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Zu teuer?

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Dem Bestatter haben wir den Auftrag für eine ausreichende, mittlere Feuerbestattung erteilt. Also nicht die Billigvariante und nicht die Luxusversion. Mir scheint das aber alles zu teuer:

780 Euro Einäscherungssarg
1329 Euro für Organisation und Deko der Trauerhalle (ohne Trauerhallengebühr): Stellung Kerzenleuchter, Behänge, Katafalkdecke, Sargschmuck mit Schleifenband, Blumenumrahmung, kleine Bäumchen, Kranz mit Rosen und Schleife.
167 Euro für Transport der Blumen und Dekoration der Blumen
1750 Euro Pauschalbetrag: einfache Sargausstattung mit Totenhemd, Waschen, Ankleiden, Betten, Beratung, Besorgung, behördliche Wege, Fahr- und Kurierdienste, Überführung Sterbeort zur Ruhehalle, Überführung Ruhehalle zur Kapelle und zur Kremierung, Kühlung, Ruheraum usw.

Hinzu kommen ja noch alle durchlaufenden Posten: Friedhofsgebühren, Grabgebühren, Leichenschau, Sterbeurkunden, Gebühren zur Kapellenbenutzung, Kaffeetrinken, Kremierung, Amtsarzt, Kondolenzbuch, Trauerdrucksachen, Musik von der CD (150 Euro) , freier Trauerredner (400 Euro) usw.

Jetzt haben wir mal zusammengerechnet und kommen alles in allem auf 8.200 Euro. Aber hallo, das ist ja wohl teuer.

Scheint so.

Es ist immer schwer zu sagen, ob das nun überteuert ist oder nicht. Dazu müßte man die genaue Aufstellung sehen und was da im Einzelnen angerechnet wurde.

Immer wenn Pauschalen verlangt werden, ist Vorsicht geboten. Man kann dann nicht überprüfen, welcher Punkt im Einzelnen besonders teuer kommt und ob man auf den nicht verzichten möchte.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Die Gärtner-Kooperative einer Nachbarstadt stellt und berechnet den Schmuck der Trauerhallen in den Klassen „einfach“, „besser“ und „schön“.
Mal abgesehen von den Bezeichnungen bedeutet das, daß je nach Bestellung durch den Bestatter 180 Euro oder 320 Euro oder sogar 550 Euro fällig werden. Hierbei wird die Buchung auch von Seiten der Kommune als obligatorisch hingestellt, die Angehörigen kommen also ohne weiteres nicht daran vorbei, wenigstens die Ausführung „einfach“ zu buchen.
Je nach Auftrag erhalten sie dann 4 oder 6 oder 8 künstliche Lebensbäumchen und Lorbeerhecken, sowie eine Katafalkdecke und Blumenranken, sowie eine entsprechende Anzahl Kerzenleuchter. (Geliehen wohlgemerkt.)

Steht dann beim Bestatter in der Pauschale nur „Schmuck der Trauerhalle“ hat man ja keinen Überblick darüber, ob nun 180 oder gar 550 Euro hierfür fällig werden.

Insgesamt finde ich 8.200 Euro für eine „mittlere Bestattung“, die sich ja nur von einer Billigbestattung abheben soll, schon ziemlich teuer.
Allerdings ist der Begriff „mittel“ natürlich dehnbar und bietet Spielraum für Interpretationen.

Sinnvoller ist es, sich die einzelnen Preise nennen zu lassen und exakt nur das zu bestellen, was man wirklich braucht und will.

Peter Wilhelm 28. Mai 2012


8 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich glaube ich werd nach D auswandern, will auch mal eine so hohe Rechnung ausstellen 🙂

  2. Ach, das kannst Du doch bestimmt auch jetzt schon machen, oder?
    Du musst Dich nur dazu zwingen 😉

    Ob die Kundschaft das dann allerdings akzeptiert… muss man halt mal ausprobieren =)

  3. @mimi: Kommt darauf an wie leistungsstark die Anlage ist. Bei entsprechender Reichweite könnte da noch GEMA fällig werden 😉

  4. Ich fand die „Leihe“ der Pflänzchen damals auch sehr teuer, da die ja nur von einem Nebenraum in die Trauerhalle gestellt werden. Behaltend arf man ja nix, auch wenn man für den Preis alles doppelt kaufen könnte.

  5. @Siggi: Wenn iczh mir diese Preise so vor Augen führe, dann kommt mir der Verdacht, daß diese Bäumchen das Pendant des Friedhofsgewerbes zu den Goldfischen in den Chinarestaurants datstellt. 😉

  6. Mittlerweile dürfte doch jeder Bestatter zwei Rechnungsschreibprogramme haben. Eines mit Pauschalen für die unaufgeklärten Wundertütenbucher und ein Detailliertes für die Aufgeklärten.

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