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Bruno -2-

Von

Bruno beschäftigt uns in ungewöhnlicher Weise.
Wir haben Bruno in der Nacht von vorgestern auf gestern zu Hause abgeholt. „Natürliche Todesursache“ hatte der Arzt angekreuzt und die Totenpapiere auf den Namen Brunos ausgestellt. Heute früh ist Brunos Lebensgefährtin bei mir gewesen und wir haben den Ablauf der Trauerfeier besprochen. Gestern hatte sie nur kurz angerufen und gefragt, ob wir das alles heute machen können, sie müsse erst die beiden gemeinsamen Kinder bei den Großeltern unterbringen und sei auch gar nicht in der Lage, sich um irgendetwas zu kümmern.

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Die Auswanderer

Von

Die Leute die gerade bei mir waren, hatten den Text für die Todesanzeige in der Zeitung selbst vorformuliert:

Unsere geliebte Oma und Großtante VORNAME NACHNAME ist nach langem Sterben ganz plötzlich in ein anderes Land gegangen. Gott der Herr wird sie an den Händen packen und ihr den Weg weisen. Eines Tages werden wir ihr folgen.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:
In welches Land können Tote auswandern?
Heißt Gott etwa TomTom?

Zigarren -4-

Von

Herr Großwesir Emmerich Fido von Plenken war ja bei uns in sehr arroganter Weise eingelaufen und daraufhin von uns, vielleicht ein wenig albern, aber doch wirksam, veräppelt worden. Meine Frau fand das dann gar nicht lustig, als ich ihr davon erzählte, schließlich könne es sich bei dem Blaublütigen ja auch um jemanden handeln, der einen Sterbefall melden wollte und man müsse doch seiner vielleicht besonderen Gemütsverfassung Rechnung tragen. Recht hatte sie.
Aber so tot kann ein Verwandter gar nicht sein, daß sich ein Angehöriger deswegen so benehmen darf, lautete mein Argument. „Die Adeligen sind auch nicht toter als andere Leute auch.“
Das wiederum überzeugte meine Frau und damit war das Thema erledigt.

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Der Bürgermeister

Von

Ein paar Mal hatte ich schon unserer Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister hier erwähnt.
Ähnlich wie Pietät Eichenlaub steht der Bürgermeister synonym für irgendwelche bekannten Persönlichkeiten hier in der Stadt.

Man glaubt es gar nicht, wieviele Leute ihre vermeintlichen Beziehungen spielen lassen wollen und hoffen, dadurch einen beträchtlichen Preisvorteil oder eine besondere Behandlung zu erzielen.

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Zigarre -3-

Von

Wir waren vorbereitet und warteten darauf, daß Emmerich Fido von Plenken wieder anrief. Der Oberbürgermeister-Kenner wollte ja nochmals anrufen, das hatte er ja angekündigt. Wir, das waren Frau Büser, Sandy und ich. Und wir fühlten uns besonders kompetent, denn bis auf Sandy, die aus einer anderen Stadt kommt, kannten wir den Oberbürgermeister nicht nur, wir hatten ihn sogar gewählt.

Der Blaublütige ließ uns aber warten, er rief nicht an und beinahe schien es, als wollte unser schöner Plan den Bach runtergehen. Doch gerade als ich die Aktion abblasen wollte, klingelte das Telefon und verabredungsgemäß meldete sich Sandy.

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Zigarren -2-

Von

Emmerich Fido von Plenken hatte sich nun auch telefonisch gemeldet. Er wolle unbedingt den Inhaber sprechen, dies sei ja wohl ein inhabergeführtes Unternehmen und somit habe er ein Anrecht darauf, im Zweifelsfall auch mal den Inhaber sprechen zu dürfen.
Wie üblich sagte man ihm, man müsse erst mal schauen, ob der Chef verfügbar sei und fragte dann bei mir nach. Ich nahm das Gespräch an.

„Von Plenken!“, schnarrte es aus dem Telefon, und man hörte schon allein dieser Namensnennung an, daß der Anrufer es gewohnt war, mit anderen im Befehlston zu sprechen.

„Grüß Gott“, antwortete ich.

„Ich bin heute bei Ihnen gewesen und auf eine penetrante Person gestoßen, die mich beleidigt hat, ich finde das sollten sie wissen.“

„Ich habe davon gehört. Um was geht es denn bitte?“

„Das geht Sie gar nichts an. Ich möchte Ihnen nur mitteilen, daß ich von Ihnen erwarte, daß Sie die Mitarbeiterin zur Rechenschaft ziehen.“

„Aha.“

„Und falls Sie das nicht tun sollten, werden Sie von meinen Anwälten hören. Ich rufe später noch einmal an.“

(Legte auf.)

Tja, was erwartete der jetzt von mir? Sollte ich jetzt Frau Büser ausschimpfen und ihm das später am Telefon bestätigen: „Jawoll, ich habe die Büser tüchtig ausgeschimpft, oh Großwesir?“
Insgeheim stellte ich mir unsere gute Frau Büser an einem hölzernen, mittelalterlichen Pranger vor. Um den Hals trug sie ein Schild mit der Aufschrift „Durchlauchtbeschmutzerin“.

Nein, der Edle konnte mit nichts rechnen.
Immerhin hatte ich ja seinen ersten Auftritt in unserem Haus mitbekommen. Außerdem schien es auch nicht um einen aktuellen Sterbefall zu gehen. Weshalb sollte ich also gegenüber einer so unhöflichen Person auch noch kratzbuckeln?
Überhaupt hielt ich immer zu meinen Mitarbeitern. Es hat mir nie gefallen, wenn einer der Kunden meinte, gegen meine Leute schießen zu müssen. Vor allem dann nicht, wenn er so tat, als stünde ich mit ihm auf einer besonderen Ebene von der wir auf die Angestellten herunterschauen.

Drohung

Von

Da droht meinem Bloggastgeber und damit mir heute per E-Mail jemand mit rechtlichen Schritten. Angeblich sei in einem Artikel in dem es um eine Transportfirma ging, die zufälligerweise eine Namensgleichheit zu einem hier häufiger benannten Pietätsunternehmen aufweist, eben diese Transportfirma beleidigt worden.

Wiewohl das Unternehmen weder in dem Artikel, noch in den Kommentaren überhaupt negativ erwähnt wird, sondern nur die Namensgleichheit thematisiert wird, habe ich den Artikel entfernt.

Wenn ich das jetzt von meinem Anwalt prüfen lasse und der zu dem Ergebnis kommt, daß ich den Artikel gar nicht entfernen muß, ist das dann Nötigung von dieser Internetfirma, die da angeblich im Auftrag des Fuhrunternehmens handelt?
Dürfen Internetfirmen eigentlich im Auftrage von Transportfirmen solche Rechtsakte, Drohungen mit Rechtsmitteln usw. vornehmen?

Hm, ich schick das doch mal dem Anwalt.

Zigarren

Von

Emmerich Fido von Plenken rauscht in unser Bestattungshaus. Sein mittelbrauner Kamelhaarmantel weht hinter ihm her, so einen Dampf hat er drauf.
„Kann ich mal wen sprechen?“ fragt er Frau Büser unsere Bürodame und die fragt zurück: „Um was geht es denn?“

Von Plenken ist mit einem Palm-Organizer beschäftigt, schaut Frau Büser nur kurz über seine Halbbrille an und antwortet unwillig: „Jemanden halt.“

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