Wie wird eine unbekannte Leiche bestattet?

armengrab

Ich bin nun seit einigen Jahren schon ein stiller, aber sehr interessierter Leser ihres Blogs. Gerade weil ich durch meinen Beruf täglich mit dem Tod konfrontiert bin, ist ihr Blog für mich eine tolle Informationsquelle.
Es ist in meiner Karriere als Rettungsassistent einige Male vorgekommen, das wir unbekannte bzw auch nicht zu identifizierende Tote gefunden haben, bzw zu den Fundorten gerufen wurden. Durch eine Spiegel-TV Dokumentation ist das Thema bei mir wieder in den Fokus gekommen. In der Doku wurde das Grab (ohne Grabstein, Kreuz o.ä) einer unbekannten Toten gezeigt. Ich habe in meiner Jugend mir durch das ministrieren von Beerdigungen mein Taschengeld aufgebessert und deshalb ist mir der Ablauf einer Bestattung geläufig.
Was mich interessiert ist wie die Bestattung einer unbekannten Leiche abläuft. Ist ein Geistlicher vor Ort? Und gibt es eine Art Trauerfeier?

Ich freue mich auf ihre Antwort,

Grüße!

Da kann man keine allgemeingültige Antwort geben.
Das ist von Friedhofsverwaltung zu Friedhofsverwaltung unterschiedlich.
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Der Quetschkopp

Frau Rütten sitzt mir im Bestattungshaus gegenüber und Ihre Augen sind nur weit aufgerissen, Tränen wollen nicht herauskommen.
Der innere Druck ist hoch, die Frau ist von der Trauer überwältigt, aber sie hat einen Panzer um sich aufgebaut, der Emotionen nicht nach außen dringen lassen will.
Die 33-jährige will die schwere Situation mit Fassung durchstehen, sie will zeigen, daß sie stark ist.

So klingt auch ihre Stimme sehr bestimmend und fast schon fordernd, als sie die einzelnen Wünsche bezüglich der Bestattung ihres Mannes äußert.
Sie sagt nicht: „Ich hätte gerne gelbe Blumen auf dem Sarg“, sie fragt nicht: „Können Sie bitte gelbe Blumen auf den Sarg legen“, sondern sie sagt an: „Und Sie legen dann bitte gelbe Blumen auf den Sarg!“
Dann hakt sie es auf einer Liste ab, die sie auf die Rückseite eines alten Briefumschlags geschrieben hat.

Als erfahrender Bestatter kenne ich das. So sind viele Leute. Sie kaschieren Ohnmacht, Trauer und Hilflosigkeit durch eine Art von strengem, harten Aktionismus. Das sind die Leute, die ganz unwichtige Kleinigkeiten selbst übernehmen wollen, daraus aber eine Staatsaffäre machen, als sei das Bestellen eines Kranzes beim Friedhofsgärtner eine große Sache.
Vierzehnmal rufen sie wegen des Kranzes beim Gärtner und beim Bestatter an, erteilen teilweise widersprüchliche Anweisungen und fahren genauso oft zum Gärtner, um alles wieder zu ändern, wobei am Ende dann doch alles so gemacht wird, wie es ganz zu Anfang verabredet war.
Da braucht man Geduld, muß viel Verständnis aufbringen und man bekommt ein ganz schön dickes Fell. Und dieses Fell kann bei manchen Bestattern so dick werden, daß sie bei anderen Sterbefallbegleitungen dann eben genau so wirken: dickfellig.
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Abschied? Was, wenn die Toten schlimm aussehen?

Ein junger Bestatter hat eine Frage. Ihn beschäftigt es, daß in seiner Firma oft noch Verstorbene zur Abschiednahme „freigegeben“ werden, die eigentlich nicht mehr gut genug dafür aussehen.

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Ich verfolge schon lange deinen Blog und bisher konnte ich mir beruflich oft gute Ratschläge einholen.
Ich hoffe auch das du mir nun weiter helfen kannst.

Ich halte sehr viel von einen direkten Abschied am offenen Sarg, da er oft ein wichtiger Teil einer Trauerbewältigung sein kann
Nur mein Problem ist oft der Zustand der Verstorbenen.

Mein Chef macht Gespräche und sieht meist gar nicht die Verstorbenen. Die liegen dann manchmal schon 2 Wochen, doch der Chef sagt: „Abschied am offenen Sarg? Kein Problem!“

Die Augen sind eingefallen und die Haut der Lippen ist für eine Ligaturnicht mehr fest genug.
Ich bin Quereinsteiger mache das nun 8 Monate aber es ist schwer für mich einen würdevollen Abschied zu machen ( in meinen Augen ).

Vielleicht hast du eine Seite wo ich mir Infos einholen kann oder Tipps.
Zb … Zeitraum zwischen Eintritt des Todes und einen Abschied .
Habe das Gefühl ich brauche für meinem Betrieb eine Ausbildung zum Thanatologen…

Oder stelle ich mich zu sehr an?
Habe erst meine erste Schulung zur hygienischen Versorgung
Aber bis dahin werde ich noch paar abschiede haben

Es gibt Bestatter, die sagen, daß sie jeden Verstorbenen so hinbekommen, daß er offen aufgebahrt werden kann.
Andere sehen ihre Grenzen schon weit früher und lehnen eine offene Aufbahrung schon bei kleinsten Anzeichen des Vergehens ab.

Das hängt ganz sicher immer vom Zustand des Verstorbenen ab, ob man eine späte Aufbahrung noch machen kann oder nicht.
Letztlich ist es aber eine Frage der fachlichen Qualifikation des jeweiligen Bestatters, was er noch hinbekommt, und was nicht.
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Darf der Steinmetz unseren Grabstein mitnehmen und als Pfand behalten?

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Die Urne eines Mannes wird beigesetzt. Seine Tochter beschließt, mit der Familie gegen seinen Wunsch an der Beisetzung teilzunehmen.
Ein Steinmetz muß für die Beisetzung die Grabplatte hochnehmen und nachher wieder hinlegen.
Er soll dann auch das Sterbejahr in die Platte meisseln.
Nun lehnt die Tochter es ab. die Kosten für das Hochnehmen und Wiederverlegen der Grabplatte zu bezahlen.
Das hätte sowieso gemacht werden müssen und alles das sei bereits durch einen Vorsorgevertrag beim Bestatter bezahlt gewesen.
Der Steinmetz ist zornig und nimmt nun den Grabstein einfach weg. Er behält ihn als Pfand.

Ist das Erpressung? Ist so ein Verhalten zulässig?

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In memoriam: Prof. Dr. Heinz Haber

Heute vor 27 Jahren ist der Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalist Prof. Dr. Heinz Haber gestorben.

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Prof. Dr. Heinz Haber (links), hier mit Wernher von Braun (rechts)(sic!), © NASA

Jetzt wird sich mancher fragen, aus welchem Grund ich hier heute an ihn erinnere.
Nun, Professor Haber ist hier in Mannheim, unserer Nachbarstadt, geboren worden, und ich bin schon oft an seinem Geburtshaus vorbei gefahren.
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Alles neu macht der Februar

Einige haben es schon bemerkt und ich bedanke mich für die vielen lobenden Mails.
Wir haben in den vergangenen Tagen vor allem nachts das Erscheinungsbild des Bestatterweblogs etwas aufgehübscht.
Im Wesentlichen ging es bei den Änderungen um die Optimierung von Ladezeiten und um eine Vereinheitlichung der verschiedenen angezeigten Elemente.
Das ist nur eine von vielen kleinen Neuerungen, die Euch das Lesen und die Benutzung des Blogs etwas leichter machen sollen.
Einiges ist noch in Arbeit und manches wird noch ein paar Tage dauern.
Manches sah auch aus heutiger Sicht etwas überladen und verstaubt aus. Der Geschmack im Web ändert sich ja immer mal wieder ein bißchen.
Eine Neuerung hat uns etwas Kopfzerbrechen bereitet, funktioniert aber jetzt.
Da ich hin und wieder ältere Artikel noch einmal überarbeite und neu oben ins Blog stelle, stehen dann oft alte Kommentare aus vergangenen Jahren darunter.
Mancher Leser sieht das nicht, daß diese Kommentare schon älter sind und antwortet dann darauf. Das ist auch weiter nicht schlimm, bloß ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, daß der Kommentator des vorangegangenen alten Kommentars die Antwort darauf gar nicht mehr liest.

Deshalb haben wir uns eine Lösung einfallen lassen, mit der wir den „Antworten-Link“ jeweils anders anzeigen, je nachdem, ob der Kommentar neu oder älter als 1 Jahr ist.
Das sieht dann beispielsweise so aus wie unten auf dem Bild.

antworten-button

Es ist deshalb durchaus keine schlechte Idee, ab und zu mal F5 zu drücken oder/und den Cache des Browsers mal zu löschen. Sonst kann es sein, daß einige der Änderungen bei Dir gar nicht angezeigt werden, da Dein Browser noch die alte Version vorrätig hat.

Wie immer wurden die Arbeiten an den Skripten von den Entwicklern bei tiggerswelt.net begleitet. Dort sitzen hervorragende Leute, die sich mit allen IT-Fragen und auch mit WordPress sehr gut auskennen.

Meine Bewerbung bei REWE

Neulich war ich bei EDEKA. Nicht in dem vorbildlichen Laden hier in Edingen-Neckarhausen, sondern irgendwo in Mannheim. Furchtbar! Enge Gänge, unfreundliche Mitarbeiter, alles vollgestellt mit auszupackender Ware…
Ich bin dann zu REWE gegangen. Toller Laden!
Aber dennoch würde ich mich nicht bei REWE bewerben. Das hat nichts mit dem Unternehmen zu tun, sondern liegt eher daran, daß ich keine Arbeitsstelle suche.

Deshalb muß mir auch niemand Stellenangebote aus dem Bereich Lebensmitteleinzelhandel oder Offsetdruck zusenden.

Das tun im Moment manche Unternehmen. Und das kommt daher, daß jemand, der auch Peter Wilhelm heißt, eine Webseite unter peterwilhelm.de betreibt, auf der man lustig in seinem Lebenslauf und seinen Bewerbungsunterlagen blättern kann.
Eine Bewerbung online abzugeben und seine Unterlagen in einem geschützten Bereich den Unternehmen zur Verfügung zu stellen, das ist ja mittlerweile üblich.
Aber ich finde es befremdlich, seine komplette Vita so offenzulegen.

Also, ich bin das nicht. Das ist ein anderer Herr Wilhelm.

Adiletten

Ich habe jetzt im Blog schon nach den gängigen Wörtern gesucht, aber nichts gefunden. Kann es sein, daß ich eine Geschichte, die ich zwar immer wieder mal zitiert habe, noch gar nicht erzählt habe?

Also, es begab sich zu einer Zeit, als junge Leute in Deutschland froh waren, wenn sie eine Ausbildungsstelle bekamen, daß sich Herr Möning bei mir bewarb.
Nun könnte man annehmen, Herr Möning habe eine Bewerbung geschrieben, wie das so üblich ist. Dann hätte er auf einen Anruf von uns gewartet und sei zu einem Vorstellungsgespräch vorbei gekommen.
Ja und er hätte sich zu diesem Bewerbungsgespräch was Ordentliches angezogen, um einen guten Eindruck zu machen.

Stattdessen steht eines Tages Frau Büser in meiner Bürotür und schaut mich vollkommen entgeistert an. Erst steht ihr Mund nur auf, dann faßt sie sich und sagt: „Chef, ich weiß, daß Sie viel zu tun haben, aber das müssen Sie gesehen haben!“
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