Krimis leben davon, dass sie die Grenzen des Vorstellbaren immer wieder ein Stück weiter verschieben. Doch spätestens wenn eine Bestatterin zur Rächerin wird und dabei allerlei ungewöhnliche Methoden anwendet, lohnt sich ein Realitätscheck.
Kaum eine Berufsgruppe wird in Filmen und Serien so fantasievoll dargestellt wie Bestatter. Zwischen düsteren Geheimnissen, verschwundenen Leichen und spektakulären Verbrechen bleibt von der Wirklichkeit oft nicht mehr viel übrig.
Vielen Dank für Deine lange Leserinnentreue. Es freut mich sehr, dass Dir das Bestatterweblog gefällt.
Nun zu Deinen Fragen.
Nein, Bestatter sägen den Verstorbenen nicht die Beine ab oder durch, um sie in den Sarg zu bekommen.
In einem solchen Fall nimmt man einfach einen längeren Sarg. Diese Särge sind nicht unglaublich viel teurer als normale Särge. Selbst wenn die Angehörigen sich den Aufpreis nicht leisten können, würde der Bestatter dann eher auf seine Kosten den längeren Sarg nehmen, als mit einer Säge zu hantieren.
Tatsächlich ist es ein krimitechnisch guter Plot, eine Leichenentsorgung so zu erzählen, dass ein Bestatter eine zerstückelte Leiche zu einem anderen Verstorbenen in den Sarg packt.
Das ist aber, wie in dieser Serie zu Beginn der zweiten Staffel (Folge 1 in Staffel 2 bzw. Folge 7 von bislang insg. 12), dann auch zu sehen, mit einem Risiko behaftet. Die Bestatterin hat die Teile einer ganzen Leiche in einem fremden Sarg mitbestattet. Und ausgerechnet dieser Sarg wird nun exhumiert. Dabei tauchen natürlich die Leichenteile auf.
Außerdem würde bei der Bestattung unter Umständen auffallen, dass der Sarg ungewöhnlich schwer ist.
Bei einer solchen Leichenentsorgung im Rahmen einer Erdbestattung besteht immer die Gefahr der Entdeckung.
Besser wäre es, einzelne Teile mit in den Sarg für eine Feuerbestattung zu geben, und zwar unter der Matratze und Bespannung. Im Rahmen einer evtl. durchgeführten Leichenschau im Krematorium wird der Leichnam untersucht, aber nicht die Innenausstattung des Sarges.
Die Leichenteile würden mit eingeäschert und sind damit eben weg.
Was das Einwickeln in Folie anbetrifft, so ist das keine gute Idee, wenn man erreichen möchte, dass die Leichenteile schnell vergehen. So luftdicht abgeschlossen verpackte Körperteile können ganz unterschiedlich vergehen. Sie können sich wachsartig verändern, teilweise auch mumifizieren, seltsam zersetzen usw. Das ist nicht genau vorhersehbar. Auf jeden Fall ist aber damit zu rechnen, dass sie länger erhalten bleiben, als der mitbestattete komplette Leichnam.
Eine praktikable und wahrscheinlich auch unentdeckt bleibende Leichenentsorgung wäre also ein möglichst kleinteiliges Zertrennen des Leichnams, am besten mit einem Schredder, und das Beigeben kleinerer Mengen unterhalb der Matratze/Bespannung in einem Sarg, der zur Einäscherung vorgesehen ist.
Ist der Bestatter derjenige, der die Gräber aushebt, was ja in vielen Regionen Deutschlands durchaus der Fall ist, bietet sich eine andere Möglichkeit an.
Dann könnte der Bestatter bei einem ausgehobenen Grab tiefer graben, den Leichnam dort vergraben, mit Erde bedecken und dann obendrauf ganz normal den nächsten anstehenden Sarg bestatten. Selbst wenn nach Jahren eine Exhumierung erfolgte, würde ja nicht weiter gegraben, als notwendig wäre, um den ordnungsgemäß dort bestatteten Sarg freizulegen.
Spielt das Szenario in einem Land, in dem Bestatter selbst Einäscherungsöfen betreiben, wie es in den USA der Fall ist, sieht die Sache wieder ganz anders aus. Ofen auf und weg.
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn auch Euch solche Fragen in den Sinn kommen, dann gerne her damit.
Bildquellen:
- Bildschirmfoto-2026-08-03-um-04.20.41_800x500: Peter Wilhelm KI












