Home Kontakt Impressum/Datenschutz Service-Portal Shop

Werner II

Von

Edith hat mich gerade angerufen und will nachher mal mit ihrer Tochter Ilona vorbei kommen. Werner geht es so schlecht und sie brauchen mal jemanden zum Reden.

Einen Pfarrer haben sie natürlich und der wohnt direkt um die Ecke, aber zu dem haben sie keinen Kontakt obwohl sie mehr als nur an Ostern und Weihnachten in die Kirche gegangen sind. Werner hat mir mal erzählt, als er vor Jahren das Haus bezogen hat, beobachtete er vom Fenster aus, wie eine alte Frau einen Zettel in seinen Briefkasten warf. Den hat er dann hereingeholt und las: „Der katholische Pfarrer wollte sie heute besuchen und als neue Gemeindemitglieder begrüßen. Leider hat er sie zum dritten Mal nicht angetroffen. Sie sind herzlich zu den Gottesdiensten eingeladen.“

Weiterlesen

Werner

Von

Das macht mich persönlich sehr betroffen. Werner ist im Krankenhaus und ihm geht es gar nicht gut. Werner ist seit vielen Jahren ein guter Freund von mir, ich habe ihn in einem Fotoverein kennengelernt und wir haben so manche Tour zusammen gemacht, um irgendwelche schönen Motive abzulichten.

Von Beruf ist er Polizist und arbeitet als Waffenmeister. Er repariert und wartet Waffen, muß oft auch als Sachverständiger zu seltenen und umgebauten Tatwaffen vor Gericht Stellung nehmen und ist im Grunde bei jedermann sehr beliebt. In seinem Büro hängt ein ehemals zwei Meter langes Maßband, von dem er jeden Tag einen Zentimeter abschneidet, noch 177 Tage, dann geht er in Rente. „Nee, ich gehe so früh in Pension, wie’s geht, ich will mit Edith noch Reisen machen, wir kaufen uns ein Wohnmobil und dann geht’s um die Welt. Davon haben wir immer geträumt“, hat er neulich erst zu mir gesagt.

Weiterlesen

Zuviel Quincy geschaut?

Von

„Sie können bitte vorbeikommen und meinen Vater abholen, der ist nämlich gestorben.“

„War der Arzt schon da?“

„Ja was glauben Sie denn? Meinen Sie, ich rufe bei Ihnen an und der Arzt war noch nicht da?“

„Gut, dann machen wir uns auf den Weg, die Fahrer werden in etwa 30 bis 45 Minuten bei Ihnen sein.“

Weiterlesen

Roland Koch ist tot

Von

Nee, ehrlich, ist wahr!
Zumindest wenn man Bestatter-Kollege Richter glauben darf. In seinem Ort gibt es nämlich die berühmten schwarzen Bretter an die der Gemeindebüttel Sterbezettel aufhängt, damit die Bevölkerung weiß wer gestorben ist und wann derjenige beerdigt wird.

Weiterlesen

Bunt, bunter, am Buntesten

Von

Die Eventbestatter waren es, die Herrn Volkerts von der Verwaltung aufgeregt hatten.

Dazu muß man wissen, daß das Bestatten in einer Großstadt ziemlich straff durchorganisiert ist. Am Liebsten hätte es die Verwaltung wenn alle Bestatter nach Schema F so arbeiten, daß es den Vorgaben genau entspricht und den fast schon industriellen Bestattungsapparat am wenigsten stört.

Weiterlesen

Herr Volkerts

Von

„Geh mich weg mit die Eventbestatters!“ sagt Herr Volkerts von der Friedhofsverwaltung zu mir und ich weiß was er meint. Volkerts ist einer von den Guten, bei ihm haben wir Bestatter immer das Gefühl, daß er auf unserer Seite steht. Bei der Friedhofsverwaltung ist er der Mann, der die Termine für die Trauerfeiern vergibt und der somit unser erster und direkter Ansprechpartner ist. Klar, auch er kann nicht raus aus seiner Haut und obwohl es dafür natürlich keine offizielle schriftliche Dienstvorschrift gibt, vergibt er am Wochenanfang die besten und beliebtesten Beerdigungstermine pauschal an das städtische Bestattungsinstitut, egal, ob die so viele Sterbefälle haben und alle diese Termine benötigen oder nicht.

Weiterlesen

Es wäre nett

Von

… wenn diejenigen, die sich ein Exemplar des Buches zum Weblog bestellt haben und noch nicht bezahlt haben, das jetzt zum Monatswechsel bitte erledigen.

Ich kann nur Bücher ausliefern, die auch bezahlt wurden.

Es liegen rund 120 Bestellungen vor, die keine Fakes zu sein scheinen, zu denen aber noch kein Zahlungseingang zu verzeichnen ist. Ich müßte die Betroffenen jetzt alle anmailen, was aber auch viel Arbeit bedeuten würde. Wer jetzt die Bezahlung nachholt, erspart mir manche unnötige Mail.

Wer die Zahlungsinformationen nicht mehr hat, kann sich gerne melden.

Langer Bestattungswagen

Von

Ich habe neulich einen Bestattungswagen gesehen, der eine Doppelkabine hatte und aus dem 5 Männer ausstiegen. Wozu braucht man so viele Leute?

Manche Bestatter fahren mit dem Bestattungswagen auch die Sargträger zu ihren Einsätzen. Hier in unserer Gegend gibt es auf fast allen Friedhöfen entweder städtische oder sonstige Sargträger, die fest auf diesen Friedhöfen arbeiten. In anderen Gegenden ist es aber so, daß der jeweilige Bestatter sich selbst um die Sargträger kümmern muß.

Das sind oft Rentner, die sich da etwas nebenher verdienen und die dann am Beerdigungstag direkt zum Friedhof kommen. Es kann aber auch sein, daß mehrere Bestattungen auf verschiedenen Friedhöfen stattfinden oder der Friedhof außerhalb liegt und der Bestatter dann seine Leute mitnehmen muß.

In einigen Kommunen gibt es aber auch kommunale Bestattungsinstitute, deren Bedienstete ganz genau nach Stellenbeschreibung arbeiten. Da gibt es dann einen Fahrer, der aber niemals trägt und es gibt vier Träger (wo private Bestatter mit zwei auskommen), die nur tragen und niemals fahren.