Ein Reddit-User, der als Badegast am Bodensee unterwegs war, postete Subreddit „r/wasistdas“, in dem man nach unbekannten Fundstücken von Tieren oder Gegenständen fragen kann, postete ein seltsames Fundstück.
„Der Finder beschrieb einen „Taler aus Ton“, den er in Ufernähe eines Badebereichs gefunden hatte. Auf der einen Seite des Talers war der Schriftzug „Ulm“ eingraviert, auf der anderen eine sechsstellige Ziffer Zahl.“1
Schnell wurde das Fundstück als Kremationsmarke identifiziert. Diese Schamottsteine sind mit einer eindeutig zuordenbaren Nummer versehen und werden im Krematorium mit den Verstorbenen eingeäschert. Sie verbleiben zur Identifikation in der Totenasche.
Die Schwäbische spekuliert nun darüber, wie der Stein in den Bodensee gelangt sein könnte.
Wer sich ein bißchen auskennt, für den ist klar: Da hat jemand die Asche eines lieben Verstorbenen in den Bodensee geschüttet.
Weder aus hygienischen, noch aus ökologischen Gründen ist das angesichts der Größe dieses Gewässers ein Problem. Verboten ist es aber trotzdem. Das Verbot gilt auch für den Schweizer Uferteil des Sees, wenngleich ansonsten die Handhabung von Totenasche in der Schweiz sehr liberal ist.
Eine Sensation ist das nicht.
Wer sich ein wenig mit der Sachlage beschäftigt, der weiß, dass es trotz anderslautender Vorschriften im Grunde kein unüberwindbares Problem ist, auch in Deutschland in den Besitz der Asche eines Verstorbenen zu gelangen. Zwar kommen die allermeisten eingeäscherten Personen am Ende doch auf den Friedhof oder moderner: in den Beisetzungswald, jedoch ist es überhaupt nichts Besonderes, dass inzwischen auch Totenasche von Privatleuten heimlich im heimischen Garten, in Flüssen oder Seen beigesetzt wird.
Interessant sind die Gedankenflüge der Journalisten und Experten, die in diesen Sätzen vage zum Ausdruck kommen:
Wenn Asche oder Urnen auf legalem Wege in Gewässer – etwa in die Nord- oder Ostsee – gegeben werden, würden diese laut Straub-Gollinger, der Leiterin der Abteilung Friedhofs- und Bestattungswesen bei der Stadt Ulm, meist in Urnen umgefüllt, die sich im Wasser auflösen. Dass dabei auch der Schamottstein mit in die Urne gelegt wird, könne sie sich nicht vorstellen. Umso mehr wundert sie der Fund am Bodenseeufer: „Das finde ich echt spannend.“
Ob der Schamottstein bei einer Seebestattung mit in die auflösbare Seeurne gegeben wird, hängt vom jeweiligen Seebestattungs-Reeder ab. Gemäß dem Grundsatz: „Alles, was in der Urne ist, wird dem Meer übergeben“, füllen einige den kompletten Inhalt um. Andere legen Wert darauf, dass nur die Totenasche selbst ins Meer gelangt; sie nehmen Metallteile und ggfs. auch den Schamottstein heraus.
Ich unterstelle mal, dass hier nur allgemein auf Seebestattungen Bezug genommen wird. Ansonsten wäre es hanebüchen, auch nur ansatzweise anzunehmen, der Ulmer Krematoriumsstein könne von einer Seebestattung in Nord- oder Ostsee stammen. Dazu müsste er ja aus dem Meer über Flüsse in den Rhein gelangt sein, und dann den ganzen Rhein hinauf bis zum Bodensee. Insofern ist die Überschrift dieses Artikels natürlich nicht ganz ernst gemeint.
gefunden von Ines
Bildquellen:
- teio_800x500: Peter Wilhelm KI













Versteh ich gar nicht so wild…
Es wird doch nur gesagt das in Nord/Ostsee die Asche ohne Stein in Urnen gefüllt wird… das verwunderliche ist ja viel mehr wieso dann bei der vermeintlich illegalen Bestattung im Bodensee der Stein dabei war… mit andern Worten, da hat wohl einer einfach die Aschekapsel ausgekippt, ohne auf den Stein zu achten. Ein Indiz das es kein Bestatter war.
Nee, wild ist das nicht. Ich habe da nur einen Randgedanken übertrieben.
Aber dass der Stein mit dabei war, deutet für mich eher darauf hin, dass jemand privat im Uferbereich die Asche ins Wasser geschüttet hat. Der Stein schwimmt ja nicht.
Ein Bestatter war da sicher nicht aktiv beteiligt. Das ist verboten und da machen Bestatter nicht mit. Vielleicht hilft einer dabei, an die Asche zu kommen, mehr aber nicht.
Auf Reddit sah ich auch schon Fotos aus den USA, wo durchsichtige Plastikbeutel mit menschlicher Asche einfach so in den Wald geworfen wurde.
Noch indetifizierbar weil die Beutel im Krematorium ja auch verschlossen und verplompt werden.
Warum man zu faul ist, den Beutel aufzuschneiden und dann die Asche diskret im Wald zu verstreuen, ist mir ein Rätsel!
Auf Reddit meinten einige Schreiberlinge aus den USA, das Manche die Beutel einfach aus dem Autofenster werfen, während sie an Baumgruppen ect vorbeifahren. Zack Oppa verstreuen erledigt.
Kommt der Schamottstein mit ins Wasser bei Seebestattung?
Meine kurze Googlesuche ergab unterschiedliche Antworten.
Und du erwähntest mal: Manche Seebestatter geben sogar noch einen fetten Stein mit in die Pappmaché-Urne.
Damit sie nicht aufschwimmt.