Auch nicht schön: Spaziergänger findet Wasserleiche

Ich denke das so oft, wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin: Immer sind es Hundespaziergänger oder Pilzsammler, die im Wald oder Gehölz Leichen finden.
Das liegt ja wohl daran, daß die Hunde und Begleiter auch mal Ecken durchstreifen, wo sonst kaum jemand hinkommt.
Und wenn mein Hund mal wieder irgendeinen blankgescheuerten Ast aus dem Neckar zieht, denke ich: Laß es bitte keinen Arm sein.

Wasserleichen und die Teile davon sind nämlich, das weiß ich nur zu gut, kein besonders schöner Anblick. Bei den Temperaturen der letzten Tage: große Hitze in sonniger Umgebung und gleichzeitig noch Eiseskälte in den Gewässern, kann sich ein Leichnam recht schnell unangenehm verändern. Das Aufquellen der nicht mehr durchbluteten Haut und des leblosen Gewebes tut mal das eine, und Tiere tun das andere.

In Fischbek hat gestern ein Spaziergänger im Nährenbach eine Wasserleiche gefunden.
Nun ist der Nährenbach wahrlich kein reißendes Gewässer und macht dem zweiten Teil seines Namens durchaus alle Ehre.

Auf den Bildern, die ich mit dem Artikel mal hier verlinke, sieht man aber recht gut, wie die Bestatter hier gefordert sind.

Krimisendungen machen uns ja immer vor, Leichen würden ausschließlich von Polizei, Feuerwehr oder sonstigen Kräften geborgen, und die Bestatter kommen dann im schwarzen Anzug mit dem Eichensarg oder dem Zinksarg.
Tatsache ist aber, daß die Bestatter oft genug von den anderen Einsatzkräften vorgeschickt werden. „Macht Ihr das mal, das ist ja Euer Job!“, heißt es dann.

In der Regel arbeiten bei solchen unangenehmen Aufgaben aber alle Kräfte Hand in Hand und ich persönlich bewundere die Feuerwehrleute, die ziemlich oft ehrenamtlich helfen und insbesondere für solche Belastungen nur unzureichend geschult sind.

Es ist auch nicht verwunderlich, wenn Bestatter nach einer solchen Bergung noch die Position „erschwerte Bergung“ mit auf ihre Rechnungen schreiben.

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  • Veröffentlicht am: 12. Mai 2016
  • 5 Kommentare
  • Veröffentlicht in: Fundstücke

Veröffentlicht von

Der Schriftsteller Peter Wilhelm erzählt hier Geschichten und informiert als Sachverständiger über Bestattungen. Er ist Chefredakteur von "Bestatter heute".
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Produkttests gibt es hier. Peter Wilhelm ist auch bei Facebook.
Mehr über den in der Halloweennacht geborenen Autor findet man u.a. hier und hier. Der Autor lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!

Peter Wilhelm peter wilhelm autorenlesung

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  1. Ich erinnere mich an die Geschichte eines Bekannten, der hier auf’m Dorf frühmorgens beim Hundespaziergang eine Wasserleiche im Weiher fand. Er die Polizei verständigt, die dann auch anrückte. Verlegenes Rumdrucksen der Polizisten, hm…er von uns hat eigentlich ’nen Rettungsschwimmer? Mein Bekannter, von Beruf Sozialpädagoge, war wohl der einzige in der Runde, der einen hatte und leider zu sozial, um diesbezüglich einfach mal die Füße stillzuhalten…jetzt rate mal, wer die Leiche ans Ufer gebracht hat.

  2. Ich bin Jäger. Anlässlich einer Drückjagd haben wir beim Durchgehen durch einen Lärchenbestand zuerst Frauenunterwäsche gefunden. Das ist nun, gerade im Dunstkreis (wilder) Parkplätze nichts ungewöhnliches, aber dann fanden sich auch noch Überreste eines Menschen. Erstmal alles Stopp und die Polizei verständigt. Die Leiche geborgen haben dann wahrscheinlich Mitarbeiter der Rechtsmedizin (=Beschriftung des grünen VW-Transporters) vorher genaues Aufmessen der Lage, unzählige Fotos usw.. Wurde später als eine 3 Jahre zuvor verschwundene Studentin identifiziert. In der Region fehlen noch 2 weitere Personen dieses Suchschemas aus diesem Zeitraum. Weitere Ermittlungserfolge/-ansätze wurden nicht veröffentlicht.

    Ich war im Rahmen meines Jurastudiums auch mal bei einer Leichenöffnung in der Rechtsmedizin mit dabei, also vergnügungssteuerpflichtig ist das mit Sicherheit nicht, aber ungemein interessant was der Körper so alles über den Menschen und sein Leben und auch sein Ende verrät. Könnte mir vorstellen, dass der Besuch einer Vorlesung „Rechtsmedizin für Juristen“ oder ähnliches auch für Bestatter sehr interessant sein kann. Ursachen diverser Hämatome, wodurch, wann und wie zugefügt, sonstige stumpfe Verletzungen, Würgemale, aber auch die Herkunft von Schnitten usw. Ich könnte mir vorstellen, dass so mancher Bestatter da noch ganz böse Geheimnisse bergen könnte.

  3. Mein Alptraum schlechthin. Ich hab als Kind mal einen Filmschnipsel erhascht, in dem gerade noch ein Stück von einem Toten im Wasser zu sehen war. War zwar nur ein Krimi, egal. Hab immer wieder davon geträumt.
    Seitdem meide ich Bachläufe und das Gestrüpp drumherum wie die Pest. Nicht mal meinen Hund lass ich da ins Wasser. Ich mein, der würde den Arm nicht bringen, aber still und heimlich abnagen…

  4. So weit ich weiss, können wohl mind. manche Hilfsorganisationen gerade für ihre Ehrenamtler auf Betreuung/Notfallseelsorge der Polize zugreifen, wenn sie für die Polizei im Einsatz sind und es zu belastenden Ereignissen wie Leichenfunden kommt.
    Förster sollte man auch erwähnen, die finden in ihren Wäldern und auf ihren Hochsitzen auch schonmal Vermisste tot vor, die wegen Hilflosigkeit sich verirrten oder in suizidaler Absicht in den Wald gingen.

  5. Wasserleichen sind mit das ekelhafteste, was man kriegen kann!! Der Geruch, wenn man es denn so nennen will, zieht einem die Schuhe aus. Von einer hat sich mir der Name eingeprägt, weil er so jung war. Bin neulich auf dem Friedhof an dem Grab vorbei gekommen. Mein Gott, das ist schon wieder dreißig Jahre her!!!!

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