Dürfen wir unsere Oma selbst zu Grabe tragen?

sargtraeger

Darf man eigentlich selbst als Sargträger tätig werden?
Diese Frage beschäftigt Leser Jan:

Unsere Oma hat alle Formalitäten bezüglich ihrer Bestattung schon lange geklärt. Auch finanziell ist da alles geregelt.
Nun die Frage:
Oma hat ja alles durchgeplant, aber ich hätte da eine Idee die das ganze meiner Meinung nach etwas schöner machen würde, und zwar das nicht irgendwelche Sargträger vom Bestattungsinstitut Ihren Job machen, sondern das wir Enkel und Urenkel diesen letzten Weg für unsere Oma übernehmen.
Wäre soetwas machbar?

Also kann man Bestattungswünsche in der Form abändern?
Können wir Enkel und Urenkel und Schwiegerenkel uns so frech verhalten, und Ihre festgeplante Beerdigung wenns soweit ist einfach abändern?

Deine Oma hat alles vorausgeplant. Das ist nur zu begrüßen. Denn wie viele Menschen müssen jemanden bestattet, dessen Wünsche und Vorstellungen nicht bekannt sind!
Sicher hat die Oma den Sarg, die Wäsche und das Grab vorbestellt. Und ganz sicher sind im Leistungsumfang des Bestatters oder Friedhofes auch Sargträger enthalten.
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Pulsadern aufgeschnitten

Wenn sich jemand die Pulsadern geöffnet hat und daran verstorben ist, wie verfährt der Bestatter in einem solchen Fall?

Das möchte eine Leserin gerne wissen und fragt:

Vorab möchte ich Ihnen danken, dass Sie freiwillig die Fragen der Ratsuchenden so ausführlich beantworten und diese Menschen wissen lassen, dass sie mit ihren Fragen nicht alleine dastehen.
Nach einem Buch, wo jemand sich umgebracht hat indem er sich beide Pulsadern öffnete und dann in der Badewanne mit warmen Wasser lag, kam mir die Frage auf:
Wenn der Notarzt nur noch den tod feststellen kann und der Bestatter gerufen wird, wer näht da die Adern wieder zu? ALso da ja bei einer Bestattung meist die Arme zu sehen sind, und es auch postmortem Infektionen und Gerüche bilden würde?

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Mit einer großen weiteren Blutung ist an der Stelle nicht mehr zu rechnen. Mit dem Tod kommt der Kreislauf zum Stillstand und das Blut sinkt an die tiefsten Stellen.
Infektionen in dem Sinne entstehen auch nicht. Lediglich eine Besiedelung mit Insekten und deren Larven wäre denkbar, kommt aber unter Kühlbedingungen nicht vor.
Eine besondere Geruchsentwicklung, die über das sowieso vorhandene Maß hinausgeht, ist ebenfalls nicht zu erwarten.
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Der Sarg-Absenkautomat

Absenkautomat

Absenkautomat

Leser Christian hat eine Frage zu einem seltsamen Gestell, dass er bei einer Beerdigung gesehen hat.

Er schreibt:

Ich habe kürzlich in Kenia an einer Beerdigung teilgenommen.
Dabei fiel mir auf, dass der Sarg in eine an den Wänden und am Boden betonierte Gruft herabgelassen wird.
Dies geschah allerdings nicht durch die vier Sargträger, sondern es wurde der Sarg auf zwei Gurte gelagert, deren lose Enden jeweils vorher auf zwei parallee Wellen gewickelt worden waren.
Diese Wellen bildeten die Längsseiten eines rechtwinkligen Gestelles, das lose mit vier Stützen den Umriss des Grabes umfasste.

Ein einzelner Mitarbeiter des Bestatters löste mit einem Schraubenschlüssel eine Arretierung an der Schmalseite dieses Gestells, und der Sarg glitt lautlos in die Gruft, indem die Gurte sich, durch das Gewicht des Sarges gezogen, von den Wellen abrollten.

Ich sah dies zum ersten Mal und bitte Sie, falls sie etwas darüber wissen, mir den Ursprung dieser Technik zu nennen, und wie das nach Kenia kam.

Bei dem Gestell, das Du gesehen hast, handelt es sich um einen Sarg-Absenkautomaten.
Im wesentlichen besteht dieser aus vier runden Metallstangen, die teleskopartig ausgezogen werden können. Weiterlesen →

Die respektlose Kiste

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Noch ’ne Kiste…

Mein Schwager verstarb sehr plötzlich an einem Herzinfarkt. Allerdings nicht in Deutschland, sondern in Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, wo die Familie meiner Schwester damals lebte.

Meine Schwester kam dann sobald wie möglich in ihr hiesiges Domizil, von wo aus wir die Überführung ihres Gatten nach Deutschland und die Bestattung auf dem lokalen Friedhof organisierten. Ein Umstand allerdings gefährdete unerwartet unsere Planungen: Der Arzt in Kinshasa hatte im Totenschein als Todesursache etwas angegeben, was die deutschen Behörden mit „Herzversagen“ aus dem Französischen übersetzten. Herzversagen wird aber hierzulande nicht mit Herzinfarkt gleichgesetzt und gilt damit nicht als Nachweis einer natürlichen Todesursache, denn Herzversagen kann auch durch Vergiftung, Gewalteinwirkung o. Ä. hervorgerufen werden.

So nahm der Leichnam meines Schwagers nach seiner Ankunft in Deutschland einen unvorhergesehenen Umweg über das zuständige Rechtsmedizinische Institut. Meine Schwester rief, nachdem der Bestatter uns diesen Umstand mitgeteilt hatte, dort an, um zu erfahren, wie lange die Prozedur dauern würde. Sie hatte auch gleich Herrn P., den Leiter des Instituts, am Telefon. Seine ersten Worte: „Hab schon gehört, dass da noch ’ne Kiste kommt heute!“ Zum Glück gehört meine Schwester zu den Menschen, die auch in einer solchen Situation eine gewisse Bodenständigkeit und vor allem den Humor nicht verlieren…

Zum Glück ging’s alles recht schnell, so dass Trauerfeier und Beerdigung dann doch zügig organisiert werden konnten.

©Gerrit Gätjens 2016

Berlin: Urne wird einfach nicht bestattet – seit 12 Jahren

Rainer Hildebrandt war Widerstandskämpfer gegen Hitler, Publizist und Gründer des Mauermuseums.
Am 9. Januar ist er verstorben. Seine Urne wurde bislang nicht beigesetzt.
Man mag denken, der 9. Januar sei ja noch nicht so lange her, aber es war der 9. Januar 2004.

Die Witwe des Verstorbenen hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den letzten Wunsch ihres Mannes zu erfüllen. Und der klingt zunächst sehr bescheiden:
Rainer Hildebrandt wollte gerne neben einem Freund bestattet werden.
Dieser Freund ist Albrecht Haushofer. Albrecht Georg Haushofer (* 7. Januar 1903 in München; † 23. April 1945 in Berlin; Pseudonyme: Jürgen Dax, Jörg Werdenfels) war ein deutscher Geograph, Diplomat, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Die SS erschoss Haushofer in den letzten Kriegstagen am 23. April 1945.
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Interview mit einer Bestatterin

Es gibt ein paar fiese Sätze, die man nicht sagen darf: „Ihr seid ja noch jung.“ Oder: „Wird schon seinen Grund haben.“ Oder: „Ist vielleicht auch besser so.“ Auch wenn alte Menschen sterben, waren sie ein LebenspartnerIn und der andere bleibt einsam zurück. So was wie: „Es geht ihm jetzt auch besser“ oder „Jetzt muss sie nicht mehr leiden“. Diese Sätze sollte man einfach streichen, sie helfen niemandem in der Situation.

Das ist ein Zitat aus einem Interview, das Mareice Kaiser mit Bestatterin Lea Gscheidel führte.

Das komplette Interview findet man aktuell hier:

http://www.zeit.de/…bestatterin-job…

gefunden von Judith

Der andere Mann

telefon-pixabay

Ein Anruf in unserem Bestattungshaus ist mir noch gut in Erinnerung.
Das Telefon klingelt, ich will mich melden, doch der Anrufer am anderen Ende legt gleich los:

„Guten Tach, ich ruf Sie an.“

„Ja, guten Tag, das merke ich, um was geht es? Wie kann ich Ihnen helfen?“

„Ich bin der, der schon mal da war. Erinnern Sie sich an mich?“

„Nicht auf Anhieb.“ Weiterlesen →