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Beta

Mit dem Beta-Band habe ich wirklich nichts anfangen können. Früher hatte ich mal Beta und habe es damals sehr bedauert, daß meine Lieblingsvideothek ankündigte, alle Beta- und Video-2000 Filme aus dem Programm zu nehmen. Dann allerdings bot mir der Videothekenbesitzer 3 Umzugskartons voller Spielfilmcassetten für zusammen 40 Mark an, er meinte, man könne die ja notfalls auch überspielen. Hab ich aber damals nicht gemacht, sondern die Cassetten über eine Kleinanzeige verkauft. Auf jeden Fall hat das mehr gebracht, als 40 Mark.
Den Recorder hatte ich noch ziemlich lange auf dem Dachboden stehen. Dann sprach mich mal jemand an, der händeringend einen suchte. Er hatte über 800 Beta-Cassetten selbst bespielt und sein Recorder war unreparierbar abgeraucht. So hab ich vor 20 Jahren auch den Recorder, der damals schon nicht mehr modern war, auch noch gut verkaufen können.
Heute nutze ich nichtmal mehr VHS, wir haben einen HD-Recorder.

Aber für die Lebenserinnerungen unsere Kunden haben wir eine Lösung gefunden. Ein Mitarbeiter hat bei dem Schwiegersohn, der uns die Cassette gebracht hatte, diese auf unsere Videocamera überspielt. Das ist eine digitale Kamera und das Signal kann ich jetzt in den PC leiten und auf CD oder DVD brennen.

Sechs Monate

…sind eine lange Zeit. Mindestens so lange hat der Mann, den wir heute abtransportiert haben, in seiner Wohnung gelegen.

Wir haben hin und wieder, und wie ich meine auch zunehmend, mit solchen Fällen zu tun. Meistens liegen sie einige Tage, manchmal einige Wochen und seltener einige Monate bis überhaupt jemand etwas merkt.

Beim heutigen Fall war es so, daß der Mann wohl kurz vor seinem Ableben angekündigt haben soll, er gehe für einige Monate auf Reisen. Deshalb hat ihn aus seinem näheren Umfeld niemand vermißt. Nur weil der Heizungs- oder Stromableser schon dreimal vergeblich da war, hat heute der Hausmeister die Wohnung geöffnet.

Die übrigen Hausbewohner haben weder eine besondere Geruchsbelästigung, noch irgendeinen Ungezieferbefall festgestellt. In der Wohnung waren alle Fenster gekippt und die Rolladen an allen Fenstern akkurat auf die gleiche Höhe herabgelassen.

Wer es nicht unappetitlich mag, klicke bitte nicht auf „weiterlesen“.

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Pfeifkonzert

Die meisten Trauerhallen haben heutzutage eine elektronische Orgel, einige wenige ein Harmonium und nur ganz wenige, große eine Orgel mit richtigen Orgelpfeifen. Wir haben in unserer Kapelle auch „nur“ eine elektronische und ich schreibe das NUR deshalb in Gänsefüßchen, weil die erschreckend teuer war, aber sie klingt auch gut.

Heute hatten wir eine Trauerfeier in einer 80 km entfernten Großstadt. Dort gibt es in der Trauerhalle eine echte Orgel. Der Pfarrer spricht seinen letzten Satz, nickt dem Organisten oben auf der Empore zu und der haut in die Tasten. Bald schon wird aus dem Choral eine Kakophonie. Ich kenne mich im Orgelbau nicht so aus, aber es scheint, als ob da eine ganze Reihe von Orgelpfeifen „gehangen“ hat. Das heißt, sie hörten nicht mehr auf zu tuten und zu piepen. Und es waren vor allem welche mit sehr hohen Tönen.

Der Organist versuchte noch, diesen Dauerton durch besonders einfallsreiches Spiel zu übertönen, dann aber zog er die Notbremse und schaltete wohl einfach das Gebläse der Orgel ab. Wie eine ersterbende Sirene jaulten die hängenden Pfeifen zu Ende, dann war Ruhe.

Es war ohnehin das Ende der Trauerfeier und der Pfarrer hüstelte nur, nickte dann den Trauergästen zu und so zog der Sarg eben ohne Orgelbegleitung aus.

Das ist doch eine Frage des Formats

Ganz so oft kommt es nicht vor, aber es kommt vor. Häufiger bringen uns die Kunden CDs oder Musikcassetten mit, weil sie gerne möchten, daß wir bei der Trauerfeier oder am Grab eine bestimmte Musik abspielen. Daß aber jemand eine Videocassette oder DVD mitbringt, ist sehr selten.

Dabei haben wir extra für diese Fälle in unserer Kapelle eine Leinwand, die elektrisch von oben abrollen kann und einen Beamer. Sogar für Trauerfeiern in öffentlichen Friedhofshallen haben wir eine transportable Leinwand. Ich persönlich finde nämlich die Idee sehr schön, nicht nur Musik abzuspielen, sondern eventuell dazu auch die passenden Bilder zu präsentieren.
Dabei denke ich an DVDs, die wir für diese Zwecke haben, mit Bildern von Wäldern, vom Meer, von Wasserfällen usw.

So fand ich ganz gut, daß am Freitag eine Familie den Wunsch geäußert hat, einen Film abspielen zu dürfen. Man wolle aus alten Fotos und Filmaufnahmen der letzten Jahre eine Art filmische Collage zusammenstellen, mit der passenden Musik unterlegen und statt einer langen Ansprache lieber diesen Film abspielen.
Sie hatten die wichtigsten Stationen des Lebens des Verstorbenen zusammengetragen.

Etwas blöd habe ich geguckt, als mir der Schwiegersohn heute Morgen eine Videocassette im Betamax-Format vorbeibrachte.
„Was sollen wir denn damit?“, lautete meine Frage, doch der zuckte nur mit den Schultern und meinte, was anderes habe er nicht.

Wir können nur VHS, DVD und Mini-DV abspielen…

Jetzt muß ich mal gucken, ob ich hier in der Nähe irgendeine Firma finde, die mir das auf die Schnelle noch auf DVD brennt. Wenn das nicht klappt, könnte ich noch mit meiner privaten digitalen Videokamera und einem Rudel von Überspielkabeln zu denen hinfahren und versuchen den Film dort eben auf die Videokamera zu überspielen.

Nachtrag: Wir konnten dann doch noch einen Betamax-Recorder finden und die Cassette durch Überspielen auf eine DV-Kamera digitalisieren.
Ende gut, alles gut.

Ficki

Eine FAQ habe ich eingerichtet, eine Übersichtsseite für die Archive und jetzt hab ich noch ein halbes Stündchen drangehängt und auch ein „Bestatterwiki“ eingerichtet.

Sehen kann man bis jetzt zwar nur einen [[Testartikel]], aber das wird sich bald ändern.

Hat irgendwer Lust, da mitzuarbeiten?

Sonntag

Sonntag! Ein Sonntag ohne einen einzigen Anruf! Ich habe frei, frei, frei!

Irgendwie bin ich zu gutmütig, denn meistens mache ich am Wochenende Dienst. Die anderen sind jünger und haben immer irgendwas vor. Aber dieses Wochenende kam keiner mit einem ebenso liebenswürdig, wie fragend vorgetragenen „Chef?“ zu mir und fragte ob ich für ihn/sie Dienst mache. Ja und von mir aus hatte ich auch keine Lust.

Ich habe hinten die Veranda gestrichen, was eine gute Stunde in Anspruch genommen hat. Dann habe ich mir erst ein bißchen Beethoven und dann noch Stormwitch aufgelegt, schön laut. Lesen und Schlafen, mehr hab ich nicht gemacht.

Ich bin also weder tot, noch habe ich mir vergraulen lassen, sondern war nur faul heute.

Sarggestecke

Eigentlich schade, dass das Sarggesteck verbuddelt wird, oder?

Was ist eigentlich mit „eher aussergewöhnlichem“ Sargschmuck?
Ich für meinen Teil hätte gerne Disteln oder Kakteen mit etwas Efeu und 4 Lilien, sonst nix. Gehört das zu den eher einfach zu realisierenden Dingen oder ist ein Kaktus wegen dem Blumentopf eher schwierig?

Beim Deckelgesteck ist es fast überall üblich, daß dieses mit dem Sarg in die Grube abgelassen wird. Wir weisen die Angehörigen aber immer darauf hin, daß es doch viel sinnvoller ist, es kurz vor dem Absenken des Sarges zu entfernen. Wenn der Pfarrer mit seinen Sätzen fertig ist, nimmt einer unserer Mitarbeiter das Gesteck ab, legt es zur Seite und der Sarg wird abgelassen.
Nach dem Zuschaufeln des Grabes kann das Deckelgesteck so noch eine Weile zur Dekoration des frischen Grabes dienen.

Diese Idee findet bei 95% unserer Kunden, denen wir das vorschlagen, großen Anklang. Die Sarggestecke werden dann nicht auf den Deckel geschraubt, sondern mit eine knetbaren Masse fixiert.

Welche Blumen auf einem Sarggesteck Verwendungen finden ist neben der jahreszeitlichen Verfügbarkeit in erster Linie vom Wunsch der Auftraggeber abhängig. Wer also, wie angefragt, Disteln, Efeu oder gar Kakteen auf dem Deckel haben will, kann das durchaus bekommen. Auch Pflänzchen in Töpfchen sind normalerweise kein Problem.
Die Grundlage für viele Gestecke ist neben der Steckmasse oft eine Holzlatte auf der die Dinge fixiert werden. Deshalb können auch schwerere und größere Sachen „montiert“ werden.

Je aufwändiger jedoch so ein Gesteck ist, umso mehr ist es schade, wenn es „verbuddelt“ würde.

Preislimit

Kommt es eigentlich vor, daß Leute mit einem konkreten Preislimit kommen? Nach dem Motto: „Ich hab hier 3000 EUR, mach was Schönes draus“?

Das hatten wir früher recht häufig, als es noch das Sterbegeld von den Krankenkassen gab. Da hieß es oft: „Mehr als das haben wir nicht.“

Ansonsten kommt sowas hin und wieder vor, ist aber eher die Ausnahme.