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Abmahnung

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Nein, ich mahne Lady Undertaker nicht ab. Warum auch? Wer ihre Seite besucht, der erkennt, daß die Seite von einer Behinderten betrieben wird. Ich vermutete, daß die Seitenbetreiberin sich einfach mit den ganzen rechtlichen Bestimmungen und den Gepflogenheiten nicht auskennt.

Und genau da liegt das Problem. Zwar gilt zunächst einmal der Rechtsgrundsatz „Unwissenheit schützt vor Schaden nicht“, jedoch reiten genau auf diesem Grundsatz die ganzen Abmahner sehr erfolgreich herum.

Zunächst einmal sind Abmahnungen an sich nichts Schlechtes. Sie eröffnen einen sogenannten „kleinen Dienstweg“, der es möglich macht, daß z.B. Kaufleute sich bei Wettbewerbsverstößen eines Konkurrenten auch ohne aufwendige Einschaltung der Gerichte direkt an den Verursacher wenden.
Das spart letztlich Geld und Zeit und ist so lange ein gutes Mittel, auch und sogar für den Abgemahnten, wenn er durch das Abgeben einer Unterlassungserklärung und die Übernahme geringer aber angemessener Kosten wieder aus der Sache herauskommen kann.

Unter Kaufleuten, Unternehmen, Fernsehsendern usw. handelt es sich letztlich bei den Abmahn“gebühren“ aus deren Sicht um kleine Beträge. Manchmal verstoßen sie bewußt gegen Gesetze und verletzen absichtlich die Rechte Dritter, um einen Vorteil für sich daraus zu ziehen und nehmen lieber die hinterher auf sie zukommenden Abmahnungen in Kauf, als im Voraus die Rechtefrage zu klären.

Anders sieht das bei Privatleuten und nur am Rande gewerblich Tätigen aus. Für einen Blogger, der vielleicht mit Mühe 49 Euro im Monat an Werbeeinnahmen realisiert, sind 900 Euro eben kein Pappenstiel sondern die Einnahme von anderthalb Jahren.

Hier ist das Problem in erster Linie darin zu sehen, daß sich die Abmahngebühren oft genug nur an einem behaupteten und nicht selten total überzogenen Streitwert bemessen und nicht an dem möglichen geldwerten Vorteil des Verursachers oder am tatsächlich entstandenen Schaden beim Abmahnenden.

Desweiteren wird ja völlig unberücksichtigt gelassen, ob der Verursacher sich über den Rechtsverstoß überhaupt im Klaren war. Ich meine, daß sich heutzutage niemand mehr damit herausreden kann, er habe nicht gewußt, daß man fremde Bilder, Texte, Töne usw. nicht einfach übernehmen darf. Wer auf der einen Seite weiß, wo und wie man illegal Filme und Songs herunterlädt und von Kopierschutzsperren befreit, der kann auf der anderen Seite nicht so blauäugig sein und meinen, Bilder und Videos zu klauen, sei erlaubt.
Außerdem wird überall und oft genug darauf hingewiesen, daß es so etwas wie ein Urheberrecht gibt.
Die Leute finden beispielsweise auf meiner Seite jeden kleinen Fliegenköttel im Layout, behaupten dann aber, sie hätten das ©-Zeichen nie gesehen oder das Impressum nicht gefunden.

Und selbst wenn jemand all diese Hinweise nicht sieht, gehe ich davon aus, daß heute jeder weiß, was Urheberrecht grundsätzlich bedeutet und daß ein Verstoß dagegen Folgen haben kann.

Aber dennoch muß man unterscheiden zwischen denen, die absichtlich gegen das Urheberrecht verstoßen und denen, die in eine Falle getappt sind.

Wer beispielsweise im Internet nach Bildern von Lebensmitteln googelt, der stößt unweigerlich auf die Aufnahmen eines Fotografen, dessen Frau ein Internet-Kochbuch betreibt. Auf den Seiten findet sich kein Hinweis darauf, daß die Bilder besonders geschützt sind. Deutlich heißt es dort aber, die Nutzung des Kochbuchs sei kostenlos.

Wer seine Sesamkörner noch alle auf dem Brötchen hat, der wird wissen, daß man grundsätzlich nicht einfach Texte und Bilder übernehmen darf (außer man hat gefragt oder im Rahmen von eng umrissenen Zitaten).
Aber die Aufmachung als „frei und kostenlos“ kann den einen oder anderen ebenso zum Kopieren eines solchen Lebensmittelbildes verführen, wie die Banalität der Aufnahme an sich. Ein einfaches trockenes Brötchen oder ein Paar Wiener Würstchen, was kann da schon wert sein, daß das Bild urheberrechtlich geschützt ist, mag mancher irrigerweise denken.

Böse Zungen behaupten, solche Fotografen setzten ihre Bilder überhaupt nur deshalb in solchen Massen und gut auffindbar ins Netz, um hinterher an den Abmahnungen und Honorarnachforderungen zu verdienen.

Mir persönlich ist es einmal passiert, daß ich in einem Portal, daß frei herunterladbare Bilder anbietet, ein Foto heruntergeladen habe und es auf meine Seite packte. Schön brav mit Hinweis auf den im Portal genannten Urheber.
Nur meldete sich ein halbes Jahr später eine Fotoagentur, die beweisen konnte, daß sie der Rechteinhaber an diesem Foto ist. Derjenige, der das Bild in das Portal mit den kostenlosen, freien Bildern eingestellt hatte, hatte schlichtweg gelogen. Der dort zur Anmeldung genutzte Name war falsch und somit der Typ auch nicht zu belangen.

An mir blieb die Sch…. aber hängen, wie man so sagt, und ich sollte nun knapp 900 Euro bezahlen.
Glücklicherweise hatte ich es in dem Chef der Fotoagentur mit jemandem zu tun, der die Sache ebenso vernünftig sieht, wie ich und wir konnten uns auf 79 Euro Nutzungsgebühren einigen. So ein Betrag ist einsehbar und ich habe ihn auch bezahlt.

Aber man sieht, wie schnell man in eine Urheberrechtsfalle tappen kann.

Die einfachste Methode besteht immer noch darin, daß man den Rechteinhaber einfach fragt. Man glaubt gar nicht, wie oft man selbst für besondere Bilder und Texte eine Freigabe bekommt.
Die meisten fühlen sich nämlich geschmeichelt, wenn man ihre Sachen gut findet und bei Namensnennung verwenden möchte. Egal nun, ob die Sachen besonders gut sind, die Leute fühlen sich verständlicherweise „angepisst“, wenn jemand im Gegensatz dazu einfach ihre Inhalte übernimmt.
Fragen kost‘ nix.

Ich rege mich immer auf, wenn Leute, die nach meinem Dafürhalten wissen was sie tun, einfach rotzfrech ganze Kapitel übernehmen und dann noch auf Quelle und/oder Link verzichten. Da könnte ich auch schon mal über anwaltliche Hilfe nachdenken.

Allerdings ist mir das mit dem Bestatterweblog bislang erspart geblieben und bei gelegentlichen Vorkommnissen hat eine Mail an den „Übernehmer“ immer ausgereicht.

Peter Wilhelm 2. August 2012


18 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Tom!
    Ich habe schon heute früh meine gesamten Blog gelöscht worden!Das ist beste für uns.Wegen Sicherheit und Ruhe haben.Ich werde nie mehr kopieren.Und leider bin schock wegen nicht gewusste strafe ist.Also gruss Lady Undertaker

  2. Sehr vernünftige Einstellung. Zum Thema Fotos noch ne kleine Anmerkung: Auch ein in beispielsweise nen Artikel eingebautes Foto gilt als eigenständiges Werk. Man kann also nicht einfach eins (von hunderten) Fotos aus nem Text kopieren und sich dann darauf berufen, dass das ja ein Zitat war. Da es ein eigenes Werk ist, wäre das dann ein Vollzitat, und die sind nur in den wenigsten Fällen erlaubt.
    Nimmt man jetzt noch die Tatsache dazu, dass es bei Fotos nicht wirklich ne Schöpfungshöhe gibt und der Fotograf enorm viele Rechte am Bild hat (wer Langeweile hat und mal kotzen möchte, der schaue sich mal das hier an: http://www.netzeitung.de/internet/731874.html) braucht man nicht lang zu überlegen, warum da der ein oder andere auf lustige Ideen kommt…

  3. Moin…

    Ich hatte mal den Fall, das ich einige „Zitate“ (Artikel) einer großen Tageszeitung aus dem ostwestfälischen Bereich genutzt habe. Diese Artikel wurden dann von mir in gewisserweise kommentiert und andere haben auch ihren Kommentar geschrieben.

    Die Tageszeitung hat mir dann eine Email geschickt, das ich doch mal meine Berechtigung für den Gebrauch ihrer Artikel vorzeigen soll, andernfalls würden sie mich abmahnen.

    Da schluckt man erstmal. Nachdem ich dann mal dort angerufen habe und mit dem netten Herrn darüber geredet habe, sah die Welt etwas anders aus.
    Erstmal klärte er mich mehr oder weniger über das aktuelle Urheberrecht auf und zweitens sollte ich ihm eine Mail schicken, das ich die Artikel rein privat, auf welche Seite nutze und ich bekäme die Genehmigung.

    Somit darf ich jetzt offiziell die Artikel besagter Zeitung nutzen.

    Sowas ist echt fair und klasse. Das hätte auch anders ausgehen können.

  4. Auf meiner Seite habe ich es mir einfach gemacht; nur Fotos, die ich selber fotografiert habe oder wozu ich vorher eine schriftliche Erlaubnis erhalten habe.
    Bei diesen bunten Gifs etc. aus „freien“ Bildrsammlungen habe ich auch schon öfter feststellen müssen, das sie eben nicht frei sind. Einen kompletten Zeitungsartikel mit Foto von mir habe ich eingescannt, eine interne Vorschauseite erstellt und diese per Email der Autorin des Artikels mit Bitte um Erlaubnis sowohl von ihr als auch vom Fotografen vorgestellt. Inneerhalb von zwei Stunden bekam ich eine erfreulich nette Antwort mit der Zustimmung. Fragen kostet nur ein wenig Arbeit und erspart eine Menge Ärger.

  5. > Die einfachste Methode besteht immer noch darin, daß man den Rechteinhaber einfach fragt

    Ja, genauso machen wir das auf einer Seite, die ich bearbeite auch. Da geht es um Bilder aus z.B. Fernsehsendungen. Von allen befragten Sendern weigert sich nur ein einziger, uns die Rechte zu geben. Mit dem sieht man wohl besser. Aber meist genügt dann die Frage an den Fotografen und diese geben uns dann die Rechte gern. Auch ohne den Sender.

  6. Es ist dringend nötig, dass die erste Abmahnung kostenfrei zu erfolgen hat.
    Das wäre meiner Ansicht nach die Lösung für das Problem.

  7. Wie wäre es mit [url=http://de.creativecommons.org/](cc) (BY, NC, ND, SA)[/url] statt (c) ?
    (BY, NC, ND, SA)

  8. @OmaW: Deutschland ist auch eins der ganz wenigen Länder, wo bereits die erste Abmahnung ruinös sein kann. In den meisten Ländern ist die erste Abmahnung tatsächlich kostenfrei. Da muss vorher ein Hinweis hin: „Datt daaafste nich, weil is meins“ sonst gibts Haue.

    @Lady Undertaker (ich geh mal davon aus, dass sie hier mitliest): Warum das Blog löschen, wenns dir Spaß gemacht hat? Ist doch auch doof (jaja, ich weiß, wo das Wort herkommen soll).

    Ich hab erst nach J.A.Foxens Kommentar mitbekommen, dass du etwas gehandicapped bist – ich bin normal kein Fan davon, jemanden, der schon auf dem Boden liegt, nochmal zu treten (gut, ok…meine Lehrer und jeder Dipl.-Soz.-Päd sollten aber besser nicht…*hust*), sonst hätt ich mich auch nicht so geäußert.

    Und dass es mutig ist, sich mit einer Sprachbehinderung in ein vornehmlich sprachorientiertes Medium zu wagen steht auch außer Frage.

    Machs Blog wieder auf. Sammel weiter deine Artikel (aber mit Verlinkung, ich kann dir notfalls auch zeigen wie das geht) und geh deinem Hobby nach.

    Übrigens, vielleicht siehst du es so:
    Im „richtigen“ Leben wirst du nach deinem Äußeren beurteilt, jemand guckt dich an und steckt dich in eine Schublade. Das gibts im Web nicht. Hier zählt nicht, wie schwer du bist, ob du dir mit dem linken Auge in die rechte Tasche guckst oder eben eine Sprachbehinderung hast. Das alles weiß keiner und darum wirst du genau (!) so (!) genommen wie du dich gibst.

    Ich persönlich finde den Unterschied manchmal erfrischend. Vor allem immer dann, wenn ich mit Anlauf mal wieder die größten Fettwannen treffe. 🙂

  9. @OmaW und Tante Jay:
    Sehe ich genauso mit den Abmahnungen, die hiesigen Regelungen öffnen doch Abzockerei Tür und Tor. Ein Großteil der Abmahnanwälte sind ohnehin nur aufs Abzocken aus, ist ja schließlich auch einfacher, als anspruchsvolle Fälle zu vertreten. Der andere Teil wird wohl gerade so sein Jura-Examen geschafft haben und taugt einfach nicht für mehr.

  10. Das ©-Zeichen ist in Deutschland überflüssig. Urheberrecht muss man nicht anmelden, man bekommt es durch Erschaffen eines Werkes. Alleine die Erwähnung des Wortes „Copyright“ für die deutsche Rechtslage sehe ich als Zeichen für Unkenntnis an.

  11. Ein Kuriosum ist auch, dass in Deutschland ein Foto als „Lichtbild“ einen besonderen Schutz geniesst.

    In der Schweiz (und, glaubs auch Österreich) sind [u]jegliche[/u] Werke nur geschützt, wenn sie eine bedeutende schöpferische Leistung beinhalten.

    Als Schweizer kann ich soviel Fotos aus Marions Kochbuch auf meine Website pappen wie ich will. Die gute Frau bzw. ihr Fotograf (bzw. seine Anwälte) sind hier ohne Chance.

  12. So sind sie die Deutschen – bevor ich was falsch mache, mache ich lieber garnichts – oder wie sieht das juristisch aus?
    Jetzt gleich Tabula rasa zu machen ist auch eine Form von vorauseilendem Gehorsam. Na gut, jetzt isch d’Katz scho de Boom nuff!

  13. Die Lady Undertaker, jetzt tut sie mir irgendwie leid. Gleich das ganze Blog löschen ist doch nicht notwendig.

    Lieber immer die Quelle angeben, woher man es hat.

  14. Mit meinem Blog verdiene ich gar nichts. Zahl ich nur drauf.

    Ich denke, dass das mit dem Zahlen gleich beim ersten Hinweis darauf beruht, dass viele „lernresistent“ sind.

    Eine Bekannte von mir musste mal einige Euro berappen, weil sie Fotos auf ihre Seite gepappt hat. Darum mache ich das auf meiner Seite nicht, sondern setze den Link, wo die Fotos anzuschauen sind. Ansonsten verwende ich nur selbstgemachte Fotos

  15. …und wer sagt jetzt „Ei“ zu mir? Gerade hat mir mein Hoster den Vertrag gekündigt, offenbar waren es ihm zu viele Zugriffe auf den oben verlinkten Artikel…

    Salat,
    umziehend

  16. @ No#14:
    Lebensmittelfotografie ist im Allgemeinen eine besondere schöpferische Leistung, weil sie, wenn ernsthaft betrieben, doch tüchtigen Aufwand erfordert.
    Die Anwendung von Hilfsmitteln wie Haarlack oder konzentrierter Salzsäure sind da nur kleine Hinweise.

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