Ihr dürft ruhig kommentieren

Ich habe da bei meinem Weblog so eine Funktion, die statistische Daten sammelt. Da kann ich feststellen, daß hier jeden Tag ein paar Hundert Leute vorbeischauen und meine Geschichten lesen.

Auch wenn meine Themen vielleicht nicht so bunt und lustig sind, aber trotzdem darf jeder gerne auch Kommentare schreiben.

Manche (Tage) haben es in sich

Au Mann, gerade komme ich von einer Überführung zurück.
Gegen 18 Uhr kam der Anruf: „Mein Mann ist vestorben, bitte holen Sie ihn ab!“
Soweit nichts Ungewöhnliches. Ich habe meine „Männer“ angerufen, also die Fahrer vom Bereitschaftsdienst. Die sind dann eingerückt, haben unseren Leichenwagen (wir sagen Bestattungsfahrzeug) gerichtet und dann dorthin gefahren.
Um 19 Uhr bekam ich einen Anruf. Es waren die Fahrer: „Chef, Sie müssen uns helfen, der Verstorbene ist so dick.“

Also bin ich auch dahin gefahren. Dann sah ich die Bescherung. Der arme Mann war in der Badewanne verstorben, ein Herzinfarkt.
Der Arzt hatte nur noch den Tod feststellen können.
Tja und der Mann wog schätzungsweise 200 bis 250 Kilo. So genau konnte man das nicht abschätzen. In jedem Fall war die Badewanne voll Mann, randvoll.

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Sie bescheissen uns ja um unser Geld!

Wie die meisten Bestattungsunternehmen vermitteln wir für unsere Kunden auch Traueranzeigen .
Bevor ich aber schildere, wie das bei uns ist, will ich kurz erzählen, wie das ansonsten ablaufen würde:

Die Leute müßten in die Stadt fahren (mit Parkplatzsuche und allem) und sich in die Schalterhalle der Zeitung stellen. Wenn sie dann an der Reihe sind, bekommen sie eine Auswahl von Anzeigen gezeigt und können sich die passende Größe aussuchen. Dann dürfen sie an einem Schreibpult selbst den Text aufsetzen. Die Mitarbeiterin der Zeitung kontrolliert das dann, ist eventuell bei Anpassungen und Korrekturen behilflich und kassiert dann beispielsweise 430 Euro für eine mittlere Anzeige.

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Offen oder zu?

Das fragen viele Bestatter ihre Kunden und meinen damit, ob der Verstorbene vor der Trauerfeier noch einmal offen aufgebahrt werden soll oder ob der Sarg verschlossen bleiben soll.

Ich muß, so glaube ich, nicht ausführen, warum man manch einen Verstorbenen nicht mehr aufbahren kann. Ansonsten hängt es von der inneren und persönlichen Einstellung der Angehörigen ab. Hierbei sollte man sich selbst die Fragen stellen:

* hat sich der Verstorbene innerhalb kurzer Zeit durch Krankheit/Unfall dramatsich verändert?
* möchte man ihn/sie lieber in Erinnerung behalten, wie er zu Lebzeiten gesund aussah?
* was denken die Verwandten darüber? Gibt es evtl. ältere Verwandte die ihn/sie noch einmal sehen möchten?
* will man, dass Nachbarn, Neugierige oder zufällige Trauerbesucher ihn/sie anschauen?
* ist man sich darüber im Klaren, dass das die letzte Gelegenheit ist?

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Sekundenkleber

Wenn man irgendwo erzählt, dass man Bestatter ist, weichen manche Leute zurück, so als habe man immer eine Leiche in der Tasche oder so. Ganz ehrlich, ich nehme keine Arbeit mit nach Hause! :-)

Auf jeden Fall aber steht man schnell im Mittelpunkt des Gespräches, weil zu dem Thema hat jeder irgendwas zu sagen oder will irgendetwas wissen.

Letztens fragte mich jemand: Wie macht ihr das eigentlich, dass der Mund des Verstorbenen zu bleibt?

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Da könnte ich kotzen! Und dann ging es gut aus

Acht Tage hatte ich Zeit, diese Trauerfeier vorzubereiten. Die Leute sind anspruchsvoll und haben etliche Sonderwünsche. Da sie aber auch nett sind und wohl auch über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen, lege ich mich mit meinem Team richtig ins Zeug. Da können wir mal zeigen, was wir können.

Offene Aufbahrung vor der Trauerfeier, Einzug des Sarges in die Kapelle mit Musik von der CD, Traueransprachen von Freunden und Verwandten, langer Zug über den Friedhof zum Grab. Während der Sarg ins Grab gelassen wird, soll ein Trompeter ein langsames, getragenes Stück blasen.

Kein Problem! Die Musikschule im Nachbarort war bisher immer hilfreich und einer der Musiklehrer hat solche Wünsche gut und preiswert erfüllt.

Heute suche ich den Trompeter und sehe ihn nicht. Hat meine Mitarbeiterin da was vergessen? Panik!

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Spardosen

Kommt doch tatsächlich heute nachmittag eine ältere Dame zu mir ins Bestattungshaus und fragt, was denn die schönen Spardosen im Schaufenster kosten.

In unserem Schaufenster stehen aber nur Urnen.

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