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Fahrtkosten, Überführungen, Abrechnung

Heute Morgen schrieb ich über die Kosten von Überführungen und dazu meint ein Bestatter:

Die Kostenfrage spielt meines Erachtens nur eine geringe Rolle, denn zumindest in meiner Kostenrechnung kommt die Grundpauschale fürs Bestattungsfahrzeug nur einmal pro Bestattung und nicht je Fahrt zur Anrechnung, danach nur noch die individuellen Entfenrnungs- und Personalkosten.

Ich will dazu mal etwas ausholen:

Zu uns kam immer die Inge zu Besuch. Woher wir die Inge kannten, weiß eigentlich im Nachhinein niemand mehr, jedenfalls will es jetzt keiner mehr gewesen sein, der sie mit in die Familie gebracht hat. Die Inge kam vor allem gerne zum Essen und hatte so die Angewohnheit, zum Beispiel bei Blumenkohl zu sagen: „Blumenkohl schmeckt nicht.“

Auch bei Salami sagte sie: „Salami schmeckt nicht.“

Und das sagte sie auch bei vielen anderen Sachen. Irgendwann habe ich zu Inge mal gesagt, sie möchte doch bitte lieber sagen, daß ihr Salami nicht schmeckt, aber doch bitte nicht grundsätzlich, daß Salami nicht schmeckt.
Jeder hat seinen persönlichen Geschmack, jeder hat seine eigenen Vorlieben und Eigenarten.

So ähnlich ist das auch manchmal mit den Kommentaren hier im Bestatterweblog. Ich bemühe mich immer, Antworten zu geben, die eine gewisse Allgemeingültigkeit haben, was bei den vielen unterschiedlichen Landesbestattungsgesetzen und ortspolizeilichen Bestimmungen ohnehin schon schwer genug ist.

Es melden sich dann aber immer welche, die es in ihrem speziellen Fall oder in ihrer Gegend völlig anders kennen oder handhaben und ein bißchen den Eindruck erwecken, als sei das überall oder grundsätzlich so oder es sei nur so richtig.

Das Bestattungswesen ist kein einfaches Thema und was in Niedersachsen richtig, üblich und allgemein bekannt ist, kann in Baden-Württemberg falsch, verboten oder vollkommen unbekannt sein.

Deshalb schrieb ich dem Bestatter, der pro Sterbefall nur einmalig die Fahrzeugkosten pauschal abrechnet:

Das ist gut, daß Du das mit den Überführungen so handhabst, es entspricht aber nicht den bundesweiten Gepflogenheiten der Branche.
Ich bekomme tagtäglich Bestatterrechnungen zugesandt und sehe immer wieder, daß zwei, drei oder gar vier bis fünf Überführungen abgerechnet werden und zwar jeweils zum vollen Pauschaltarif zwischen 180 und 540 Euro und völlig unabhängig davon, wieviele Särge bei dieser Fahrt bewegt wurden.
Nach allgemeinen Erfahrungen sind Sarg und Überführungen die teuersten Positionen auf der Bestatterrechnung.

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Peter Wilhelm15. Juni 2012

7 Kommentare von 138907.

  1. Hey, diese Inge kenn ich.
    Wenn wir im Restaurant sind und ich mir was bestell, was sie nicht mag (sie mag so ziemlich nichts, was ich mag), verzieht sie, sobald das Essen vor meiner Nase steht, das Gesicht und monologisiert erstmal ’ne halbe Stunde, was fuer ekliges Essen ich mir doch da hingestellt hab und versucht mir mein Essen madig zu reden.
    Ich bedanke mich dafuer immer, indem ich dann bei _ihrem_ Essen darueber palavere, welches Leid die armen Viecher doch in der Massentierhaltung haben und ich traurig vor mich hin muhe.

  2. erinnert mich an einen Urlaub mit Freunden auf den Balearen:
    Herrliches Essen in den (einheimischen) Wirtschaften,
    und drei Leute aßen JEDES Mal paniertes Schnitzel mit Pommes.
    Die mögen keinen Fisch, keine Tapas, keinen Knoblauch, kein einheim. Brot, keine Aioli,
    und ja nix Ausländisches….
    Wie langweilig.

  3. @3 (smartdriverin): Ja! Da kannte ich auch mal so eine. Panierte Schnitzel und Salat ohne Dressing. Sonst ging nix (okay, vielleicht noch Spaghetti Bolognese). Banausin.

    Und ich bin früher rüber nach Frankreich zum Essen kaufen gefahren, weil die richtig leckeren Sachen da viel billiger sind.

  4. @ turtle: Der war gut! :)

    @ smartdriverin (& Lex): In der Tat langweilig und banausig.

    @ Lex Mosgrove:

    Das ist eine guuuute Sache. Ich fahre auch gerne nach Frankreich zum Einkaufen. Meist wenn mein Kaffee alle ist. :D Was hast Du so gekauft?

  5. Hallo :0)
    Wir sind ein kleines Transportunternehmen (14Fahrzeuge) und fahren derzeit für Krankenhäuser, Apotheken, Post etc.
    Ich bin ernsthaft am überlegen, ob wir die Branche wechseln und einen Fahrservice für Bestatter eröffnen.
    Qualitativ hochwertig, diskret – gar keine Frage! Meine Fahrer sind gut geschulte Dienstleister, leider wird darauf in dem Bereich in dem wir momentan tätig sind überhaupt kein Wert gelegt und auch entsprechend gezahlt!
    Meine Frage wäre: Was muss ein Fahrer machen? Wenn man einen Verstorbenen zB. aus dem Krankenhaus abholt, muss er diesen Umbetten?
    Gibt es Schulungen für Fahrer?
    Liebe Grüße
    Seelen-Reise

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