Die Kuschelurne

Gestern hatten wir den sprechenden Grabstein und heute die Kuschelurne.
Kuscheliger Kunstfaserplüsch in Teddy-Form umhüllt die sterblichen Überreste aus dem Krematorium:

Da kann man dann abends vor dem Kamin oder im Bett mit dem eingeäscherten Verblichenen noch ein bißchen kuscheln.
Erstrebenswert?

Zu bekommen für rund 150 $ hier.

Wer den Weg über die Niederlande geht, kann sich auch hier in unserer Republik so etwas ins Haus kommen lassen.
Jetzt ist die Kuschelurne nämlich auch in NL erhältlich:

Veröffentlicht von

Hallo! Ich bin Peter Wilhelm. Ich bin Buchautor und Publizist. Als Undertaker TOM erzähle ich Geschichten u. Erlebnisse aus dem Bestatteralltag. Als Fernsehexperte und Sachverständiger werde ich gerne zu den Themen Bestattung, Tod und Trauer befragt. Ich lebe mit meiner Familie in der Nähe von Heidelberg. Ich mag gerne Fruchtgummi und liebe Kaffee.

14 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ok, bei einer Urnenbestattung eines Kindes kann ich mir vorstellen, dass man evtl. dazu tendieren könnte, so einen Teddyüberzug zu wählen. Aber wenn ich mir vorstelle, so ein Teddy kommt dann mit ins Urnengrab oder in die Urnenwand, beschleicht mich so ein ganz leichtes Gruseln und Schaudern. Denn als Andenken, sprich die Urne wird vor der Bestattung dann vom Teddykleid befreit und die Angehörigen kriegen das dann überrreicht, das will ich mir dann erst recht nicht ausmalen…

    Also mein Ding wär’s nich.

  2. Das Kopfkino hinterläßt ein sehr merkwürdiges “error” Gefühl in meinem Bauch. Irgendwie ist das nix. Vielleicht liegt es daran, dass ein Teddy immer etwas positives, kuscheliges ausstrahlt und dann in Verbindung mit Tod und Bestattung und Verlust und Trauer….., wo doch ein Teddy per se darüber hinwegtrösten könnte, wenn man ihn kuschelt, aber wenn der dann das “Schicksal” innehat- das geht irgendwie nicht.

    Das ist wie Schoko mit eingebauter Diätpille oder so…

  3. die frage ist doch, warum es so vielen menschen heutzutage so schwer faellt, los zu lassen und abschied zu nehmen.

    • Das klingt ja sehr kühl, nach dem Motto, wenn ein Mensch oder ein Tier, das Dir nah stand stirbt, ok, kein Problem?
      Um die Frage zu beantworten, ich kann mir vorstellen, das es daran liegt, das Menschen das nie gelernt haben, ist ja auch kein Schulfach wie z.B. Mathe oder Physik.
      LG Mona

      • natuerlich ist das ein “problem”. natuerlich trauert man. aber es ist doch nicht gesund, sich so fest zu klammern. ich bezweifle, dass der verstorbene angehoerige gewollt haette, dass man in der trauer versinkt. ich jedenfalls wuerde wollen, dass meine familie und freunde nach vorne schauen.

    • Ich möchte jetzt nicht zynisch klingen, aber vielleicht haben die Leute einfach zuviel Zeit.
      Früher hatte eine Mutter, die ihr Kind verlor, vielleicht noch 4 andere zu versorgen und gar nicht den Kopf, sich so in ihre Trauer reinzusteigern. Oder man hatte zuviel Arbeit für sowas.
      Oder der Tod war viel selbstverständlicher als heute, da er auf Grund unserer fortschreitenden Medizin auch, nun, immer seltener wird. Man nahm ihn vielleicht selbstverständlicher hin.

  4. Für eine Kinderbeerdigung kann mich mir den Teddy-Urnenbezug gut vorstellen, vielleicht ist der Teddy für die Eltern eine Art “Erinnerung”, den sie nach der Beerdigung mit nach Hause nehmen?
    Allerdings kann ich das aufgrund nicht vorhandener Kinder nicht wirklich beurteilen.
    LG Mona

  5. Vielen Dank für die Verbreitung solcher Konzepte, solcher (leider noch) möglichen Umwege, lieber Tom!
    Nur so können die deutschen Gesetze gelockert werden.
    Mein Freund und ich “erlauben” uns testamentarisch die Überführung der Asche in die Schweiz zwecks Diamanten-Herstellung, ich glaube, das habe ich auch von hier.

    Es ist mir unverständlich, warum die Gesetze hier in Deutschland so strikt sind, warum man in Punkto Trauerarbeit so bevormundet wird.

    Gibt es plausible Gründe dafür?

    Mein Bruder und ich haben unseren Bestatter zufällig auf dem Friedhof getroffen – mein Bruder hatte die Idee mit dem Holzkreuz schon telefonisch angekündigt (http://bestatterweblog.de/wohin-mit-dem-alten-grabkreuz/) – besagter Bestatter ist vielleicht (“erst”) Mitte 40 – kannte weder (einen) Blog, noch diesen Umgang mit den Holzkreuzen oder den möglichen Hintergrund (kein Geld für ein ordentliches Holzkreuz), den wir ihm erläuterten.
    Er wirkte eher genervt. Schade. Ich glaube, er ist der einzige Bestatter des Ortes.

    Also… Danke für diese Arbeit!

    • Du weißt aber schon, dass das Testament erst Wochen nach der Beisetzung eröffnet wird.
      Auch hier nachzulesen.
      Also am Besten das Ganze auch noch so festhalten, dass der Bestatter das auch mitbekommt.

      • Yipp, die betreffenden Personen wissen natürlich Bescheid. Und wenn die nicht mehr sind, dann isses eh egal. Wir leben in einer Großstadt und wissen nicht, wohin das Leben uns treiben wird, daher gibt es keine Vorsorge bei einem Bestatter. Alles juti.

  6. Ich fand das jetzt auf Anhieb anrührend, der Gedanke, einen geliebten Verstorbenen so in den Arm nehmen zu können.

  7. Kurze Frage: bin ich jetzt pervers wenn ich das schön finde? Bin da grad selbst im Zweifel…

    • Die Geschmäcker sind nun mal verschieden.
      Und darüber sollte man nicht streiten.
      ;-)

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