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Einfrieren

Schrieb Tom nicht mal, daß sich beim Einfrieren von Leichen Eiskristalle bilden, die eine schnellere Verwesung mit sich bringen?

Genau das hat Tom geschrieben und das ist auch ein Grund dafür, daß wir unsere Verstorbenen unter normalen Bedingungen nicht einfrieren, sondern nur kühlen.

Es ist aber oft natürlich doch erforderlich, jemanden einzufrieren, dann muß man in Kauf nehmen, daß der Zersetzungspozess hinterher u.U. schneller in Gang kommt oder aber beim Einfrieren darauf achten, daß man die Schockfrostmethode verwendet. Hierfür haben aber nur die wenigsten Bestatter die erforderlichen Möglichkeiten.

Im Gegensatz zum langsamen Einfrieren entstehen beim Schockfrosten die langen, spitzen Eiskristalle nämlich nicht.
Normalerweise wird ja beim Einfrieren, das Gefriergut, und das gilt auch für das Einfrieren vom Lebensmitteln daheim, bei exakt der Temperatur in den Gefrierschrank gegeben, bei der es auch gelagert wird. Z.B. könnten das -18 Grad sein. Mit dem Zugeben des Gefriergutes steigt die Temperatur jedoch für einen gewissen Zeitraum weit über -18 Grad, auf bis knapp unter den Gefrierpunkt an. Umso länger dauert es dann, bis eine Durcheisung stattgefunden hat, genügend Zeit für die langen Eiskristalle, sich zu bilden und die Zellwände zu zerstören.

Beim Schockfrosten wird mit wesentlich niedrigeren Temperaturen gearbeitet, je nach Methode weit unter -100 Grad.
Das eingegebene Gefriergut gefriert praktisch unverzüglich, das Wasser in den Zellwänden expandiert zwar geringfügig, bildet jedoch nicht diese Kristalle aus.

Den Unterschied haben viele schon einmal zu Hause bei Lebensmitteln gesehen und am besten sieht man das bei Speiseeis.
Ist es, schockgefrostet vom Händler kommend, noch cremig und lecker, so wird es spitz und rauh im Mund, wenn es mal daheim angetaut war und erst langsam wieder in der Truhe fest wurde. Schuld sind die Eiskristalle die sich gebildet haben.

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Peter Wilhelm28. Mai 2012

13 Kommentare von 140097.

  1. Ein gutes Beispiel sind auch Erdbeeren, selber einfrieren und auftauen gibt Mus – in Handel gefroren gekaufte haben noch viel mehr Festigkeit.

  2. Speiseeis bleibt cremig weil es beim gefrieren ständig durchgerührt wird (lange Eiskristalle werden dadurch sofort mechanisch zerstört).

    Dürfte bei Leichen eher weniger sinnvoll sein.

  3. @GuessWho: Du hast natürlich vollkommen Recht, wenn Du an Speiseeis vom Italiener und an Großpackungen denkst. Ich meinte, und hatte das leider nicht explizit geschrieben, Eis am Stiel.
    Hier ist die Masse zwar gerührt und oft auch vorgekühlt, aber noch nicht gefroren, wenn sie im Stückformer mit Stiel versehen und dann schockgefrostet wird.

  4. Man kann die Bildung von langen Eiskristallen auch verhindern, wenn man Gluccose zusetzt. Für Lebensmittel ist das keine Lösung, weil es nicht geschmacksneutral ist (Gluccose schmeckt extrem süß). Bei Leichen ist das erstens eine ethische Frage und zweitens muss man erreichen, dass die Gluccose gut verteilt wird und insbesondere auch in die Zellen eindringt.
    Für das Einfrieren von Lebewesen (z.B. die Stasis- Versuche mit denen man Todkranke solange Frieren will, bis ein Heilmittel gefunden ist) wird das schon länger angewandt (über den Erfolg kann man nichts sagen, da meines Wissens nach noch nie jemand wieder aufgetaut wurde, allerdings gibt es eine Froschart, die das evolutionsbedingt drauf hat).

  5. Ich dachte, die Leute, die sich einfrieren lassen würden auch schockgefrostet? Also direkt in flüssigen Stickstoff gegeben?

    Aber das ist eine wirklich blöde Idee. Ich lass mich später mal gefriertrocknen :)

  6. Trockeneis in den Sarg, Deckel nur lose aufgelegt und ein dekorativer Wasserfall aus Nebel lässt den Sarg optisch den Totenfluss hinübergleiten.

  7. Es macht z.B. Sinn einen Verstorbenen einzufrieren, wenn er schon eine Weile gelegen hat, als man ihn gefunden hat und es dann noch eine Weile geht, bis sich jemand für die Bestattung verantwortlich fühlt.

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