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Wie erfährt eine Firma vom Tod eines Mitarbeiters?

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Hallo Tom,

aus gegebenem Anlass fragen wir in der Familie uns gerade, wie denn die Firma, bei der der Verstorbene über lange Zeit angestellt war und auch eine entsprechend hohe Position innehatte, vom Tod des Selbigen erfährt?

Ich denke, jede Firma handhabt das Veröffentlichen der Anzeige nach eigenen „Richtlinien“.

Aber woher wissen die Firmen davon?

Vielen lieben Dank
M.

Sehr gute Frage und eine recht simple Antwort:
Man muss natürlich als Angehöriger in der Firma Bescheid sagen. Ein guter Bestatter wird im Beratungsgespräch auch nach den ehemaligen Arbeitgebern fragen und diese so rechtzeitig informieren, daß sie mit einer Todesanzeige, einen Kranz, Kondolenzschreiben oder einer Teilnahme an der Trauerfeier reagieren können.

Ob und was eine Firma dann macht, ist tatsächlich meist in internen Richtlinien geregelt. Das hängt mit der ehemaligen Position in der Firma und der Betriebszugehörigkeit zusammen und ist höchst unterschiedlich geregelt.

Es gibt auch so merkwürdige Richtlinien, wie in einer großen Chemiefirma. Diese gibt für jeden verstorbenen Mitarbeiter eine Anzeige auf. Auch wenn der Mitarbeiter erst sechs Wochen dort beschäftigt war.
Hat aber ein Mitarbeiter nach dem Ausscheiden noch bei einem anderen Unternehmen gearbeitet, gibt es grundsätzlich keine Traueranzeige. Auch dann nicht, wenn der Mitarbeiter beispielsweise 40 Jahre im Unternehmen Prokurist war.

Aber eins ist sicher: Man muss sich selbst rechtzeitig darum kümmern, bzw. der Bestatter muss es tun. Irgendeine offizielle Benachrichtigung gibt es nicht.
Nur die wenigsten Unternehmen kontrollieren die Sterbeanzeigen in der Zeitung und schieben eine Anzeige nach.

Peter Wilhelm 15. Juni 2018


11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Diesen Kommentar nach lesen bitte löschen, letzter Satz erster Absatz soll vermutlich
    …einer Todesanzeige, einem Kran[b]z[/b], Kondolenzschreiben…
    und nicht
    …einer Todesanzeige, einen Kran[b]k[/b], Kondolenzschreiben…

    Ansonsten immer schön hier zu lesen, eine meiner Standardseiten wenn ich den Browser öffne. Einfach Super, nicht unterkriegen lassen und ich warte auch gerne mal längere Zeit wenn es anderswo dringendere Vorhaben gibt. Ich finde es toll, dass du deine Freizeit dafür opferst und sehe nicht ohne Neid auf deinen unterhaltsamen Schreibstil.

    Viele Grüße aus Lüneburg,

    Richard

  2. @ Richard: Danke, hab es verbessert. Ist einer meiner Lieblingsvertipper.
    Du hast Recht, ich lasse mich nicht unterkriegen. Für mich ist der kreative und erfüllende Teil meiner Arbeit das Schreiben an sich und die Genugtuung, einen guten Text verfasst zu haben.
    Ich sehe im Tun des Künstlers keine sozial relevante Aufgabe. Es freut mich natürlich, dass ich mit meinen Texten tausenden von Menschen Freude bereite und dafür auch ein gewisses Entgelt erhalte, aber es ist nicht das was mich als Künstler antreibt und befriedigt. Mir kommt es wirklich einzig und allein auf den Akt des Kreativseins an.

    Diese ganzen Nebenarbeiten, die sich aus einem gewissen Erfolg heraus ergeben, wie etwa das Geben von Interviews, das Auftreten in Fernsehsendungen und das Begleiten von Veranstaltungen wie Finale und jetzt Salto Postmortale, sind für mich reine Arbeit und kein Vergnügen. Es ist das etwas, was andere mit meinem Texten machen und das gilt auch für den Buchverkauf, der die Interviews usw. mit sich bringt. Hier ist meine Kreativität nicht gefordert und deshalb verursacht mir das auch keine Befriedigung, um das Wort „lästig“ zu vermeiden. Das Wort wäre deshalb nicht angebracht, weil die Menschen, die meine Bücher verlegen, drucken, kaufen und lesen, natürlich auch einen gewissen Anspruch auf mich haben, den ich wiederum gerne zu erfüllen bereit bin.

    Es ist also nicht so, dass nun das Weblog etwas stiefmütterlich behandelt wird, weil ich mich anderen, publikumswirksameren Genüssen hingebe oder weil ich meine, jetzt müsse auch noch gefilmt werden usw.
    Vielmehr ist es so, daß die Leser dieses Weblogs doch in den einzigartigen und dazu noch kostenlosen Genuss kommen, das Meiste vorab lesen zu können und mit ihren Kommentaren zu begleiten. Ja, sie haben oft genug durch ihre Kommentare dafür gesorgt, daß Geschichten nachträglich noch aufgrund der gemachten Anmerkungen verbessert und verändert wurden.

    Aber das Weblog ist doch nur ein Instrument, auf dem ich spiele und niemand hat einen Anspruch darauf, daß ich nun bitteschön in erster Linie hier abzuliefern habe und noch bitteschöner gefälligst alle Nebentätigkeiten zu unterlassen habe, damit man fröhlich jeden Tag hier gratis was Neues und Gutes serviert bekommt.

    Ich arbeite ohnehin bis an meine Leistungsgrenze, bis zu 16, ja manchmal 20 Stunden am Tag. Und man hat in bestimmten Zeiten einfach keinen Einfluss auf das, was von einem gefordert wird. Es rufen im Moment bis zu fünf Zeitungen und Sender täglich an und wollen wegen des neuen Buches was mit mir machen.
    Und auch wenn ich keine kreative Lust dabei empfinde, bin ich weder so reich, noch so prominent, daß ich es mir erlauben könnte, da jemanden vor den Kopf zu stoßen.

    Ich kann auch nicht einfach Projekte weglassen. Da haben ja einige geschrieben, ich solle doch diese ganzen Nebenprojekte wie Salto Postmortale, den Film oder die Interviews einfach mal bittesehr weglassen, sie hätten ja quasi Anspruch auf mehr große Geschichten hier im Blog.

    Es ist nun aber so, daß ich weder Finale gemacht habe, noch Salto Postmortale mache, noch Filme drehe. Das machen andere, die da mehr von verstehen, mit meiner Genehmigung, aber ich möchte doch zumindest die Möglichkeit einer gewissen begleitenden Einflussnahme nicht aufgeben, um sicher zu stellen, dass das Endprodukt dieser Leute auch meinen Vorstellungen entspricht.

    Das Bestatterweblog ist mein liebstes Kind, aber deshalb kann ich die anderen Kinder doch nicht verhungern lassen.

    Nun ist es doch aber auch sicherlich für jeden verständlich, daß jetzt kurz nach dem Erscheinen eines neuen Buches das Interesse daran groß ist und ich diesbezüglich viel zu tun habe. Es ist doch aber auch ebenso klar, daß nach Weihnachten, wenn es dann auf die „tollen Tage“ zugeht, das Interesse wieder erlahmen wird und ich dann auch wieder mehr Zeit haben werde.

    Mir hilft es aber in keiner Hinsicht, wenn mir Leute schreiben: „Schreib oder ich bestell dem Block ab!“

    Das Bestatterweblog gibt es jetzt schon so viele Jahre und es ist eines der bekanntesten Blogs überhaupt und wer es schon länger verfolgt, der weiß, daß es immer Phasen gab, in denen die Geschichten nur so sprudeln und andere Phasen, in denen auch mal Sendepause war.

    Damit muß ich leben und damit müssen auch die Leser leben.
    Von nix kommt nix und ich lieg ja nicht den ganzen Tag faul auf der Couch und fresse Prailnen. 😉

  3. Pralinen wären auch gar nicht gut für deinen Zucker*schimpf

    Und dauernd so lange Tage sind auch nicht gesund, aber es soll ja auch Menschen geben, die nur wenige Stunden Schlaf brauchen.

    Tom, mach doch einfach! Auf die, die den Blog nicht mehr lesen, wenn da nicht am besten stündlich neue Hammergeschichten stehen, kannst du ohne mit der Wimper zu zucken verzichten. Kann dir doch egal sein, wie viele das machen, auf die paar Hirntoten kommt es doch wirklich nicht an. Ich freue mich, wenn es was Neues gibt, mein Seelenheil hängt da aber nicht von ab… wenn es wirklich mal was länger ruhig ist, mach ich mir eher Sorgen um deine Gesundheit und hoffe, dass es dir nicht wieder so schlecht geht

    LG

  4. Tjs, das vermeintliche Recht des Lesers am „Produkt“ des Autoren treibt manchmal absonderliche Blüten…

    Stephen King schrieb einmal einen siebenteiligen Romanzyklus, von dem manche Leser meinten, er lasse sich mit der Vollendung zuviel Zeit. U.a. untermalte ein Leser seine Forderung nach dem baldigen Erscheinen mit einem Foto: Ein auf einen Stuhl gefesselter Teddybär, dem die Augen verbunden waren und dem eine Spielzeugwaffe an den Kopf gehalten wurde. Text zum Foto: „Bring sofort den nächsten Band heraus oder der Bär stirbt!“
    Irgendwie beim zweiten Lesen nicht mehr so witzig, find ich.

    Ich denke, jedem Autor ist der Schaffensprozess sein ureigenstes Kind, und wo und wie er dieses zur Welt bringt, ist seine Sache. Solltest du dich also zum Pralinenfuttern auf die Couch legen wollen, hoffe ich, dass dir die Süßigkeiten zum Schmerbauch gereichen 🙂

  5. @Anja: Ich möchte Deinen Kommentar zum Anlass nehmen, auch noch einmal etwas über meinen Gesundheitszustand zu schreiben, weil ich auch manchen Mails entnehme, dass offenbar einige glauben, ich sei jetzt verkrüppelt.
    Also, Anfang des Jahres ging es mir über etliche Wochen wirklich sehr schlecht, meine Frau meint ja, ich sei beinahe gestorben.
    Aber das ist längst überwunden.
    Was den Zucker (Diabetes) anbetrifft, so bin ich da sehr gut eingestellt und kann essen und trinken was ich will und erlebe trotzdem keine absonderlichen Werte.
    Für die Kenner: Der Langzeitwert lag bei 6,2
    Also kein Grund zur Sorge.

    Letztens hatten wir uns alle einen Virus eingefangen und hatten Brechdurchfall mitsamt Erkältung. Zuerst ich, dann meine Frau, dann die Kinder.
    Inzwischen bleibt uns allen noch ein etwas hartnäckigerer Husten, ansonsten ist auch das ausgestanden.

    Also kein Grund für ernsthafte Sorgen. Trotzdem aber vielen Dank, an alle, die sch da Gedanken machen.

  6. Hallo,

    ich schliesse mich Anjas Worten an. Ich freu mich wie ein Schnitzel über spannende Beiträge, aber mein Seelenheil leidet nicht, wenns ne Woche ruhig ist.

    @TOM: Glückwunsch zum dem super HbA1c!!
    Mit dem wirst du 100 Jahre 🙂

    LG
    Sandra

  7. Hi,

    super, das es Dir so gut geht.
    Freu mich jedesmal, wenn ich einen neuen Beitrag lesen kann. Dein Blog ist echt super geschrieben.
    Hat auch schon im Trauerfall sehr viel geholfen, so das ich nicht ganz doof da stand.

    Aber schaue auch mal nach Dir und Deiner Familie.

    Manche Leute haben echt komische Ansprüche.

  8. Kriegen Deine Angestellten im Falle ihres Ablebens eigentlich auch Firmenrabatt oder vorher Deputat?
    [duck&weg]

  9. Oft erfährt es die Firma auch, weil sie eine Betriebsrente zahlt und der Bestatter nicht nur nach Arbeitgebern, sondern auch nach Rentenansprüchen fragt. Der Arbeitgeber meines Vaters wurde inzwischen von einem anderen Konzern aufgekauft und umbenannt. Auf den Kranz stand aber noch der alte Firmenname aus der Zeit meines Vaters. Der Bestatter erklärte, das wäre bei Kränzen so üblich.

  10. Hallo Tom,
    in einem Punkt bin ich anderer Meinung als Du: Ich sehe im Schaffen eines Künstlers sehr wohl eine sozial relevante Aufgabe. Ich verstehe, dass Du nicht schreibst, weil Du es als sozial relevant siehst, sondern weil es Dir ein Bedürfnis ist, und der Erfolg quasi ein Nebeneffekt ist. Dennoch ist Kunst im allgemeinen auch sozial relevant. Kunst egal in welcher Form führt zur Rezeption und meist zur Diskussion (wenn sie das nicht schafft, ist sie in der Tat nicht relevant). Mitunter muss es auch eine Provokation sein, um eine Diskussion anzustoßen. Um mal ein Beispiel zu nehmen: Die Ausstellung Körperwelten sehe ich als eine Kunstform. Es ist keine, die ich mir ansehen möchte, weil ich das nicht gutheiße. Aber es wurde damit eine Diskussion angestoßen, wie es um die Würde des Menschen nach dem Tode steht, und damit das Thema Tod und unser Umgang damit generell in die Diskussion gebracht. Diesen Effekt finde ich wiederum positiv, auch wenn ich die Mittel nicht gutheiße.

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