Bleiben Uhren stehen, wenn jemand stirbt?

Unheimliche Berichte von stehen gebliebenen Uhren. Bleiben die Uhren wirklich stehen, wenn ein Mensch stirbt?

uhr-pixabay

Geheimnisvolles tut sich in Deutschlands Sterbezimmern. Es gibt unzählige Berichte, daß beim Eintritt des Todes sofort alle Uhren im Sterbezimmer/-haus stehen bleiben.
Was ist da eigentlich dran?

Relativ unbefangen widmete ich mich dieser Frage bereits vor fünf Jahren in einem gleichnamigen Artikel „Bleiben Uhren stehen…?“

Damals schrieb ich, daß ich noch in keinem Fall so etwas erlebt habe. Für mich gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem mechanischen Versagen von Zeitmessern oder dem Leerwerden von Uhrenbatterien und dem Eintritt des Todes in unmittelbarer Nähe.
Erstaunlicherweise melden sich aber auch heute noch in Kommentaren zum verlinkten Ursprungsartikel Leute, die behaupten, genau das sei aber bei ihnen geschehen.

Nun gibt es ja bekanntlich Dinge zwischen Himmel und Erde… so fangen immer Sätze an, bei denen man für irgendwelche Vorkommnisse die Erklärung im Übernatürlichen, Übersinnlichen oder gar Feinstofflichen sucht.
Es ist aber müßig, nach einer Erklärung, sei sie nun feinstofflich-esoterisch oder rational wissenschaftlich, zu suchen, da mir kein solches Vorkommnis bekannt ist.
Bei so vielen Sterbefällen, die ich bearbeitet habe, hätte ja zumindest mal einer darunter sein müssen, bei dem die Angehörigen etwas derartiges bemerkt hätten. Das war aber nicht der Fall.

Ich würde also so weit gehen und behaupten, daß die Beobachtung der Menschen, hier getrübt ist. Möglicherweise nehmen sie eine schon lange stillstehende Uhr in diesem Moment erst als solche wahr, vielleicht hat der zum Sterben Daniederliegende auch einfach keine Gelegenheit mehr gehabt, sie aufzuziehen oder mit Batterien zu versorgen oder aber die Leute, die so etwas berichten, tun dies, um etwas Außergewöhnliches berichten zu können.

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  • Veröffentlicht am: 29. September 2013
  • 34 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Frag den Bestatter

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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  1. Ich weiß nicht. Eine bestimmte Uhr soll im Haus meines Großvaters stehen geblieben sein, als meine Großmutter starb. Deswegen blieb sie auch immer auf dem Regal stehen, auch als mein Großvater selbst „auszog“, weil es die Angehörigen berührte.
    Jahre später fing sie von selbst wieder an zu laufen, tat es aber nicht lang.

  2. Das ist mal wieder so ein Fall wo einem nur etwas auffällt wenn es tatsächlich passiert, nicht aber, wenn es nicht passiert. Von allen, die bisher in meiner Familie verstorben sind ist es „nur“ bei einem Großonkel von mir passiert. Bei dem waren es dafür aber auch gleich zwei Uhren, mein Wecker und meine Küchenuhr die in der gleichen Nacht den Geist aufgegeben hatten. Ich hab mich über den Zufall zweier stillstehender Uhren gewundert, ein paar Tage später auf dem Weg zur Beerdigung haben wir dann rekonstruiert dass er tatsächlich in dieser Nacht gestorben ist. Zufall, aber man merkt es sich eben.

  3. dieser aberglaube stammt wahrscheinlich noch aus der zeit, als die uhren taeglich aufgezogen werden mussten. wenn das am todestag unterblieb, dann stand die uhr eben auch irgendwann an diesem tag still.

  4. Die Uhr im Auto meines Bruders blieb stehen, als er mit dem Wagen auf eine Mauer geprallt war und sich bei dem Frontalaufprall der Motorraum auf 40 cm verkürzt hatte. Was vermutlich zum Ende der Batterie/Elektrik geführt haben dürfte. Festgestellt habe ich die stillgestandene Uhr, als ich mich um die Restverwertung des Autowracks gekümmert und letzte Gegenstände aus dem Auto geborgen habe. Der offizielle Unfallzeitpunkt lt. Akten lag ca. 40 Minuten später, ein Taxifahrer hatte den Unfall gemeldet. Der Gedanke, dass mein Bruder 40 Minuten alleine dort lag, dass x Autos vorübergefahren waren und sich keiner gekümmert hat, hat mich lange belastet. Das Wissen, dass die 40 min ihn vermutlich vor einem Leben im Siechtum bewahrt haben (er ist 2 Std. später im Krankenhaus gestorben), war lange nur ein schwacher Trost. Meinen Eltern habe ich das mit der Uhr im Auto übrigens nie gesagt. Es hätte meinen Bruder ja nicht wieder lebendig gemacht, ihr Leid aber noch mehr verstärkt.

    • Kann aber auch sein, dass die Uhr nicht richtig ging. Wenn er z. B. in der Zeit zuvor (kann ja auch Tage vorher gewesen sein) die Batterie aus welchen Gründen auch immer abgeklemmmt hatte und danach vergessen hat die Uhr zu stellen. Ist mir schon mehrfach passiert.
      Eine andere Zeit auf der Uhr wie in diesem Falle, gilt nur in billigen Krimis als Beweis. Mach Dich nicht deswegen verrückt.

  5. Naja… bei Automatik-Armbanduhren könnte das m.E. schon passieren, da diese durch Bewegung aufgezogen werden. Da sich Leichen (unter normalen Bedingungen) doch eher wenig bewegen, würde diese Uhr irgendwann stehen bleiben. Jedoch nicht zum Todeszeitpunkt… hm… wäre noch der Einfluss der abfallenden Körpertemperatur auf das mechanische Uhrwerk. Schließlich laufen Automatikuhren angeblich im Winter etwas schneller und das Uhrwerk „entlädt“ sich schneller… aber alles wohl seeeeehr weit hergeholt :-)

  6. Ich kann vom gegenteiligen Fall berichten: Mein Vater starb mit knapp 90 ohne lange Krankheit. Allerdings sah er nicht mehr gut und hatte sich daher eine sprechende Armbanduhr gekauft, auf die er sehr stolz war. Der Bestatter holte die Kleidung ab, die er aufgebahrt im Sarg tragen sollte. Seine schönste Jeans, ein Freizeithemd und natürlich die Uhr. Ein Enkel von auswärts hatte sich noch nicht vom Opa verabschiedet, also wurde mit dem Bestatter ein Termin vereinbart, zu dem der Sarg in der Friedhofskapelle offen aufgebahrt sein sollte. Es erschien eine kleine Gruppe von Verwandten, um sich von „Opa Bert“ zu verabschieden. Der Bestatter blieb pietätvoll vor der Kapelle, während die Trauernden hineingingen. Es kam, wie es kommen musste: Mitten in die weihevolle Stille hinein hörte man plötzlich „Gong! Es ist zehn Uhr!“ Buchstäblich Tränen lachend erschien die Gruppe wieder draußen, während die Gesichtsfarbe des Bestatters leicht ins Purpurne spielte…

    • So wird man ihn auf jeden Fall in guter Erinnerung behalten.

    • Das ist eine schöne Anekdote. So ist das Leben. Mein Papa hat immer so Ideen, wie er uns aufmuntern könnte, wenn wir am Sarg stehen. Das würde ihm auch gefallen.

  7. Als eine ältere Verwandte zuhause im Beisein der Pflegerin von der Caritas starb, hielt diese direkt danach die Uhr am Bett an, so dass die Uhr danach den Todeszeitpunkt zeigte. Vermutlich hängt dieser Brauch auch irgendwie mit der Legende zusammen.

  8. Als die Mutter eines Bekannten verstarb wurden alle im Haus befindlichen Uhren angehalten. So nach dem Motto: Die irdische Zeit der Verstorbenen ist nun abgelaufen.

    • Andere Erklärung:
      Im Angesicht der Ewigkeit wird die Zeit nicht gemessen. Nicht nur dem Glücklichen schlägt keine Stunde…

  9. das waer im krankenhaus ja schlimm, wenn man dann jedes mal, wenn jemand stirbt die uhr austauschen/aufziehen muesste.

  10. Ich denke das sich dieser Aberglaube festgesetzt hat weil es oftmals üblich ist im Zimmer des Verstorbenen die Uhr anzuhalten. Seis im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim.
    Heist: Wenn die Verwandten kommen um Abschied zu nehmen steht die Uhr.
    Und wird erst wieder in Betrieb genommen wenn der Verstorbene abgeholt wurde.
    Auf einigen HP´s von Bestattungunternehmen findet man auch die Informationen das das Anhalten der Uhr zu einem von vielen Ritualen gehört um das Aschiednehmen zu erleichtern.
    Dazu gehören auch das Abdecken von Spiegeln, das Anzünden einer Kerze, das öffenen eines Fensters etc.

  11. ich kann Euch berichten als meine Nachbarin verstorben ist hatte ich ihren hund zu Pflege.
    10 Tage lang. in der 8ten Nacht hat er wie von sinnen gebellt, das war um 2:30,die Frau ist exakt um diese Uhrzeit 40 Kilometer in einem Krankenhaus verstorben. Alles nur Zufall?? Die ganzen Nächte davor war der HUND mucks mäuschen still.

    • Dass (Haus-)Tiere sowas wie einen 6. Sinn haben, das glaube ich definitiv! :)
      Aber dass Uhren von allein stehen bleiben wenn jemand stirbt, äh, nee sorry! ;)

    • Das ist in der Tat bemerkenswert. Ich habe gerade das Buch von dem Kater Oskar gelesen, der sich zu den Sterbenden legt, aber auch nur in der letzten Phase kommt. Da weiß man auch nicht, woher er das wußte. Bei 40km Entfernung bei einem Hund fallen Hormone, Gerüche etc ja eigentlich aus. Oder? Das sind so interessante Dinge…

      • In Bezug auf Kater Oscar in den USA (hab das Buch auch gelesen): Mediziner vermuten, dass der Kater den bevorstehenden Tod roch! Die Chemie eines im Sterben liegenden Menschen ändert sich. ;)

    • Ich kenne den umgekehrten Fall: einer meiner Schmuser hatte in seiner letzten Lebensphase eine Hinterhandlähmung, und deswegen habe ich ihn natürlich intensiv gepflegt, täglich gebürstet, weil er sich nicht mehr putzen konnte usw.
      Leider kam mir dann mein lange gebuchter Urlaub dazwischen. Mit war schon klar, dass ich ihn wohl nicht wiedersehen würde, als ich ihn einer Freundin mit den anderen in Pflege gab.
      An einem Morgen wachte ich traurig und depri auf, konnte das aber nicht wechseln. Ich geriet sogar in Streit mit meinen Mitbewohnern, weil ich einfach nur schlecht drauf war.
      Als ich dann am Abend die Freundin anrief, erfuhr ich, dass mein Erwinchen in den Morgenstunden gestorben war.
      Aus der Sicht ergab auch eine andere komische Sache, die ich an dem Tag gebracht hatte, plötzlich einen Sinn.

  12. Also ich kenne den brauch das die Angehörigen die Uhren anhalten wenn jemand stirbt. Also so von Menschenhand.

  13. Jain. Als ich zu meiner Mutter ins Krankenhaus kam war es 10.30 Uhr und 3 Tage später ist Sie um 10.30 Uhr verstorben. Zufall oder steckt dort mehr dahinter?

  14. Meines Erachtens kommt das daher, dass für lange Zeit die Uhren angehalten wurden, wenn jemand starb.

    Todeszeitpunkt festhalten? Die Zeit quasi anhalten, weil für den Toten die Zeit jetzt nicht mehr galt?

    Ich weiß es nicht. Den Ball spiele ich gerne zu Tom zurück :)

  15. Als meine Oma im Sterben lag, ging die große Standuhr auch nicht mehr richtig. Sie hat dann noch versucht mir zu erklären, wie man sie wieder zum Laufen bringt. Sie konnte aber kaum noch sprechen und ich habe das Gemurmel auch nicht mehr verstehen können. Was mir sehr leid tat, denn sie wirkte etwas ärgerlich, winkte dann aber erschöpft ab. Es soll so einen Trick gegeben habe, den kannte nur Oma. Die Uhr stand auch als sie starb.

  16. Ich kenne das in etwas abgewandelter Form: Die Uhren bleiben stehen, wenn der Hausherr stirbt. Dieser Satz stammt aus der Zeit, als die Uhren noch aufgezogen wurden – und das hat der Hausherr gemacht.

    • Ich habe mal éine Story gelesen, da hat der Hausherr das wöchentliche Aufziehen der Uhrengéwichte immer mit der Erfüllung seiner ehelichen Pflichten verbunden. So hatte alles seine Regelmässigkeit.

  17. Also bei meiner Großtante ist der alte Wecker in der std stehen geblieben in der Sie gestorben ist und ich habe den Wecker nicht mehr haben wollen. Ich möchte hier aber auch noch mal anmerken das auch ich das natürlich nicht als erstes dem Bestatter erzählt habe. Soll heißen nur weil die Angehörigen nichts sagen heißt das nicht das es nicht vllt bei jedem 2 Fall doch so war ;)

    • Das stimmt. Wenn man immer erzählen würde, was einem so durch den Kopf geht, würde man vielleicht schnell als spinnert abgetan. Zudem kommt noch, dass die Bestatter (zumindest, die die ich kennengelernt habe) immer so stocksteif sind, da gerate ich auch nicht ins Plaudern.

  18. Als ich zu meiner Mutter ins Krankenhaus kam war es 10.30 Uhr und 3 Tage später ist Sie um 10.30 Uhr verstorben.

    Zufall oder steckt dort mehr dahinter?

    Ich denke es gibt mehr auf der Welt als wir uns alle vorstellen können.

    Jeder Verstorbene sieht im Tod friedlich aus, als ob er etwas gesehen hätte woran wir alle nicht mehr glauben. Zitat von Fritz Roth.

  19. Als mein bester [und er war wirklich mein allerbester] Freund verstarb, blieb zwar keine Uhr stehen – aber die Uhrzeit, als der Anruf kam, hat sich mir ins Gedächtnis gebrannt.

  20. Eine Fundgrube zu diesem Thema: Aniela Jaffé, „Geistererscheinungen und Vorzeichen“, kann bei Kindle heruntergeladen werden. Die Verfasserin war Mitarbeiterin C.G. Jungs, leicht angestaubt, aber gut dokumentiert und ausgefiltert.

  21. Weiterhin sehr empfehlenswert: Die Bücher Rupert Sheldrakes, besonders sein letztes „Das Ende des Wissenschaftswahns“. Ansätze aus Quantenphysik und Tiefenpsychologie zur Deutung paranormaler Phänomene ohne Religion, Aberglauben und Esoterikgeschwurbel. Lohnt sich.

  22. Also hat zwar nichts mit ner Uhr zu tun, aber als mein Opa verstarb war mein Vater bei ihm, es war in der Nacht als er starb, jedenfalls gab es in der Nacht einen Stromausfall der dauerte so ziehmlich genau eine Stunde. In der stunde verstarb mein Opa. Ist doch auch komisch, es gab für den Ausfall keine erklärung…

  23. Als mein Bruder starb blieb im Wohnzimmer auch eine Uhr stehen. Was mich mehr wunderte war die Tatsache das in seinem Zimmer ein Akku lag (mignon-Zelle), sie lag auf dem Tisch und wurde heiss, ich verbrannte mir die finger, sie muss intern einen kurzschluss gehabt haben. Ich selbst hatte so etwas noch nie gesehen. Und das am gleichen Tag. Zufall ?

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