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Das Dorf in Aremorica

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Wenn man von unserer Stadt in eine der benachbarten Städte fährt, so hat man die Wahl auf der schnellen Autobahn zwischen 70 Lastwagen und meterhohen Schallschutzwänden dahin zu brausen oder aber man fährt über die Dörfer und genießt den Blick über die weite Ebene mit ihren Feldern, Gärten und Ortschaften bis hin zum Mittelgebirge im Westen mit seinen Weinbergen, Burgen und Wäldern.
Wann immer es meine Zeit erlaubt, nehme ich die Strecke über die Dörfer, ich bin ja ein Freund der Landschaft, Gegend und Natur.

„Du? Ein Landschaftsfreund? Seit wann das denn?“ moniert die allerliebste Gattin, guckt auf meinen Bauch und behauptet ebenso kühn, wie keck und frech: „Du willst doch bloß beim ‚Gasthof am Weiher‘ vorbei, weil da Ottmar Schlonz so gute Sachen kocht.“

Dabei ist diese freche Behauptung, die fast schon an eine verleumderische Unterstellung grenzt, im Grunde eine boshafte Verdrehung der Tatsachen, denn Ottmar Schlonz ist ein sehr guter Freund von mir und warum sollte ich nicht hin und wieder einem guten Freund einen kleinen Höflichkeitsbesuch abstatten.

„Ottmar Schlonz soll Dein Freund sein? Na hör‘ mal, ihr habt Euch doch gar nicht gekannt, bevor Du nicht damals in sein Restaurant gegangen bist.“

„Aber jetzt sind wir befreundet, sehr gut befreundet sogar.“

„Ja, das liegt ja wohl auf der Hand. Einer der die ganze Karte einmal rauf und runter bestellt, der ist automatisch der beste Freund des Kochs.“

„Das ist ein Gourmet-Koch, da gibt es nur kleine Portionen, ganz klitzekleine…“

„Was macht das denn für einen Unterschied? Wenn man von den klitzekleinsten Portionen vierundzwanzig futtert, hat man auch ’ne halbe Kuh gefressen, mein lieber Mann.“

„Ich fresse keine halbe Kühe!“

„Na, dann meinetwegen ein ganzes Schwein, Obelix.“

Erzählte ich eigentlich schon mal, daß mein Schwiegervater mich mit vorgehaltener Flinte zur Hochzeit gezwungen hat?

Oh, ich krieg Dich am Wickel, Du Weib Du! Wenn ich mal tot bin, dann verfaule ich ganz schnell, damit das Grab schön viel sackt! Ich lass Dich Erde schleppen, bis Du jammerst! Eines Tages räche ich mich.

Obelix!
Frechheit!

Peter Wilhelm 1. Juni 2012


33 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. …Rache sollte man immer zu Lebzeiten üben…
    Nachher gehts ab ins Krematorium-und dann ist nix mit Sand schleppen… Womöglich läßt sie dich noch zu eine Sanduhr „verarbeiten“.Das bedeudet dann Sport bis in alle Ewigkeit!
    😉

  2. Tom, Du hast vielleicht Illusionen: „Erde schleppen ..“
    dafür gibt’s doch Gärtner
    .. kann sie sich doch leisten, bei Deiner Bestattungs- und Grabpflegevorsorge 😉

  3. Der kleine Tierfreund: der war sehr gut, danke, danke- „Sport bis in alle Ewigkeit“- der Hammer!

    🙂

    Grüße Smilla

  4. Also da ist dir doch zu helfen. Falls ihr katholisch geheiratet habt, kann die Ehe für ungültig erklärt werden, denn can. 1103 des Codex Iuris Canonici besagt: „Ungültig ist eine Ehe, die geschlossen wurde aufgrund von Zwang oder infolge von außen, wenn auch ohne Absicht, eingeflößter schwerer Furcht, die jemandem, um sich davon zu befreien, die Wahl der Ehe aufzwingt.“ – Dabei ist unwichtig, ob ihr euch zwischenzeitlich zusammengerauft habt. Wichtig ist die Abneigung zum Zeitpunkt der Eheschließung. Aber Vorsicht beim Gattenmord! Can 1090 CIC § 1: Wer im Hinblick auf die Eheschließung mit einer bestimmten Person deren oder seinen eigenen Gatten getötet hat, schließt diese Ehe nicht gültig. – § 2: Ungültig schließen auch jene miteinander die Ehe, die durch physisch oder moralisch gemeinsames Betreiben den Tod eines Gatten verursacht haben.
    Falls ihr nun aber schiedlich friedlich zusammenlebt, solltet ihr die Hochzeit in Frieden wiederholen oder nachträglich für gültig erklären lassen, sonst lebt ihr weiterhin in schwerer Sünde…
    Falls ihr evangelisch getraut seid, ist alles oben gesagte unerheblich, da der Codex nur für Katholen gilt.
    Falls ihr allerdings mit Blumenkränzen im Haar von einem Medizinmann (nein, nicht der Apotheker…) getraut wurdet, müsstet ihr Manitu befragen, was zu tun sei…

    Habe ich schon erwähnt, dass ich gerade Eherecht lernen muss? 🙂

  5. Ach und ich dachte schon an Charles und Camilla…das sind aber Prostis, oder?

    Dann übe mal schön weiter… 🙂 *Kaffeerüberschieb*

  6. Kirchendiener, ist eine Ehe auch ungültig, wenn die Frau ihren ehelichen Pflichten (zB den Mann gut (ich schrieb gut, nicht „gesund“, das ist was Anderes) zu nähren) nicht nachkommt?
    Und verpflichtet nicht das 3. Buch Mose den Mann in bestimmten Fällen dazu, seine Frau zu erschlagen (Wer des Herren Namen Lästert der soll des Todes sterben!; und da der Mann der HERR seiner Frau ist…)? Und ein Mann soll sich hinterher nicht wieder verheiraten dürfen (ok, ob ers will, ist ne andere Frage)?

  7. Neiiin Obelix du bist nicht dick, du bist nur als kleines Kind in den Kochtopf gefallen…….
    Tom erklär deiner Zimmerlinde, dass es auch für ihre Kochkunst spricht, wenn sich dein Ranzen umfänglich vergrößert – oder kommt das weniger von den Kochkünsten sondern mehr, weil du alles ißt, was nicht bei drei auf dem Baum ist??
    Schönes Wochenende aus Ndb.

  8. Tom, ich glaube dir dass es eine „shotgun wedding“ war… klingt nach einem echten Leiden, das du hast. 🙂

    @ Kirchendiener:

    Katholisches Eherecht? Meine Lieblingsstelle ist die: Impotente dürfen nicht heiraten, Zeugungsunfähige aber schon…

    Wie ist das schon wieder mit der ehelichen „Pflicht“, Kinder zu kriegen? 🙂

  9. Also: Charles und Camilla sind Anglikaner, das ist noch mal was anderes. Da kenne ich mich nicht so aus. Da die Queen aber das Oberhaupt ist, kriegt Charles wahrscheinlich so ziemlich alles erlaubt.
    @ Zero the hero: Wenn eine Frau mit der Absicht in die Ehe geht, den Mann zugrunde zu richten, dann hat sie bei der Konsensabfrage („Willst du lieben, achten und ehren“) bewusst gelogen. Kann man ihr das nachweisen (Zeugen…), ist die Ehe ungültig.
    @turtle of doom: Da du vor der Hl. Ehe ja keinen Geschlechtsverkehr hattest (*räusper*), kannst du gar nicht wissen, ob du zeugungsunfähig bist. Impotenz heißt ja „keinen-hoch-kriegen“, d.h. auch nicht in der Lage sein, die Frau zu befriedigen. Und da liegt dann schnell die Gefahr nahe, dass die Frau fremd geht. UNd das will man vermeiden. Gut, wenn sie Kinder möchte, muss dann auch der Briefträger eine Überstunde einlegen, aber meist ist das ja vorher nicht bekannt.
    Die eheliche „Pflicht“ ist insofern gemeint, dass Geschlechtsverkehr dazu dienen soll, Nachwuchs zu erzeugen und erst in zweiter Linie dazu, einander zu befriedigen oder den Trieb in geordnete Bahnen zu lenken. Wenn ich mich jedoch vor der Ehe sterilisieren lasse und so den Partner täusche, dann ist die Ehe ungültig. Wissen beide davon ist die Ehe auch ungültig.

    Manchmal macht es mir fast Angst, wie genau das Kirchenrecht sich Gedanken über den ehelichen Verkehr gemacht hat… 😉

  10. [quote]Manchmal macht es mir fast Angst, wie genau das Kirchenrecht sich Gedanken über den ehelichen Verkehr gemacht hat[/quote]

    und mir erst … und nicht nur deswegen

  11. @ Kirchendiener:

    Ich find es ehrlich gesagt eine seltsame Argumentation:

    -> die Zeugungsunfähigkeit darf vor der Ehe nicht festgestellt werden, weil man dazu einen Zeugungsversuch machen müsste -> es wird also angenommen, jeder Heiratswillige sei deshalb zeugungsfähig -> deshalb ist Zeugungsunfähigkeit, weil es keine gibt, auch kein Ehehindernis.

    Wenn dann in der Ehe der Sex dem Kindermachen dient, dann sollte man ja schon auf die Zeugungsfähigkeit schauen. Sonst macht es meiner Meinung nach keinen Sinn…

    Testet ihr eigentlich auch weibliche Impotenz? [/Ironie]

    Gut, ich bin auch reformiert ;-), und das Bewahren der Traditionen ist irgendwie auch faszinierend…

  12. @ Jupp.
    „Wanderausstellung in Sachen Brau-und Kochkunst“ finde ich auch nicht schlecht.
    B. A., selbst wohlbewampt

  13. @Kirchendiener
    Wenn der Mann zeugungsunfähig ist, mußte dann nicht der Bruder ran, irgendwie war da doch was, dass sie sich dann um das Weib kümmern sollten. Wäre ja auch besser als der Postbote, wegen Ähnlichkeit und „in der Familie bleiben“.
    Das Kirchenrecht ist völlig genial und es findet sich sehr vieles davon in unseren heutigem Zivilrecht wieder, sehr interessant, haben wir mal an einem Rotweinabend herausgefunden. 🙂

  14. Dazu fällt mir ein:

    Eine Frau wacht mitten in der Nacht auf und stellt fest, dass ihr Ehemann nicht im Bett ist. Sie zieht sich ihren Morgenmantel an und verlässt das Schlafzimmer. Er sitzt am Küchentisch vor einer Tasse Kaffee – tief in Gedanken versunken… starrt nur gegen die Wand. Sie kann beobachten, wie ihm eine Träne aus den Augen rinnt und er einen kräftigen Schluck von seinem Kaffee nimmt.
    „Was ist los, Liebling? Warum sitzt du um diese Uhrzeit in der Küche?“ fragt sie ihn.

    „Erinnerst du dich, als wir vor 20 Jahren unser erstes Date hatten? Du warst gerade erst 16!“ fragt er sie.
    „Aber ja!“ erwidert sie.
    „Erinnerst du dich daran, dass uns dein Vater dabei erwischt hat, als wir uns gerade in meinem Auto auf dem Rücksitz geliebt haben?“
    „Ja, ich erinnere mich gut, das werde ich nie vergessen.“
    „Erinnerst du dich auch, als er mir sein Gewehr vor das Gesicht gehalten hat und gesagt hat ‚Entweder du heiratest meine Tochter oder du wanderst für die nächsten 20 Jahre ins Gefängnis!‘?“
    „Oh ja!“ sagt sie.

    Er wischt eine weitere Träne von seiner Wange und sagt: „Weißt du… heute wäre ich entlassen worden!“

  15. @kirchendiener. Danke, das hatte viel schönes. Lustig und sehr informativ. Ich wusste gar nicht das Theologie (gehört das dazu?) so interressant sein kann.

  16. @Anonym,

    die Vorschriften der verschiedenen Religionen sind ja auch nichts anderes als die Gesetzesbücher aus einer Zeit, wo Kirche und Staat noch eins waren, egal in welcher Religion. Was die Menschen verwerflich finden und deswegen bannen, hat sich im Großen und Ganzen seither nicht geändert.

  17. Och Tom,

    lass dir dein Feinkostgewölbe mal bloss nicht von der holden Gattin schlechtreden.
    Ich sach ja immer, solange der Lütte beim Duschen noch nass wird,gehts doch noch, gell?

  18. Hi Tom,

    es ist zwar schon ein bisschen lustig das zu lesen, aber mir hat es entschieden besser gefallen als Du noch gut ueber deine Frau geschrieben hattest.

    Meiner Meinung nach solltest Du dahin zurueckkehren.

    Bye for now

    ERNeuseeland

  19. ERNeuseeland … heee, DA hast Du gerade was falsch verstanden … die Geschichte ist eine Liebeserklärung – nicht nur an gutes Essen und Freundschaft – sondern vor allem von TOM an seine Liebste … schau einfach noch mal genau hin!

    (Aber manchen Leuten muß man selbst Witze ja erst zweimal erklären und dann fragen die noch, „und worüber hast Du bei der Geschichte gelacht?“)

    Allen ein schönes Wochenende

  20. Kirchendiener, das mit dem Zugrunderichten…schwer nachweisbar. Gibts da nicht irgendwo eine Stelle in der Bibel, die besagt „und Grünzeugfresser sind dem Herrn ein Greuel, sie sollen sterben und die ewige Verdammnis erleiden“? Das würde einiges erleichtern;)

  21. Mensch, jetzt bringt doch den guten Tom nicht auf „solche“ Gedanken
    Er fühlt sich doch in seiner „Situation“ wohl 😀

  22. Wenn das Zeitalter der „Verwesis“, ab 50, gekommen ist, ist es doch häufig so, dass M(m)an(n) und auch Frau an „chronischem Rundwuchs“ zu leiden beginnt.
    Da kann man nur die kleinen Tierchen, auch „Kalorien“ genannt, vernichten, die in der Nacht deine Kleidung heimlich enger nähen!*breitgrins*;-). Ich hab das auch schon mit Sagrotan probiert…, ohne Erfolg:-(.

  23. Sagrotan-Cocktail besteht aus
    1 Teil Creme de Cacao
    1 Teil Flüssige Sahne
    1 Teil Weinbrand oder Cognac

    Alle Zutaten in einem Shaker mit Eis ca. 20 Sekunden kräftig schütteln.
    Das Eis mit einem Barsieb zurückhalten und den Drink in einem Martiniglas servieren.*lol*:-)

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