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Darf ich statt Geldspende trotzdem Blumen mitbringen?

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blume-pixabayWenn die Hinterbliebenen in der Traueranzeige statt Blumen um eine Geldspende bitten, darf man dann trotzdem eine Blume mitbringen?
Diese Frage beschäftigt Leser P.:

Hallo Peter aka Undertaker Tom,

nun habe ich sehr lange nur still mitgelesen; da ergibt sich nun dennoch eine kurze und leider etwas eilige Frage (Bestattung ist bereits am Freitag):
Es handelt sich um die Bestattung von einem Arbeitskollegen und guten Freund. Dieser verstarb nach langer schwerer Krankheit (Gehirntumor).

In der Todeskarte wird nun statt Blumen um Geldspenden an einen Verein für Krebspatienten gebeten.

Dennoch würde ich gerne wenigstens je Person z.B. eine „gebundene Rose“ (d.h. mit etwas schmückendem Grünwerk dabei) mitbringen und diese am Grab niederlegen.
Gleichzeitig natürlich auch wie gewünscht mit Freude eine Spende leisten!

Ist das angemessen? Kann ich das so machen auch wen es eigentlich nicht komplett dem Wunsch in der Todesnachricht entspricht? Oder kann dies (nur) falsch verstanden werden und ist ein großer Affront?

Selbstverständlich darfst Du das tun.
Der Wunsch, auf Blumenspenden zu verzichten kann mehrere Gründe haben:

  • man sieht die „Verschwendung“ bezüglich leicht welkender Blumen nicht ein
  • man möchte einem guten Zweck Vorrang geben
  • das Grab ist sehr klein und hätte keinen Platz für viele Blumen
  • es ist eine anonyme Bestattung und man wüßte nicht wohin damit
  • man mag grundsätzlich keine Blumen
  • man hätte lieber selbst das Geld für die Grabpflege oder den Grabstein
  • man möchte kein großes Brimborium
  • es sollen keine Kränze von den Blumen der Angehörigen ablenken
  • man mag den typischen Blumen- = Beerdigungsgeruch nicht

Aber gleich welcher Grund hier in diesem Fall vorliegt, eine Rose zählt da nicht dazu.

Ein Affront wäre es, wenn man trotz dieser Bitte mit einem großen Kranz ankäme.
Das habe ich immer wieder beobachtet: Jemand meint er sei anders, besser oder wichtiger als alle anderen und stellt sich vor versammelter Trauergemeinde heraus, indem er sich bewußt über die Wünsche der Angehörigen hinwegsetzt.
Der Wunsch, bei einer Trauerfeier/Beerdigung auf Blumen zu verzichten, ist ja anders gelagert als die Geburtstagseinladung, die mit folgenden Worten begleitet wird: „Aber bringt mir bloß nix mit!“
Hier will der Einladende einerseits seine Bescheidenheit zum Ausdruck bringen und andererseits dem Gast signalisieren, daß die Einladung frei von Mitbringzwängen ist.

Bei einer Beerdigung hat der Blumenverzichtswunsch1 ja andere Gründe, die ich oben aufgelistet habe.

Sich mit einer persönlichen, einzelnen Blume vom Verstorbenen zu verabschieden, fällt definitiv nicht darunter.

1 Welche andere Sprache läßt solche Wortkreationen zu, die im Kontext doch jeder versteht? Deutsch ist geil!


Peter Wilhelm 17. August 2016

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