Home Kontakt Impressum/Datenschutz Service-Portal Shop

Herr Hanke

Von

Heute Morgen kam Herr Hanke zu uns. An den Sterbepapieren in seiner Hand war er sogleich als trauernder Angehöriger auszumachen und meldete dann den Sterbefall seiner Frau an. Ende Siebzig ist die Verstorbene alt geworden, nicht gerade das was man ein gesegnetes Alter nennt, aber auch nicht so ein ungewöhnliches Alter um zu sterben.

Herr Hanke ist etwas jünger, er bringt es auf 73 Jahre, er ist klein, dünn, etwas verhuscht und nervös, er geht mir gerade bis zu den Schultern. Besonders entscheidungsfreudig ist er auch nicht, das was ich ihm empfehle, das will er haben, so als ob er Angst hat, er könne mich verärgern oder beleidigen, falls er nicht meinen Vorschlägen folgt.

Weiterlesen

Titel

Von

In diesem Artikel habe ich ja für das erste Quartal 2008 das Undertaker-Buch angekündigt.

Jetzt machen wir uns mal gemeinsam an die Findung eines geeigneten Titels.

Bis Ende der Woche sammele ich Vorschläge und stelle dann die die mir am besten gefallen zur Abstimmung.

Ich bin auf Eure Ideen sehr gespannt!

Nachtrag:

Der Text „Das Buch zum Bestatterweblog“ kommt als schräger Eckenaufdruck auf jeden Fall aufs Titelblatt.

„Wer anderen eine Grube gräbt“ bzw. „Der anderen eine Grube gräbt“ könnte als zweiter Titel kommen.

Gesucht wird der Haupttitel. Ein paar erklärende Worte wie „Aus dem Tagebuch eines Bestatters“ kommen sowieso.

Im Vorwort wird auch die Entstehung des Buches berichtet.

Alle die mitwirken, werden im Buch genannt. Also der der den dann ausgewählten Titel zuerst genannt hat usw.

Alles ohne Gewähr, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, letzte Entscheidung liegt immer bei mir.

Six feet under – in Dresden

Von

Eine Ausstellung des Kunstmuseums Bern zu Gast im Deutschen Hygiene-Museum

Six Feet Under.
Autopsie unseres Umgangs mit Toten
22. September 2007 bis 30. März 2008


Mit seiner neuen Sonderausstellung Six Feet Under – Autopsie unseres Umgangs mit Toten wendet sich das Deutsche Hygiene-Museum erneut dem Themenkomplex Tod und Sterben zu. Während sich die Fotoausstellung „Noch mal leben“ vor zwei Jahren mit der ganz individuellen Dimension des Sterbens befasst hatte, betrachtet diese in leicht veränderter Form aus dem Kunstmuseum Bern übernommene Ausstellung, wie Gesellschaften ihr Verhältnis gegenüber den Toten und dem menschlichen Leichnam organisieren.

Weiterlesen

Das Tränenkrüglein

Von

Da fiel mir doch heute Mittag ein, daß am Freitag eine Kundin einen Grabstein bestellen wollte. Also habe ich mir später dann unten mal die Akte gezogen und nachgeschaut. Tatsächlich, sie war da und hat uns einen Auftrag für den Steinmetz erteilt. Auf dem Grabstein wollte sie neben dem Namen ihres verstorbenen Mannes auch noch den Satz:

„Und wenn Du zu viel Tränen um mich vergießt, so werde ich keine Ruhe haben im Grab.“

Ein ungewöhnlicher Satz. Woher mag sie ihn wohl haben?

Dann habe ich die Stelle gefunden, wo der Satz herstammt:

Weiterlesen

Wiederholungstäter

Von

Neulich erst schrieb ich über Kunden, die bei Erhalt der Rechnung einen kleinen Nachlass aushandeln wollen. Heute hatte ich einen älteren Herrn am Telefon, der folgendes Argument für seinen Wunsch äußerte:

„Bei uns wird ja viel gestorben.“

Damit verbinde ich die Beantwortung einer Frage:

Gibt es bei Euch Mengenrabatt?

Wenn ein Kunde binnen kurzer Zeit zwei oder gar drei Mal bei uns im Büro sitzt und jeweils einen Sterbefall anmeldet, kommen wir ihm schon mit den Preisen entgegen. Das ist wie bei jeder größeren Geldausgabe, wenn man beim Händler kurz hintereinander drei Autos kauft, darf man auch auf einen Nachlass hoffen. (Wobei die Formulierung „auf einen Nachlass hoffen“ bei Sterbefällen ja auch wieder doppeldeutig ist 🙂 )

Nee, echt jetzt, oder?

Von

Es gibt echte und unechte Diamanten, vielleicht kann man zu einem besonders zuverlässigen Kameraden auch sagen, daß das ein „echter Kerl“ oder „echter Freund“ ist. Als aber so Mitte der 70er Jahre (für Pisa-Opfer: das war die Zeit als es schon Autos und Fernsehen, aber noch keine Handys gab) das Wort „echt“ als permanente Satzverschönerung in Mode kam, habe ich persönlich mich von diesem unnötigen Zierrat ferngehalten. „Das ist echt geil“ wäre also eine Formulierung die ich nicht verwende, ich befleißige mich da eher einer vornehmeren Ausdrucksweise und würde stattdessen sagen: „Das ist voll krass geil, odda Alter?“

Weiterlesen