Warum lassen die mich so warten?

Eins muss ich hier mal deutlich sagen. Die Kunden lassen uns zu lange mit der Bezahlung der Rechnungen warten.
Wir sollen sofort und auf den Punkt erscheinen und alles pünktlich und zuverlässig erledigen. Das tun wir auch gerne, das ist unser Job. Wenn der Todesfall abgewickelt ist, warteten wir früher 14 Tage, bis wir die Rechnung sandten. Heute können wir das nicht mehr, sondern senden die Rechnung 2 Tage nach der Beerdigung ab.

Das liegt daran, dass die Kunden sich im Schnitt 6 Wochen Zeit mit der Bezahlung lassen.

6 Wochen! Das ist die durchschnittliche Zahlungsdauer! Wieviele Omas zahlen schon am nächsten Tag! Das bedeutet, dass wir Kunden haben, die sich 4-6 Monate Zeit lassen. Man glaubt gar nicht, was für Ausreden sich die Leute einfallen lassen.

Sie vergessen dabei, dass wir für alles in Vorleistung treten müssen und das können je nach Ausstattung und Grabstelle schon mal 20.000 Euro sein. (Wir gehen auch für die Grabgebühren von bis zu 8.000 Euro und den Grabstein in Vorleistung!)

Machen sich diese Leute eigentlich einmal Gedanken darüber, wie ich am Monatsende meine Männer bezahlen soll?

Sprüche für Traueranzeigen – Texte

Aus unserem Leben bist du gegangen,
in unserem Herzen bleibst du.

Das einzig Wichtige im Leben
sind die Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.

Meine Kräfte sind zu Ende,
nimm mich, Herr, in deine Hände

Ein Herz steht still,
wenn Gott es will.

Und immer sind irgendwo Spuren deines Lebens:
Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle.
Sie werden uns immer an dich erinnern und dich dadurch nie vergessen lassen.

Gebet und Arbeit waren dein Leben
Ruhe hat dir nun Gott gegeben.

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80 Cent für Gottes Herrlichkeit

Heute Morgen habe ich bei einer Gemeindeverwaltung angerufen, um die Beerdigung eines ehemaligen Bürgers dieses kleinen Ortes zu regeln. Das ging alles ganz problemlos, wir können den Toten heute Nachmittag hinbringen. Sagt die Dame von der Gemeindeverwaltung noch: „Und vergessen Sie die 80 Cent nicht!“

„Was für 80 Cent?“

„Na die 80 Cent fürs Glockenläuten. Das ist die Gebühr für den katholischen Messner, damit er die Totenglocke für Gottes Herrlichkeit läutet.“

50 Ocken fürs Nichtstun

Wenn wir bei der zuständigen Behörde einen Sterbefall anmelden, müssen wir immer angeben, ob wir nur die Kühlzelle auf dem Friedhof brauchen oder auch die Trauerhalle, ob wir einen Organisten benötigen usw. Ist ja klar, die müssen auch vorplanen können.

Neuerdings kommt es aber häufiger vor, daß die Familie eine CD mit der Lieblingsmusik des Verstorbenen mitbringt. Da brauchen wir dann keinen Organisten, da nehmen wir einen guten CD-Player mit und einer unserer Männer spielt dann die CD ab.

Jetzt heißt es aber amtlicherseits, daß über die friedhofseigene Musikanlage auch CDs abgespielt werden dürfen. Ja und die darf nur der Organist bedienen. Da das aber den Organisten oft zu kompliziert ist, muss das trotzdem einer von uns machen.
Für den Organisten dürfen wir aber trotzdem jetzt immer 50 Euros berappen.

Für den besseren Duft

Für den besseren Duft im Sarg bietet unser Pietätswarengroßhändler ein tolles Pulver an. Wir streuen davon immer etwas in den frisch ausgeschlagenen Sarg, bevor der Verstorbene hineingelegt wird. So bleiben dann eventuelle Geruchsbelästigungen aus oder werden gemildert. Das Pulver ist wirklich gut, es riecht ein bißchen nach Seife und ein bißchen nach Weihrauch. Allerdings kostet da eine Portion auch rund 5 Euro.

Heute Morgen kommt einer unserer Fahrer und sagt zu mir, ich solle mal was anderes probieren. Dann übergibt er mir eine Tüte mit grünlichem Pulver. Ich rieche daran und stelle fest, daß es sehr stark und aromatisch riecht. Wir haben es dann bei zwei Särgen verwendet und ich muss sagen, es scheint besser zu wirken als das bisherige.

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Altersheim mit Todesangst

In meinem letzten Artikel schrieb ich schon etwas über Altersheime und die Abholung von Verstorbenen.
Dazu passt ein Anruf von soeben:

„Bitte kommen Sie und holen Sie den Herrn S. ab. Aber kommen Sie bitte erst heute Abend nach 21 Uhr, wenn es dunkel ist und fahren Sie leise von hinten an den Lieferanteneingang an der Kellerrampe.“

Klar, machen wir doch!

Das ist aber kein Einzelfall. Ich persönlich finde ja nichts Ungewöhnliches dabei, dass in einem Altersheim Leute sterben. Wenn irgendwo, dann da!

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Bestattungsfahrzeug, Leichenwagen

Warum sind Leichenwagen so teuer? Das fragte jemand in einem Kommentar.
Nun, Bestattungsfahrzeuge sind Sonder-KFZ und müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um als Bestattungsfahrzeug zugelassen werden zu können. Verstorbene dürfen per Gesetz nur in solchen Fahrzeugen befördert werden.

Die Anforderungen sind in einer DIN-Norm festgelegt, es wäre aber langweilig, diese hier zu zitieren. Die wesentlichen Bedingungen sind die sichere Befestigung des Sarges im Laderaum, die luftdichte Abtrennung zum Fahrerraum, eine durchschlagfeste Abtrennung zwischen beiden Räumen und bestimmte hygienische Anforderungen, wie die leichte Abwaschbarkeit des Sargraumes.

Diese Bedingungen erfüllt bei uns z.B. ein sorgfältig umgebauter dunkler Mercedes-Transporter, also im Grunde genommen ein Lieferwagen. Dem Toten ist es nämlich vollkommen egal, ob er in einem Luxus-Kombi herumgefahen wird oder in einem Lieferwagen. Für uns ist der Lieferwagen schon deshalb praktisch, weil wir 2 bis sogar 4 Särge transportieren können und der Wagen sehr unauffällig ist. Viele Altersheime bestellen uns zur Abholung der Verstorbenen, weil unser Auto nicht auffällt. Ein ständig oder oft vor dem Altersheim stehender Leichenwagen ist vermutlich keine gute Reklame für die …

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