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Warum sind Bestatter so ruppig? Ist ein Totenhemd Pflicht?

Oftmals nur reine Geldmacherei: Das Totenhemd oder der Talar.

Ich bin exam. Altenpflegerin und habe schon viele Verstorbene versorgt.
Nachdem der Arzt da war, die Leichenschau durchgeführt und den Totenschein ausgestellt hat, waschen wir den Bewohner, ziehen frisches Inkontinenzmaterial an und machen den verstorbenen zurecht.
Es kommen ja meist noch Angehörige, um Abschied zu nehmen.
Ich finde auch das ein „schöner“, also nett hergerichteter Anblick den Abschied etwas einfacher macht.
Auch für uns als Pflegekräfte die den Bewohner eine lange Zeit begleitet haben, ist es eine Art letzte Ehre, den Verstorbenen zurecht zu machen.
Nun ist es mir schon sehr oft aufgefallen, dass die Bestatter, wenn sie kommen, um den Verstorben abzuholen, erst mal ziemlich ruppig mit den Verstorbenen umgehen.
Es wird dann alles sofort aufgeschnitten und ausgezogen, damit der Verstorbene sein Totenhemd angezogen bekommt.
Warum ist das so?
Waschen die Bestatter jeden Toten nicht auch nochmal?
Und ich dachte, man darf auch in seiner eigenen Kleidung beerdigt werden.
Man sieht immer in Filmen und Reportagen, wie schön und würdevoll das alles passiert, und in der Realität sieht das leider oft anders aus.
Lieben Gruß und danke fürs beantworten :)

So, wie Sie es machen, finde ich das richtig und gut. Sie haben über eine gewisse Zeit das Leben dieses Menschen begleitet und verabschieden ihn durch diese Handlungen. Sie waschen ihn, versorgen ihn ein letztes Mal und kleiden ihn dann an. So wird der Verstorbene auch seiner Familie präsentiert.
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Warum wird eine Leiche gewaschen?

Mich interessiert, warum man eine Leiche eigentlich wäscht. Die kommen doch sowieso ins Grab.
Warum macht man das?

Deshalb wird ein Verstorbener gewaschen

Das hat mehrere Gründe.

  1. Letzter Dienst
  2. Zersetzung und Gerüche aufhalten
  3. Verschmutzungen beseitigen
  4. kosmetische Gründe
  5. der letzte Weg

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Studie Uni Rostock : Fehler auf fast jedem Totenschein

Was rede ich mir seit Jahren den Mund fusselig, wenn es um die ärztlichen Leichenschauen geht.
Ich habe hunderte solcher Leichenschauen miterlebt. Sie es, dass wir als Bestatter zu früh gerufen wurden, und der Arzt erst noch kommen und leichenschauen musste; oder sei es im Krematorium, wenn wir an dem Tag da waren, als der Amtsarzt die zweite Leichenschau vor der Einäscherung durchführte.
Ich beschreibe Euch mal grob meine Beobachtungen:

  • Ein altes Mütterchen ist verstorben. Die Angehörigen haben sie gewaschen und ihr das schönste Kleid angezogen. Die Oma hat einen Rosenkranz und ein Sträußchen Maiglöckchen in den Händen. Auf der Bettdecke haben ihre Töchter Rosenblätter ausgestreut.
    Nun kommt erst der Pastor, betet mit der Familie und erst danach wird der Arzt gerufen. Wozu auch Eile? Alle wissen, dass die Oma tot ist; der Arzt soll das Bekannte ja nur bestätigen.
    Der Arzt kommt, er wünscht allen Anwesenden Beileid, stockt dann kurz in seinen Bewegungen und weiß offensichtlich nicht, wie er mit der so hergerichteten Verstorbenen umgehen soll. Er beläßt es dabei, sein Stethoskop auf die Brust zu legen und in ein Auge zu leuchten. Dann setzt er sich an den Küchentisch und macht sein Kreuz bei „natürliche Todesursache“.
    Drei Tage später wird die alte Dame beerdigt. Ob sie ein Messer im Rücken hatte, oder ob sie sonstwie Anzeichen einer Gewalttat hatte, das wurde nicht überprüft.
  • Ein Mann, Mitte 50, fällt beim nachmittäglichen Kaffeetrinken tot vom Stuhl. Der herbeigerufene Notarzt bescheinigt nur den Tod des Mannes. Die Polizei erscheint in Form von zwei uniformierten Beamten des örtlichen Reviers. Die schauen sich den Verstorbenen an, sprechen mit der Witwe über die Umstände und machen sich ein paar Notizen.
    Während die Polizisten noch da sind, kommt atemlos der Hausarzt. Er spricht nur mit den Beamten, schildert die schwere Herzerkrankung des Verstorbenen. Irgendeine Untersuchung erfolgt nicht. Die Beamten erlauben uns, den Leichnam mitzunehmen, erklären ihn aber für beschlagnahmt.
    Am nächsten Morgen wird der Verstorbene freigegeben. Er wird ein paar Tage später beerdigt.
  • Im Krematorium stehen 30 Särge. Der Krematoriumsmitarbeiter hat alle Sargdeckel abgenommen und die Verstorbenen teilweise entkleidet. Tragen sie ein Sterbehemd, wird das nur hochgeklappt, tragen Sie ein Kleid oder eine Hose, so schneidet er diese Kleidungsstücke auf und zieht sie zur Seite. Die Sargdeckel legt er halbschräg wieder auf. Oben auf jedem Sarg liegen die Papiere, die zu diesem Leichnam gehören.
    Der Arzt kommt. Ein großer, übergewichtiger Mann mit ausgeprägter Stirnglatze. Er streift sich einen weißen Kittel über und zieht blaue Gummihandschuhe an.
    Vom ersten Sarg nimmt er sich die Papiere, der Krematoriumsmitarbeiter nimmt den Sargdeckel hoch. Herr Doktor kann sich nicht richtig bücken und ist auch ansonsten eher rückensteif. Durch seine dicken Brillengläser studiert er die Papiere, dann schaut er mit zusammengekniffenen Augen einmal kurz in den Sarg. Er nickt, die Sache ist erledigt.
    Am nächsten Sarg läuft die selbe Szene ab und auch an allen anderen Särgen. Nur einmal beugt er sich ächzend herunter und zieht eine aufgeklebte Papierabdeckung von einer Operation beiseite.
    Eine Dreiviertelstunde später sitzt er, nun ohne Gummihandschuhe, bei einer dampfenden Tasse Kaffee und macht einen nach dem anderen die Leichenschauberichte fertig.

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Leichen auflösen statt begraben

„Mit Hilfe der flüssigen Einäscherung kann ein Mensch ökologischer bestattet werden – auch wenn das Verfahren nichts für schwache Nerven ist“, das schreibt heise-online.
Beschrieben wird dann das Verfahren der alkalischen Hydrolyse. Und weil heise da aktuell drüber berichtet, scheinen viele zu glauben, es handele sich dabei um eine ganz aktuelle Entwicklung.

Doch schon 2009 haben wir hier im Bestatterweblog über dieses Verfahren berichtet: Ökologische Bestattungen sinnvoll?

Kann man eine Urne umbetten? Soll man ewig trauern?

Können Urnen umgebettet werden, weil alle Verwandten weggezogen sind und woanders wohnen?
Eigentlich ist das Umbetten einer Urne doch kein großes Ding: Spaten, Grab aufbuddeln, Urne rausholen, etwas von Erde säubern und im Karton an den neuen Friedhof schicken.
Beide Friedhöfe freuen sich, am alten Ort ist das Grab bereits bezahlt und am neuen Ort muß nochmals eins gekauft werden.

Aber leider geht das nicht so einfach.
Auch für Urnen gilt die Totenruhe, die nicht gestört werden darf.
Um einen Leichnam mit Sarg oder eine Urne mit Totenasche wieder auszugraben, müssen wichtige Gründe vorliegen.
Das kann für Behörden recht leicht der Wunsch nach einer näheren Überprüfung der Todesursache sein.
Für Privatpersonen ist es weitaus schwerer, den Wunsch umzusetzen.
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Halloween mit Benni

Es war der 1. November vor ungefähr 21 Jahren. An den Tag erinnere ich mich noch ganz genau, es war mein Geburtstag.
Ich bin ja bekanntlich in der Halloween-Nacht geboren worden und ganz oft feiern wir meinen Häutungstag in Form einer ausgelassenen Halloween-Party.
Das hat gar nichts damit zu tun, daß Halloween mittlerweile als grandiose Geschäftsidee von der Karnevalsindustrie entdeckt wurde. Nein, wir feierten schon Halloween, da mußte man das Fest noch jedem erklären.

Efraimstochter / Pixabay

Es ist doch auch ein verrücktes Fest, man darf sich verkleiden, gruselige Atmosphäre schaffen und sich gegenseitig schaurige Streiche spielen. So haben wir das wenigstens immer gemacht.
Ja, und den Bekannten und Verwandten hat es auch immer gefallen, auch an einem anderen Termin als an Fasching in Verkleidung erscheinen zu dürfen.

An diesem 1. November hatte ich mir morgens gegen 3 Uhr die letzte grüne Schminke aus den Gesicht gewaschen, die falschen Fellohren abgelegt und war todmüde ins Bett gefallen. Schlaf war jetzt wichtig, wir hatten stundenlang gefeiert und am Nachmittag würde die eher konservative Verwandtschaft zum Kaffeetrinken erscheinen.
Aber aus dem gemeinsamen Geburtstagskaffee wurde nichts.

Um 14.30 Uhr klingelten die ersten Gäste, und kaum eine halbe Stunde später klingelte das Telefon.

Sandy war dran: „Du Chef, wir haben einen Sterbefall. Manni ist mit Albert zu einer anderen Hausabholung unterwegs, Du mußt mir helfen.“

Wie immer war ich nur zu einem mürrischen Grunzen aufgelegt, was Sandy dann zu einem „Glückwunsch, übrigens“ veranlaßte.
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Ligatur

Unter einer ligatur (lateinisch ligare ‚binden‘, ‚verbinden‘; lat. ligatur ‚es wird gebunden‘) versteht man bei der Versorgung eines Verstorbenen das Verschließen des Mundes mittels eines Fadens. Dieser wird innerhalb des Mundes mit einer Nadel durch Kiefer oder das Lippenband und den Unterkiefer geführt. Dann wird ein Knoten geknüpft und zugezogen, sodaß der Mund sich schließt und der Faden mit dem Knoten nicht mehr sichtbar ist.

Diese Methode hört sich martialisch an, ist aber fachgerecht und verspricht die besten Ergebnisse. Der Verstorbene spürt davon naturgemäß nichts mehr.
Der Anblick des Verstorbenen ist nach dieser Maßnahme natürlicher als bei anderen Techniken.
Vorteil: Verlässliche Ergebnisse und gute Optik.
Nachteil: erfordert Fachwissen und Kenntnis der Technik.

Alternativen

Kleber
Alternativ kann der Mund auch verschlossen werden, indem ein schnell trocknender Kleber auf die Lippen gegeben und diese vorsichtig zusammengepresst werden.
Der Vorteil der Klebung ist, daß sie schnell ausgeführt werden kann und wenig bis gar keine besonderen Fertigkeiten verlangt.
Der Nachteil dieser Klebetechnik ist aber, daß nur die Lippen verbunden sind. Ein durch die Erschlaffung der Muskulatur absinkender Kiefer kann den Mund dann in eine längliche Form ziehen, was unschön aussieht.
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Grabkreuz

Ein Grabkreuz ist ein einfaches Kreuz aus Holz, meist zwischen 80 und 120 cm hoch, das mit dem Namen und dem Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen beschriftet wird.
Es wird auch Grabfindungskreuz genannt, was den Sinn dieses Kreuzes sehr gut beschreibt.

grabkreuz

Solche Kreuze werden vorübergehend am Kopfende eines Grabes in die Erde gesteckt, um Friedhofsbesuchern das Auffinden eines neuen Grabes zu ermöglichen.
In der Regel werden diese Kreuze entfernt und entsorgt, wenn der Steinmetz dann den richtigen Grabstein aufstellt.
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