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Koma -1-

Als Klaus morgens das Haus verließ, hatte er Zornesfalten auf der Stirn und sein Brustkorb pumpte. Stoßweise bildete der Atem in der kalten Novemberluft neblige Schwaden. „Dumme Ziege!“ schimpfte der 29-jährige vor sich hin, als er um das Haus herum zum Schuppen ging, um sein Fahrrad zu holen. Warum mußte Saskia, seine Frau, immer in den unpassendsten Momenten durch ihre blöde Fragerei ihm alle Probleme vor Augen führen? Abends wenn er lange schon müde war, spät gegen 23 Uhr, und es ihn nur nach nach seinem Bett sehnte, dann mußte sie so etwas fragen wie: „Wie soll das jetzt weitergehen mit der Mieterhöhung?“

Natürlich bewegte es auch Klaus, daß der Vermieter die Miete für das kleine Einfamilienhaus erhöht hatte, aber Klaus wollte das durch ein paar Überstunden kompensieren, während Saskia mal wieder den Untergang des Abendlandes erwartete.
Und an diesem Morgen? Da hatte sie wieder von den Schulden bei der Bank angefangen. Seiner Meinung nach kein Problem, sie hatten noch vier Wochen Zeit, das zu bezahlen und bis dahin hätte er das Geld sicher zusammen. Doch Saskia konnte nicht anders, sie bewegte immer nur die Sorgen in ihrem Kopf, während er diese lieber verdrängte und sich Gedanken um praktische Lösungen machte.

Nun würde er aber wieder den ganzen Tag daran denken müssen, so wie er oft nachts nicht gut schlafen konnte, weil seine Frau ihm kurz vor dem Zubettgehen wieder eines der Probleme, die wohl jede Familie hat, mit auf den Weg geben mußte.
„Jetzt wo ich schwanger bin, bricht hier alles über uns zusammen, und was machst Du? Du machst gar nichts!“ hatte sie ihm noch nachgerufen.

Wütend trat Klaus noch fester in die Pedale, so als ob er durch Treten und Schwitzen die sorgenvollen Gedanken und die Erinnerung an den kurzen aber heftigen Streit wegstoßen könne.
An der nächsten großen Kreuzung bremste Klaus ab. Die Ampel zeigte Rot, doch er reckte sich, schaute nach links und nach rechts, rollte mit dem Fahrrad an den wartenden Autos vorbei. Er als Radfahrer saß höher als die Autofahrer, saß im Freien, und konnte besser als sie den Verkehr überblicken.

Alles frei! Also feste in die Pedale treten und rüber über die Kreuzung, er war schon spät dran.
Der Streit mit Saskia hatte ihn wertvolle Minuten gekostet und Klaus wollte auf keinen Fall zu spät zur Arbeit kommen.

Doch er würde an diesem Tag gar nicht zur Arbeit kommen – er würde nie mehr zur Arbeit kommen!

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Peter Wilhelm15. Juni 2015

13 Kommentare von 138907.

  1. Bissel sehr kurz, meinst du nicht? Zumindest für mich – auf, rück noch ein bisschen mehr Text raus, ich weiß doch, dass du den hast! ;-)

  2. Vermutlich wäre sonst die MD (Siehe Artikel zu den römischen Zahlen) geknackt worden…
    Wie wäre es mal mit Hexadezimal, um zur Weiterbildung der Leser beizutragen? :)

  3. Kaum ist Günther – einigermaßen – abgeschlossen, kommt schon Klaus um die Ecke. Wäre Tom eine Frau, würde sie sich sein Geld als Domina verdienen…

  4. Nun, was Günther angeht mag nach meiner Ansicht noch ein Abschlußteil fehlen, aber dann ist es auch gut, die Luft ist raus. Wenn es bei Günther jetzt noch eine Schleife geben sollte endet das auch wie die FEE DER NACHT. Upps, hab ich da jetzt noch ein Fass aufgemacht? :D
    Ich habe jedenfalls Günther und die Fee für mich abgehakt und freue mich jetzt auf die Neue Geschichte!

  5. Seid doch nicht immer so negativ. Der kommt nicht mehr zur Arbeit, weil er im Lotto gewonnen und die Nase von der Nörgelei seiner Frau satt hat.

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