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Einäscherung: Kleidung, Aufbäumen, Schreie

Hallo Undertaker,

da meine Mum Ende November verstorben ist, habe ich mich mit dem Thema „Danach“ in den letzten Wochen doch etwas intensiver beschäftigt als ich es vorher gewillt war. Es gibt viele Fragen die immer gerüchteweise durch Geburtstagsrunden wabbeln, bei denen keiner was genaues weis, aber alle mitreden.

Eine ganz konkrete Frage zur Feuerbestattung lautet, stimmt es das sich Verstorbene im Rahmen der Verbrennung durch die Änderung der Körperspannung mit dem Oberkörper noch mal aufrichten. Und meine zweite Frage zu dem Thema ist ob etwas dran ist, dass Verstorbene bei der Verbrennung durch die Veränderung der Stimmbänder noch mal Laute von sich geben.
Ich hoffe meine Fragen sind nicht zu morbide, aber die vorgenanten Vorurteile halten sich eben hartnäckig. Und ich hoffe, dass die Frage nicht schon dutzend mal gestellt wurde. Konnte hier aber auch nichts finden dazu.

Eine weitere Frage habe ich noch zur 2. Leichschau vor der Kremierung.
Werden die Verstorbenen auch bei klarer Todesursache nochmals entkleidet? Ich frage weil mein Pa für meine Ma die liebsten Sachen rausgesucht hat. Und irgendwie fände ich es schade wenn die vor der Kremierung nur noch als
zerschnittene Teile im Sarg lägen. Rational betrachtet ist es zwar egal wie meine Ma eingeäschert wurde, aber das Thema bewegt mich doch sehr.

Danke für die Antwort

Es gehört zu einer ordentlichen zweiten Leichenschau dazu, daß der Verstorbene komplett entkleidet wird. Nur dann kann der Leichenschauer auch wirklich eine ordentliche Inaugenscheinnahme des Körpers vornehmen.
Was der Arzt bei der ersten Leichenschau festgestellt hat, spielt hier zunächst keine Rolle, denn es ist ja Aufgabe der zweiten Leichenschau, ausgerechnet das eventuell in Frage zu stellen.
Wenn alles richtig gemacht wird, wird der Verstorbene anschließend auch wieder angekleidet. Zumindest sollte das so gemacht werden, jedoch zeigt sich in der Praxis, daß dieser Aufwand wegen der unmittelbar bevorstehenden Einäscherung oft gescheut wird.
Ich kann Dir also nicht sagen, wie das ausgerechnet in dem Krematorium gehandhabt wird, in dem Deine Mutter eingeäschert wurde.

Daß die Verstorbenen angeblich noch schreien, sich aufbäumen oder den Sargdeckel wegstoßen, das wird immer wieder behauptet. Es ist aber nicht viel Wahres daran.
Anders als etwa beim Verbrennen eines Menschen in einem brennenden Auto oder Haus wird ja die Einäscherung kontrolliert vorgenommen, man weiß also, wieviel Feuer und welche Temperatur erforderlich ist, um zu einem möglichst guten Ergebnis zu kommen, ohne daß es zu diesen Begleitumständen kommt.

Was also die Kleidung anbetrifft, so könntest Du Dir nur durch direkte Nachfrage beim Krematorium Klarheit verschaffen. Die anderen beiden Punkte sind unwahrscheinlich und dürften nicht zutreffen.

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Peter Wilhelm 10. Juni 2012


27 Kommentare von 141185.

  1. Ich hab mir letzte Woche den Finger an einem heißen Topf verbrannt, da hab ich mich auch kurz aufgebäumt und meine Stimmbänder haben Laute von sich gegeben.

  2. Jetzt verlange ich Aufklärung!- Was heißt:
    nicht _viel_Wahres dran???
    „Begleitumstände“?

    Von solchen Gruselsachen habe ich noch nie etwas gehört. Gibt´s das nun (wenn auch gelegentlich) oder ist das Unfug?

    GRüße Smilla

  3. jetzt mal ganz ehrlich: ob da gebäumt und geschrien wird ist doch sowas von schnurzegal, dass es die frage gar nicht lohnt. man verrottet entweder im erdbegräbnis, oder wird im krematorium eingeäschert – beides sieht bestimmt nicht angenehm aus, und mit der schönheit ist es in beiden fällen hinterher auf jeden fall vorbei. sind da die unvermeidbaren begleitumstände wirklich wichtig?
    durch die zweite leichenschau wird sichergestellt dass jeder der eingeäschert wird auch wirklich tot ist, ob die leere hülle dabei ungesteuerte laute von sich gibt spielt dann doch keine rolle mehr.

  4. Der Tip wegen der Kleidung im Krema nachzufragen ist m.E. eher weniger sinnvoll, weil welches Krema wird hier mit der Wahrheit rausrücken?

  5. Es gibt so viele Sachen, die eigentlich schnurzegal sind.

    Tote geben auch Laute von sich, wenn sie z.B. auf dem Bauch liegen und man Ihnen ein Messer in den Oberkörper rammt. Ich habe mich damals gewundert, warum der Täter zigmal eingestochen hat, das Opfer war längst tot. Antwort des Täters war, dass das Opfer immer noch ein Stöhnen von sich gegeben habe. Der Rechtsmediziner erklärte, dass aufgrund des Drucks während des Einstechens, Luft aus den Lungen entwichen sei und so der Eindruck entstehen konnte, das Opfer würde Laute von sich geben. Hätte das der Täter gewußt, hätte er es sich sicher erspaart, über zig Mal auf sein Opfer einzustechen.

    Da war die Frage, warum hat der Täter das gemacht? Andere hielten ihn für schlicht wahnsinnig, aber es gab eine logische Erklärung. Und ich liebe logische Erklärungen. Vielleicht gibt ja auch eine für Schreien und Bäumen im Krematorium?

  6. @Overtaker: eventuell kann das befragte Krematorium besorgte Hinterbliebene zumindest beruhigen und ihnen erzählen, dass sie den/die Verstorbene/n natürlich wieder ankleiden. Ob sie´s dann auch wirklich tun, bleibt ein Geheimnis. Die Hinterbliebenen sind jedenfalls beruhigt und dem/der Verstorbenen darfs egal sein …

  7. @4 martin III
    Durch die zweite Leichenschaun wird nicht sicher gestellt ob die Leiche wirklich tot ist (zu dem Zeitpunkt sind die wirklich tot, durch die doch sehr kalten Umstände bzw. des geringen Lufthaushaltes im Sarg).
    Die zweite Leichenschau ist dazu da, den Tod durch Fremdverschulden oder ungeklärter Ursache auszuschließen.
    Bei einer Beerdigung kann man bei Zweifeln immernoch exhumieren, bei einer Einäscherung lässt sich sowas im nachhinein sehr schlecht nachvollziehen.

    @6 Smilla:
    Ja es gibt eine logische Erklärung für eventuelles Aufbäumen. Durch die extreme Hitze verliert der Körper plötzlich viel Flüssigkeit. Sämtliche Muskeln und Zellen des Körpers ziehen sich plötzlich zusammen, so kann es vorkommen, dass sich der Körper krümmt. Das wirkt dann vlt. wie ein Aufbäumen. Das passiert heutzutage allerdings nicht oft, da die Hitze wie Tom schon sagte bewusst reguliert wird.

  8. Die Fragen kann ich zwar verstehen, meine aber, dass man ihnen nicht unbedingt nachgehen sollte. Ich zumindest gebiete meinen Gedanken regelmäßig Einhalt, wenn sie zu der Überlegung wandern, wie ein geliebter Verstorbener in seinem Erdgrab wohl inzwischen ausschauen mag. Statt dessen rufe ich ihn mir lieber aus der Zeit der Aufbahrung (und natürlich auch als Lebenden) in Erinnerung.

  9. Ich gehe mal davon aus, daß diese „Begleitumstände“ dem Personal schnuppe sind und die Temperaturreglung nicht davon abhängt, sondern eher von der
    Wirtschaftlichkeit.
    Erst wird mit Hemdchen und Söckchen Geld verdient und dann liegts am Fussende in der Kiste.
    Naja, dem Verstorbenen wirds doch zu warm.
    Bestatter zufrieden, Angehörige gutes Gefühl, Kremapersonal effektiv gearbeitet, dann ist doch alles OK.

  10. Mich hat in Bezug auf meine eigene Person stets die Vorstellung gestört, nach meinem Tod von Würmern gefressen zu werden.

    Dennoch habe ich in Ermangelung anderer Vorkehrungen für meinen verstorbenen Lebensgefährten eine Erdbestattung veranlasst. Darüber bin ich jetzt heilfroh. Keine „Hemdchen und Söckchen am Fußende der Kiste“, sondern eine hilfreiche Aufbahrung nach meinen Wünschen mit ständiger „Besuchsmöglichkeit“ über fast eine Woche bis hin zu einer halben Stunde vor der Beerdigung.

  11. @sepulturera: natürlich wird durch diese zweite leichenschau sichergestellt dass die leichen tot sind, denn spätestens da würde es auffallen wenn ein lebendiger mensch im sarg läge – das ist zwar nicht der sinn der aktion, aber man kann dank ihr trotzdem ganz beruhigt sein dass sich da keiner aufbäumt oder den sargdeckel beklopft weil er nur halb oder viertel tot war.
    gerüchten zufolge wählen gerade deshalb so viele ängstliche menschen die einäscherung, weil man da entweder doch noch aus dem vernagelten sarg befreit wird oder weil es dann im feuer wenigstens schnell vorbei ist statt tagelang mit abgebrochenen nägeln in der erde scharren zu müssen, sowas kommt ja viel zu oft vor.

  12. HEEE wer ist hier mit meinem Namen unterwegs … ich war das mit dem Broiler nicht … kann man denn nicht mal auf seinen Namen vertrauen … *sauerist* … heee MICH GIBTS DOCH NUR EINMAL … !!! SOOOO !!!

  13. @ Uli.
    Nenne dich doch ab jetzt „Der einzig wahre Uli der nichts mit aufbäumenden Broilern und schreienden Spanferkeln zu tun hat“.
    B. A.

  14. Es ist schon erstaunlich wie viele Menschen das Thema doch anspricht. Klar ist für mich, dass die 2. Leichenschau sicher erforderlich ist, aber auch dass es gut ist, dass viele Angehörige nicht wissen, was bei der 2. leischenschau so vor sich geht. Ich glaube mein Vater würde es nicht verkraften wenn er wüsste, dasss die liebevoll ausgesuchten „letzten“ Sachen und die Kekse und die Schokolade die er ihr mit auf den Weg gegeben hat, irgendwo am Fußende gelandet sind. Klar ist das Ergebnis gleich, graue Asche, aber wir Menschen sind da schon irgendwie sehr eigen.

    Ich denke, die Geschichte mit den auf Diät zu setzenden wabbernden Gerüchten ist so ne Sache. viel leute denke immer noch Krematorien sind dunkle schwarze Löcher in denen Leute arbeite die amn nicht ans Tageslich lassen würde.
    Das mit dem Wassserverlust und der damit erfolgenden Muskelverkrümmung leuchtet mir ein. Aber auch das mit den Leichtönen könnte ich mir durchaus vorstellen, wenn die erhitzte Luft die Lungen verlässt.

  15. Wenn man als Bestattungsmitarbeiter regelmäßig ins selbe Krema fährt kennt man dort das Personal.
    Folglich ergibt es sich auch, daß man interessehalber mal ins Guckloch schauen darf.
    Also mir hat ein Bestattungshelfer berichtet, daß die Leiche sich durch die Hitze spannt, also sich scheinbar aufbäumt.

  16. Also gut dann seh ich mich mal bemüßigt nicht nur doofe Kommentare abzugeben sondern mal was über das Fleisch an sich und das menschliche im speziellen von mir zu geben. Also die menschliche Muskulatur besteht, insbesondere an den Extremitäten, aber auch am Bauch, so dort Bauchmuskulatur vorhanden (haha), aus Beuge und Streckmuskulatur, wobei die Beugemuskulatur überwiegt. Dies ist vermutlich der Fall um den Körper in Verletzungs- und Notsituationen automatisch in eine Schonhaltung zu bringen. Wenn nun Muskelgewebe stark erhitzt wird, so zieht es sich zusammen. Das hat jeder schon mit dem Schnitzel in der Pfanne beobachten können. Da nun aber die Beugemuskeln überwiegen kommt es durch die Verkürzung zu einer Verkrümmung, hauptsächlich an den Extremitäten, die wohl vielen hier von Brandleichen bekannte „Fechterstellung“.
    Da dies auch an der Rumpfmuskulatur geschehen kann(Abhängig vom Zustand des Leichnams, Alter, Verbrennungsumstände, etc.)ist ein „Aufrichten“ der Leiche zumindest theoretisch möglich, wobei hierbei die Luft aus dem Brustkorb entweichen und es dadurch zu einem „stöhnen“ kommen könnte(auch das kennen viele vom Umgang mit dem Verstorbenen).
    Ich bezweifele jedoch erheblich das dies jemand durch die geschlossene Tür, bei eventuell laufendem Brenner hören könnte. So vielen Dank für die Geduld und liebe Grüße.JB.

  17. Liebe LeserInnen,

    die beschriebenen Phänomene des Aufbäumens des Körpers im Ofen des Krematoriums FINDEN NICHT STATT. Obwohl die Erklärungen richtig sind, gelten diese nur, wenn die Hitzeeinwirkung einseitig ist, z.B. bei einem Brandopfer. Im Krematorium kommt die Hitze gleichmässig von allen Seiten, da ist die einseitige Kontraktion von Muskelgruppen nicht möglich.

    Lasst Euch nicht irre machen!

    Millmaker

  18. Und noch mal… es tut gut das andere sich über solche Dinge auch Gedanken machen und das dass nicht einfach nur als perverser Spinner abgetan wird.

    Grüße aus dem nahen Osten

    Clive

  19. @23 Jupp so isses!

    @20 Lass dir nichts erzählen, ich habe geschätzt schon weit über 6000 mal ins „Schauloch“ geschaut, und da hat sich noch nie einer aufgerichtet.

    @22 Der Schnitzelvergleich hinkt, einerseits wird das Schnitzel nur einseitig erwärmt (s. @23) andererseits herrschen zumindest in meiner Schnitzelpfanne GottSeiDank keine 1000°C. Wenn mich Leute nach dem Aufbäumen fragen, so antworte ich: „Prinzipiell JA, hier aber nicht wegen zu großer Hitze!“ Das beruhigt unsere Gäste ungemein!

  20. Was für mich noch einen guten Bestatter ausmacht:

    Die Kleidung wird nach Möglichkeit nicht zerschnitten und auch nach der 2ten Leichenschau wird der verstorbene wieder angekleidet. Wenn Sie doch eingeschnitten werden muss, heisst das nicht, das man dies auch sieht. Das steht schließlich auch auf der Rechnung.Das mag vielleicht Regional unterschiedlich gehandhabt werden aber so habe ich es immer gehandhabt und kann mit ruhigem gewissen Sagen ich habe für mich immer richtig gehandelt. Der Rest wurde ja bereits ausführlich erklärt.

  21. @26 Hallo Jan,
    heißt das, der Bestatter geht dem Leichenschauarzt zur Hand? Ich als Laie habe immer gedacht, dass macht der Mitarbeiter des Krematoriums.
    Ich habe so meine argen Bedenken, dass jemand der 5 Minuten später den Sarg in die Muffel fährt sich die Mühe macht, den Leichnam noch mal anzukleiden.

    Netter Gruß aus dem nahen Osten

    Clive

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