ein Auge!

      Und was diese „anderen Gene“ tun, ist dann von Tierart zu Tierart unterschiedlich. pax6 bestimmt auf keine Weise, wie das Auge aufgebaut muss.

      Das ist wie „Baue mir einen Tisch“, worauf der Schreiner eben einen aus Holz, der Steinbildhauer einen aus Stein und der Metaller eben einen aus Metall baut. 🙂

      • Der Metaller baut seinen Tisch nicht aus Metall, sondern aus den Schädeln seiner erschlagenen Feinde. Und er nennt ihn dann auch nicht Tisch, sondern Altar um das Blut der Feiglinge und Poser den Göttern der wahren Musik zu Opfern. 🙂 Aber das führt hier zu weit. (Wie kriege ich jetzt wieder die Kurve zu Augen und Genen…)

        Der, der Sachen aus Metall baut heißt glaube ich Schlosser. Und der Schlüssel zu den Wundern des Lebens liegt in den Genen. (*Quietschende Reifen in der Kurve* Puh geschafft) Ein Hoch auf einen Mann, der diesen Wundern nachgespürt hat.

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