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Du geiler Hengst, du!

Chef, das meinen die jetzt aber nicht ernst, oder?“

Mit einem Seufzer trug Sandy diese rhetorische Frage vor, als sie neben der Haustüre in der Martinstraße 84 auf die oberste Klingel deutete. „Die wohnen ja ganz oben und wenn ich richtig zähle, ist das im fünften Stock.“

Ich schaute am Haus empor und tatsächlich, im vierten Obergeschoß schaute jemand aus dem Fenster und winkte. „Huhu, hier sind wir, kommen Sie bitte eben mal rauf!“
Sekunden später summte der elektrische Türöffner und ich entschied kurzerhand: „Sandy, hol die Trage, wir nehmen die gleich mit hoch, sonst müssen wir nochmal rauf und runter.“

In den meisten Fällen erledigten unsere Fahrer die Abholung von Verstorbenen, oft fuhr auch Sandy mit, aber daß die junge Deutsch-Amerikanerin und ich zusammen Bereitschaft hatten, kam eher selten vor.
Normalerweise hielt ich es immer so, daß ich den Fahrer unten beim Wagen warten ließ und zunächst einmal alleine in die Wohnung ging. Dort sprach ich erst kurz mit der Familie, schaute dann nach dem Verstorbenen und ging dann hinunter zum Fahrer, um ihn über die Örtlichkeiten und Umstände zu informieren. Das machte erstens einen guten Eindruck und hatte zweitens den Vorteil, daß wir mit der richtigen Ausrüstung in der Wohnung erschienen.

Wie gesagt, hier waren es viele Treppen, da nahmen wir die Trage gleich mit hoch.
Einen 67-jährigen sollten wir abholen, der einem Herzinfarkt erlegen war. Seine Tochter, die wegen der Pflege vorübergehend bei ihm lebte, hatte zwei Stunden vorher angerufen.
Oben angekommen fand ich die Tochter vor, eine Frau von etwa 40 Jahren, die auf mich den Eindruck machte, als habe sie den ersten Schmerz mit mindestens einer Flasche Doppelkorn betäubt, jedenfalls atmete sie nicht gerade Frische in mein Gesicht, als sie breit und mit anstoßender Zunge den Weg ins Sterbezimmer mit den Worten beschrieb: „Schallalaffizi laga buggi masch!“

Im Schallalaffizimmer lag ein ziemlich dicker und ziemlich toter Mann in einem Bett.
„Nee, oder?“, meinte Sandy und klappte die Trage neben dem Bett auseinander: „Warum haben die eigentlich keinen Aufzug, Mann, Mann, Mann…“

Ich hatte auch keine Lust, den Dicken die ganzen Treppen hinunter zu schleppen, aber was bleibt einem übrig?
Wir hätten ja auch einen anderen Beruf wählen können… Es half alles nichts, das mußte gestemmt werden.

Die Artikulationsverweigerin drängte sich mit einem Glas Rotwein in der Hand an uns vorbei und schlallte, während sie mit der Rotweinhand überschwappende Gestik imitierte: „Flabusch ma, odda?“
Dabei verkleckerte sie Rotwein über die Bettdecke, das Unterhemd des Toten, unsere Trage, mein Jackett und meine Schuhe.

„Sieht aus wie Blut“, stellte Sandy fest.

„Stinkt aber wie Alkohol“, antwortete ich genervt.

„Schaba wagga mups!“

Ich nickte vorsichtshalber mal und schob die Frau freundlich aber bestimmt aus dem Zimmer und ins benachbarte Wohnzimmer. Dort deutete ich auf den Sessel, die Frau glotzte mich an, lächelte, strich mit der freien Hand über ihre zwar vorhandene aber durchaus nicht nennenswerte Oberweite und sagte: „Bisch auch’n gansch Süßer, ne?“

„Wir nehmen Ihren Vater dann jetzt mit, die Papiere vom Arzt liegen ja auf der Kommode. Morgen früh, na sagen wir besser morgen Mittag melde ich mich bei Ihnen und dann besprechen wir alles weitere, ja?“

„Artscht? Ich brauch kein Flatsch bamm.“

Sandy tippte mir auf die Schulter: „Chef, die is‘ knülle.“

„Komm trink auch ma Kuhschlamm! Bester Flasche magga limbu!“

„Chef, trink bloß nix von dem Zeug, wer weiß, was da drin ist, das muß ja fürchterlich reinknallen. Du mußt ja noch fahren“, sorgte sich Sandy um mich, als die Frau mir aus einer Karaffe ein Glas mit einer ominösen pinkfarbenen Flüssigkeit füllen wollte.

„Ich trink doch jetzt nichts“, wehrte ich ab und Sandy meinte nach kurzem Überlegen: „Aber ich könnt‘ ja schnell ein Gläschen, ich meine, ich muß ja nicht fahren, und nur so aus Höflichkeit, kann man doch nicht ablehnen…“

„Untersteh dich!“

Die zungenschwere Dame begann ihr Rotweinglas zu streicheln und grinste dabei glücklich. Nun gut, auch ein Weg, die erste Trauer zu bewältigen.

Im Schlafzimmer deckte ich den schweren Mann frei, richtete die Trage und sah mich nach Sandy um. Gerade wollte ich sie rufen, da kam sie zu mir. Ich wußte genau, was sie getan hatte, denn sie wischte sich noch kurz über den Mund.

„Sandy, Du hast doch nicht…?“

„Niemals, Chef, ich schwöre!“

„Komm Du geiler Schatsch, tringe noch mehr Schlabuzz!“, tönte es von der Tür und die Angetrunkene drückte Sandy ein Glas mit dem pinkfarbenen Synapsentöter in die Hand.

In gespielter Entrüstung lehnte Sandy ab und gab ihr das Glas zurück: „Aber ich bin doch im Dienst!“

„Ihr könnt hier schalafen, isch find Euch so geiiiiil!“

Zum zweiten Mal an diesem Abend schob ich die Frau zurück ins Wohnzimmer: „So, und jetzt schön hier sitzen bleiben, sonst kommt der Bibabutzemann!“

„Au, jetschd wird er böööööse! Nen geilen Arsch hast Du!“

Aus der Jackentasche holte ich eine Visitenkarte und einen unserer schmalen Hausprospekte und legte sie der Frau auf den Wohnzimmertisch. Sie hatte zwar bei uns angerufen und uns bestellt, aber da war sie noch nüchtern, oder zumindest nüchtern genug. Nicht, daß sie in einer oder zwei Stunden das Fehlen ihres toten Vaters bemerkt und sich dann an uns nicht mehr erinnern würde. Am Ende würde sie dann noch die Polizei rufen, oder so.

Den schweren Mann auf die Trage zu bekommen, stellte kein so großes Hindernis dar, die Schwerkraft ist da stets ein willkommener Helfer.
Dann noch festschnallen, den Reißverschluß der Abdeckung zu ziehen und los konnte es gehen.

„Wir sind dann mal weg!“, rief ich ächzend in Richtung Wohnzimmer, von dort kam aber keine Antwort. Auch gut, vielleicht war die Frau eingeschlafen und so stand sie uns wenigstens nicht im Weg herum.
Denkste! Gerade mußten Sandy und ich die Trage ziemlich weit hochheben, um im Flur an einer Kommode vorbei zu kommen, da umarmt mich die Frau plötzlich hinten und hält mir ihr Rotweinglas unter die Nase: „Lasch misch nich alleine, Du geiler Hengscht!“
Dabei leerte sie das Glas quasi von oben in meinen Hemdkragen.
Was will’ste machen? Ich war eingeklemmt in einem engen Flur, rechts die Kommode, links die Wand, vor mir zog Sandy an der Trage, die wir mühsam hochgedrückt hielten, und von hinten zog die Frau mich weg.
Um zu verhindern, daß wir allesamt auf die Nase fielen, gab ich der Frau einen leichten Tritt und sie ließ sofort los.

Lachend verzog sie sich wieder ins Wohnzimmer. „Ja, geh nur, trink noch was von Deinem Schlabuzz!“, dachte ich.

Dieses Treppenhaus! Es gibt ja Normen für Treppenhäuser. Da ist festgeschrieben, wieviele Stufen es sein dürfen, bis der nächste Absatz kommt, da steht drin, wie hoch die einzelnen Stufen sind und wie breit so eine Treppe sein sollte.
Nur, an dem Tag, als diese Treppen gebaut worden waren, mußte der Mann, der diese Normen kannte, in Urlaub gewesen sein. Jedenfalls war das Treppenhaus eng, die Treppen unwahrscheinlich steil und die Stufenabstände variierten von Stockwerk zu Stockwerk.
Schon eine Etage tiefer mußten wir den Verstorbenen absetzen und durchatmen. Mehrfach hatten wir die schwere Trage hochstemmen müssen.
Noch ein Stockwerk tiefer japste ich schon gehörig und der Schweiß lief mir den Rücken hinunter, um sich man-weiß-schon-wo zu sammeln.

„Isch gaga mal insch Bett, ihr tschwei Süßen!“, hörte man unsere trunkfreudige Freundin von oben. Jau!

Treppenhäuser sind ja mal eins, Treppenhauslicht ist wieder was anderes! Normalerweise sage ich immer zu einem der Angehörigen: „Bleiben Sie bitte beim Lichtknopf stehen und drücken immer mal kurz, wenn’s Licht ausgeht?“
Aber soviel Kommunikation hatte ich bei der Schlabuzzigen nicht mehr aufwenden wollen und so standen wir alle dreieinhalb Minuten im Dunkeln. Glücklicherweise verfügte Sandy über eine ungeheure Gelenkigkeit und schaffte es, mal mit der Nase, mal mit dem Knie oder Ellenbogen, einen der schwach leuchtenden Treppenhauslichtschalter zu betätigen.

Sonst standen immer irgendwelche neugierigen Nachbarn in der Tür, die das auch mal machen konnten, aber in dem Haus herrschte Totenstille und es war niemand zu sehen.

Mit viel Mühe und Schweiß hatten wir es dann endlich geschafft und waren im Parterre angekommen. Wir setzten die Trage abermals ab, um durchzuatmen.

„Chef, Du müffelst nach Fusel“, sagte Sandy und ich antwortete: „Und Du nach dem pinkfarbenen Zeug!“
„Ja, ich geb’s ja zu. Waren aber nur zwei Gläser. Aber die hatten es in sich, das Zeug muß Doktor Mabuse persönlich gebraut haben, mindestens 80 Prozent!“

Mit diesen Worten beugte sich Sandy rüber zur Haustüre, drückte die Klinke herunter und verzog das Gesicht: „Scheiße, Chef, abgeschlossen!“

Wie es wohl alle Männer getan hätten, drängte ich mich an der Trage mit dem Toten und der nach Fusel riechenden jungen Frau vorbei und probierte selbst, ob die Tür abgeschlossen war.
Was für eine unnötige Aktion! Als wenn Sandy zu doof wäre, eine Tür aufzumachen.
Obwohl, andererseits…

Aber in diesem Fall war die Tür wirklich abgeschlossen. Sandy schnaubte vielsagend.

Jetzt mal ehrlich: Was treibt die Mieter eines Hauses eigentlich dazu, jeden Abend die verschissene Haustüre abzuschließen, verdammt noch mal!? Das ist hier in der Gegend (und wahrscheinlich anderswo auch) sowas von verbreitet, ja fast schon wie die Befolgung eines göttlichen Gebots: Wenn es draußen dunkel wird, muß man die Haustüre abschließen, damit jeder Bewohner, der noch einen Gast erwartet oder diesen verabschiedet, noch einmal mit hinunter muß, um den Schließdienst zu absolvieren.
Was, wenn’s mal brennt oder man auf das Eintreffen eines Rettungswagens wartet?
So ein dämlicher Quatsch!

„Ich geh‘ da nich‘ nochma‘ hoch!“, sagte ich zu Sandy, die einen Schmollmund machte und trotzig die Arme vor der Brust verschränkte.
„Nix da!“, sagte ich und befahl: „Du hast jüngere Beine, Du gehst da jetzt hoch und holst den Schlüssel!“

„Du hast ja nur Angst, Chef, daß die über Dich herfällt.“

„Pass mal nur auf, daß die Dich nicht vernascht!“

„Ja, würdest Du denn so lange warten?“

„Hau bloß ab und beeil Dich!“

Während ich alle dreieinhalb Minuten auf den Lichtknopf drückte, stapfte die langbeinige Schwarzhaarige nach oben. Obwohl, so ganz schwarzhaarig war Sandy zu dieser Zeit gar nicht. Sie wechselte ja sehr häufig ihre Haarfarbe und gerade da hatte sie feine lilafarbene Strähnen. Aus der Ferne hörte ich das Klingeln an der Wohnungstür, dann mehrfach wiederholtes Klopfen und es dauerte sicher eine gute Viertelstunde lang, bis ich an den Stimmen und Wortfetzen erkannte, daß die Angetrunkene wohl endlich aufgemacht hatte.
Erstaunlich schnell war Sandy dann wieder bei mir unten und drückte mit einen Schlüsselbund in die Hand. „Da, da haste den Schlüssel.“

„Und Du hast rosafarbenen Saft an den Lippen!“

„Die, äh, die hat mich gezwungen!“

Egal, wenigstens konnten wir endlich das Haus verlassen. Den Schlüssel hatte ich vorübergehend in die Jackentasche gesteckt.

„Den Schlüssel sollen wir in den Briefkasten schmeißen“, sagte Sandy.

„Ach was, das hat sie gesagt? Ein Wunder, daß Du sie verstanden hast.“

„Wenn Du auch was von dem rosa Zeug getrunken hättest, dann würdest Du sie auch verstehen…“

„Halt den Mund und pack mich mit an!“

Draußen hatte es angefangen zu nieseln. Wir trugen die Trage mit dem schweren Verstorbenen die vier Stufen vor dem Haus hinunter und setzten sie ab. „Ich schmeiß eben den Schlüssel in den Briefkasten“, sagte ich, wischte mir den Regen aus dem Gesicht und genau in dem Moment, als ich am Briefkasten ankam, ging das verfluchte Treppenhauslicht, das auch die Lampe vor dem Haus versorgte, wieder mal aus.
Aber Gott sei Dank hatte ich den richtigen Briefkasten vorher noch identifiziert, griff in die Jackentasche, ertastete den Schlüssel und warf ihn ein.

Schnell zurück zu Sandy, die Trage hoch und ab zum Bestattungswagen, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite in der wenig befahrenen Seitenstraße in zweiter Reihe stand.
Nochmals setzten wir den Verstorbenen ab, ich griff in die Jackentasche, um den Autoschlüssel heraus zu holen und was hielt ich in den Händen? Den Haustürschlüssel der Schlabuzz-Trinkerin!

So, und genau in diesem Moment bog ein Streifenwagen um die Ecke.

Noch nie zuvor hat uns während der Ausübung unseres Dienstes die Polizei kontrolliert. Um Leichenwagen machen die eher einen großen Bogen.
An diesem Abend war das anders.

Etwas gelangweilt setzten die beiden Beamten ihre Schirmmützen auf, als sie langsam auf uns zukamen. „Na, was haben wir denn da?“, fragte der, der vorher den Streifenwagen gesteuert hatte, während der andere Sandy und mich und den toten Mann umrundete.

Ich konnte mir nur ansatzweise vorstellen, was die Polizisten sahen und dachten.
Eine nassgeregnete schwarze Gothix-Hexe mit schwarzlila Haaren und ein etwas übergewichtiger Mann, dessen Hemd mit blutroten Weinflecken versaut war. Wir müssen beide jämmerlich nach Alkohol gestunken haben und sahen nach der Schlepperei und Schwitzerei im Treppenhaus auch gewiss nicht gerade vornehm aus.

„Ist das Blut?“, fragte der Beamte und deutete auf mein Hemd.

„Nein, Rotwein“, antwortete ich wahrheitsgemäß.

„So, so, so…“

„Ja, nee, wirklich! Wir sind vom Bestattungshaus und haben den Mann da abgeholt, und die Tochter von dem Mann, die ist völlig betrunken und hat uns bekleckert, und dann war da dieses Treppenhaus, und den Autoschlüssel hab‘ ich aus Versehen in den Briefkasten geworfen.“

Der andere Beamte forderte: „Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte!“

„Die sind im Auto und der Schlüssel, der liegt im Briefkasten, da drüben bei dem Haus.“

Der erste Beamte: „Aha, so, so so… Sie wollten in dem Zustand also noch fahren?“

„Aber natürlich, ich hab‘ ja nix getrunken, ich riech bloß so, weil die uns das alles übergeschüttet hat!“

In dem Moment ertönt von hoch über uns, nein nicht aus dem Himmel, sondern vom Fenster der Wohnung im vierten Obergeschoß, eine Stimme: „Komm doch hooooch, Du Hengscht! Schlabuzz schwapp musch!“

Die beiden Beamten sahen sich an, endlos kamen mir die Sekunden vor und in der ganzen Zeit nieselte es auf uns herab. Dann wandten die Polizisten uns wieder ihre Blicke zu und sie musterten uns mit ernsten Gesichtern.

„Ich hab voll Bock, Schwabaluzz!“

Mit einem tiefen Seufzer blickte der eine Beamte nach oben, seufzte nochmals, nickte dann langsam, sah mich dann an und sagte: „Ihr habt’s auch nicht immer leicht, oder?“

Zwanzig Minuten später war der Tote verladen, Sandy und ich saßen im Bestattungswagen und schwiegen.

Die Polizisten hatten mit dem Haustürschlüssel, den ich ja immer noch hatte, die Haustüre aufgeschlossen, waren schließlich zu Frau Schlabuzz-Schwapp vorgedrungen und hatten dort den Briefkastenschlüssel erbeutet und so unseren Autoschlüssel befreit.
Sie konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie uns diesen überreichten. „Gute Weiterfahrt dann noch!“

Schnell hatten wir gesehen, daß wir Land gewinnen und zügig war ich vom Ort des Schreckens weggefahren.

An einer Ampel mußte ich anhalten, in meinem Kopf rotierte es, das war alles ein bißchen viel gewesen. Da legte Sandy auf einmal ihre Hand auf mein Knie und hauchte mir ins Ohr: „Schlaffabuzzi, Du geiler Hengscht!“

Als wir wieder in der Firma waren, taten unsere Bäuche weh, so viel hatten wir über Schlaffabuzzi noch gelacht.
Ja, und so war es viele Jahre lang, das Wort Schlaffabuzzi reichte aus, und wir mußten lachen.

Kein anderer hat je verstanden, weshalb das so war, wir hatten über die Vorgänge in dieser Nacht Stillschweigen bewahrt.
Auch Frau Dr. Bürger, so hieß die Tochter des Verstorbenen, hatte schon am nächsten Tag nicht mehr die geringste Erinnerung an den Vorabend.
Manchmal ist die gedächtnistilgende Wirkung des Alkohols durchaus wohltuend.

Schlabuzz!

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Peter Wilhelm19. August 2015

20 Kommentare von 140462.

  1. Das erinnert mich an einen Haussterbefall, die Tochter erwartete uns an der Tür und fragte uns, wo denn die anderen zwei Leute sind. Als mein Arbeitgeber erwiderte, dass wir nur zu zweit sind, meinte sie dass die Feuerwehr immer mit vier Mann zum Krankentransport gekommen ist. Als wir das Schlafzimmer betraten, wussten wir auch warum. Unter einem weißen Laken türmte sich ein riesiges Gebirge auf. Ich schätze das Gewicht auf 200 Kilo, vorher hatte ich gehofft dass es Luft war. Als wir das Laken anhoben, wussten wir, dass wir uns abends die Schuhe im Stehen würden ausziehen können. Nachdem wir aus dem Zweiten Stock endlich unten waren, lief uns das Wasser am A…… runter.
    Die Frau bekam einen Eichensarg mit 10 Griffen, 8 am Unterkasten und 2 am Oberkasten. Leergewicht circa nochmal 110 Kilo. Das ein und ausladen des Sarges mit der Verstorbenen war der schwerste Kraftakt, den ich je mitmachen musste. Als die Beerdigung war, haben wir die sechs Sargträger noch unterstützt, mit acht Leuten haben wir sie zum Grab gebracht. Ein Träger verlor beim straucheln noch seinen Schuh, nach der Beisetzung musste der Sarg nochmal angehoben werden, der Schuh war unter den Sarg gefallen! Das ist sehr lange her, aber unvergessen.

  2. Also diese Türabschließer (meist Punkt 18 Uhr) gingen mir auch immer schon auf den Geist.

    In Mehrparteienhäusern sind es ja auch meist diejenigen aus den unteren Stockwerken die dann absperren.
    Nicht antike Türen haben ja dann auch meist einen Schnapper und Türschließer, so dass ja auch keine Angst bestehen muss das die Tür Nachtens offensteht.

    Zum Anderen sind solche Aussperr- und Einsperraktionen auch ein Verstoß gegen allerlei Brandschutzgesetze. Von wegen Fluchtwege.
    Wenns mal brennt denkt nicht jeder dran schnell noch alle Schlüssel einzustecken und steht dann unten vor verschloßenen Türen. Super-Aktionismus.

    • @Dave B:

      Wir wohnen nun gerade mal 4 Jahre in unserer jetzigen Wohnug und in unserem Mietvertrag sind diese Abschliesszeiten für Sommer und Winter auch eingetragen.Gesellschaften wollen das wohl so.

      • @Georg:

        Ist in euerer Gegend der elektrische Türöffner noch nicht erfunden? Wir hatten den im nicht großartig renovierten Altbau schon vor 50 Jahren. Dann ist die Tür immer zu – fertig!

        • @Hajo: Ist nicht ganz richtig. Die Haustüre muß verschlossen sein, wenn das Haus menschenleer ist – Vor allem wichtig bei Einfamilienhäusern.
          In allen anderen Fällen kann man denen auch mit Brandschutz und Menschenrettung kommen. Hatte ich selber einmal. Der Vermieter war dann plötzlich ganz kleinlaut, als ich denen dann mitgeteilt habe, daß ich die Brandschützer auf den Hals hetzen werde.

  3. Haustüre abschließen?
    Völlig uninteressant, was im Mietvertrag steht. Sämtliche Klauseln im Mietvertrag sind unwirksam. Total egal, was Versicherungen wollen. Das Abschließen von Haustüren ist gesetzlich geregelt und VERBOTEN! Und wie ich finde, aus gutem Grund.

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