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Ich will, dass meine Grossmutter zum Grossvater ins Grab kommt

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Hallo lieber Undertaker,

nachdem ich nun gerade bereits meine Buchbestellung aufgegeben habe, ist mir, obwohl ich mich sonst eigentlich nicht zu Wort melde, doch tatsächlich noch eine Frage bezüglich der Urnenbeisetzung meiner Großmutter eingefallen, die ich dir gerne stellen möchte.

Das Grab meines Großvaters läuft in zwei Jahren ab. Vor zwei Wochen ist auch die Großmutter verstorben. Geregelt wurde zuletzt alles vom ältesten Sohn (also einem meiner Onkel), auch Bestattungsangelegenheit.
Nun ist meine Großmutter nicht bei ihrem Mann im Familiengrab beigesetzt worden, sondern im Familiengrab der Frau meines Onkels, sozusagen bei wildfremden Menschen. Die fünf noch lebenden Kinder haben die Kosten für die Verlängerung des Grabes meines Großvaters nicht übernommen.

Kann ich nun als Enkelkind und mal abgesehen vom Finanziellen, rein theoretisch auf eigene Faust das Grab meines Großvaters für 20 Jahre neu erwerben und meine Großmutter umbetten lassen?
Hätte ich das Recht dazu, obwohl andere nähere Angehörige noch leben und dies nicht wollten? Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, vielleicht selber auch einmal in diesem Grab beigesetzt werden zu wollen. Vielen Dank schon einmal für die Beantwortung der Frage!

Liebe Grüße aus Nürnberg und mach weiter so mit der tollen „Aufklärungsarbeit“!

Das wird aus verschiedenen Gründen nicht gehen.
Zwar fragen die Friedhofsbehörden bei der Bestellung eines Grabes nicht unbedingt nach den verwandtschaftlichen Verhältnissen, sondern nehmen einfach das Geld von dem der es bezahlt, jedoch folgt man damit nur pragmatischen Gesichtspunkten und schafft keine Rechtsverbindlichkeit.

In Eurem Fall haben sich die Bestattungspflichtigen und damit auch Bestattungsberechtigten für ein Grab entschieden und hierfür offenbar auch die Kosten übernommen. Damit ist die Großmutter korrekt beigesetzt worden. Der Bestattungspflichtige hat sein Recht in Anspruch genommen, das Grab auszuwählen und ist seiner Pflicht nachgekommen, die Kosten zu bezahlen.

Im Nachhinein ist es nun vermutlich nahezu unmöglich, eine Umbettung zu bewirken. Die Behörden folgen Anträgen auf eine Umbettung nur in wirklich ernsten und wichtigen Gründen. Einfach so, weil die Angehörigen sich umentschieden haben, wird man einem solchen Antrag kaum statt geben.

Natürlich verstehe ich Deine Beweggründe und wahrscheinlich wäre die von Dir angestrebte Vorgehensweise auch besser, aber das sehen die anderen Angehörigen offenbar anders. Man hätte das vorher klären müssen und dann natürlich auch jemanden finden müssen, der die Kosten für die Verlängerung des Großvatergrabes und die Grabpflege übernimmt.

Viele Familien entscheiden so, wie es Deine Onkel getan haben.
Man sagt sich, daß der alte Großvater nunmehr sowieso vergangen ist, daß die Leute im Jenseits oder so sowieso zusammenfinden und daß sie ja wenigstens auf dem selben Friedhof liegen usw.
Dem gegenüber stehen halt eben doch nicht unbeträchtliche Kosten für Grabverlängerung und -pflege.

Ein Recht auf die Umbettung hast Du nicht.

Peter Wilhelm 31. Mai 2012


7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wie Tom schon schrieb, hätte man das vorher regeln müssen.

    Wenn Du gesagt hättest, ich übernehme das Grab des Großvaters, ich zahle die Verlängerung und mache die Grabpflege, wäre es vermutlich doch gegangen. Was hätten die anderen dagegen haben sollen?

  2. Na ja, die Frage ist natürlich auch, ob Deine Großmutter vielleicht gar nicht in dieses Grab wollte. Ich würde dies jetzt daraus schließen, daß sie nicht selbst für eine Verlängerung des Vertrages entschieden hat.

    Bei meiner Großmutter war dies zumindest so – sie hatte (allerdings wohl nicht nur ihren Kindern gegenüber) über Jahre immer kommuniziert, daß sie auf gar keinen Fall in das „Familiengrab“ ihres Mannes, sondern in das ihrer Eltern wollte. Eigentlich wollte sie auch nicht, daß mein Großvater im Grab ihrer Eltern bestattet wird – diesen Wunsch konnte/wollte ihr die Familie dann leider nicht erfüllen. Das Familiengrab seiner Familie war zu seinem Todeszeitpunkt aufgelöst, die Angehörigen seiner Geschwister wollten ihn auch nicht einem einem der noch bestehenden Gräber haben, der Kauf eines weiteren Grabes (nur für ihn, um dem Wunsch meiner Großmutter doch nachzukommen) wurde als dann doch nicht sinnvoll verworfen.

    Aus dieser Frage heraus komme ich auf die Idee, daß eventuell auch hier die Großmutter nicht unbedingt Wert darauf gelegt hat mit/bei ihrem Gatten beerdigt zu werden – ohne hiervon eventuell auch die Enkel/Dich zu informieren.
    In den meisten Familien wird ja nunmal nicht sehr offen über den Tod bzw. darüber was danach geschehen soll gesprochen – und – mit den Enkeln oder Urenkeln noch viel weniger als mit den Kindern selbst (und mit denen oft genug auch erst dann, wenn es schon fast zu spät ist).

    Vielleicht versuchst Du ja mal in der Familie zu erfragen, warum die Entscheidung so und nicht anders gefallen ist bzw. warum Deine Großmutter den Vertrag nicht selbst verlängert hat.

  3. Also es schaut so aus: Meine Großmutter hat NIE über den Tod geredet, geschweige denn eine Vorsorge getroffen oder irgendwas anderes in die Richtung erwähnt, weder mir gegenüber, noch ihren Kindern. Der einzige Grund, warum sie nun bei fremden Leuten liegt, ist das liebe Geld, so weh es auch tut. Der entsprechende Onkel war einfach zu geizig, das Grab verlängern zu lassen. Das Grab, in dem sie nun beigesetzt ist, gehört NICHT unserer Familie, sondern der Familie seiner Frau. Reden kann man mit diesem Mann leider nicht, er ist arrogant und überheblich und wenn man bedenkt, wie er über seine Mutter geschimpft hat, als sie noch lebte, tut es mir im Herzen weh, dass er sich um alles gekümmert hat, nur weil er über das Restgeld von ihrem Sparbuch verfügen konnte, welches dann zur Kostendeckung der Bestattung verwendet wurde. Meine Mutter und ihre Schwester hätten sich auch eine andere Bestattung für meine Großmutter gewünscht, aber er hat seinen Willen durchgesetzt und einfach den Bestatter beauftragt ohne groß vorher was abzusprechen. Abgesehen davon habe ich zur Zeit als Studentin leider auch nicht die notwendigen Mittel aufbringen können, um das Familiengrab verlängern zu lassen, selbst wenn ich gewollt hätte. Mir ging es nur um die theoretische Frage, ob da im Nachhinein noch etwas machbar ist oder nicht und die Frage wurde zur vollsten Zufriedenheit beantwortet. Vielen Dank dafür!

  4. Hi Jenny,
    ich kann dich, deinen Wut auf deinen Onkel und die ganze Situation gut nachempfinden aber je früher du dich mit dem Gedanken anfreundest, dass deine Oma -woanders- ihre letzte Ruhe gefunden hat, desto besser. Bei uns ging es vor nicht ganz zwei Wochen ähnlich zu. Die Schwägerin meines Opas ist nicht im Grab ihres Mannes, der vor 20 Jahren verstarb, beigesetzt worden. Die Nutzungszeit läuft zwar noch etliche Jahre, allerdings wurd sich dafür entschiednen, das Wahlgrab in Kürze einebnen zu lassen. Dass sie nicht neben ihrem Mann ihre letzte Ruhe findet, war allerdings auch ihr Wunsch. Im Interesse der Kinder, hat sie schon zu Lebzeiten diesen geäußert. Es ging nicht um finanzielle Sachen sondern lediglich um den Pflegeaufwand und die Verpflichtung, das doppelstellige Grab zu pflegen. Sie hat daher ein Rasenreihengrab mit individuellen Stein bekommen.
    Ich erzähle dir die Geschichte nur, dass du vielleicht einsiehst, dass es von deinem Onkel doch möglicherweise die richtigen Entscheidung war. Ich glaube, dass nicht nur meine Großtante, sondern generell die meisten älteren Leute ihren Kindern die Pflege grosser/mehrerer Gräber ersparen möchten. Ich glaube, dass wird auch deine Oma gewollt haben. Das einzig wichtige ist doch, dass sie in Würde ihre letzte Ruhe gefunden hat -egal wo-. In euren Herzen und in der Erinnerung bleibt sie so oder so, egal wo nun ihr Grab ist. Du bist jetzt Studentin, ich nehme an Mitte 20. Wie sieht es in 10, 20 Jahren aus? Würdest du dann immer noch bereit sein, so fürsorglich das Grab zu pflegen? Ich denke, dass deine Familie die richtige Entscheidung getroffen hat, im
    Sinne aller -und ganz bestimmt auch im Sinne deiner Oma-.
    LG

  5. Leider seh ich da auch wenig Chancen für dich, das wieder rückgängig zu machen. Denn wie es in Deutschland so üblich ist, muß eigentlich alles, so auch in diesem Fall im Vorfeld abgeklärt werden. Dann hätte man entschieden, wer die Bestattungskosten
    übernehmen muss. In diesem Punkt sicher du und es wäre zu deiner Zufriedenheit abgelaufen. Doch ich glaube im nach hinein werden einige Angehörige und Behörden sich gegen deinen Wunsch weigern.

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