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Zur Sache: Knochenreste im Grabaushub

Da findet also eine Beerdigung statt und zwar in einem mehrstelligen Grab. Das bedeutet, daß in diesem Grab mehrere Personen bestattet werden können.
In einem solchen Fall wird normalerweise der zuerst Verstorbene „tief“ beigesetzt, also etwas tiefer, als in einem herkömmlichen Grab, damit über ihm später noch ein weiterer Sarg mit dem nötigen Abstand zur Erdoberfläche beigesetzt werden kann.

Bei einem vierstelligen Familiengrab ergibt sich somit die Frage, ob ein Sarg links tief, rechts tief, links hoch oder rechts hoch bestattet wird. Sind die tiefen Plätze schon von vorherigen Bestattungen belegt bedeutet das nicht zwangsläufig, daß die nächsten Bestattungen „hoch“ stattfinden müssen. Das hängt nämlich allein von der Frage ab, ob für die „tief“ bestatteten Särge die Ruhezeit schon abgelaufen ist. Und die beträgt mancherorts nur 15 Jahre.

Eine Stelle mit abgelaufener Mindestruhezeit bedeutet, daß diese Stelle dann amtlich wieder als frei gilt. Und das gilt sie unabhängig davon, ob an dieser Stelle nun noch Reste vom Sarg, vom Leichnam oder von den Sargbeigaben vorhanden sind.

Es ist nun eine sehr schwierige Arbeit für die Friedhofsmitarbeiter, hier entsprechend tief zu graben -was ja heute meist mit einem schmalen Bagger geschieht- ohne daß es dazu kommt, daß im Grabaushub Teile von der vorherigen Bestattung sichtbar werden.

Das Gleiche gilt im übrigen auch, wenn die Ruhezeit noch nicht abgelaufen ist und nur die „hohe Stelle“ über einem vor Jahren beigesetzten Sarg ausgebaggert werden soll. Die Särge stehen nach einigen Jahren nicht mehr ordentlich und unangetastet in der Erde, sondern das Holz ist oft zusammengebrochen, teilweise verrottet, kaum von der umgebenden Erde zu unterscheiden. Und das wiederum gilt auch für die Knochen, die nicht als komplettes Skelett vorliegen, sondern als Fragmente, die das Erdreich durchsetzen.
So vorsichtig die Totengräber auch vorgehen mögen, es ist nie ganz auszuschließen, daß eben Teile von Sarg, Skelett oder Sargbeigaben bei den Grabungsarbeiten gefunden und mit ausgebaggert werden.

Wie ich es hier im Bestatterweblog schon mehrfach beschrieben habe, ist das korrekte Vorgehen in einem solchen Fall, daß man es auf jeden Fall zu verhindern hat, dass diese Knochen oder Gegenstände von den Angehörigen gesehen werden. Zwar ist es etwas völlig Natürliches, daß es auf einem Friedhof Knochen in der Erde gibt, das wollen die Angehörigen vielleicht auch noch wissen, aber keinesfalls wirklich sehen.

Deshalb wird die Erde oft in aufgestellte Boxen gebaggert und anschließend mit etwas frischer Erde, Grassoden oder Kunstrasen abgedeckt. Manchmal ist aber auch in der Erde gar nichts von alledem zu finden und dann liegt eben neben dem frischen Grab nichts als Erde.

Nun ist aber die Erde, die aus einem Grab gebaggert wird, nicht fein wie Torf, sondern klumpig, lehmig und oft dunkel und nass. So mag es manchmal nach dem Ausheben des Grabes so aussehen, als seien keinerlei der als störend empfundenen Fragmente enthalten, jedoch trocknet die Erde dann ab oder es regnet noch stark und dadurch werden dann doch kleine Teile von Sarg, Knochen oder Sargkissen etc. sichtbar.

Nun hatten wir es in dem Fall, der in der gestrigen Sendung des „SWR“ behandelt wurde,
(Hier der Link zur Sendung.) mit einem Stückchen blauen Tuch zu tun, das aus dem Erdhügel herauslugte.

Normalerweise würden Angehörige sagen: „Guck mal, da ist sogar noch ein Stück von dem Tuch in der Erde, mit dem wir damals Papas Sarg abgedeckt hatten.“
Man hätte als Hinterbliebener nun eine Vorstellung davon, daß sich da in den letzten Jahren etwas in der Erde getan hat, daß alles eben nun im Vergehen ist und sich mit der Erde vermischt.

Was aber bringt nun Angehörige dazu, an diesem kleinen blauen Tuchzipfel zu ziehen und den Erdhaufen mit Grabaushub zu durchwühlen?
Der Skandal, der hier mit viel Mühe heraufbeschworen werden soll, wird doch nicht dadurch verursacht, daß Friedhofserde mit Knochen durchsetzt ist. Wo, wenn nicht im Boden eines Friedhofes, sollen denn sonst Knochen sein?
Nein, das Skandalöse ist in meinen Augen, daß Angehörige da nun auf einmal angesichts eines Erdhaufens detektivisches Gespür entwickeln und darin herumstochern, -bohren oder -suchen und an irgendwelchen Tuchresten ziehen, um dann letztendlich auf das zu stoßen, was in Friedhofserde allgegenwärtig ist: Knochen.

Nun ist es aber für die weiteren Betrachtungen völlig egal, ob die Knochenreste nun deshalb gefunden wurden, weil die Friedhofsmitarbeiter sie schlecht kaschiert hatten oder weil die Angehörigen nun unbedingt haben suchen müssen.
Man sieht offenbar auch so etwas wie „Störung der Totenruhe“, weil die Ruhezeit für den vorher bestatteten Vater, um dessen Knochen es sich handeln soll, noch nicht abgelaufen war. Aber wie ich es schon oft schrieb, im Grab bleibt es nicht so wie es ist, da gibt es Erdbewegungen, der Sarg bricht zusammen und verrottet und so kommt es, daß nach einigen Jahren nicht mehr so ganz genau gesagt werden kann, bis wohin man graben kann, ohne auf irgendwas zu stoßen. Da wird nicht mutwillig einfach gebuddelt, ohne Rücksicht auf die Toten, sondern so ist das eben auf einem Friedhof. Meine Güte, das ist doch kein Badestrand.

Was sollen die Totengräber denn machen? Mal ernsthaft gefragt. Nun, die könnten die Knochen auch wieder in die Grube werfen und dann fallen aber die Angehörigen in Ohnmacht, wenn sie vorher in das leere Grab schauen…
Also ist es so, wie es da gemacht wurde schon durchaus richtig. Und wenn tatsächlich nicht mehr als ein blauer Stoffzipfel zu sehen war, ja was hätte man dann abdecken oder kaschieren sollen?

Jetzt ist es aber so passiert, wie es passiert ist und die Angehörigen haben selbst noch Knochen freigelegt.
Was nun wiederum die Friedhofsverwaltung dazu veranlasst, abzustreiten, daß es sich um die Überreste des Vorbestatteten handelt, das kann ich wirklich nicht sagen.
Mangelndes Reklamations- und Beschwerdemanagement nennt man so etwas.
Da hat sich gefälligst der Friedhofsdirektor in seinen besten Anzug zu schwingen, den Angehörigen seine Entschuldigung auszusprechen und dafür zu sorgen, daß sich die Gemüter wieder beruhigen.
Ein Blumengesteck aufs Grab oder das Angebot, daß die Friedhofsgärtner die Erstanlage des Grabes kostenlos übernehmen, das wären Maßnahmen zur „Entschädigung“ gewesen, ohne daß es viel kostet, ohne daß man sich einen Zacken aus der Krone bricht und ohne daß es zu einer investigativen Selbstermittlung der Angehörigen gekommen wäre…

Trotzdem: Es ist ein Friedhof und da gibt es nunmal Tote. Und wenn wir Tote in der Erde vergraben, damit sie verwesen, dann wird es irgendwann auch mal Knochen geben. Und wenn man solche dann auf dem Friedhof sieht, ist das nichts Sensationelles.

Wozu die ganze Aufregung?

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Peter Wilhelm 10. Dezember 2014


40 Kommentare von 141208.

  1. Ich weiss auch nicht was die Leute haben, immerhin hat man den lieben Angehörigen mal wieder gesehen…..

    Aber jetzt mal ernsthaft, dass sind die gleichen Leute, die sich ein günstiges Grundstück in der Anflugschneise kaufen und sich dann über den Fluglärm beschweren.

    Gruß

    Sam

  2. @Sam: Nein, das sind die Leute, die aufs Land ziehen, so wegen der frischen Luft und dem baeuerlichen Umfeld. Und dann anschliessend die Bauern verklagen wegen Laerm (Traktor!), Gestank (Misthaufen) und freilaufender, wilder Tiere (hier: Kuehe auf einer eingezaeunten Weide, auf der man Pilze suchen wollte).
    Auch immer gerne als Stein des Anstosses genommen: Die Anlieferung der noch lebenden Schnitzel/Steaks beim Dorfmetzger …

  3. Aber es stimmt schon, mit einem Blumenstrauss und einer herzlichen Entschuldigung hätte man zumindest tapfer versuchen können, die empörten Damen zu besänftigen. Hilft ja nix, die Gemüter waren/sind erhitzt. Und ein versuch wäre es wert gewesen.

  4. Damit im Erdreich verlegte Kabel bzw. Rohrleitungen nicht bei späteren Baggerarbeiten versehentlich beschädigt werden, werden eine Sandschicht und ein Plastikstreifen darüber gelegt. Vielleicht wäre das eine gute Orientierungshilfe auch für Friedhofsmitarbeiter? Natürlich wird es ein paar Jahre dauern, bis diese Massnahme Früchte trägt.

    • @Herr Kules:

      Das mit dem Plastik ist keine gute Idee.
      Da der Sarg zusammenbricht, gibt es erhebliche Erdbewegungen.
      Beim Fundamentieren für die Grabsteine wird die Anlage abgemessen, um am Grab vorbeizubohren. Häufig liegen alle Überreste genau in einer Ecke, obwohl da nicht begraben wurde.
      Außerdem wurden die meisten Friedhöfe mindestens einmal komplett umgegraben.
      Wenn da also mal irgendwo eine Markierung drin war, dann bestimmt nicht mehr da, wo sie mal war. Und eine Plane aus Plastik wär unzweckmäßig, da sie den Verwesungsprozess stören kann und die Steinmetzarbeiten (Fundament) erschweren würde. Generell sollte mal keine unverrotbaren Kunststoffteile im Grab lassen.
      Ich bin übrigens selbst Steinmetz und habe im Grabmalbereich meine Ausbildung gemacht.

  5. Bis zu dem Beitrag habe ich geglaubt, dass es solche „Gestalten“ wie in Toms Geschichten gar nicht in der Realität geben kann. Ich wurde eines Besseren belehrt… Achtung IRONIE: Knochenfunde auf einem Friedhof, wie kann das nur sein??
    Da ist man nicht willens, ein „echtes“ Doppelgrab zu kaufen und wundert sich dann, wenn nach sieben Jahren noch nicht alles vom „Vormieter“ vergangen ist. Dann auch noch Schadenersatz zu fordern finde ich echt dreist. Natürlich wäre eine Entschuldigung der Friedhofsverwaltung angemessen gewesen, aber solche Dinge passieren nun mal im echten Leben.
    Irgendwie ist es auch von der Presse seltsam, einen solchen Vorfall so hochzuspielen. Da kann man mal sehen, dass sogar die Öffentlich-Rechtlichen nicht vor Quotenfängerei und Sensationsgier gefeit sind.
    @Undertaker Tom: Bist du irgendwie mit dem „Seelenfarben“-Engelbert verwandt? Ihr seht euch ziemlich ähnlich.

  6. Friedhofs-Tetris.
    Das ist halt so dass man auf einem Friedhof die sterblichen Überreste in Massen findet. Oder wollen wir unsere Toten „wild“ irgendwo in der Landschaft „entsorgen“?
    DEN meckernden Kleingärtner oder Landwirt möchte ich sehen wenn dann überall Knochen zutage kommen.
    Absoluter Dummfug was die Damen da veranstalten, und dass sich die zwei Frauen dann so hinein steigern („Zerbaggert“, 4 x hintereinander!) zeugt doch davon dass der Tod immer noch total verdrängt und sich an Nebensächlichkeiten aufgehängt wird.
    B. A.

  7. Einen Gedanken hätte ich noch.
    Was sagen die Damen denn zu Gebeinhäusern?
    Gibt es nicht nur als „folkloristische/kulturelle/sakrale Attraktion“ im Ausland sondern auch in Deutschland.
    Und von den Nachkommen der Mumien in diversen Museen fange ich mal nicht weiter an…
    B. A.

  8. @Big Al: mein erster innerlicher Aufschrei (als ich die Damen beim sich-empören beobachten musste) war; hättet Ihr mal besser ne Feuerbestattung für Mutti und Vati gewählt! Aber das wollten die Damen sicherlich ÜBERHAUPT garnicht …

  9. Wieso wird da in dem Beitrag eigentlich „ehemaliger Bestatter“ gesagt. Tom schreibt ja oft genug hin, dass viele seine Geschichten eigentlich in der Vergangenheit passiert sind , aber das er gar nicht mehr Bestatter ist hat er noch nie geschrieben (oder hab ich das überlesen).

  10. Einerseits wäre ich auch nicht glücklich, wenn ich Knochen bei der Grabpflege finden würde, andererseits ist völlig verständlich, dass es in der Friedhofserde nunmal vor Knochen wimmelt.

    Und warum bitte wollten die Frauen den Schädel mitnehmen?? Wie krass müssen die drauf sein?? „Oh unser armer Vater!“, aber den Schädel einkassieren wollen, oder wie? Das ist die Vorstellung die mich am meisten schockt.
    Wenn ich den Schädel meines Vaters aus seinem Grab lugen sehen würde, dann würde ich jemanden vom Friedhof bitten, den wieder tiefer in die Erde zu legen.

    Schließlich sollte man auch immer bedenken: Das sind die Knochen. Aber nicht der Mensch, der er/sie mal war. Der ist nunmal tot und nicht mehr da. Zumindest nicht dort unten in der Erde.

  11. Ich weiß, das war missverständlich.
    Abre ich wollte nicht von einer Seele sprechen, die da schon lange nicht mehr drin wohnt. Mit der Vorstellung haben auch viele so ihre Probleme. ^_-

  12. Und die Moral von der Geschicht:

    wenn man lang genug im Aushub gräbt, hat man Vaddi (vorverstorben) bei der Bestattung von Muddi auch dabei … *scnr* :-O

  13. Solche Menschen kenne ich, da funktioniert aber auch nicht unbedingt das beste Reklamations- und Beschwerdemanagement, was hier völlig fehlgelaufen ist, sondern es gibt auch Menschen, die wollen nur Ärger machen.

    Das merkt man dann daran, dass sie sich auf keine Sachebene bewegen lassen, aber vielleicht hätte man da- in der Weise, wie Tom vorgeschlagen hat- was machen können. Das hätte vom Amt/Verursacher kommen müssen!

    Bei uns werden die Erdhügel an der Seite mit Kunstgras oder Folie überdeckt, darüber werden die Kränze gelegt, deswegen geht der Wagen/Leute mit den Kränzen vor, die dann auf den kleinen Hügel gelegt werden. Dann passiert das nicht (das schaffen die Damen auch nicht mit Kunstoffnägel, da durch zu buddeln), aber ganz ehrlich, ich hätte nicht angefangen zu buddeln. Wenn die jetzt Vati mit seiner Geliebten gefunden hätten oder sonstwas (seine Lieblingspuppe als Grabbeigabe..), aber nur die Knochen, die man da eh erwarten durfte?

    Is´ein Friedhof.

  14. Habe ich das jetzt richtig verstanden: Die Damen sahen aus dem Aushub-Hügel erst NUR dieses Tuch herausragen, das seinerzeit offenbar auf dem Sarg (als Deko) gelegen hatte. Erst durch ihr an-dem-Tuch-ziehen und weiterem, offenbar doch recht umfangreichen Graben und Buddeln (!) in dem Dreckhaufen förderten sie nach und nach weitere Knochen vom Papa zutage („total zerbaggert“). Danach sind sie völlig von der Rolle und wollen jetzt für dieses erlittene Trauma Entschädigung, Entschuldigung und Genugtuung?
    Manche Leute haben echt keine Probleme!

  15. Nach reiflicher Überlegung komme ich zum Schluss, dass die beiden Damen was an der Klatsche haben!
    Wer nicht Gefahr laufen will „zerbaggert“ zu werden sollte über eine Feuerbestattung nachdenken.
    Ein alter Totengräber sagte mal zu mir: „Ich loss mich verbrenne, mir dabbbt keiner uff’m Schädel ‚rum“! (Hochdeutsch: Ich lass mich verbrennen, mir tritt keiner auf dem Schädel herum“!)

  16. Naja, so toll fände ich das bei der Beerdigung sicherlich auch nicht, wenn die (hypothetischen, noch hat er alle bei sich) Knochen meines Vaters zum Vorschein kämen. Wie Tom schon mehrfach schrieb, sind Angehörige bei einer Beerdigung in einem mentalen Ausnahmezustand, so dass selbst Kleinigkeiten plötzlich eine große Rolle spielen.

    Aber angesichts des blauen Sargtuchzipfels (wieso muss ich jetzt an Kosackenzipfel denken) nun im Erdhaufen zu buddeln und dann gar noch den Schädel mitnehmen zu wollen (und noch genau aufzählen, welche Knochen alle gefunden wurden – dafür müssen die den ganzen Haufen umgewühlt haben), da war dann wohl doch ein Kurzschluss im Gehirn passiert – wenn ich ahne, dass ich dort die Knochen finde, dann wühle ich doch nicht noch extra, um mich hinterher aufregen zu können (und mache noch Fotos).

    Gerade die großen Knochen, wie Schädel, Oberschenkel, Becken halten sich nun mal meist am längsten. Wenn ich mich mit der Frage beschäftige, finde ich ziemlich schnell heraus, dass die Knochen nicht nach sieben Jahren komplett verrottet sind. Wenn ich also die Grabstelle wieder öffne, kann es halt sein, dass da noch was zum Vorschein kommt.

    Der Versuch der Stadt, abzuwiegeln, ist natürlich blamabel. Welche Knochen sollen es denn sonst sein, wenn ich genau die Grabstelle für eine zweite Bestattung wieder öffne? Wird ja wohl kaum einer heimlich Knochen dort verbuddelt haben, um die Schwestern zu erschrecken. Ich wette, künftig wird der Erdaushub bei Bestattungen in Stuttgart sorgfältig abgedeckt. Die Berichterstattung ist in der Tat überdramatisiert und unseriös – für den Ö-R Rundfunk nicht angemessen. Ich schaue lieber die Tagesschau als RTL aktuell, und das Niveau erwarte ich auch von der übrigen Berichterstattung dort.

  17. Tzosch, dass hast du schön gesagt. Mir ist aufgefallen, dass sich die Gatten der Frauen nicht geäußert haben, oder sollten dort die Männer aus dem Hause schon geflüchtet sein? So sehr Männer einen auf die Nerven gehen können (mir hauptsächlich aufgrund der passiven Abwehrmechanismen ihrer Spezies), ohne sie gäbe es mehr solcher Frauen.

  18. @ Tzosch.
    Ich zitiere dich mal:
    „So sehr Männer einen auf die Nerven gehen können (mir hauptsächlich aufgrund der passiven Abwehrmechanismen ihrer Spezies), ohne sie gäbe es mehr solcher Frauen.“
    Warum würde es ohne Männer noch mehr solcher (Dummfug veranstaltender) Frauen geben?
    Ich verwahre mich dagegen dass ich solche Damen als Mann (am liebsten (aktiv)) erschlagen würde. ;-)
    Ihre wenn überhaupt jemals vorhandenen Gatten haben diese Damen wahrscheinlich alleine durch ihre dauerhaft miesepeterigen Gesichter doch schon lange vergrault.
    B. A.
    Boah was bin ich gerade mies drauf…

  19. Ich war´s Big Al. :-)

    Ich vermute ja auch, dass diese Exemplare ihre Männer schon längs vergrault haben oder die Damen haben sie längst auch vergraben.

    Männer haben eine regulierende Wirkung auf Frauen. Nicht nur aufgrund des körperlichen Einsatz und den damit verbundenen Hormonausschüttungen (dieses Oxytocin und Co), sondern auch aufgrund anderer Faktoren, die ich nicht benennen kann oder will. :-)

    Männer bremsen ihre Damen doch manchmal, wenn sie gerade dabei sind, ihre Erdung zu verlieren, wie im vorliegenden Fall. Ich vermute mal, du hättest den Damen nicht beim Buddeln geholfen, sondern gefragt, was sie da um Himmels willen anstellen und die Leviten gelesen, oder?! Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann da mitgemacht hätte.

  20. Zitat: Es kann sich nicht um ihren Vater gehandelt haben.

    Spontan kommt mir bei der Schilderung der beiden Damen in den Sinn, dass diese etwas seltsam anmutende Äußerung des Friedhofsamtes doch insofern richtig sein könnte, als dass die Damen offenbar von Terriern abstammen, wenn sie am Grab ihrer gerade verstorbenen Mutter ihren Buddelreflex nicht abschalten können.

    Gleichzeitig wirft die Äußerung aber auch Fragen auf: Woher weiß die Friedhofsverwaltung, dass es sich bei den Überresten NICHT um den Vater der beiden Damen handelt? Haben sie heimlich osteuropäische Verbrechensopfer in harmlos aussehenden Grabstätten verscharrt?
    Ist der SWF hier einem ganz anderen Skandal auf der Spur?

  21. Sorry Smilla, da habe ich wohl im Eifer des Zornes (oder so) einen kleinen Kurzschluß und Zeilenverrutscher beim Lesen gehabt, Namen betreffend.
    Ich hätte die Damen wahrscheinlich wirklich mal gefragt ob sie es besonders pietätvoll finden in dem Erdhaufen zu wühlen.
    Eher hätte ich allerdings mit irgendeiner zufällig in meine Hände gelangten Schaufel mal von hinten an ihren Köpfen angeklopft: „Hallo, jemand zuhause?“
    Und wenn sie nach diesem „Anklopfen“ zufällig in die Grube gefallen wären, wer weiß was ich dann noch mit der Schaufel weiter gemacht hätte…
    B. A., extrafies

  22. Das beim Grabaushub per Bagger Sargteile oder Knoch auch bei sorgfältig-vorsichtigem arbeiten mit hoch kommen können, sehe ich nun als gegeben an.

    Aber darum frage ich, ob jemand weiss, ob es beim „traditionellen“ Aushub per Spaten/Schaufel weniger Risiken gäbe, solche Funde mit auszugraben. Und wieviel teurer der Grabaushub dann wohl würde – oder wie lange hinreichend fitte Angehörige dafür brauchen würden.

  23. Besser ist es noch, wenn es ein ehemaliger Friedhof ist, der heute eine öffentliche Grünfläche ist. Hatte ich neulich, da war plötzlich ein Loch im Rasen nahe bei einem alten Grabdenkmal. Da wir so nicht beurteilen konnten, wie es darunter aussieht, wurde die Fläche aufgebaggert, darunter ein gemauertes Gruftgrab, mit Steinplatten abgedeckt. In dem Gruftgrab die Reste des Holzsarges und des inneren Zinksarges (oder Blei, habs mir nicht so genau angesehen). Unter dem Metall lagen noch die Knochen, schwärzlich-braunorange verfärbt. Die Bestattung war von 1890…

    An einer anderen Stelle laufen Erdarbeiten neben einer Kirche. Der Friedhof neben der Kirche wurde 1815 aufgehoben. Die Archäologen haben massenhaft Bestattungen in Form von Knochen geborgen, teils in fünf, sechs Lagen übereinander… Die obersten Lagen waren dementsprechend mindestens 200 Jahre alt.

    Was ich sagen will: auf einem Friedhof kann man auch nach Jahrhunderten noch Knochen finden, wenn man buddelt. Letztlich darf einen das nicht überraschen.

  24. Stefan, meinst du den Osnabrücker Dom? Da haben sie ja auch viele Knochen bei den Erdarbeiten neben der Kirche gefunden.

    @Big Al
    Ich möchte nicht Dein Feind sein. :-)

  25. @ Smilla.
    Ich auch nicht. ;-)
    Im Prinzip bin ich eigentlich sehr lieb, aber damit kommt man(n) halt auch nicht immer weiter.
    NEIN, ich würde natürlich niemanden mit der Schaufel erschlagen.
    Solche Personen sind mit sich selbst schon genug geschlagen.
    Mich erstaunt immer wieder von neuem die Blödheit der Menschheit, weshalb ich viele Köpfe für ziemlich leer halte.
    Aber nachdem Andy Warhol sinngemäß irgendetwas über „15 Minuten Berühmtheit für jeden“ sagte ordne ich die meisten solcher Medien-Meldungen diesem Bedürfnis nach (lokaler) Berühmtheit zu…und hake so etwas ab unter „zu doof um zwecks Selbsterkenntnis in den Spiegel zu schauen“.
    Würden die meisten Menschen schlicht und ergreifend einfach mal innehalten und ihre Handlungen mal überdenken/drüber schlafen/“reflektieren“ (gell, gutes Pädagogendeutsch?) würde der genervten normalen Mehrheit wahrscheinlich so manches Magengeschwür erspart bleiben.
    Das war mein Wort zum Samstag.
    B. A.

  26. 27 smilla: Nein, den meinte ich nicht. Das ist aber eine typische Situation für derlei Funde – früher waren die Friedhöfe um die Kirchen herum, meist bis ins 19. Jh hinein. Dann reichte der Platz nicht mehr aus und die hygienischen Zustände waren katastrophal, deswegen hat man die Friedhöfe außerhalb angelegt – bis die Städte weiterwuchsen…

  27. Ich war als Schüler in den 70ern (ja ich bin so alt) grabungshelfenderweise an einer Ausgrabung an einer Mittelalterlichen Klosterkirche beteiligt, deren Ostteile (Querschiff und Chor) irgendwann abgerissen worden waren, was wohl in Vergesseheit geraten war. Deshalb war hinter dem noch stehengebliebenen Teil der Kirche (ehemaliges Langhaus) ein Friedhof angelegt worden, der zu Grabungszeit allerdings auch schon aufgelassen war. Wir haben Unmengen Bestattungen bergen müssen, die zu einem großen Teil _in die Fundamente_ des ehemaligen Ostteile und deren Vorgängerbauten reingegraben waren. Das muss eine Wahnsinnsarbeit für die Totengräber gewesen sein, aber trotzdem musste offnbar der Friedhof unbedingt in unmittelbarer Nähe der noch bestehenden Kirche liegen.

  28. 30 kall: Ja, nach mittelalterlichen Vorstellungen war das Seelenheil umso eher gesichert, je näher die Leiche am Altar lag – was die Kirche auch als Einnahmequelle erkannt und die Begräbnisplätze in der Kirche an wohlhabende Bürger und ihre eigenen Leute vergeben hat. Deswegen war es wichtig, unmittelbar an der Kirche bestattet zu werden. Da klingen auch noch uralte magische Vorstellungen nach – nahe am heiligen Ort färbt die Heiligkeit gewissermaßen ab. Diese Vorstellungen sind erst durch die Aufklärungen allmählich zurückgedrängt worden, wobei es ja bis heute Bräuche gibt, wonach das Berühren von Reliquien deren Segen auf den Berührenden abgibt und ähnliches.

  29. trotzdem bin ich bei dir vorsichtig Al. :-)

    DEswegen leigen in der Kriche immer die ganzen Bonzen, ich habe mich schon gewundert, was diese „nicht-kirchlichen“ aus der Wrtschat in den Gruften in der Kriche zu suchen haben.

    @kall
    Strafarbeit?! *duckmichundwegrenn* :-)

  30. Nee, freiwillig und in der nächsten Grabungskampagne dann sogar freiwillig in den Sommerferien und für lau bzw. für Speis und Trank und das, was wir dabei gelernt haben.

    Mann, was waren wir Idealisten.
    *mir auf die Schulter klopf*

  31. Ich finde es auch ziemlich schräg, wenn jemand erst hartnäckig im Grabaushub herumbuddelt, um dann entsetzt festzustellen, dass darin Knochen enthalten sind…

    Also ne, wirklich! Wie kann es sein, dass auf einem Friedhof Knochen in der Erde liegen… das ist wirklich ein Skandal!

    Und an was denken die selbsternannten „Opfer“ als erstes? Genau. An eine „angemessene Entschädigung“, auf die sie glauben Anrecht zu haben.

    By the way: Ich dachte immer, unser Tom führe ein Bestattungsunternehmen. Nun stand da aber „ehemaliger Bestatter“…?

  32. Hallo

    Arbeite auch auf ein Friedhof und mache auch die Gräber,
    Finde dabei auch oft Knochen Ist sogar so das oft sogar noch mehr zu Finden ist. Da wir Lehm Boden haben, Wir Legen den Rest unten mit ins Grab. Das Loch wird Tiefer gemacht, und da wird es dan mit anstand reingelegt.

    Hatte auch schon ein Fall wo Leute noch ein klein Knochen gefunden haben, sowas kann immer mal Passieren, sollte Zwar nicht kann aber .

    Bye .. Wer mehr Wissen Möchte kann sich ja per Mail Melden.

  33. Hallo Leute,
    ich habe einen seltsamen Knochenfund gemacht!
    Ich besuchte den Friedhof und ging hinter einen Grabstein und da lag es; Ein Anteil eines Schädels zwischen der mitte der Augenhöle abgesägt wie eine Scheibe, einfach oben an der Oberfläche!!!

    Was soll ich tun?
    Es ist seltsam das es nur dieser teil ist!

  34. Es müsste doch ein ganzer Schädel sein und nicht nur dieser eine sauber getrennter Teil, oder?

    Die Schnittstelle des Schädelteils, geht mit nicht mehr aus dem Kopf!!!

    Er hätte doch irgendwie mehr in der Erde stecken müssen, wenn er auch wirklich dort her kam????

    Erde war auch nicht wirklich dort dran!? Einfach locker oben an der Oberfläche, wie ins gebüsch geworfen!
    Das ist nur Vermutung, aber das ist alles seltsam es war ein gebüsch , gerader Boden KEIN HÜGEL…
    Warum sollte er einfach da liegen????

    • @Bianca: Dass mitunter mal auf einem Friedhof Knochen auch an der Oberfläche sichtbar werden, ist keine Besonderheit.
      Was Du gesehen hast, dürfte der Teil eines Schädels sein, so wie er nach einer Obduktion aussieht.
      Es werden bei der Leichenöffnung die drei Körperhöhlen (Schädel, Bauch und Brust) geöffnet.
      Bei Schädel sieht das dann so aus, wie von Dir beschrieben.

  35. Hallo, im März 2016 ist meine Schwester beerdigt worden nun finde ich bei der Grabpflege immer wieder Knochenstücke wie Fingerknochen und auch einen Kieferknochen. Was mache ich nun mit den Knochenstücken? Wieder mit eingraben ist sinnlos, so tief komme ich leider nicht da es ein sehr schwerer eckeliger Lehmboden von ganz unten, der auch Leichengeruch an sich hat es mir unmöglich macht. Ein Gärtner sagte mir es gibt auf manchen Friedhöfen ein so genanntes Knochengrab oder ähnliches wo man Knochen durch eine Öffnung einbringen kann und so die Totenruhe gewahrt bleibt.
    Nur gibt es keines in unserem Friedhof. Also was mache ich jetzt.? Ich bin total unzufrieden mit dieser Erdumschichtung, hatte vorher 12 Jahre für meinen Vater dieses Gran gepflegt aber nur einen Knochen gefunden in dieser Zeit gefunden und ihn wieder mit vergraben, nun sind diese Funde aber zuviel für mich. Kann ich beschwerde beim Bestattungsunternehmen machen und auf Abtragung von der obersten schicht dieses eckeligen Bodens so ca.30cm machen und mit Mutterboden auffüllen?

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