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Ab in die Grube

Ist dir sowas schon mal passiert? Ich meine, dass [ein Sarg zu schnell ins Grab abgelassen wurde]. Und was würde man in so einem Fall machen?

Hier ist es üblich, daß der Sarg auf zwei querliegende Hölzer über das Loch gestellt wird. Zwei Seile sind ebenfalls bereits unter dem Sarg durchgezogen. Wenn der Moment gekommen ist, nehmen vier Männer die Enden der Seile und heben den Sarg leicht an, damit der fünfte Mann die beiden Querhölzer wegziehen kann. Dann lassen die vier den Sarg in die Grube ab und ziehen die Seile dann heraus.

Mir persönlich ist es noch nicht untergekommen, daß ein Sarg ins Loch gefallen wäre. Aber man hört ja so einiges und manche Geschichten überliefern sich von Bestattergeneration zu Bestattergeneration.
Da gibt es die Geschichte von einem besonders schmächtigen Sargträger, den beim Ablassen die Kräfte verliessen und der sich dann so am Seil festhielt, daß er mit in die Grube gefallen ist. Eine andere Geschichte berichtet davon, daß eine der Friedhofskatzen (oder ein anderes Tier) angeblich auf eines der Seilenden ein Häufchen hinterlassen hat, was dann das Tau durch die Hände rutschen ließ. Dieser Sarg soll dann hochkant im Grab gestanden haben.
Solche Geschichten, wie auch die bei der die Grube über Nacht durch starken Regen halbvoll Wasser gelaufen ist und der Sarg beim Ablassen „Platsch“ machte, werden viele erzählt.

Nun, was macht man in einem solchen Fall? Ich denke, man nimmt die Reaktion der Anwesenden auf und verfährt entsprechend. Falls möglich könnte man den Sarg wieder hochziehen und nochmal korrekt ablassen. Ansonsten wird es einem der Friedhofsmitarbeiter nicht erspart bleiben, in die Grube zu steigen und beispielsweise einen hochkant stehenden Sarg umzulegen.

Die Erfahrung lehrt: Ausbaden muss es immer der Bestatter, auch wenn der mit den Arbeiten auf dem Friedhof nur wenig bis gar nichts zu tun hat.

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Peter Wilhelm5. Februar 2014

12 Kommentare von 139799.

  1. Genau so ein ähnlicher Fall hat man letztens auch in einer Folge von "Der Kriminalist" gesehen. Auch jetzt noch nachzusehen in der Mediathek ;)

    Zum letzten Absatz: Naja es ist doch ein schon so ein bisschen so das du quasi Subunternehmer beschäftigst und wenn ich jemand angagiere, der wiederum andere beschäftigt und die bauen mist, mache ich doch auch in erster Linie denjenigen dafür verantwortlich den ich bestellt habe.

    Natürlich kann man sich das bei Friedhofsmitarbeitern nicht wirklich aussuchen. Auch wäre das in erster Linie ein Unfall oder Unglück (wofür i.d.r. niemand direkt schuldig ist) und so würde ich auch mit der nötigen selbstbeherrschung bzw. freundlchkeit an die Person herantreten. Aber wer weiß wie ich in einer solchen Ausnahmesituation reagieren würde? Man ist emotional eben schon etwas aufgewühlt.

  2. Bei der Beerdigung des früheren bayerischen Staatsministers Joseph Baumgartner ist eines der Seile, an denen der Sarg abgelassen wurde, gerissen. Daraufhin ist er quasi "kopfüber" ins Grab gestürzt; angesichts seines Schicksals wurde dieses Vorkommnis dann in verschiedenster Weise als "göttliches Zeichen" interpretiert.

  3. @Jane: Ja, wir beschäftigen eine Reihe von Subunternehmern. Aber die Arbeit der hoheitlichen Friedhofsmitarbeiter steht außerhalb unserer Verantwortung und Einflußnahme. Wir leiten nur den Auftrag der Angehörigen an die Verwaltung weiter. Die Arbeit der Friedhofsleute erfolgt ausschließlich im Auftrag und auf Verantwortung ihres Dienstherrn, nämlich des Oberverwaltungsschrats der die Friedhöfe unter sich hat und somit dem Bürgermeister verpflichtet ist.

  4. Mich wundert es, ehrlich gesagt, dass bei euch der Sarg immer noch auf diese Weise mit den Seilen ins Grab gelassen wird. Wie du schon mehrfach angedeutet hast, ist es ja wohl auch so, dass viele es als unangemessen empfinden, wenn der Sarg "maschinell" abgelassen wird.

    Bei uns auf dem Dorf ist es seit schätzungsweise mindestens 7-8 Jahren ausnahmslos so, dass der Sarg mit Hilfe eines solchen Elektromotörchens ins Grab gelassen wurde, und ich kann mich an keine Stimmen erinnern, die dem ablehnend gegenüber stehen/standen.

  5. @undertaker: Ja, soweit ist das klar. War mit "ihr könnt euch das ja nicht aussuchen" etwas unglücklich ausgedrückt.

    Dennoch ist es, meiner Meinung nach, verständlich wenn der Kunde sich an dich wendet wenn Mängel geschehen. Aber ich denke doch das ihr dafür durchaus verständnis habt wenn dies in angemessener Form geschieht und euer Kunde nicht auftritt wie ein Deutscher Kampfpanzer?

  6. Als ich das als Ministrant mal erlebt habe, dass diese automatische Sargabsenkung versagte, war das eine sehr seltsame Situation. Der Sarg rauschte nach den ersten 10 Zentimetern urplötzlich nach unten. Zum Glück kam er gerade & geschlossen unten an. Aber den Trauergästen, vor allem die engen Angehörigen hatten schwer damit zu kämpfen. Jedefalls gab es richtig einen gedämpften "Aufschrei".

  7. "Wenn der Moment gekommen ist, nehmen vier Männer die Enden der Seile und heben den Sarg leicht an, damit der fünfte Mann die beiden Querhölzer wegzuziehen."

    Da ist dir wohl nen kleiner Fehler unterlaufen ;)

  8. In letzter Zeit kommt es immer öfters zu der "Mode", daß das Herunterlassen des Sarges erst dann geschieht, wenn die Trauergäste gegangen sind. Ich persönlich finde das unmöglich, wie auch geschehen bei meinen Großeltern, aber die Kinder (darunter auch mein Vater) wollten das so, weil man "das nicht mehr macht". Aber ich finde, das ist wie ein Film, bei dem einfach das Ende fehlt… Ist zwar ein trauriges Ende, aber da fehlt was!

    Und neulich in Buchloe, bei der Beerdigung eines Bekannten, mußten die Angehörigen mit der Friedhofsverwaltung darum kämpfen, daß die Totenglocken geläutet wurden!!! Warum? "Weil das nicht mehr gewünscht wird."

    Der Tod soll nicht mehr existieren in unserer todlosen Konsumgesellschaft…

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