Home Kontakt Impressum/Datenschutz Service-Portal Shop

Warum sind Bestatter so teuer?

Weshalb kostet die Bestattung so viel?

Immer wieder führen die Rechnungen von Bestattern zu Nachfragen und Diskussionen. Ich möchte anhand eines Schriftverkehrs der vergangenen Tage einmal ausführlich darlegen, weshalb ich immer wieder zu dem Schluß komme, daß die Rechnungen zwar sehr hoch, aber trotzdem angemessen sind.
Mir schreibt ein Herr völlig fassungslos, daß eine kleine Trauerfeier in Köln fast 1.800 Euro gekostet hat. Seine Mutter ist anderswo verstorben und dort auch beigesetzt worden. Da es in Köln auch Verwandte und Bekannte gibt, ging er zu einem Bestatter und buchte dessen Trauerraum für eine kleine Feier.

Meine Mutter verstarb in Norddeutschland und wurde später dort auch beigesetzt. Weil es in Köln noch Familie gibt, habe ich in Köln bei einem Bestatter eine Hauskapelle organisiert. Diese sollte lt. Anfrage 380€ kosten.
Es wurde mir angeboten, die Trauerkarten (43) zu drucken und zu verschicken. Außerdem sollten ein Foto meiner Mutter vergrößert und mit Passepartout bei der Trauerfeier aufgestellt werden.
Die Durchführung und Gestaltung der Trauerfeier habe ich selbst gemacht. Es kamen 35 Personen und die Feier dauerte eine knappe Stunde.
Insgesamt waren mit Vorbereitung und Verabschiedung großzügig gerechnet höchstens 2 Stdn. angefallen.
Ich habe gestern eine Rechnung über knapp 1.800 € erhalten und bin fassungslos.
Beispielsweise wurden für die Herstellung, das Adressieren und das Versenden von 43 Trauerkarten 400€ in Rechnung gestellt.
Für Beratung in allen die Bestattung betreffenden Fragen vor und nach der Beerdigung berechnet man 250 €. Die Aufbahrung der mitgebrachten Urne kostete 480€.
Die Überwachung der Trauerfeierr, Betreuung bei der Beerdigung 135€.
Wie schon gesagt, suchte ich eigentlich nur einen Raum für die Trauerfeier.
Ich wurde gefragt, ob sie die Trauerkarten und Verschickung übernehmen sollen und das Bild meiner Mutterr vergrößern sollen. Ich hatte einen netten Eindruck und stimmte zu, leider.
Ich bin fassungslos und wende mich an sie und wäre für eine Rückmeldung dankbar.

Es ist natürlich betrüblich, daß Sie im Zusammenhang mit dem Verlust eines lieben Menschen nun mit der Abwicklung bzw. Abrechnung unzufrieden sind.

Bestatterdienstleistungen sind im Allgemeinen recht teuer. Das liegt daran, daß Bestatter einen klassischen Notdienst unterhalten, und an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit sind.
Logistik, Personal und Betriebsstruktur sind auf die besonderen Umstände abgestimmt. Leistungen eines solchen Spezialdienstleisters haben grundsätzlich berechtigt ihren Preis.

Sie schildern mir die Zusammensetzung von rund 1.800 Euro Rechnungssumme.
Ich benötige die Rechnung nicht und kann anhand Ihrer Schilderung nachvollziehen, was vorliegt.

Der Raum für die Trauerfeier kostet 380 €. Das ist angemessen, ortsüblich und entspricht dem, was andere Bestatter, aber auch Friehofsverwaltungen für ihre Räumlichkeiten in Rechnung stellen.
Für 40 Trauerkarten sind Preise zwischen 150 und 500 Euro branchenüblich. Ich finde das auch immer zu teuer, aber die Bestatter argumentieren mit der „just-in-time“-Anfertigung und der teuren Bevorratung der vielen Papier- und Umschlagsorten.

Insgesamt nennen Sie mir keine ungewöhnlichen Preise. Das sind alles Preise im oberen mittleren Bereich.

Das Betrübliche ist, daß sich Bestatterkunden in den seltensten Fällen direkt nach dem ersten Beratungsgespräch einen Kostenvoranschlag bzw. eine Kostenaufstellung mitgeben lassen. Dann könnte man noch ein paar Stunden überlegen und evtl. eine Person, die weniger stark von der Trauer betroffen ist, über die Rechnung schauen lassen.

Im Nachhinein kann man da leider meist gar nichts machen.

Sollte ich etwas falsch verstanden haben, oder sollten Sie noch Fragen haben, scheuen Sie sich bitte nicht, mir zu schreiben.

Sehr geehrter Herr Wilhelm,
danke für die schnelle Beantwortung. Mich irritiert allerdings, dass sie über wesentliche Fakten hinwegsehen. Vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Meine Mutter wurde bei einem norddeutschen Bestatter beigesetz (und separat bezahlt), aufgebahrt usw. In Köln fand nur eine Trauerfeier statt!!!

In meiner Wahrnehmung, fallen nur Kosten für Raum, Karten und Bild an!! Und die finde ich schon recht hoch aber sie haben recht, ich hätte mir einen Kostenvoranschlag anfordern sollen.

Sie haben ja völlig recht, daß Sie den Gesamtpreis nur für eine Trauerfeier als zu hoch empfinden. So würde es mir auch gehen, würde ich mich in der Branche nicht auskennen.

Ich habe sehr wohl gelesen, daß Ihre Mutter in Bremen beigesetzt wurde, und ich habe das bei der Beantwortung Ihrer Anfrage auch berücksichtigt.

Wenn man zu einem Bestatter geht, nur um für die Kölner Bekannten und Verwandten noch eine kleine Trauerfeier zu machen, stellt man sich ja irgendeinen Betrag X dafür vor. Nur, wer weiß schon, wie hoch der tatsächliche Betrag bei einem Bestatter ist? Höchstwahrscheinlich wird Ihr erwarteter Betrag X sowieso und überhaupt von der Vorstellung des Bestatters abweichen.

Bestatter sind grundsätzlich teuer. Das weiß eigentlich jeder. Warum das so ist, habe ich Ihnen in meiner letzten Mail geschrieben.
Verbinden Sie damit aber bitte nicht die Vermutung, ich würde das generell gutheißen.

In Gesprächen mit Bestattern ist einer meiner am häufigsten benutzten Sätze: „Da müssen Sie aber die Kirche mal im Dorf lassen.“

Auch mir kommen manche Rechnungspositionen sehr hoch vor.
Sprechen wir in diesem Zusammenhang mal über den Trauerdruck.
Die Totenbriefe, Kaffeekärtchen, Gedenkzettel und Liederzettel, die Bestatter für gewöhnlich drucken, mußten früher bei Akzidenz-Druckereien in Auftrag gegeben werden. Sie wissen, daß Druckereien auf Auflage hin optimiert sind. Man sagt in Fachkreisen, daß nur das erste Exemplar viel kostet, der Rest ist nur noch Papier und Farbe.
Nehmen wir an, die Arbeit, der logistische Aufwand und das Bereithalten von Material, Software und Gerätschaften kostet pro Druckauftrag 100 Euro. Dann muß dieser Aufwand auf nur 20 oder 30 Karten verteilt werden. Es gibt keine hohe Auflage, bei der sich die Kosten verteilen und in den Centbereich gehen könnten.

Solche Kleinstdruckauffträge, die auch noch in kürzester Zeit, meist ohne Korrekturmöglichkeit und dennoch mit hohem Fehlerpotential, abgewickelt werden müssen, kosten einfach viel Geld. Das war vor 100 Jahren so, und es ist auch heute noch so.
Dabei spielt die preisdrückende große Auflage immer noch keine Rolle.

Die Kunden sehen nur, daß der Bestatter die Software ja sowieso hat, aus Dutzenden von Vorlagen auswählen kann und den Laserdrucker auch herumstehen hat. Wieso soll dann ein Trauerkärtchen 3 Euro oder 5 Euro kosten?
Aber diese Software mußte erst einmal angeschafft werden. Die Vorlagen mußten erst einmal erstellt werden. Ein Mitarbeiter muß sich in der Bedienung der Software und der Geräte auskennen. Er muß Geschmack, Textsicherheit und Fehlerfreiheit beherrschen.
Das alles muß vorhanden sein und das alles kostet viel Geld.

So kommt es, daß Kosten von 2-3 Euro pro Karte der branchenübliche Durchschnitt sind. Bei Luxuskarten mit Falzung kann das auch mehr sein.
Bestellt der Kunde noch das Handling, also Adressieren, Frankieren und den Versand, können da auch schon mal 6-9 Euro pro Karte draus werden.

Unter uns gesagt: Ich persönlich würde 2 Euro plus 1 Euro für Handling als angemessen empfinden, meinetwegen auch 5 Euro bei teureren Papiersorten und Umschlägen. Und das sage ich auch immer den Bestattern, die mich zur Betriebsprüfung einladen.
Das ist dann wie gesagt mein persönliches Empfinden.

Aber wenn ich dann die Buchhaltung anschaue und die Kosten des Betriebs sehe, muß ich von meiner Meinung stets abrücken.
10 Mitarbeiter, 2-3 Fahrzeuge, unzählige extrem teure Spezialgeräte und Vorrichtungen, das Gebäude, Hypotheken, Pachten, Mieten usw. sind immer exorbitant hoch. Und diese Kosten muß ein Kaufmann auf seine Waren und Dienstleistungen umlegen. Auf Särge, auf Urnen und auch auf Trauerkarten und die Vermietung seiner Trauerhalle.

Ja, Bestatter verdienen gut. Ich sage immer: Jede Mühe verdient ihren Lohn.
Wir können auch nicht hingehen und den Bestattern ihren Verdienst oder Reichtum neiden. Denn das wäre es, wenn wir mit der landläufigen Argumentation kommen: Die verdienen gut am Tod anderer Menschen.

Eine solche Neiddebatte ist schon deshalb grundsätzlich verkehrt, weil ja jeder die Möglichkeit hätte, diesen Beruf auszuüben und entsprechend zu verdienen. Es gibt noch nicht einmal Zugangsvoraussetzungen oder eine Meisterpflicht für diesen Beruf. Gewerbeschein genügt.
Aber wenn man sich entschließen würde, diesen Beruf zu machen, dann müßte man auch nachts raus, um Verstorbene von Bahngleisen zu bergen, man müßte im Vorbereitungsraum seines Unternehmens eine Arbeit erledigen, die nur die wenigsten machen möchten. Ich finde, diese Mühe verdient nicht nur ihren Lohn, sondern auch einen hohen Lohn.

Natürlich hat es, wie man hier im Süden sagt, ein gewisses G’schmäckle, daß jemand am Tod anderer gutes Geld verdient.
Dieser Gedanke ist ja auch sehr gut nachvollziehbar. Die Trauernden sind schon vom Verlust getroffen und nun kommt noch diese finanzielle Belastung auf sie zu.

Vor dem Hintergrund des oben Gesagten und dem, was ich Ihnen in meiner letzten Mail schrieb, ist es durchaus nachvollziehbar, daß der Kölner Bestatter auf diese Summe gekommen ist. In Anbetracht der Tatsache, daß Sie andere Erwartungen hatten, hätte man von vornherein klipp und klar einen fixen Kostenrahmen setzen müssen.

Ich persönlich war von der gleichen Situation betroffen. Meine Mutter wurde in ihrer Heimatstadt Essen beigesetzt. Hier in Mannheim, wo sie auch viele Bekannte hatte, sollte eine Trauerfeier stattfinden.
Hier verlangte der Bestatter damals (1992) 500 D-Mark für seine Trauerhalle. Für die Begleitung und Beratung erwartete er 230 D-Mark. Und mit Kleinkram und Drumherum wäre die ganze Trauerfeier dann unterm Strich auf 1.000 D-Mark gekommen.

Ich habe dann einen alternativen Weg gewählt und in einer Kirche eine Trauerfeier abhalten lassen. 80 Mark hat der Pastor dafür verlangt.

Als weitere Alternativen waren mir die Kapelle eine Dorffriedhofs vor der Stadt für 120 Mark und das Caritas-Haus für 50 Mark angeboten worden.

Und noch ein letzter Gedanke.
Mich erreichen täglich solche Anfragen, wie Ihre.
Ich beantworte diese gerne und wenn es sein muß, auch ausführlich.

Ganz oft haben Bestatter zu viel, oder völlig falsch, oder sogar doppelt abgerechnet. Das mag manchmal Absicht sein, manchmal resultiert es aber auch einfach aus einer recht einfach gestrickten kaufmännischen Logik, die sagen wir es mal so, von gebildeten Menschen nicht immer nachvollziehbar ist.
Aber in den allermeisten Fällen sind die Rechnungen korrekt. Sie sind alle hoch, das ist keine Frage; aber sie sind in sich stimmig und mathematisch richtig.

Fast immer stellt sich dabei folgender Sachverhalt heraus: Der Bestatter nennt die Einzelpreise seiner Waren und Dienstleistungen.
Spätestens ab dem dritten genannten Preis haben die Kunden verinnerlicht, daß die vorher genannten Einzelpreise nicht extrem hoch waren. Es werden dann weitere Positionen bestellt, davon auch einige, bei denen man gar nicht mehr nach dem effektiven Endpreis fragt. Im Kopf der Kunden werden nur die ersten überschaubaren Summen bewegt.
Am Ende kommt die Rechnung, und dann sehen die Kunden, zu welch einer Gesamtsumme sich die einzelnen Positionen auftürmen.

So komme ich also zu der Schlußbetrachtung, daß man diese Trauerfeier mit Beratung und Trauerkärtchen sicher auch für 750 bis 800 Euro hätte machen können. Aber Köln ist bestattungsmäßig traditionell ein teures Pflaster. Deshalb kann ich die vom Bestatter aufgerufene Summe nicht als überhöht ansehen. Sie ist hoch, keine Frage. Aber dem hätte man durch Alternativangebote und Preisvergleiche entgehen können. Einer Überraschung beim Endpreis entgeht man weitestgehend dann, wenn man VOR der Auftragserteilung auf der Aushändigung einer Kostenaufstellung besteht. Dann hat man schwarz auf weiß, was einen hier erwartet und kann die Notbremse ziehen.

PDF erzeugen
Peter Wilhelm13. Februar 2017

6 Kommentare von 139148.

  1. Lieber Herr Wilhelm,
    ich lese hier nun seit einigen Jahren still mit. Zu Ihren Erklärungen über möglichen Kosten möchte ich mich nun aber auch einmal äußern.

    Sie schreiben z.B. „Bestatterdienstleistungen sind im Allgemeinen recht teuer. Das liegt daran, daß Bestatter einen klassischen Notdienst unterhalten, und an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit sind.
    Logistik, Personal und Betriebsstruktur sind auf die besonderen Umstände abgestimmt. Leistungen eines solchen Spezialdienstleisters haben grundsätzlich berechtigt ihren Preis.“
    Die Argumentation kann ich grundsätzlich nachvollziehen, jedoch erschließt sich mir in dem o.g. Beispiel nicht, warum die, zugegeben berechtigten, Kosten auch für „alltägliche“ Wünsche berücksichtigt werden. In dem Fall wurden keine Dienstleistungen in den Nachtstunden erbracht und alle geforderten Dienstleistungen sind ebenfalls marginal. Daher verstehe ich schon, dass die Preise hierfür zu hoch sind. Ich finde der Bestatter kann nicht einfach alle Kosten grundsätzlich auf alle Dienstleistungen aufteilen.

    Weiterhin schreiben Sie, dass die Trauerkarten aufgrund „der „just-in-time“-Anfertigung und der teuren Bevorratung der vielen Papier- und Umschlagsorten“ im Vergleich teurer sind.“ Welche Kosten für die Bevorratung fallen hier wohl an? Für Papier und Umschlagsorten werden die wenigsten Bestatter wohl separate Lagerhalle anmieten, sodass sich die Kosten in Grenzen halten. Papier kann man nämlich sehr gut in jeder Ecke eines Raumes lagern.

    Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde die Preise für Bestattungen grundsätzlich angemessen, finde aber auch, dass einige Positionen zu teuer ausgewiesen werden.

    • @Arno Nühm: Lesen Sie bitte den ganzen Text. Es ergibt sich daraus, daß die Gesamtkosten des Betriebs eines Bestattungshauses auf alle Rechnungspositionen umgelegt werden müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun eine Komplettdienstleistung oder nur geringfügige Teile davon erbracht werden.

      In meinen Seminaren verwende ich immer folgendes Beispiel:

      Professor Biedermann ist Chirurg. Er operiert am offenen Herzen. Für eine zweistündige OP berechnet das Krankenhaus später der Kasse 25.000 Euro.
      Wäre es jetzt berechtigt, zu sagen, Prof. Biedermann könne doch mal eben noch eine Blinddarm-OP für 380 Euro machen? Er ist ja sowieso gerade da, es dauert nicht lange und der OP, sowie alle Materialien stehen ja sowieso nur so herum.

      Es geht im vorliegenden Fall auch nicht darum, daß Dienste während der Nacht erbracht wurden. Diese würden wahrscheinlich ohnehin nochmal zusätzlich berechnet. Es geht um die Gesamtkosten eines auf den Spezial- und Notfall ausgerichteten Betriebs.

      Alles andere würde ja bedeuten, daß Bestatter nun zwischen einfachen, schweren und mittelschweren Fällen unterscheiden müßten und verschiedene Preise für „nur mal eben Trauerfeier“ und „Beerdigung mit Trauerfeier“ machen müssten.
      Das wäre, so glaube ich, zuviel verlangt. Der Bestatter hat Preis X für die Trauerhalle angesetzt und ich sehe keinen Grund, weshalb er diesen Preis nicht für jede Benutzung auch in Rechnung stellen können soll.

  2. Ich hatte mich schweren Herzens (weil es einfach mal sein mußte!) zum Gang zu einem Bestatter entschlossen.
    Nach einigem Hin und Her fiel es mir sogar leicht Fragen zu stellen,die dem Herrn wsl.gar nicht gepasst haben,obwohl doch Konkurrenz das Geschäft „belebt“, wie man auch hier sagen sollte.
    Beispiel:es existieren sicher nach wie vor Fahrten im Bus in die Tschechei,wo dann Interessenten schon mal schauen können, ob sie sich evtl.für eine Einäscherung dort entscheiden könnten. Auto mit Sarg fuhr auch hinterher,also wurde das schon mal gut genutzt.
    Anschaulich und gut zu sehen:obwohl das viele Menschen als sehr makaber empfinden mögen: man durfte zusehen,wie der tote Körper verbrannt wurde.
    (in Deutschland wird das sicher auch aus Pietätsgründen abgelehnt usw.?)
    Nun: es war ja nicht der eigene Vater, die eigene Mutter etc. Und danach durfte jemand ein wenig Asche separat mit nach Hause nehmen! Wen, (zum Teufel!) stört es denn? Und die Urne wurde natürlich (?) auch in der Tschechei eingegraben. Mir wäre es total egal, wo man meine sterblichen Überreste „verbuddelt“ (wobei ich beim schwarzen Humor bin), günstig sollte es für die Hinterbliebenen sein und nur das.Die Erinnerung bleibt e,die Liebe auch.

    Der Bestatter vermochte mir nur zu sagen, was so der gefahrene Kilometer ins Ausland käme, danach fragte ich ja gar nicht. Die Bestatter sollten sich auch in Zukunft an Nachfragen (vorher!) gewöhnen, wo doch sicherlich von Zeit zu Zeit das Prozedere um das Danach teurer wird.Mir sind meine lieben toten Ahnen auch lieb und teuer, aber der Wunsch meiner Eltern war es nun mal:anonym bestattet zu werden, dem hatten die Kinder nichts entgegen zu setzen. Mein Vater,meine Mutter hatten sich etwas dabei gedacht!

    Konkurrenz wird den Bestattern auch durch diese nicht weit verbreitete Möglichkeit beschert:Kryonik! Ernsthafte Menschen befassen sich damit und es lagern auf der Welt schon einige halb (?) tote Menschen in Behältern,wartend auf das Auftauen in XYZ – Jahren. Aber (zum Glück?!) für die hiesigen Bestatter: das ist nun noch teurer als eine Bestattung, egal ob in Urne oder Sarg. Ewiges Leben schön und gut, aber es bleiben Zweifel, ob das erstrebenswert ist…

  3. Verständnisfragen:
    „Die Aufbahrung der mitgebrachten Urne kostete 480€“ – wie kann man die Urne mitbringen (und dann auch wieder mitnehmen?), ich dachte das ist in D nicht erlaubt? Und was bedeutet dann in diesem konkreten Fall „Aufbahrung“ – auf ein Podest mit Tuch stellen oder das Ganze für die Trauerfeier inklusive Blumenschmuck etc. arrangieren? Bei letzterem wäre der Preis angemessen, bei ersterem doch recht hoch, oder?

    „Die Überwachung der Trauerfeierr, Betreuung bei der Beerdigung 135€“ Wie kann man eine Beerdingung betreuen, die man gar nicht durchführt? Wobei ich da den Preis auch schon für die „Überwachung der Trauerfeier“ durchaus angemessen finde

    • @Judi: Diese beiden Punkte sind tatsächlich fraglich. Ich vermute ja, daß das vorgegebene Textbausteine aus der Bestattersoftware sind. Was die beiden Positionen bedeuten, wird noch geklärt.

  4. Kryonik, ach Himmel du noch eins. Kann mir bitte mal irgend jemand plausibel erklären, wieso eine Gesellschaft der Zukunft sich „halb“tote (die sind ganz herkömmlich volltot!) Menschen auftauen und von ihren Gebrechen heilen soll? Noch dazu auf Allgemeinwohlkosten – denn mitnehmen kann man sein Geld leider auch in der Kryonikröhre noch lange nicht (die Erben würden sich wohl auch bedanken). Warum sollten diese Zukunftsmenschen sich mit kranken oder alten Leuten belasten, mit denen sie überhaupt nichts zu tun haben?

    Salat

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Nutzungsbedingungen | Trollhilfe | Kommentar nicht erschienen? | Smileys