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Trauerfeier daheim

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Können wir eine Trauerfeier auch zu Hause machen? Es kommen sowieso nicht viele Leute, wir haben genug Platz aber der Bestatter sagt, das sei verboten.

In den meisten Fällen kann man einen Verstorbenen problemlos 36 Stunden zu Hause behalten bevor er in eine Leichenhalle eingeliefert werden muß. Selbstverständlich kann der Bestatter einen Sarg nach Hause liefern und den Verstorbenen dort aufbahren. Innerhalb dieser 36 Stunden (mit Genehmigung des Gesundheitsamtes auch länger!) kann natürlich auch eine Trauerfeier und Abschiednahme erfolgen.

Wir hatten das schon einige Male, es ist aber nicht sehr üblich. Doch im Grunde genommen finde ich es einen schönen und unterstützenswerten Gedanken.

Ob sich durch eine Trauerfeier daheim eine Kostenersparnis ergibt, kann man nicht generell beantworten. Viele Kommunen haben keine eigene Kostenposition für die Benutzung der Trauerhalle ausgewiesen, sondern bieten nur eine pauschale Kostenstelle an. Da sind dann einige Tage Kühlung und die Feierhalle grundsätzlich enthalten und auch zu bezahlen, ob man das nun nutzt oder nicht.

Doch dazu in den nächsten Tagen mehr in Beantwortung einer anderen Frage.

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Peter Wilhelm 28. Mai 2012


6 Kommentare von 141366.

  1. Ich hatte auch mal einen Bestatter, dessen Hilfspersonal etwas dominant „geht nicht, gibts nicht“ durchblicken lies, als ich auf Wunsch der Witwe eine häusliche Aufbahrung arrangieren lassen wollte. Da lies ich durchblicken, dass wir das noch mal „besprechen“ wollten, und uns evtl. bei „Bedarf“ wieder „melden“ würden. Drei Minuten später läutete das Telefon (sie hatten wohl die Nummer vom Display abgeschrieben) und die krochen uns massiv total unterwürfig in den Hintern.
    – Na also, geht doch –
    Schon nach 20 Minuten waren sie da und die Aufbahrung wurde exact den Wünschen der Witwe entsprechend aufgebaut.

  2. Und wieviel Lieder wir dazu singen, Wieviel Gebete wir sprechen oder auch nicht, wieviel Besucher zu welcher Zeit gleichzeitig anwesend sind, geht niemand was an.
    Heutzutage würde ich sagen: Alles Datenschutz!

  3. @ Louffi
    Naja, verboten nicht, aber manchmal sehr kompliziert. In NRW ist es „verboten“ einen Verstorben aus dem dem KH oder AH nach Hause zu bringen und dort noch einmal aufzubahren, es sei denn, das Ordnungsamt genehmigt das.

    Gerade erst gehabt: Tod am Freitagvormittag im KH, gerade noch so den Verstorbenen aus der Pathologie holen können, aber keine Chance mehr gehabt sich di egenehmigung beim Ordnugsamt zu besorgen, denn die wollen wiederum eine Bescheinigung des Arztes haben, bevor die eine Hausaufbahrung genehmigen.

    Also habe ich den Verstorbenen dann verbotenerweise am Freitag in sein Häuschen gebracht und dort bis Sonntag gelassen.

    Diese Regelung mit den Genehmigungen ist sowieso ziemlich sperrig und wenn man dann noch einen Paragraphenreiter im Ordnungsamt hat, dann ist das halt „verboten“.

    Als Bestatter stehst du sowieso oft mit einem Bein im Knast..oder wenigstens mit Scheckbuch vorm Gericht, um deine Ordnungsstrafe zu bezahlen.

    Beipsiel a: siehe oben
    Beispiel b: Ohne Todesbescheinigung darf ich keinen Verstorbene abholen. Der gute Herr Doktor rückt den Schein aber nur gegen Bargeld in seiner Praxis raus (auch eine Ordnugnswidrigkeit, die aber komischerweise niemanden interessiert).

    Was soll ich nun Freitag Abend machen? Der Familie sagen, dass ich den Verstorbenen am Montag gegen Mittag hole, nachdem ich die Todesbescheinigung besorgt habe? Eigentlich müsste ich das – wäre aber nun mal wirklich peitätlos und ausserdem würde das wiederum mit der 36 Stunden Regel kollidieren.

    So, genug gejammert 😉

  4. @Stefan, Beispiel b ist ja eigentlich schon Nötigung. Müßte man mal drüber nachdenken…..

    Wenn ein Auto von der Polizei abschleppen gelassen wird, rückt das Abschleppunternehmen das Auto auch erst gegen Bares heraus. Toll ist das, wenn man von Ausserhalb in die Stadt gefahren ist und nach der Veranstaltung das Auto weg und keine Bankkarte dabei.

  5. Da es diesen Ärzten nur ums Geld geht, ein organisatorischer Geheimtipp für die Angehörigen:

    Nach dem Todesfall zur Bank laufen, 200 € holen. Zwischen Notarzt und Leichenschau sind 2 Stunden Zeit, das müßte reichen.

    Dies trifft nach meinen Erfahrungen nur auf fremde Ärzte zu. Die eigenen Hausärzte, machen im Allgemeinen nie solche Sperenzchen.

    Man muß sich das echt mal vorstellen: häuslicher Todesfall im Aussenbezirk. Der Arzt geht. Eine Halbe Stunde später fährt ihm der Bestatter hinterdrein in die Innenstadt, Papiere holen, 200 € abdrücken, dann Toten abholen. Wenn Pech, Doktor nicht da, weil Folgeeinsätze. Also unbestimmte Zeit warten. Na dann eben Toten abholen, Papiere nachher holen, Anzeige riskieren (nicht von Konkurrenz, die ist da selber nicht besser dran).
    Ist wie fahren ohne Führerschein.

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