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Urne selbst gestalten, Masse, Material

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Darf ich meine Urne selbst gestalten? Wie sieht das aus, in der letzten Zeit ist das hier in Deinem Blog öfterst mal diskutiert worden. Darf man das? Was ist denn da zu beachten?

Das ist überhaupt kein Problem. Das Wichtigste: Die Urne muß so groß sein, daß die Aschenkapsel vom Krematorium hineinpasst. Diese hat eine durchschnittliche Größe von 22 x 17 cm (Höhe x Durchmesser).
Entsprechend sollte die Urne selbst die Maße 25 x 25 cm nicht überschreiten, da sie sonst nicht in das Urnengrab bzw. die Urnenwand, -nische, -mauer hineinpasst.

Die Urne sollte aus einem Material gefertigt sein, das innerhalb der Ruhefrist vergehen kann. Es bieten sich Stahlblech, Holz, Pappe, Gips, nicht gebrannter Ton und zahlreiche weitere Materialien bis hin zum Salzteig an.

Die meisten Friedhofssatzungen besagen nichts anderes, als daß die Urne aus einem festen Material gefertigt sein soll und sie mit einem dicht schließenden, aber leicht zu öffnenden Deckel verschlossen ist. Manchmal ist heute noch der Zusatz zu finden, daß die Urne so beschaffen sein muß, daß sie innerhalb der Mindestruhezeit für ein Urnengrab zerfällt.

Den rechtzeitigen Zerfall erreicht man bei Holz und Stahlblech in den meisten Fällen, bei Keramikurnen sind Sollbruchstellen vorgesehen, die dafür sorgen, daß die umhüllende Schmuckurne -und von der ist hier die Rede- durch Erd- und Regeneinfluss zerfallen kann.

Zu beachten ist außerdem noch, daß dem Gedanken der Friedhofssatzungen oft schon durch die Aschenkapsel aus Eisen- oder Stahlblech genügend Rechnung getragen wird, sodaß es hier beim Material der Überurne nicht so sehr darauf ankommt. Es könnte also beispielsweise auch Papier verwendet werden. Die Schmuckurnen dienen allein ästhetischen Gesichtspunkten.

Der Phantasie sind im Grund genommen keiner Grenzen gesetzt. Wie die Ausstellungen und Kataloge der Urnenhersteller und -designer zeigen, lassen auch diese ihrer Vorstellungskraft freien Lauf und produzieren sogar häßliche, kugelige Urnen im Fußballdekor.

So könnte man selbstverständlich auch selbst ein Urnengefäß entwerfen und bauen (lassen), das seiner ganz persönlichen Note Ausdruck verleiht.
Es ist übrigens auch durchaus denkbar, sich vom Bestatter eine günstige Urne aushändigen zu lassen und diese selbst zu gestalten.

In jedem Fall sollte dieses Vorhaben mit dem Bestatter abgesprochen werden, er kennt die jeweiligen Regelungen auf den örtlichen Friedhöfen, die genauen Maße und kann im Zweifelsfall auch erreichen, daß die Friedhofsmitarbeiter das Loch im Grab entsprechend groß machen.

Peter Wilhelm 5. Juni 2012


5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich empfehle dazu das Buch „Bunte Särge. Eine Event-Bestatterin erzählt. von Claudia Marschner“ – da geht’s um genau dieses Thema. Ist offenbar stark vom jeweiligen Friedhofsamt abhängig, was da erlaubt ist. Ist aber offenkundig eine gute und manchen befriedigende (positiv gemeint) Möglichkeit, von geliebten Angehörigen Abschied zu nehmen.

  2. Das ist interessant, danke für die Info.

    Nach dem Lesen des Artikels hatte ich mich ja schon gefreut, aber dann wunderte es mich doch nicht wirklich, dass da das „Aber“ mit dem Friedhofsamt kam … :-/

  3. „Schmuckurnenbau leichtgemacht“, der Renner unter den Kursen an der Volkshochschule.

    • Ich finde die Vorstellung schön: wenn ich gestorben bin, sitzen meine Verwandten zusammen und basteln mir eine Urne, überlegen, welche Farben und Motive mir gefallen hätten und denken an mich.
      Da wäre es mir auch egal, ob das Ding aus Pappe, Ton oder Salzteig ist. Und ob es krumm oder schief wird.
      Kommt doch sowieso unter die Erde.
      Die Frage ist eher, ob die Verwandtschaft Lust dazu hat, neben all den anderen Dingen um die man sich kümmern muß.

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