Home Kontakt Impressum/Datenschutz Service-Portal Shop

Was macht Bestattungen besonders teuer?

Warum kosten Beerdigungen so viel? Was macht diese Beerdigungen so teuer? Ist es nur reine Abzocke oder steckt da mehr dahinter? Hier finden sie die Antwort darauf.

Wo versickert bei besonders teuren Bestattungen das Geld?

Immer dann, wenn der Verstorbene in einem Sarg über weite Strecken transportiert werden muß, entstehen oft enorme zusätzliche Kosten, das gilt insbesondere bei Überführungen aus dem / ins Ausland.

Ansonsten sind die Angehörigen ja in ihrer Entscheidung frei, was sie alles bestellen. Besonders teuer sind große Zeitungsanzeigen, Blumenschmuck und das ganze Drumherum.

Eine halbseitige Zeitungsanzeige kostet manchmal um die 2.000 Euro, eine kleine hätte 180 gekostet.
Ein freier Trauerredner kann 750 Euro verlangen, ein Bekannter mit Redetalent hätte das kostenlos gemacht.
Sechs Kränze, für jedes Geschwisterteil einen, kosten bis zu 1000 Euro und mehr, ein Kranz mit den Namen auf zwei Schleifen hätte nur 150 gekostet.
Eine Sopranistin oder ein Tenor am Grab kostet 300-500 Euro, eine CD könnte man ausleihen.
Statt kostenlosen Sand werfen die Trauergäste extra angefertigte Sträußchen zu je 4 Euro ins Grab.
Statt einer Anzeige in der Zeitung lassen die Angehörigen 500 Trauerkarten drucken und versenden.

Die Liste läßt sich endlos fortsetzen.
Man sieht, es gibt sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten, um die Trauerfeier individuell zu gestalten. Manche kosten richtig Geld, bei manchen gäbe es eventuell eine kostengünstigere Alternative.

Die höchsten Kosten entstehen in der Regel aber immer durch die kommunalen Gebühren für Grabmiete, Trauerfeier und Nebengebühren. Auch beim Grabstein entstehen oft Kosten, die die eigentlichen Bestattungskosten bis um das Doppelte übersteigen.

Eine Bestattung ist im Grunde nicht extrem teuer. Aber der Rechnungsbetrag setzt sich aus vielen kleineren Positionen zusammen. Und je mehr man davon bucht oder hinzubestellt, umso mehr summiert sich das am Ende zu einer großen Rechnung.

PDF erzeugen
Peter Wilhelm13. Januar 2017

17 Kommentare von 138905.

  1. Mein Großvater, der sich viele Jahre seine Rente als „Träger“ aufbesserte, wusste zu berichten, dass auch die Art des Hutes der Träger den Preis zu bestimmen vermochte. So sei eine Beerdigung teurer gewesen, wenn die Träger einen Dreispitz trugen. Glücklich indes dürfen sich die Träger bzw. deren Angehörige schätzen. Wird ein ehemaliger Kollege zu Grabe getragen, so pflegten die Träger stets auf ihr Honorar zu verzichten.

  2. Schon mal gefragt, was der Gesangverein oder der Kirchenchor an Zuwendung erwarten würden? Es können sich auch ein paar Freunde zusammentun und singen.

  3. @MacKaber: Oh, da sind wir sehr kreativ, notfalls singen wir selbst. Ich bin Weltmeister im Erfinden von Alternativen, vor allem wenn sie Kosten sparen.

    Aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Einer fragte mal, ob der Leonard Bernstein noch auftritt, den hätte sein Vater so gerne singen hören…

  4. werden da eigentlich GEZ-/GVL-Abgaben fällig? bzw: wer bezahlt die? Der Bestatter global per „Flatrate“ oder muss da jedes einzelne Musikstück angemeldet werden? Ist ja schließlich ne „öffentliche“ Vorführung…
    So wie die GEZ und die GVL bei Mini-Webradios abkassieren kann ich mir kaum vorstellen, dass diese Einnahmequelle bisher ungenutzt blieb ;-)

  5. Wenn Du zu Hause eine Party feierst, zahlst Du keine GEMA-Gebühren, ist ja privat. Wenn Du nun die Party in einem Kellerraum feierst, den Du angemietet hast, zahlst Du ja auch nicht, ist immer noch privat.
    Wenn es nun keine Party, sondern eine Trauerfeier ist, und Du mietest statt dem Keller eben eine Friedhofskapelle an, ist das immer noch privat.

    Nichts mit GEZ. oder GEMA.

  6. Mhm… und wenn ich ne Party in nem von mir angemieteten Kellerraum feiere und das ganze in der Stadt plakatiere mit Einladung an alle?
    Oder wenn ich öffentlich ausschreibe „Beerdigung dann und dann“ (vulgo: Todesanzeige)?
    also nicht *ganz* so einfach…

  7. Manchmal sollte man nicht so schnell auf „Absenden“ drücken…

    http://www.gema.de/musiknutzer/abspielen-auffuehren/tarife-im-ueberblick/wr-best/

    15 Euronen pro Bestattung kostet „die Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires bei Bestattungen“

    Also ne Pauschale… wobei die Genehmigung „rechtzeitig vorher einzuholen“ ist… und strenggenommen jemand der die Beerdigung filmt das Mikro ausmachen muss sobald Musik ertönt :)

  8. Das versucht die GEMA seit Jahren Sie stellen es so dar, als ob das quasi ein Gesetz wäre, dabei manifestieren die nur ihr Begehren, dieses liess sich bis jetzt aber in keinem einzigen Fall wirkungsvoll durchsetzen.

    Bestattungsfeiern sind eben keine öffentlichen Veranstaltungen, sondern private. Wie und auf welche Weise die Veranstalter einer privaten Feier zu ihren Festen einladen (Traueranzeige, Einladungskarten etc.) ist deren ureigene Sache. Sonst müssten „Sybille und Klaus“, die überall in der Stadt ihre Hinweisschilder mit Luftballons an die Ampelmasten binden um den Weg zu ihrer Fete zu kennzeichnen, ja auch GEMA zahlen.

  9. Meines Wissens entrichtet unser Fachverband für alle seine Mitglieder pauschal eine entsprechende Abgabe an die GEMA. Somit ist das Abspielen von Liedern bei Trauerfeiern, egal ob sie nun als privat oder als öffentlich gelten abgegolten.

  10. …….deshalb nehmen Bestatter, die nicht im Fachverband sind, nur ganz alte Lieder auf denen kein Urheberrecht mehr lastet. Und wenn es mal was Neues sein soll, steht in jeder Ecke des Friedhofs ein Mitarbeiter und guckt ob sich der Gema-Kontrolleur anschleicht…..

  11. Nebenbei bemerkt: GEMA ist nur eine Hälfte, die auch beim „Selbst-Singen“ fällig ist; lässt man eine CD laufen, so will das CD-Label auch noch Geld…

  12. Müssen nicht die Organisten jetzt auch Gema Gebühren bezahlen?
    Mein Herr und Meister regt sich gerade schrecklich drüber auf das nicht nur der Verband sondern wir jetzt auch “ Künstlerabgabe?“ bezahlen müssen!!

  13. @Nene:
    Nein, die Organisten nicht. Bei kirchlichen Veranstaltungen ist die GEMA vom Pauschalvertrag der
    Kirchen abgedeckt. Wird Musik von Komponisten gespielt, die ohnehin schon mehr als 70 Jahre tot sind, ist ohnehin nix fällig.

  14. Es gibt ja auch noch die versteckten Kosten, die auch nicht zu vernachlässigen sind, und wegen derer man ordentlich Grabbeigaben einlegen sollte.
    Ausser, der Verstorbene hat- (siehe Spendenbescheinigung der Kirche) genügend Vorsorgeaufwendungen geleistet.
    siehe Rechnung: http://erbert.eu/suende/

    Das läppert sich mal ganz nebenbei schnell mal während eines kurzen Normallebens auf 2300 € und mehr.

  15. Ich hatte mir die Kostenaufstellung eines Bestattungsunternehmens genauer angesehen.

    Die Sachlage:

    Die Großmutter ist verstorben.
    Sie muss vom Pflegeheim in ein ca. 10km entferntes Krematorium verbracht werden.
    So fahren 2 Mann mit Ihrem Sarg-Kombi zum Pflegeheim, betten die Verstorbene in einen Blechsarg um und transportieren sie zum Krematorium. Dort wird der Leichnam in einen Holzsarg umgebettet und in den Ofen geschoben. Es findet hierbei keine Trauerfeier oder ähnliches statt, da die Urne an den früheren Wohnort geschickt werden soll, um dort die Trauerfeier abzuhalten.
    Allein für diese Dienstleistung verlangt das Bestattungsunternehmen 1080.-EUR (ohne Einäscherung, die zusätzlich 500.-EUR kostet). Keinen Blumen, keine Kränze, kein Redner … nichts weiter als der Transport vom Pflegeheim zum Krematorium, das auf Nachfrage ganze 3 Stunden gedauert hat. Hinzu kommen lediglich die Komunikation mit dem Standesamt und dem Friedhofsamt. Alles in Allem kommt man auf maximal 8 Stunden Aufwand. Das entspricht einem Stundenlohn von 135.-EUR – Dieser Preis steht in keinem Verhältnis zur geleisteten Arbeit. Ich denke, dies lässt sich mit einem Wort beschreiben: Wucher!
    Auch das städtische Friedhofsamt beteiligt sich an diesem Spiel. Für das Beisetzen der Urne verlangt die Stadtverwaltung rund 550.-EUR.
    Die Tätigkeit hier:
    Verbringen der Urne vom Friedhofsamt zum Friedhof: 0,5 Std
    Ausheben des Urnengrabs: 1 Std.
    Teilnahme am Gottesdienst: 1 Std.
    Beisetzung der Urne und verschließen des Grabs: 0,5 Std.
    Rückfahrt zum Friedhofsamt: 0,5 Std.
    Alles in allem 3,5 Std. Arbeit, zu einem Stundenlohn von 157,14 EUR. — Ach ja, da ist dann noch die Orginalaussage der Mitarbeiterin im Friedhofsamt: „Um die Trauerfeier in der Kirche müssen Sie sich natürlich selbst kümmern …
    Ohne Trauerfeier und Grabmiete sind wir nun schon bei 2130.-EUR (entspricht über 4000.-DM)– und das für 1,5 Tage Arbeit …

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Nutzungsbedingungen | Trollhilfe | Kommentar nicht erschienen? | Smileys