Herr Tilto -4-

Zlata war die große Liebe seines Lebens. Mit ihr war er durch Dick und Dünn gegangen und hatte sie auf Händen getragen. Jeden Wunsch hatte er ihr von den Augen abgelesen.

„Noch bevor mein vegetatives Nervensystem meinen Herzschlag und meine Atmung kontrollierten, steuerten sie meine Gedanken zu Zlata. Ich habe seit 1962 keine eine einzige Sekunde nicht an sie gedacht. Sie ist ein Teil von mir, so wie meine Lunge, mein Herz, mein Gehirn…“

Er machte eine Pause. Aus feuchten Augen schaute er mich an, nahm meine Hand und drückte sie. Dann sprach er Worte, die es mir eiskalt den Rücken hinunterlaufen ließen.
„Und doch bin ich froh, dass sie endlich tot ist.“

„Wie bitte?“, entfuhr es mir und ich gebe zu, dass das nicht besonders professionell war. Doch trotz meiner Ausbildung, trotz meiner Erfahrung, bin doch auch ich zunächst erst einmal nur Mensch.

Herr Tilto lächelte gequält. „Ja, so ist es. Sie mögen mich verurteilen, mein Herr; Sie mögen mich verdammen, vielleicht habe ich das sogar verdient, aber so wahr ich hier sitze, ich bin froh, dass diese Frau endlich tot ist.“

„Und was…“, begann ich eine Frage, doch er wischte sie mit einer Handbewegung fort, sprang auf und begann im Zimmer auf und ab zu laufen.
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Herr Tilto -3-

„Na, was?“

„Tiltová, Mostová!“

„Ja, ich habe das verstanden und ich hab’s, glaube ich, auch richtig aufgeschrieben.“

„Nein, begreifen Sie es nicht?“, er lachte, dann hielt er inne, schlug sich an den Kopf und meinte: „Ach, ich bin ja so dumm, sie werden die slawischen Sprachen nicht kennen.“

„Nein, wirklich nicht, wenn, dann nur Schimpfwörter…“

„Ja, Tilto kommt aus dem Litauischen, mein Opa war von da, und bedeutet Brücke.“

„Ah, ja…“

„Und Most ist Tschechisch und bedeutet auch Brücke!“

„Das ist ja witzig. Da hat Herr Brücke Frau Brücke geheiratet.“

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Herr Tilto -2-

Mit einem Lächeln erklärte ich ihm, daß es sich nicht um eine Eidechse handelte und daß Chamäleons nun mal eben so langsam sind. Vorsichtig setzte er das Tier wieder zurück, nahm dankbar das Handtuch an und trocknete sich den Kopf.

„Scheißwetter“, sagte er, „Eigentlich müsste der Himmel lachen und die Sonne scheinen!“

„Sie sind aber schon wegen eines Trauerfalls hier?“, erkundigte ich mich, etwas irritiert durch seine augenscheinlich gute Laune.

„Doch, doch, eben drum.“

Seine Frau sei am Nachmittag im Krankenhaus verstorben und nun komme er vorbei, um alles Weitere zu besprechen.

„Sie soll eine schöne Beerdigung haben, eine richtig schöne.“

„Die wird sie bekommen.“

Nachdem ich ihm das Handtuch abgenommen hatte, erschien Antonia auf der Bildfläche, die uns in vorauseilendem Gehorsam Kaffee und Plätzchen brachte.
Im Gegenzug drückte ich ihr das Handtuch in die Hand, was Antonia mit den Worten kommentierte: „Das nächste Mal trocknen Sie Ihren Hund aber nicht mit einem von den schönen Tüchern ab, Chef!“

Herr Tilto und ich lachten noch, als ich ihn in unserem Kaminzimmer Platz nehmen ließ. Es ist dies ein Zimmer, das wir mit englischen Stilmöbeln eingerichtet hatten und dessen gemütliche, gediegene Atmosphäre so mancher Kundenbesprechung ein ganz besonderes Flair gegeben hat.
Schweres, grünes Leder, Holzvertäfelung, dicke Teppiche und Vorhänge und eine dezente Beleuchtung. Und auch wenn der Kamin nur eine elektrisch betriebene Attrappe war, äußerten sich die Leute stets begeistert.

Mit der Kaffeetasse neben sich, lehnte Herr Tilto bequem auf der Chesterfield-Couch, hatte die Augen geschlossen und versuchte wohl, seine Gedanken zu sortieren.
Das gab mir Gelegenheit, den Mann näher zu betrachten.
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Herr Tilto

Als Herr Tilto zu uns kam, regnete es draußen. Der Himmel war schwarz verhangen und die Blätter der Bäume reflektierten ein silbriges Licht. Damit stachen die Kronen der Bäume fast surreal vor dem dunklen Himmel hervor. Ich hatte gerade meinen Fotoapparat geholt, um eine Birke vor dem Haus zu fotografieren, da sah ich Herrn Tilto das erste Mal.

Er trug einen graumelierten Mantel, dunkelgraue Cordhosen und Halbstiefel mit Fellbesatz. Langsam schlurfte er auf unser Haus zu und zuerst dachte ich an einen Passanten, der so spät noch zum nahegelegenen Friedhof wollte. Allein die Tatsache, daß der Mann trotz des Regens und obwohl er keinen Hut und keinen Schirm hatte, so langsam ging, ließ mich meinen Blick nicht von ihm abwenden.

„Sie, sind Sie der Mann von der Bestattung?“, sprach er mich aus gut zehn Metern Entfernung an. Ich nickte.

„Dann bin ich ja bei Ihnen richtig“, rief er und ich trat beiseite, um ihn eintreten zu lassen.

„Ich mach‘ Ihnen ja alles ganz naß“, meinte er verlegen, „Als ich von zu Hause los ging, regnete es noch nicht.“

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Lange Kleider, Gehrock und Zylinder

Guten Tag Herr Wilhelm!
Zu Anfang erst einmal eine Erklärung:
Ich bin Anhängerin einer historischen Gruppe, und wir treten in historischer Kleidung auf…
Eines unserer Mitglieder ist schon recht alt (88) und meinte vor kurzen zu mir, das diese Person eine Beisetzung im Stil von 1880 haben möchte, also die Damen in langen Kleidern, und verschleiert, und die Herren im Gehrock und Zylinder…
Das man so etwas bei Hochzeiten macht, ist ja gut und schön, aber bei einer Beerdigung?
Ist das nun geschmacklos, oder makaber?
Was sagt das Friedhofsamt dazu wenn da eine Gruppe von Leuten aufschlägt die in einer längst vergangenen Zeit gekleidet sind?
Ich danke für die Antwort.

Gib mal „historische Beerdigung“ bei Google ein. Bei den Bildersuchergebnissen wirst Du viele Beispiele dafür finden, wie man sich um die Jahrhundertwende auf Beerdigungen gekleidet hat.
Der Zylinder als Kopfbedeckung und ein Gehrock erscheinen mit sehr typisch und korrekt.
Auch das lange Kleid für Frauen ist nicht untypisch, allerdings hat man früher bei Beerdigungen sehr viel Wert auf schwarze Kleidung gelegt.

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Analytics adé

Aufgrund der Diskussionen neulich und weil der Datenschutz eine wichtige Sache ist, entrümpele ich derzeit alle meine Blogs.
Als erste Maßnahme ist Google-Analytics rausgeflogen.
Auch wenn man Analytics beibringen kann, die Daten nur anonymisiert weiterzugeben, werden sie doch weitergegeben.
Und da unsere Politiker auf dem Schleime der Amis kriechend, am liebsten alle unsere Daten ins Land der unbegrenzten Mördlichkeiten verschenken würden, habe ich keine Lust auf Analytics.

Stattdessen setze ich -wie früher- auf ein eigenes kleines Statistik-Tool namens Piwik, dessen Daten einzig und allein auf meinem Server sicher gespeichert werden.
Piwik speichert IP, verwendeten Browser und Betriebssystem, sowie Monitorauflösung.
Es sind dies die Daten, die mich interessieren.

Aus diesen Daten kann ich nicht ablesen, wer Du bist.
Ich kann aber erkennen wie viele Besucher auf meiner Seite waren und wie lange.
Desweiteren helfen mir die anderen Daten, zu verstehen, für welche Browser/Betriebssysteme meine Seiten optimiert sein sollten.
Die Bildschirmauflösung und ob es sich etwa um ein Mobilgerät handelt, helfen mir dabei, die Ansichten, vor allem die mobile Ansicht, zu verbessern.

Wenn Du in Deinem Ghosting/noscript/Block/Anti-Stasi-Tool also Piwik siehst, dann ist das von hier und nicht ganz so Böse wie Goole-Analytics.

Auf dem Weg habe ich auch gleich noch zwei Plugins entfernt, die sich quasi unerlaubterweise auch immer mit ihrem Schöpfer verbunden haben.

Wer Listen von Trackings hat, kann mir gerne sagen, was er da festgestellt hat, ich schaue dann, worauf man verzichten kann.

Sämtliche Daten, die im Bestatterweblog erhoben werden, dienen in erster Linie der Spamabwehr und der Erfassung durch mich alleine.
Ich benötige die Daten, um beispielsweise feststellen zu können, wie viele Leute mit Mobilgeräten surfen, damit ich die Seiten entsprechend optimieren kann.
Ohne Spamabwehr wäre hier der Teufel los. Tagtäglich filtert die Spam-Software zuverlässig bis zu mehrere tausend Fake- und Spam-Kommentare heraus.

Schaut Euch das doch einmal an!

Liebe Freunde,
Ihr wisst, dass ich kostenlose Beratungen zu Sterbefällen und Bestatterrechnungen anbiete.
Das tue ich sehr gerne und freue mich immer über das Vertrauen, das mir die Menschen entgegenbringen.
Wie gesagt, ich tue das kostenlos.
Umso mehr freue ich mich, wenn der eine oder andere dann als kleine Anerkennung auf den „Spenden-Button“ im Blog klickt.

Die telefonische Hotline, bei der man etwas für die Beratung zahlen müsste, wurde leider nicht in dem Maße genutzt, wie es sinnvoll gewesen wäre.
Ich habe sie seit dem Jahreswechsel mal deaktiviert. Die Leute haben stattdessen doch immer geschrieben.
Trotzdem habe ich immer geantwortet.
Neuerdings schreibe ich aber einen freundlichen Satz dazu, dass ich mich über eine freiwillige Anerkennung freuen würde.

Dazu schrieb mir neulich eine Dame, das sei eine Unverschämtheit. Im Blog hiesse es schliesslich, ich böte kostenlose Unterstützung an.
Das tue ich ja auch, denn wenn einer -wie übrigens die meisten- nichts spendet, hat er ja meine Leistung schön kostenlos bekommen und ich bin ihm auch nicht böse, selbst wenn er noch dreimal weitere Nachfragen schickt, die ich auch alle lieb beantworte.

Schaut Euch doch mal eine hier mal ganz beispielhaft ausgesuchte Antwort von mir an und sagt mir, ob das wirklich wertlos ist und ob meine Bitte um eine Spende zu unverschämt formuliert ist.

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