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Kann ich einen Bofrost-Kühlwagen als Leichenwagen nehmen?

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Hallo, ich habe ein mittleres Bestattungsunternehmen in XYZ. Für längere Transporte (Balkan) mehrerer Verstorbener suche ich einen kleinen LKW mit Kühlmöglichkeit. Ab und zu werden Kühl-LKW von Bofrost gebraucht angeboten. Meinen Sie, dass es ratsam ist, sich für ein solches Fahrzeug zu interessieren?

Nein.

Einmal abgesehen davon, dass die Optik eines solchen Kühlfahrzeugs nicht dem Branchenstandard entspricht, weshalb es nur für Fernüberführungen eingesetzt werden könnte, gibt es technische Einschränkungen.

Die Bofrost-Kühl-Lastwagen haben keinen nach hinten zu öffnenden Laderaum. Stattdessen verfügen die Fahrzeuge über seitliche Türen, hinter denen sich mehrstöckige, sogenannte Kühlbunker befinden. Dort haben die Bofrost-Verkaufsfahrer ihre Ware einsortiert.
Eine Beladung ist also bei diesen Fahrzeugen nur von der Seite möglich.
Es gibt im Inneren durch die Kühleinbauten keinen Platz, um einen Verstorbenen oder Sarg unterbringen zu können.

Die wichtigste Einschränkung ist jedoch, dass Bofrost-Kühlwagen nicht aktiv gekühlt sind. Sie haben i.d.R. keine Kühlaggregate. Stattdessen befinden sich im Inneren der dick isolierten Wagen Kühlplatten, die mit einer Art Lake gefüllt sind, und die über Nacht auf dem Betriebshof der jeweiligen Niederlassung stark heruntergekühlt werden.

Die Kühlung hält dann für mehr als einen langen Arbeitstag an. Kontrollieren können das die Verkäufer und Kunden an dem seitlich am Kühlaufbau angebrachten gut sichtbaren Thermometer.

Eine Fahrt auf den Balkan oder darüberhinaus würde die Kühlung nicht mitmachen, außerdem würden Dir die technischen Möglichkeiten fehlen, den LKW nachts herunterzukühlen.

Es ist auch bekannt, dass das Unternehmen es nicht gerne sieht, wenn ausgemusterte Fahrzeuge für dieserlei Verwendung sozusagen zweckentfremdet werden. Außerdem werden Fahrzeuge nur mit einer extrem hohen Kilometerleistung bzw. wenn sie wirklich abgenutzt sind, abgegeben. Durch den ständigen Start-Stopp-Betrieb im Innenstadtverkehr sind die Autos regelmäßig nicht mehr lange zu gebrauchen.

BILDQUELLEN

  • kuehlwagen: Peter Wilhelm
Peter Wilhelm 29. Januar 2021


9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. >>Es ist auch bekannt, dass das Unternehmen es nicht gerne sieht, wenn ausgemusterte Fahrzeuge für dieserlei Verwendung sozusagen zweckentfremdet werden.

    Das kann man verstehen, ist allerdings ein ziemlich schwaches Argument. Wenn die ihre schrottreifen Fahrzeuge zweitvermarkten, kann der Käufer sie so einsetzen wie er mag. Im gesetzlichen Rahmen natürlich, und ohne Logos. Früher sah man bei uns öfters zitronengelbe VW-Bullis mit notdürftig abgeschabtem Posthorn, die wer weiß was an Bord gehabt haben mögen.

    • Du hast Recht. Es gibt ja auch ausgemusterte Feuerwehr- und Polizeiautos. Wobei die Polizeiautos neuerer Bauart alle nur noch foliert sind soviel ich weiß.

      Bei Bofrost geht das so, dass die die Autos einfach nicht einer beliebigen Verwertung zuführen, sondern nur wenigen zuverlässigen Verwertern. Ich glaube, die meisten gehen nach Mittel- oder Osteuropa.

  2. Wenn der hiesige Schrotthändler hier am Tage aus seinem Fahrzeug seinen Fisch der in mit Eis gefüllte Styroporboxen lagert auf dem Supermarktparkplatz verkauft und am Abend eben seinen Schrott mit diesem Fahrzeug durch die Gegend karrt warum denn nicht so ein Fahrzeug als Leichenkarre?Abgesehen davon das die Kühlfächer doch recht klein sind und der /die Verstorbene dann wohl nur ohne Kiste dort rein gequetscht werden müsste.

    Auf Ideen kommen einige…………….

    • Ja eben! Er müsste gequetscht werden. Wer will das denn?

      Ich denke noch darüber nach, wie wohl der Fragesteller die Verstorbenen, die in den Balkan verbracht werden sollen, zwischenlagert?
      Es werden doch nicht reihenweise Menschen versterben, die ihre letzte Ruhe in der früheren Heimat finden wollen.

      • Das wundert mich auch!

        Ich dachte seither, dass besonders die Toten vom Balkan zeitnah in der Heimat bestattet werden müssen…

        Evtl. ist der Fragende aber ein Bestatter der sich auf „Kundschaft“ vom Balkan spezialisiert hat und daher einen größeren Wirkungskreis hat und oft „runter“ fahren muß.

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