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Zucker

Wenn man an Diabetes leidet, also volkssprachlich Zucker hat, ist man im täglichen Leben mehr oder weniger eingeschränkt.
Man muß Medikamente nehmen, aufpassen was und wie viel man ißt und wann und wie viel man sich bewegt.
Außerdem ist man immer dem Irrtum seiner Mitmenschen ausgesetzt, man könne mit einer Spritze Insulin schnell bei allen vorkommenden Situationen Abhilfe schaffen.
Die allermeisten Mitmenschen können Geschichten von Zuckerkranken erzählen und in den meisten Geschichten kommt eine Pointe vor, die so ähnlich geht wie: Und dann ist der auf einmal eingeschlafen oder war ohnmächtig oder so. Und dann hat der seine Insulin-Spritze bekommen und war ganz schnell wieder fit.

Aber das ist in den allermeisten Fällen dummes Zeug.
Diabetiker leiden ja darunter, daß sie Zucker nicht ordentlich verstoffwechseln. Sie haben per se zu viel Zucker im Blut. Und das ist gefährlich, das schädigt die Nerven, die Nieren und was weiß ich noch alles.
Nur, davon merkt man nichts. Das tut weder weh, noch macht es müde oder schwindelig und führt (abgesehen von ganz krassen Fällen der Überzuckerung) auch nicht zur Ohnmacht.

Und da Insulin dafür da ist, einen zu hohen Zuckerspiegel zu senken, nimmt man das, um einen hohen Zuckerwert zu senken.


zucker01

Viel dramatischer und schneller verläuft die Unterzuckerung. Sie tritt ein, wenn zu viel vom Diabetesmedikament oder Insulin genommen wurde, wenn zu wenig gegessen wurde oder wenn der Diabetiker durch Bewegung, Aufregung und überhaupt durch Anstrengung sehr viel Zucker verbraucht hat.
Und da hilft die Insulin-Spritze herzlich wenig. In einem solchen Fall muß der Diabetiker, wenn er das noch selbst kann, Zucker zuführen. Zu diesem Zweck haben Diabetiker meist Süßigkeiten, z.B. Traubenzucker, dabei.
Die Zuckergabe hilft dann schnell über das „Loch“ hinweg, das sich durch Zittern, Kälte und Schwäche bemerkbar machen kann.

Tut er das nicht, nimmt er also nichts zu sich, dann droht das Unterzucker-Koma, ein durchaus lebensbedrohlicher Zustand. Hier sollte man als Laie auch nicht versuchen, dem Diabetiker nun auf Teufel komm raus Süßigkeiten in den Schlund zu stopfen!
Der Rettungswagen ist der einzig richtige Weg!
Die Retter werden dem ohnmächtig Gewordenen dann Zuckerlösung als Infusion geben und er wird bald wieder auf die Beine kommen.

So schnell eine Unterzuckerung eintreten kann und so schnell sie auch behoben werden kann, so wenig harmlos ist sie.

Soviel vorab, um die folgende Geschichte richtig verstehen zu können.

In dieser Geschichte spielen eine Apotheken-Verkäuferin und Herr Warnacz eine Rolle.
Herr Warnacz war 67 Jahre alt, sah aus wie der Förster vom Silberhirsch, und betörte auch in diesem Alter noch so manche Frau. Groß, breitschultrig, weißes volles Haar, immer braun gebrannt und adrett gekleidet, mochte man gar nicht annehmen, daß Herr Warnacz ein kranker Mann war. Er litt an Diabetes, so wie viele Menschen es tun, und kaum einer fand das bemerkenswert, wenn er das mal erwähnte, weil jeder noch einen Diabeteskranken kennt und es denen ja augenscheinlich sehr gut zu gehen scheint, mit ihrer offenbar ja so harmlosen Krankheit.

Doch diese harmlose Krankheit sollte Herrn Warnacz als Dreitagesgast in unser Bestattungshaus bringen.
Mit anderen Worten: Eines Tages lag er kalt und tot auf unserem Präparationstisch und wurde für den Sarg vorbereitet. Den Auftrag hatte seine Tochter erteilt, bei einem kurzen Besuch bei uns hatte sie alles unterschrieben und sie würde dann mit ihrer Mutter kommen, wenn die Urnenbeisetzung vorbei wäre, dann würde man auch alles bezahlen.

Herr Warnacz kam dann ins Krematorium und drei Tage später setze die Familie seine Urne bei.

Einige Tage zuvor war Herr Warnacz von zu Hause aufgebrochen und wollte nur mal eben kurz was aus dem Zoogeschäft holen. Seine Frau drückte ihm noch einen kurzen Einkaufszettel in die Hand und einen Kuß auf die Wange.

Zuerst besuchte Herr Warnacz eine Apotheke, um sich das Insulin zur Behandlung seiner Diabeteskrankheit zu besorgen.
Gegen den Unterzucker kaufte er dort stets einige der wohlschmeckende Bonbons, wie sie vorwiegend in Apotheken angeboten werden.

Dieses Mal entschied er sich für leckere Halsbonbons einer Marke, die er schon seit seiner Kindheit kannte.

„Ich hätte gerne noch ein Döschen Hustenbonbons, ich habe immer gerne Bonbons dabei, wenn ich mal unterzuckere“, sagte er.

Die junge Frau hinter der Theke legte ihm eine der bekannten weißroten Dosen hin und meinte: So, bitteschön, die gibt’s jetzt auch mit Kirsch und Cassis!“

„Was ist denn Cassis?“, erkundigte sich Herr Warnacz: „Ich kenn nur Chassis, das ist der Unterbau von einem Auto.“

Die Apothekenfrau lachte und erklärte: „Cassis ist schwarze Johannisbeere.“ Mit diesen Worten legte sie ihm eine Dose mit den Bonbons hin.

„Na klar, warum denn nicht“, sagte Herr Warnacz, bedankte sich noch für die nette Beratung und verließ die Apotheke.

Vor dem Gartencenter, in dem er in der Zooabteilung Fische für sein Aquarium kaufen wollte, stand für gewöhnlich um diese Zeit ein Bratwurst-Verkaufswagen und Herr Warnacz hatte vor, dort eine Bratwurst oder eine Frikadelle mit Weißkrautsalat zu essen.
Im Wagen setzte er sich schnell seine Insulin-Spritze und spritzte sich so viel von dem Hormon, daß es die anstehende Mahlzeit gut neutralisieren würde.

Auf dem Weg zum Gartencenter muß Herrn Warnacz aufgefallen sein, daß die Tanknadel seines Wagens gegen Null tendierte. Ich schreibe „muß aufgefallen sein“, da es niemanden gibt, der all diese Vorkommnisse bestätigen kann, die Geschichte fußt allein auf den Rekonstruktionen, die die Familie im Nachhinein angestellt hat.

So bog er also an einer Tankstelle ab, füllte den Tank seines Wagens und entschied sich nach einem prüfenden Blick auf den Lack seines Fahrzeugs, auch noch eine Wagenwäsche in der Autowaschanlage vorzunehmen.

Die Frau, die vor ihm in der Waschanlage war, stellte sich etwas unbeholfen an und Herr Warnacz half ihr noch beim Einschieben der Waschkarte.

Das alles dauerte eine gewisse Zeit und in dieser Zeit tat das Insulin schon seine Wirkung.

Nach der Wagenwäsche fiel Herr Warnacz dann der Einkaufszettel seiner Frau ein und er entschied, zuerst einkaufen zu gehen, damit später die neu gekauften Fische nicht zu lange in den Plastikbeuteln bleiben mußten.
Schon im Supermarkt bemerkte Herr Warnacz, dass es ihm schummerig wurde. Also nahm er drei, vier Bonbons gegen den Unterzucker kaufte ein paar Sachen und stellte sich in der Schlange an der Wursttheke an.
Nochmal nahm er einige Bonbons und meinte, der Zucker darin würde ihm jetzt über das kleine Zuckerloch hinweg helfen, bis er nachher die Bratwurst essen würde.

Doch Herr Warnacz hörte nicht einmal mehr, wie der Wurstwarenfachverkäufer fragte, ob es etwas mehr sein dürfe.
Direkt nach Aufgabe seiner Bestellung verdrehte der weißhaarige Mann seine Augen und fiel im Supermarkt einfach um.

Sofort eilten einige Verkäufer und Kassenkräfte herbei und auch der Geschäftsführer des Supermarkts sowie der Abteilungsleiter von Obst und Gemüse brauchten nicht lange, um am Ort des Geschehens einzutreffen.
Die Augen des Geschäftsführers wanderten zu Warnacz‘ Einkaufswagen, entdeckten dort zwei Flaschen Pott-Rum, die für den Rumtopf von Frau Warnacz gedacht waren, und meinte zum Obst-Gemüse-Mann: „Der ist bestimmt besoffen! Los, den schaffen wir in mein Büro. ‚Ne Tasse Kaffee und der ist wieder fit.“

Im Büro versuchte man dann, den alten Herrn wieder zu sich zu bringen.
„Vielleicht ist der gar nicht besoffen“, meinte der Geschäftsführer, doch der Obst-und-Gemüse-Leiter winkte ab: „Ach was, unsere Frau Riedinger hat gesehen, daß der mehrmals Hustenbonbons gegen seine Alkoholfahne genommen hat.“
Zwanzig Minuten brauchten die beiden Supermarkt-Helden, bis sie begriffen, daß Herr Warnacz nicht bloß betrunken war, sondern daß irgendetwas anderes nicht mit ihm stimmte.

Nochmals zehn Minuten dauerte es, bis die Rettungssanitäter da waren und weitere drei Minuten später traf auch die Notärztin ein.
Die Diagnose war schnell gefällt, vor allem weil man beim Personalausweis einen Diabetikerpass gefunden hatte: „Unterzucker!“

Mit einem Zuckertropf am Arm wurde Herr Warnacz in die Klinik gebracht. „Der wird wieder“, hatte die Notärztin noch zu den Supermarkt-Leuten gesagt, doch sie hatte sich getäuscht.

Trotz intensiver Behandlung ist Herr Warnacz nicht mehr zu sich gekommen und in der darauffolgenden Nacht gestorben.

„Ei, wenn er bloß nicht die zuckerfreien Bonbons gekauft hätte“, jammerte seine Frau später bei uns im Bestattungsinstitut.

Wer hat Schuld?
Wen will man anklagen?
Wen will man verurteilen?

Ich persönlich finde, daß die Apothekenverkäuferin einen großen Fehler begangen hat. Sie hätte genauer zuhören müssen und heraushören müssen, daß der Mann die Bonbons wegen ihres Zuckergehalts haben wollte. Stattdessen hat sie ihm zuckerfreie Bonbons verkauft.

Ach ja, ob da jemals etwas untersucht wurde?
Nein, Herr Warnacz ist eingeäschert worden, seine Asche wurde im Grab seiner Eltern beigesetzt und Frau Warnacz und ihre Tochter Rita haben später aus den Kassenzetteln mit den aufgedruckten Uhrzeiten und dem was die Leute an der Tankstelle und im Supermarkt erzählten, alles rekonstruiert.
Wir konnten auch nichts mehr machen, als wir davon erfuhren, war der Leichnam längst eingeäschert.
So steht auf dem Totenschein „Organversagen nach hypoglykämischen Koma“.

Wollt’s nur mal erzählen, weil gestern wieder einer zu mir meinte, seine Erkältung sei schlimmer als meine Zuckererkrankung.

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Peter Wilhelm15. Januar 2018

43 Kommentare von 140148.

  1. Ja und häufiges Problem bei Unterzucker ist auch, dass die Betroffenen vor der Ohnmacht nicht mehr sinnvoll reagieren und einen sehr verwirrten Eindruck machen können. Da haben auch die Leute oft fälschlicherweise den Eindruck, man sei betrunken oder auf Drogen.

    Deswegen immer auch an einen Diabetes denken und in solchen Situationen, wo der Patient noch ansprechbar ist und schlucken kann etwas zuckerhaltiges zu trinken geben oder Traubenzucker und immer Arzt rufen.

    LG von der io

  2. Jetzt muss ich auch mal einen Kommentar loswerden. Diabetes ist nicht harmlos, bloß weil jeder einen kennt, der auch „Zucker“ hat. Diabetes ist ein massiver Einschnitt in das gesamte Leben. Außenstehende können sich das nicht vorstellen. Immer planen, Bewegung, Ernährung, Mess-, Spritz- und Essenszeiten, Arztbesuche, das Erwarten der vierteljährlichen Laborergebnisse. Manchmal ist es einfach, Entschuldigung, zum Kotzen. 19 Jahre Diabetes, 5 Nadeln täglich in den Finger, 6 Nadeln täglich in den Bauch, HbA1c von 6,1, hart erarbeitet. Aber ohne die Nadelungen, Tom, wäre ich ein Kunde von Dir.

  3. Apotheken haaben eine recht strenge Aufsicht. Hier in Hessen wird die durch das Regierungspräsidiums durchgeführt.

    Wenn das noch nicht lange her ist, kann man daa sehr wohl recht heftig eskalieren.

  4. Woher weiß man denn, dass Herr Warnacz die Bonbons explizit gegen eine mögliche Unterzuckerung gekauft hat? Von der Apothekerin doch sicherlich nicht.
    Ich sehe hier hauptsächlich Herrn Warnacz selbst in der Verantwortung. Als Diabetiker muss ich notgedrungen soviel Kenntnis über meine Krankheit haben, dass ich weiß, welche Auswirkungen Insulingaben oder Zucker-Ersatzstoffe haben.
    Die Geschichte – so, wie du sie erzählst – zeugt von so viel Unwissenheit oder Unbekümmertheit, die man sich bei dieser Krankheit als Betroffener (noch nicht mal als Angehöriger eines Betroffenen) nicht erlauben kann.

    • Zitat
      Woher weiß man denn, dass Herr Warnacz die Bonbons explizit gegen eine mögliche Unterzuckerung gekauft hat?
      Zitatende
      Da hätte die Dame in der Apotheke selbst drauf kommen können. Er hat bei ihr SEIN Insulin geholt und selbst wenn er nicht extra gesagt hätte, dass die Bonbons bei einer evtl. Unterzuckerung helfen sollen, hätte sie einen Hinweis geben können, dass diese Bonbons, die sie ihm empfiehlt, dafür nicht geeignet sind.
      Es heißt immer, Apotheken haben eine hohe Verantwortung (für die Patienten). Dann sollte man sich auch entsprechend verhalten.

      • Moin,

        Hätte sie nicht – gefühlte 99% der insulinpflichtigen Diabetiker kaufen gezielt zuckerfreie Bonbons etc. Für den Fall der Unterzuckerung gibt es z.B. Traubenzuckertäfelchen von diversen Anbietern.
        Ist im Ggs. von z.B. Glucose in Bonbons nahezu sofort ‚wirksam‘.
        Von daher hat die ‚Apothekenverkäuferin‘ (gibt es nicht) aus meiner Sicht bis zum Beweis der gezielten Frage nach ‚Bonbons gegen die Unteruckerung‘ alles richtig gemacht.

        Jörg.

      • Woher soll denn die Verkäuferin wissen, dass er sie exakt für den Unterzucker kauft, und nicht für „mal ein Bonbon lutschen“, in welchem Fall welche mit Zucker völlig ungeeignet für ihn wären? Und warum guckt er nicht mal selber auf die Dose, auf der fett oben „zuckerfrei“ draufsteht? Was ist mit seiner eigenen Verantwortung für seine Krankheit?

        • Die Verkäuferin, die keine Verkäuferin sondern hoffentlich eine PTA, wenn nicht sogar Apothekerin ist, hätte mitdenken können. Weil sie in der Apotheke Dinge verkauft und nicht im Supermarkt.

          Klar hat jeder für seine eigene Gesundheit (od. Krankheit) die eigene Verantwortung, aber gerade ältere Menschen brauchen die Unterstützung anderer.

      • @Rumpel: Erst mal lustig dass man meinen Nick verwendet unter dem ich seit einigen Jahren in Blogs unterwegs bin. Anscheinend um mir hier miese Worte in den Mund zu legen.
        Zweitens kaufen die meisten Diabetiker Traubenzucker, denn der wirkt schneller.
        Drittens kann es sein dass die Bonbons auch einfach nur gegen Husten (ja das gibt es) gekauft wurden. Ja selbst von einem Diabetiker.
        Gerade diese achten oft darauf ZUCKERFREI zu kaufen bei Bonbons, eben um nicht den Zuckerspiegel in die Höhe zu treiben.

        Von daher alles Blödfug was du da von dir gibst.
        Es gibt eine Eigenveranwortung.
        Auch wenn der Schriftsteller und Geschichtenerzähler des Blogs anderes behauptet, und auch noch „hinerfindet“ was der Herr wohl in der Apotheke gesagt hat. Das glaube ich nämlich einfach nicht.
        Vor allem weil die Bon Bons in jeder Apotheke die ich kenne sowieso nicht hinter der Theke sind, sondern in Regalen an denen sich der Kunde selbst bedienen kann.

        • @Der echte Rumpel: Da kann leider niemand etwas dagegen machen, daß auch andere sich dieses Nicknamens bedienen. Eine Möglichkeit wäre, daß man die Mailadresse, unter der man kommentiert, bei Gravatar.com mit einem immer gleichen Bild hinterlegt. Dann sehen die Leute, dass es der echte Rumpel ist.

          Und ja, das ist eine Geschichte vom Geschichtenerzähler. Sie ist auch unter „Geschichten“ kategorisiert. Es ist aber nichts hinzuerfunden, sondern die aufgeregt vorgetragenen Erzählungen der Angehörigen sind nur in erzählende Worte gekleidet. Der Dialog ist aus diesen Erzählungen geformt.

        • @Der echte Rumpel: Und in meiner Apotheke beispielsweise wird vor der Theke im Regal nur Ware von „Consul“ und „Reyla“ verkauft. Die angesprochenen Hustenbonbons in der Blechdose standen zum Zeitpunkt dieser Geschichte in einem Pappdisplay auf der Theke. Und zwar so, dass man sich vorne aus einem Schuber die normalen Bonbons herausnehmen konnte und eine Dose nachrutschte. Die anderen Sorten befanden sich in diesem Schuber hinten und wurden einem vom Verkaufspersonal gereicht. Sie wurden nur vorne auf diesem Pappdisplay mit Bildern beworben.

  5. Leute im Unterzucker sind verwirrt. Da muss man dran denken. Wir hatten den Fall bei einer Bekannten mal. Wir wussten zum Glück, dass sie Diabetikerin ist und konnten das auch kommunizieren. Sie nicht mehr! Wir haben sie in die nächste Apotheke geschoben, als sie anfing wirr zu reden. Die Apothekerin hat sie gefragt, ob sie Diabetes hat und das hat sie sehr vehement verneint. Nach über vierzig Jahren mit der Krankheit, also nicht, weil sich das noch nicht „im Kopf festgesetzt“ hat.

  6. Ich seh das irgendwie anders.Für mich ist der Arzt, ggfs. Diabetologe in der Pflicht. Bei Diabetikern Typ 1&2 finden regelmässige Kontrollen beim Arzt statt.Moderne Selbstmessgeräte werden mittels Schnittstelle beim Arzt ausgelesen.Wie kann es sein, dass der Herr oftmals unterzuckert ist?Da stimmt doch die Medikation vorne und hinten nicht.Normalerweise SOLLTEN ES bei Diabetikern wenige Einzelfälle einer Unterzuckerung geben. Wenn er aber stets Unterzuckert ist/war sind die Medikamente nicht gut angepasst.Es gibt ja viele Arten,Schnellwirksamens/Langzeitwirkendes Insulin + Tabletten.Bei einem guten Arzt kann sowas nahezu ausgeschlossen werden.
    Aber nun gut, ich denke auch das die Apothekerin ihren Job falsch gemacht hat.Beratung und Aufklärung gehören zu ihrem Berufsbild.Kurzer Hinweis und ein Probepäckchen Traubenzucker und er würde vielleicht noch Leben.
    Sicher SOLLTE sich jeder Kranke mit seiner Krankheit auseinander setzen.Aber es ist nicht ihre Pflicht.Dafür gibt es Ärzte und Apotheker die diese Berufe studiert haben.Sie sind für die Aufklärung,Beratung und ggfs Schulungen zuständig.Meiner Meinung nach ;-)

    • Das mit dem Geräte beim Arzt auslesen lassen ist aber nicht der Normalfall.
      Gerade ältere Herrschaften füllen lieber ihr Blutzuckertagebuch per Hand aus.
      Und bei der Vielzahl an Messgeräten mit jeweils unterschiedlichen Protokollen ist das auch nicht gerade so einheitlich zu regeln.

      Bei Typ 2 mit Tabletten ist eine Unterzuckerung in den meisten Fällen unwahrscheinlich bis unmöglich.
      Deren größtes Problem sind eher Überzuckerungen oder halt im Alter das Vergessen der Tabletten.

      Wird mit Insulin behandelt sieht das ganz anders aus. Sobald gespritzt wird, fängt das auch, je nach Sorte mit gewisser Verzögerung, an zu wirken. Wenn da nicht das Essen schon vor einem steht kann da immer was dazwischen kommen und Zack geht der Blutzucker in den Keller.
      Das typische „Ich schaff das noch, ich mach das nur noch schnell,….“ und dann gehts abwärts.

      Wie auch schon von anderen erwähnt wirkt sich dann Bewegung und Aufregung natürlich noch mit aus und der Stoffwechsel schaltet dann auf „Jetzt brauch ich aber Energie“ um und das Insulin wirkt dadurch teilweise gleich noch mal viel besser.

      Das große Problem ist ja das das Gehirn einen großen Energiebedarf hat und sich dann niedriger Blutzucker auch mit drauf auswirkt, bis man selbst gar nicht mehr klar denken oder einwirken kann.
      Eben das das Mechanische man noch funktioniert, Autofahren, Einkaufen,.. aber der Kopf schon eingeschränkt ist.

      Das größte Problem aus meiner Sicht und leidlicher Erfahrung ist hier das Spritzen ohne das Essen schon greifbar zu haben.
      Problematisch ist dabei nicht nur das man sich gegebenfalls schämt weil man sich vor anderen Leuten irgendwie diskret spritzen muss als auch das mögliche Unverständniss der Umstehenden.

      Pumpen haben meiner Meinung nach auch das Problem, verabreichen jedoch die Dosis nicht auf einen Schlag sondern peu à peu, aber auch da kann man sich irren und das Essen halt nicht vor sich haben.

      Ein weiterer Punkt ist eben das der Stoffwechsel je nach Zufuhr, Aktivität und Stress Schwankungen unterworfen ist.
      Auch mit Messen und Spritzen ist das eher nur so „Best effort“.

      Solange man nicht kontinuierlich messen und korrigieren kann, und so wie bei einem gesunden Menschen der Stoffwechsel das von alleine hinbekommt, wird es immer Schwierigkeiten, Probleme und Über-/Unterzuckerungen geben.

      • Absolut richtig erkannt!

        Ich selbst habe mir angewöhnt, tatsächlich erst dann mein Bolus-Insulin zu injizieren, wenn mein Essen bzw. mein zuckerhaltiges Getränk direkt vor mir steht. Alles andere wäre bei den heutigen, extrem schnell wirksamen Insulinen (in meinem Fall Apidra) einfach nur fahrlässig.

        • Ganz genau- erst wenn das Essen vor einem steht, den Insulinbolus setzen.

          Und von wegen zuckerfreier Süßkram: Die meisten „zuckerfreien“ Bonbons sind zwar ohne (chemische) Zucker, enthalten aber genausoviel berechnungs- und spritzpflichtige Kohlehydrate (Zuckeraustauschstoffe: Mehrwertige Alkohole) wie ein normales Bonbon. Die sind gesünder für die Zähne, das war es aber auch. Und wenn die Dame, die in der Apotheke diese Dinger verkauft, auch tausendmal gleichzeitig Insulin an ihn abgibt: Er muss selbst beim Setzen der Spritze erstens vorher messen, zweitens das Essen in Reichweite haben. Alles andere ist wie Bungee-Jumping ohne Seil.

    • Hier gleich von einer „falschen Einstellung“ zu reden, halte ich für falsch. Gerade bei modernen Insulintherapieren ist es ja so, daß sich der Patient die benötigte Insulinmenge anhand der eingenommenen Kohlenhydratmenge selbst ermitteln muß. Wenn da jemand Probleme mit Kopfrechnen hat, kann es schnell zu einer Unterzuckerung kommen.

  7. Sind nicht Pullmoll „Hustenbonbons“? Also da muss man nicht unbedingt drauf kommen, dass es gegen Unterzuckerung sein soll…

  8. Die Unterzuckerung im Supermarkt ist durchaus ein Problem. Dann ist einem schon schummerig, dann muss man sich auch noch im Notfall aus 200 Saftprodukten das eine raussuchen, das nicht zuckerfrei ist. Bonbons dauern zu lange, Saft/Limo geht deutlich schneller. Aber der elende Zuckerfrei-Wahn hat da echt Potenzial zur Katastrophe…

    • Im Zweifelsfall hilft immer eine bekannte US-amerikanische Brausemarke – da erkennt man an der Farbe des Etiketts, welches die zuckerhaltige ist.

      Ich hab für Notfälle (sprich: akute Unterzuckerungen) immer Cola in Dosen daheim.

  9. Ich sehe die Schuld bei jemand anderem. Die Herrschaften im Supermarkt müssten wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden. Einem Bewusstlosen Kaffee einflößen zu wollen ist grob fahrlässig. Das waren vergeudete 20 min.
    Die PTA ist da m.E. nach unschuldig.

    • Dem stimme ich zu. Besoffen oder nicht, selbst rumdoktorn is da überhaupt nicht angebracht, zumal der Mann ja offensichtlich schon eines älteren Semesters war.

      Bei der PTA kann es auch sein, das sie falsch gegriffen hat, oder schlichtweg selbst nicht wusste, das die Bonbons ohne Zucker sind. Dies hätte auch der Kunde selbst prüfen können…

  10. Also nach meiner Rechtsauffassung sind die Supermarkt Leute für das Schlamassel verantwortlich.
    Begründung:
    1. Einen Bewußlosen packt man nicht einfach und schafft ihn weg, egal ober nun „besoffen“ ist oder etwas anderes ist. Dieser muß an Ort und Stelle bleiben und entsprechend gelagert werden, sprich
    Stabile Seitenlage.
    2. Einem Bewußtlosen auch noch zu versuchen, irgend eine Flüssigkeit einzutrichtern, ist nicht nur Fahrlässig sondern grob fahrlässig, wenn nicht sogar Vorsatz.
    3. Bei einem Bewußlosen wird sofort (!) der Notarzt verständigt. Egal, ob der vielleicht gleich wieder zu sich kommt oder nicht. Lieber einmal zu viel als , wie in diesem Fall zu spät.
    Die Kosten für den Einsatz trägt die Krankenkasse.

  11. Früher in der Werbung hieß es doch: „Pullmoll im Mund, du bleibst gesund.“ Vielleicht hat der arme Mann immer noch daran geglaubt.

    Mir hat ein Arbeitskollege (Diabetiker) mal die größten Vorwürfe gemacht, nachdem ich für ihn die Rettung gerufen hatte. Als ich ihn fand, lag er auf dem Rücken, hatte den Kopf an der Heizung aufgeschlagen, war blau angelaufen und bewusstlos. Seitenlage, Mund ausgeräumt (der hatte vor dem Umfallen noch schnell in sein Brot gebissen), Rettung gerufen, Zuckerwerte lt. Sanitäter katastrophal, aber noch mal gut gegangen.
    Tage später meinte er, das sei unmöglich gewesen, er wäre „auch so“ wieder zu sich gekommen, außerdem hätte er ein Notfallmittel dabei, das ich ihm hätte problemlos (was? wo? wie viel? einem Bewusstlosen?) verabreichen können. Außerdem wisse durch den Rettungseinsatz jetzt „die ganze Firma“, dass er Diabetiker sei. Also, ich bin selten sprachlos, aber da war selbst ich mal baff!

  12. Sehe auch so, dass die Leute im Supermarkt die größte „Schuld“ tragen. Ich gehe davon aus, dass das in den letzten 10 Jahren passiert ist, wo nahezu jeder ein Handy bei sich trägt. Wenn da einer umkippt, ganz gleich welchen Alters, Geschlecht oder sonstigen Gemütszustandes, holt man das Telefon aus der Tasche und tippt 112. Auch wenn er nicht nur besoffen scheint sondern auch besoffen ist. Auch ein Betrunkener hat das Recht auf Hilfe und sein Leben.
    Die PTA hat aber auch mindestens leicht Fahrlässig gehandelt, genauso wie der alte Herr selbst. Wenn er nach Bonbons fragt wegen möglicher Unterzuckerung, dann kann eine PTA nicht einfach zuckerfreie Bonbons empfehlen, so viel Wissen muss vorhanden sein. Und der alte Herr muss mit seiner Krankheit eigentlich ebenfalls wissen dass sich Süßmittel nicht wie Zucker verhalten und dass er darauf achtet, Produkte zu kaufen die wirklich Zucker enthalten.

    Alles in allem aber eine echt traurige Geschichte…denn er hätte noch leben können…

  13. Kluge Diabetiker leben länger!

    Die haben gegen Unterzucker Traubenzuckertäfelchen oder Glucose(=Traubenzucker)lösung in einem praktischen Tübchen (Jubin).

    Der Zucker in Bonbons wie Pullmoll ist viel zu langsam (Saccharose) verfügbar.

    Somit handelt es sich hierbei nicht um einen Fehler sonder frei nach Darwin um eine Selektion.

    Ausserdem muss man schon sehr unfähig sein, um den ZUCKERFREI-Aufdruck einer Pulmoll-Dose zu übersehen.

    Oder wieder nur eine kleine BILDZeitungsMähr von Herrn Willhelm.

    • Du schreibst die Lösung der Geschichte ja selbst: „Kluge Diabetiker leben länger!“

      Wer klug ist und wer klar denken kann, der weiß, wie er mit seiner Diabeteskrankheit umzugehen hat.
      Wer aber eventuell unter dem Einfluß einer Hypoglykämie nicht mehr klar ist, der findet nicht einmal die mitgeführte Lösung in der Jackentasche, ja, er verneint auf Befragen auch eventuell, daß er Diabetiker ist.

      Das ist eine bekannte Begleiterscheinung der Hypoglykämie, vor der jeder Diabetiker ausdrücklich gewarnt wird.

      Somit ist das, was Herrn W. in dieser Geschichte (und einem gewissen Herrn D. im realen Leben) passiert ist, ein Schicksal oder meinetwegen auch eine unglückliche Verkettung der Umstände.

      Hier von Selektion zu sprechen, ist sehr grenzwertig. Dieses Vokabular kommt in der Biologie, aber auch im Duktus der NS-Ärzte an der Rampe von Auschwitz vor.
      Sehr nahe dabei liegt der Begriff vom „Lebensunwerten“. Einen Diabetiker, der unter dem Einfluß einer Unterzuckerung einen lebensgefährlichen Fehler macht, als lebensunwürdig zu bezeichnen, so weit wirst Du nicht gehen wollen.
      Wenn ein älterer Herr, über dessen Sehkraft wir nichts wissen, eine Bonbon-Dose einfach nimmt, ohne sich die Beschriftung anzuschauen, bei Dir als unfähig gilt, dann habe ich in etwa auch eine Vorstellung davon, warum der Spamfilter Deine Kommentare zurück behält.

      • @Peter Wilhelm: Naja, wenn die Sehkraft nicht ausreicht ein Zuckerfrei zu erkennen sollte man auch nicht Autofahren. Ehrlich gesagt finde ich es hier etwas einfach gegriffen allen rund herum die Schuld zu geben, jeder hat eine Selbstverantwortung und wenn man dass nicht mehr kann dann muss man 24h/Tag Betreuung haben

        • Das wiederum finde ich zu kurz gegriffen.
          Es ist vollkommen normal, daß Menschen etwa ab dem 40. Lebensjahr in ihrer Sehkraft beeinträchtigt sind. Das betrifft aber vor allem das Lesen, also das Sehen auf kurze Entfernungen.
          Die Fernsicht ist dann immer noch perfekt.
          Es gibt also überhaupt keinen Grund, zu sagen, daß jemand, der eine Lesebrille benötigt, nicht mehr Autofahren sollte oder unter 24-Stunden-Betreuung gestellt werden müsste.

          Der Mann hat sich auf die Apothekerin verlassen, weil er annahm, daß seine Aussage, er nehme die Hustenbonbons gegen seinen Unterzucker, sie dazu veranlassen würde, ihm zuckerhaltige Bonbons, so wie er sie ja auch verlangt hatte, zu verkaufen. Daß die Frau dann zu einer Geschmackvariante griff, die ausschließlich in einer zuckerfreien Variante angeboten wird, mußte er nicht ahnen.

          Eine Schuldzuweisung? Die hat es doch nie gegeben. Meiner ganz persönlichen Meinung nach wäre es aber nicht zu diesem bitteren Ende gekommen, wenn die Apothekerin etwas besser zugehört hätte.

          Insgesamt ist es aber so, daß das alles doch nur auf den Mutmaßungen der Familie beruht. Was da genau in den letzten Stunden passiert ist, das könnte nur der Betroffene erzählen.

          • @Peter Wilhelm:Ich hätte vielleicht erwähnen sollen dass ich Optikerin bin, also ja, ich kenne das Problem der Ü40 dass die Arme zu kurz werden ohne Lesebrille. Aber wenn man die Dose googlt sieht man dass die Zuckerfrei Aufschrift erkennbar ist. Auch für Leute die eine Lesebrille benötigen und sie nicht dabei haben sollte es auffällig genug sein. Und wenn dieser Post über mich wäre würde ich mich definitiv angegriffen fühlen. Ich verstehe die Familie die eine Erklärung möchte aber hier scheint es doch auch etwas so das die Erkrankung zu wenig ernst genommen wurde, nicht?

  14. Was mir gerade noch einfällt:

    Ich hab ein paar Jahre im Supermarkt gearbeitet und wir hatten mehrmals Leute, die um etwas Traubenzucker gebeten haben, weil sie unterzuckert waren. Die haben von uns IMMER Traubenzucker, einen Stuhl und ’ne Cola gekriegt.

    Ausnahmslos ALLE waren uns unendlich dankbar und haben das hinterher bezahlt. Und wenn sie am nächsten Tag gekommen sind. Das fand ich schon enorm. War ein inhabergeführter Supermarkt in einem Urlaubsort. Waren fast alles Leute, die nicht dran gedacht haben, dass sie am Strand weder ihre normalen Hosen, noch ihre normalen Taschen dabei haben und damit ihre normalen Zuckerdepots.

    Ansonsten sind dort leider viele so drauf, dass sie alles mögliche ergaunern, weil man sie ja nicht kennt. Aber das hat wirklich keiner ausgenutzt seit es den Laden gibt(also über zwanzig Jahre). Find ich schön.

    Etwas dafür verlangt hätten wir aber niemals.

    • Erstens wird hier nicht zensiert und zweitens hast Du gar nichts.
      Dein Kommentar ist im Spam-Filter gelandet.
      Dort landen vor allem Kommentatoren, die in der internen Datenbank auf der Blacklist stehen.
      Diese Blacklist wird von mehreren Blogbetreibern mit Daten gefüttert, es kann also sein, daß Du entweder hier oder anderswo schon durch unhöfliche, vorlaute oder gegen die Netiquette verstoßende Kommentare aufgefallen bist. Es kann aber auch einfach ein „false positive“-Fall gewesen sein, dann solltest Du mal unter dem Eingabefeld auf „Dein Kommentar ist nicht erschienen? Dann klicke bitte hier für weitere Informationen!“ klicken.
      Damit solche etwas vorlaut vorgetragenen Kommentare nicht notwendig werden, habe ich mir nämlich die Mühe gemacht, dort unter dem Link alles Wissenswerte aufzuschreiben.

      In Deinem speziellen Fall hätte ein wenig Geduld genügt. Aber Du konntest von gestern Abend bis heute Morgen nicht abwarten.

      Vorsicht, die Illuminaten kommen!

  15. Meine 2 cents: hört auf, nach einem Schuldigen zu suchen… es bringt nichts.
    Jede Seite hat Fehlerchen um Fehlerchen gemacht, die sich schließlich zufällig fatal summiert haben. Das ist das Leben, manchmal f*ckt es einen einfach mit seinen blöden Zufällen. In diesem Fall hat das leider ein Leben gekostet.

    Im Moment beobachte ich z.B. eine Sache, wo ein Paket seit Oktober von einer Stelle zur anderen geistert, weil Absender und Empfänger ein Fehlerchen nach dem anderen gemacht haben. Inzwischen ist eine dicke Nachgebühr drauf, die aber keiner zahlen will, weil sich jeder für schuldlos hält, gleichzeitig hat das Transportunternehmen bereits weit mehr Leistung erbracht, als die Nachgebühr überhaupt decken würde… Ich bin gespannt, wie das nochmal enden wird.

  16. Hallo.

    Diabetes ist eine Krankheit, die einen tiefen Einschnitt in die Lebensgewohnheiten bedeutet. Da schließe ich mich den oberen Kommentaren an – keine Frage! Achtung, jetzt kommt das „Aber“: Aber, ich bin der Überzeugung, dass die meisten Diabetiker des Typ2 hätten verhindern können, von dieser Krankheit betroffen zu sein. Mittlerweile schätzen Mediziner die Anzahl der Diabetiker in Deutschland auf 8 Millionen, d.h. jeder Zehnte ist davon betroffen und viele Wissen es noch gar nicht. Die Krankheit kann eine Zeit lang symptomfrei verlaufen, man geht ja schließlich erst zum Arzt wenn es „zwickt“. :/ Im Jahr 2040 werden, wenn’s so weiter geht, 50% der Deutschen vom metabolischen Syndrom betroffen sein. Da sind Diabetes und andere Krankheiten vorprogrammiert – das freut die Pharmaindustrie und die Internisten.

    Mein Appell: Achtet auf Eure Ernährung und bewegt Euch genügend!

    Schöne Grüße,
    Mat.

  17. Jetzt habe ich grade mal schnell die beschriebene Dose Pullmoll gegoogelt, und bei der Google Bildersuche ist erkennbar, das auf der Dose eigentlich ziemlich groß „zuckerfrei“ drauf steht.

    Abgesehen – wenn der Ablauf rekonstruiert war – wird man nicht zweifelsfrei wissen, dass die Apothekerin entsprechend beraten hat bzw dass er beim Kauf gesagt hat, dass er die Bonbons gegen Unterzuckerung will. Wenn es so rüber kam, als wenn er einfach Hustenbonbons kaufen wollte, dann wäre „zuckerfrei“ doch richtig gewesen?

    BTW: erinnert sich eigentlich noch jemand daran, wie es früher in den Apotheken diese Pullmoll-Drehteile gab, wenn man oben einen Knopf drehte, kam unten ein Pullmoll zum Testen raus? (fiel mir grade so ein).

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