Ich möchte ein E kaufen

Es war etwas schwierig, die Geschichte zu erzählen, denn einerseits will ich einen „unbeleckten“ Namen verwenden und andererseits funktioniert es fast nur mit dem richtigen. Aber ich glaube ich habe einen Weg gefunden:

Da kommt ein älterer Herr zu uns und verlangt zum wiederholten Male ein kleines „e“.
Das kostet 20 Cent.

Was ist passiert? Um was geht es?

Auf den Gräbern steht bis zur Aufstellung eines Grabsteins ein Holzkreuz mit dem Namen und den Lebensdaten des jeweiligen Verstorbenen. Bei uns werden die Holzkreuze mit einer durchgehenden bedruckten Klebefolie versehen, mehrfach lackiert und bei Verwitterung oder „Verlust“ kostenlos ersetzt. Manchen fehlt ja auch das Geld für einen Grabstein…

Wir haben allerdings auch einen Setzkasten mit einzelnen Klebebuchstaben, die nehmen wir her, wenn das Kreuz mal von einem Fahrer, schnell zwischendurch, am Wochenende, nachts, beschriftet werden muß. Das geht nämlich ohne Drucker und Computer.

Ich weiß nicht, von welchem Bestatter der Mann seine Frau hat bestatten lassen, jedenfalls muß der nur solche Einzelbuchstaben verwenden.

Sein Name ich Feick.

Und offenbar gibt es Typen, die einen Spaß dran haben, da immer das „e“ zu klauen.
Das betrübt Herrn Feick.

Jetzt haben wir ihm angeboten, ihm ein Kreuzschild mit eingeschnitzter Schrift machen zu lassen, ich habe gesehen, daß der Pietätwarenhändler sowas im Angebot hat.

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  • Veröffentlicht am: 4. April 2008
  • 22 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Allgemein

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

22 Kommentare » Schreibe auch Du einen Kommentar

  1. Och, mit nem Lötkolben kannst du ihn das ja auch einfach reinbrennen ;)

  2. Oder die Scherzkekse, die Schilder von Schlecker mit einem vorangestellten AR versehen. Auch Kinder-Döner oder Kinder-Rouladen auf mit Kreide beschrifteten Tafeln vor Restaurants sind schnell zu machen und sehr beliebt.

  3. Bevor ich zu dem Feick kam war ich noch bei dem Nachnamen „Heitler“

  4. „Da kommt ein älterer Herr zu uns und verangt zum wiederholten“

    Und ich kaufe ein „L“ :D

  5. Rrrr…rrrrrrrrrrrrrraattatattattataatatatatatatata..ta…ta…..ta……t

    Bankrott!

  6. In dem Zusammenhang fällt mir das „Haus Mose“ ein, wo dann Spaßvögel mal zwei Punkte über das o gemalt haben…

  7. Ich denke da immer an das Bild, wo bei einer großen Drogeriekette jemand „AR“ vor das Firmenschild geschrieben hat.

  8. und jetzt ratet mal, welcher buchstabe am heidelberger buNsen-gymnasium früher immer geklaut wurde? *g* seit vielen jahren ist die schrift nur noch mit der leiter erreichbar ;)

  9. Tia, und mein Geburtsort ist Irsch, ein wunderbares Ortsschild für Scherzkekse am 1. Mai, dann bin ich also im A…. geboren.

  10. omg, wie pubertierend und PIETAETLOS kann man sein, fremder Leute Graeber so zu schaenden?

  11. Auf einen Wegweiser zum Vogelpark haben bei uns auch mal irgendwelche Typen zwei kleine Punkte gesetzt… ist aber mittlerweile beseitigt.

  12. Im Gedenken an Robert Gernhardt

    „Der Tag, an dem das verschwand

    Am Tag, an dem das verschwand,
    da war die uft vo Kagen.
    Den Dichtern, ach, verschug es gatt
    ihr Singen und ihr Sagen.

    Nun gut. Sie haben sich gefaßt.
    Man sieht sie wieder schreiben.
    Jedoch:
    Soang das nicht wiederkehrt,
    muß aes Fickwerk beiben.“

  13. Nun, das Ehepaar Müller war auch nicht besser dran. Sie hatten im Kurhotel das Zimmer 100, leider fiel immer wie die 1 vom Türschild herunter…

  14. Bei uns in Elmshorn hat Talkline seine Zentrale. Vor einiger Zeit fiel das T von den Leuchtbuchstaben aus.

  15. Da gäbe es auch noch die Walliser Dörfer „Filet“ und „Bitsch“…

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