Wir wollen uns nicht nackig machen!

Wir drei Geschwister mussten jetzt unseren Vater beerdigen.
Ich kann meinen Anteil an den Beerdigungskosten bezahlen, meine Geschwister aber nicht. Diese wollen einen Antrag beim Sozialamt stellen.

Wie ist das in diesem Fall geregelt?
Ich habe auch sehr wenig, aber mein Mann verdient gutes Geld, nun leben aber noch zwei erwachsene Kinder bei uns im Hause und ein Freund.
Einen Antrag beim Sozialamt zu stellen bedeutet auch sich „nackig“ zu machen. Meine Geschwister haben damit kein Problem weil sie eh nix haben.
Ich habe ein Problem damit, weil sich dann alle hier im Haus lebenden Personen vor dem Amt „nackig“ machen müssen.
Nun sagen meine Geschwister, sie können nur einen Antrag stellen wenn ich den auch stelle, damit ihre Kosten übernommen werden.
Ich würde aber meine Kosten per Ratenzahlung bezahlen. Kann mir da jemand weiterhelfen, BITTE!
Lieben Dank im Voraus

Niemand muß sich für einen Antrag auf die Übernahme der Bestattungskosten „nackig“ machen. Schon gar nicht, wenn man Antrag selbst nicht stellt.
Auch die in Ihrem Haushalt lebenden Personen sind davon nicht betroffen.
Sie sind eine der Personen, die die Bestattungskosten zu tragen haben. Dieser Verpflichtung möchten Sie nachkommen.
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Der Arzt hat unserer toten Schwester in die Augen gestochen

„Meine verstorbene Schwester ist durch den Verzehr eines „Berliner Ballens“ leider erstickt. Mein Schwager erzählte seinerzeit, dass der behandelnde Arzt, der auch den Totenschein ausgestellt hat, mit einer Nadel in die Augen stach um auch so den Tod festzustellen. Ich kann mir so etwas nun wirklich nicht vorstellen. Wissen Sie vielleicht ob dies tatsächlich so gehandhabt wird. Ich habe da meine Zweifel.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß das wirklich so gewesen sein soll.
Wenn der Arzt zu einer Verstorbenen gerufen wird, dann ja mit dem Auftrag, festzustellen, ob dieser Mensch wirklich tot ist oder noch lebt.
Würde der Mensch noch leben, wäre ein Stich des Arztes in die Augen ja sehr kontraproduktiv.

Das wäre dann ja vom Ergebnis so wie: „Gratulation, Sie lebt noch, aber sie wird jetzt immer blind sein.“

Von einer solchen Probe mit einem Stich ins Auge habe ich noch nie gehört.
Allerdings haben Ärzte oft lange, dünne Taschenlampen, mit denen sie nahe ans Auge des Toten gehen und hineinleuchten. Anhand des ausbleibenden Pupillenreflexes kann der Arzt den u.a. den Tod feststellen.
Vielleicht wurde das irrtümlich für einen Stich ins Auge gehalten.
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Schneewittchensarg, was ist das?

Leser Manfred interessiert sich für die Herkunft des Begriffs Schneewittchensarg:

Ich interessiere mich für deutsche Sprache, das ist der Grund für meine (kurze) Frage.
In einer Diskussion kam die Rede auf das Wort „Schneewittchensarg“. Das ist ein Ausdruck, den ich für ein bestimmtes Auto von Volvo kenne (Volvo P1800 ES), manche Leute nennen auch den Messerschmitt Kabinenroller (ein Kleinstauto der 50er so), auch eine Phono-Kombination der Firma Braun wird so genannt.

In einem Spiegel-Artikel von 1968 (schon eine Weile her) hieß es:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46094019.html

> Fünfzig verschiedene Sargmodelle halten die großen Bestattungsfirmen feil … auch solche mit Plexiglas-Oberteil (Branchen-Jargon: „Schneewittchensarg“).

Stimmt das (oder stimmte das), daß man Särge mit (Plexi-)Glas-Oberteil in der Branche „Schneewittchensärge“ nennt? Könnte beispielsweise sein, daß das damals üblich war, heute (im Zeitalter der allgemeinen Feuerbestattung) nicht mehr.

Danke im voraus für die Antwort.
(Und ich komme immer mal wieder gern ins Blog und lese und schmunzle.)
Offensichtlich ist nichts ist so belebend wie der Tod fremder Leute.

Nach dem Märchen der Gebrüder Grimm lag Schneewittchen in einem gläsernen Sarg.

Erzählt wird, daß Schneewittchen zu Tode kam und „weil es so schön ist, legen die Zwerge es in einen gläsernen, mit Schneewittchens Namen und Titel beschrifteten Sarg, in dem es aussieht, als schliefe es nur. Sie stellen den Sarg auf einen Berg. Schneewittchen liegt sehr lange Zeit in dem Sarg und bleibt schön wie eh und je. Eines Tages reitet ein Königssohn vorüber und verliebt sich in die scheinbar tote Prinzessin. Er bittet die Zwerge, ihm den Sarg mit der schönen Königstochter zu überlassen, da er nicht mehr ohne ihren Anblick leben könne. Aus Mitleid geben die Zwerge ihm schweren Herzens Schneewittchen. Doch als der Sarg auf sein Schloss getragen wird, stolpert einer der Diener, und der Sarg fällt zu Boden. Durch den Aufprall rutscht das giftige Apfelstück aus Schneewittchens Hals. Sie erwacht, und der Prinz und Schneewittchen halten Hochzeit.“ (Zitat Wikipedia, „Schneewittchen“)

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Originär steht also der Ausdruck „Schneewittchensarg“ für einen Sarg, der den Blick auf den Verstorbenen ermöglicht.
Es werden aber in Deutschland keine solchen Särge angeboten. Särge sind immer blickdicht.
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Der Mann im Lotto

Ich trinke gerne Kaffee. Das habe ich schon immer getan, seit meine Mutter mich in jungen Jahren mit Milchkaffee angefixt hat.
Im Übrigen vermag ich mich auch gar nicht daran zu erinnern, was ich sonst in meiner Kindheit getrunken haben könnte.
Schaue ich mich bei heutigen Kindern um, so haben die ja eine Auswahl aus circa 2.465 verschiedenen Säften, Limonaden und Softdrinks. Die benötigen sie ja auch, denn moderne Menschen fallen ja bekanntlich tot um, wenn sie nicht alle 25 Sekunden an irgendeiner Flasche nippeln können. Überm Bruch gekürzt könnte man auch sagen: Wer nicht nippelt stirbt sofort. Oder als Quersumme: Nix trinken = abnippeln.

Was hatten wir? Wir hatten damals Wasser. Und wenn ich Wasser sage, dann meine ich dieses höchst ungenießbare, ja geradezu tödlich giftige Zeug aus der Wasserleitung. So etwas nimmt man ja heute nur noch zum Klo runterspülen und nur für den entfernt anzunehmenden Fall, daß man es dann doch mal oral applizieren möchte, muß man es vorher unabdingbar durch einen Britta-Filter laufen lassen. Macht man das nicht, muß man auch wiederum sofort tot umfallen.

Gut, davon wußten wir damals noch nichts und sind infolgedessen nach dem Genuß von Wasser aus dem Wasserhahn nicht gestorben.
Dabei wäre das gar nicht so schlimm gewesen, denn zu meiner Zeit gab es ja genug von uns; wir waren ja das Ergebnis des Babybooms.
Aber das Wasser hat es nicht vermocht, uns zu dezimieren. Auch nicht die Milch, die wir beim Bauer holten und die euterwarm in die Kanne kam, so ganz ohne Ultrahocherhitzung und Entkeimung.
Ja selbst der uns zu besonderen Anlässen gnädig gegönnte Eierlikör hat uns nicht ausgerottet.

Ans Kaffeetrinken bin ich also schon sehr früh gewöhnt worden und habe daraus eine lebenslange Vorliebe für dieses Getränk entwickelt.
Ich trinke von morgens bis abends Kaffee und bin froh darüber, daß in zahlreichen Studien alle schlechten Eigenschaften des Türkentranks wegdiskutiert worden sind.
Kaffee macht nicht dumm, nicht bluthochdruckig und er dünnt weder die Knochen aus, noch entwässert er über die Maßen. Gut so.

Nun, ich trinke auch andere Sache, so ist das ja nicht.
Beispielsweise, wenn ich mal keinen Bock mehr auf noch ’ne Tasse Kaffee habe, dann gehe ich gerne zu Salvatore, dem eisverkaufenden Nudeltunker an der Ecke und trinke dort einen Espresso.
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Bestatter: Nackt

Männer und Frauen unterscheiden sich ja vor allem dadurch, dass Frauen wesentlich geschickter sind.
Ich meine das jetzt nicht so in Bezug auf Erfindungen und das Einschrauben von Butangasdübeln, aber beispielsweise was Kleidung anbetrifft, da haben uns Männern die Frauen ganz klar etwas voraus.
Gut, es gibt Frauen, die können auch Butangasdübel eindrehen und es gibt Männer, die was von Klamotten verstehen. Man mag mich steinigen, aber diese folgende Erkenntnis beruht auf 56 Jahren Beobachtung: Erstere spielen meist auch Fußball und zweitere lackieren sich hin und wieder auch die Fußnägel.
Okay, genug Unmut erzeugt, es geht um etwas anderes:

In meinem Bühnenprogramm stelle ich manchmal die Frage, wem von den anwesenden Männern die Frau morgens die Klamotten rauslegt. Meistens zeigt nur ein einsamer Mann auf, aber so an die zwanzig Frauen deuten auf ihre Männer.
Und wenn ich ehrlich bin: Das ist auch gut so.

Vielen Männern mangelt es einfach an Geschmack. Anders sind Socken in Sandalen und bunte Bermudas nicht zu erklären.
Vor allem aber würden Männer ja eher sterben, als ihre Lieblingshose zum Waschen herauszurücken. Es ist diese eine Hose, diese bequeme, die schon so schön die Form von Hintern und Beinen angenommen hat, nur sie vermag uns wirklich angenehm zu kleiden. Wobei die Betonung auf angenehm liegt, wie sie aussieht, das ist doch mal sowas von schietegal!
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Hieroglyphen

In der letzten Zeit bemühe ich mich, etwas mehr mit der Hand zu schreiben, auch mal ganze deutsche Sätze.
Normalerweise tippe ich alles immer in Windeseile in den Computer und das was ich noch in Schreibschrift erledige, beschränkt sich einzelne Wörter und Satzfragmente.
Formulare in der Firma fülle ich meist in Druckbuchstaben aus, dann können es die anderen wenigstens lesen.

„Chef, Ihre Sauklaue kann wieder kein Mensch lesen!“, lautet ein mehrmals täglich gehörter Vorwurf, den speziell Frau Büser immer wieder vorträgt.

Ich solle mir mal ein Beispiel an Sandy nehmen, die habe so eine tolle saubere Schrift.
Dann behaupte ich immer kühn, das liege vor allem daran, daß amerikanische Kinder zunächst ja auch die saubere Blockschrift lernen und erst dann zur Schreibschrift wechseln, unterschlage dabei aber die Erkenntnis, daß Sandy ja erst mit 8 Jahren nach Amerika ging und da bereits schreiben konnte.

Nein, Mädchen schreiben -so finde ich- sowieso immer etwas schöner als Jungs und ich bin dann auch noch ein ausgesprochener Vielschreiber, der sich bereits mit 8 Jahren das Schreibmaschineschreiben selbst beigebracht hat und, in einer für ausgebildete Tastaturkünstler ausgesprochen unorthodoxen bis apokryph-kreativen Art, sehr schnell in die Tasten haut. Meine Schreibschrift ist akademisch verschlankt könnte man sagen. Ich jedenfalls kann sie lesen und darauf kommt es in den meisten Fällen an.

„Was bedeutet denn dieser Vermerk hier?“, will die Büser wissen und wedelt mir mit einem gelben Blatt vor der Nase herum.
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Was kostet Peter Wilhelm?

tv-pixabayGabriel Laub hat sich schon vor vierzig Jahren Gedanken über den Wert eines Menschen gemacht. Er kommt zu folgenden Aussagen:

Professor Donald T. Forman aus Illinois (hat) ausgerechnet, daß die chemischen Stoffe, aus denen der Mensch besteht, einen Gesamtwert von 13,92 Mark haben.
(Und) der Biochemiker Harold J. Morowitz von der Yale-Universität (…) hat zusammengerechnet, was die hochorganisierten chemischen Verbindungen kosten müßten, die aus den billigen Grundstoffen in unserem Körper entstehen, und kam zum Schluß: Ein Durchschnittsmensch von 150 Pfund Gewicht ist an die sechs Millionen Dollar wert.
Die Rechnung von Harold J. Morowitz stimmt (aber) nicht. Als die teuersten Produkte unseres Körpers bezeichnet er ein Follikelhormon mit 4,8 Millionen Dollar und das Milchdrüsenhormon Prolactin mit 17,5 Millionen Dollar je Gramm. Allenfalls können diese Preise – weil es sich in beiden Fällen um weibliche Hormone handelt – die altbekannte Tatsache bestätigen, daß Frauen wertvoller sind als Männer.

Wer möchte aber zu so horrenden Preisen Prolactin kaufen, das ja nur Milchabsonderung in der Stillzeit bewirkt? Man kann sich Babynahrung viel billiger verschaffen. Und Follikelhormone gewinnt man in ausreichenden Mengen aus dem Harn von schwangeren Frauen, aus Stuten- und paradoxerweise auch aus Hengstharn.
Als Bestandteil von Antibabypillen werden sie zu zivilen Preisen gehandelt, und die Pharmaindustrie zahlt ganz bestimmt nicht drauf.
Auch das von Morowitz mit 12 000 Dollar pro Gramm eingesetzte Polypeptid Bradykinin, das den Blutdruck senkt, ist synthetisch herstellbar. Dies alles kann man in jeder Enzyklopädie nachlesen, wie ich es getan habe.

Trotzdem bin ich nicht vollends beruhigt. Neben der Rechnung von Morowitz stand die Nachricht, daß sich die Leber bestens zur Transplantation eignet. Also: Neben Augen, Nieren, Herz ist offenbar noch ein Austauschorgan da. Werden sich die Gangster womöglich auf den Raub von menschlichen Ersatzteilen spezialisieren, wie heute auf Autoersatzteile?

Nein, auch wenn die Rechnung des amerikanischen Biochemikers nicht stimmt, oder, sagen wir, nicht marktgerecht ist, sind wir Menschen doch entschieden zu teuer geworden. Können wir uns uns noch leisten?
Gabriel Laub, DIE ZEIT 1976

Nun bin ich mit meinem Körper oft genug nicht sehr sorgsam umgegangen. Wahrscheinlich ist er weniger wert als jetzt beispielsweise der Körper eines mittleren Pandabären.
Aber immerhin kostet ein Panda-Bär, wollte man ihn denn kaufen und würde man dann auch einen bekommen, auch schon so an die 1,2 Millionen US$.

Aber an diesem reinen Körperwert kann man natürlich den Wert eines Menschen nicht bemessen. Denn wieviel ist Menschlichkeit wert? Was kostet Seele? Die soll ja bekanntlich 19 Gramm wiegen und ich meine mal, daß sie der wertvollste Bestandteil ist.
Doch auch Wissen hat einen Preis. Das Wissen, das ein Mensch im Laufe seines Lebens zusammengetragen hat, kann einen gewissen Wert haben, wenn er in der Lage ist, damit etwas anzufangen.
Entweder kann er es einsetzen, um daraus kreativ etwas zu entwickeln, was andere Menschen besonders schön finden, oder was ihnen in irgendeiner Weise nützt.
Es kann aber auch sein, daß dieser Wissende einfach in der Lage ist, seine Erkenntnisse und seinen Wissensschatz in besonders gut und leicht verständlicher Weise an andere weiterzugeben.
Auch das ist sehr wertvoll, denn so hilft er auch anderen, zu verstehen und zu wissen.

Nur, wie viel ist das wert?

Okay, da ruft mich also diese nette Tante vom Fernsehen an. Öffentlich-rechtliches Fernsehen, also schonmal soweit in Ordnung.
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Gibt es eine Smartphone App für das Bestatterweblog?

Stellvertretend für viele Anfragen dieser Art, die im Laufe der Zeit hier eingegangen sind, gebe ich mal die Zuschrift von Leserin R. wieder:

Hallo Herr Wilhelm,

fast täglich bin ich auf Ihrem Blog und lese mir Ihre Geschichten und Informationen durch und bin schlichtweg begeistert!
Nun wollte ich mal fragen, ob auch schon eine Bestatterwebblog-App in Arbeit ist oder ob man sich so etwas mal überlegen könnte, praktisch wär’s nämlich schon, da das Browsen so auf dem Handy manchmal doch recht kompliziert sein kann.
Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.
Liebe Grüße

Wir haben dieses Thema schon vor einem Jahr hier besprochen.
Damals hatte ich eine Umfrage gestartet. 97% der Leserinnen und Leser wollten keine App.

Mobil-Theme und Smartphone-App

Ehrlich gesagt, weiß ich immer noch nicht, ob, wozu und überhaupt wir eine solche App benötigten.
Bin da gerne für Ideen und Vorschläge offen. Wer da eine Meinung hat: Bitte einfach in die Kommentare schreiben.
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