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Organspende

Heute erreichte mich eine Mail, in der ich gefragt wurde, wie es im Falle einer Organspende mit dem Verstorbenen weitergeht. Für die Beantwortung habe ich mir viel Zeit genommen und einiges geschrieben. Damit aber auch andere evtl. davon profitieren können, stelle ich sie hier auch noch mal online:

Es ist sicherlich keine schlechte Idee, einen Organspendeausweis zu haben. Jeder von uns könnte jederzeit in die Situation gelangen selbst auf eine Spende angewiesen zu sein. Leider sterben noch viel zu viele Menschen, während sie auf der Warteliste stehen.

Es ist nicht notwendig, den Verstorbenen länger als erforderlich aufzubewahren. Schon die Pietät und die Rücksichtnahme auf die Angehörigen verbietet eine unnötige Verzögerung. Bei der Multiorgan-Entnahme werden auch Gewebeteile entnommen, die für spätere pathologische Untersuchungen als Referenzmaterial dienen können. Durch die Organentnahme kommt es in der Regel zu einer Verzögerung von 24 bis 48 Stunden in der Abwicklung der Bestattung.

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Artikel reloaded

Da lungert schon ein paar Tage ein Kommentar in meinem Spamfilter. Irgendwer hat einfach eine Reihe meiner Artikel kopiert und als Kommentar an mich geschickt. Was soll das denn? So ein Blödmann!
Aber dann habe ich mir die Artikel heute nochmals angeschaut und festgestellt, dass das gar kein Blödmann ist, sondern jemand der mir helfen wollte. :-)
Bei den Artikeln handelt es sich nämlich just um die Artikel, die beim Umzug auf die neue Adresse verschwunden waren.

Die habe ich heute wieder reinkopiert, deshalb nicht wundern, wenn Ihr ein deja vu habt! :-)

An den unbekannten Sender ein herzliches Dankeschön!

Wir waren ja woanders

reloaded: 7.6. 10:02:57: Wir waren ja woanders

Kommt eine Frau in mein Büro und ich freue mich schon auf den neuen Auftrag. Sie trägt ja schwarze Sachen, also liegt da was an.
Nein, sie komme nur wegen der Danksagungskarten. Sie habe gehört, dass wir sowas auch machen und da bräuchte sie 150 Stück.

“Wegen der Beerdigung da waren wir woanders!”

Wie ich diesen Satz hasse! Die Frau wohnt nur drei Strassen von meinem Bestattungshaus weg, läuft hier jeden Tag vorbei, erzählt sie und als dann ihr Mann gestorben ist, kamder Sohn ins Spiel. Der wohnt in Rendsburg, also weit weg. Natürlich kennt der sich aus. Söhne kennen sich ja immer aus. Natürlich nimmt der das Branchenbuch und weiss auch ganz genau, warum man besser nicht zum Bestatter am Ort geht, sondern zu irgendeinem anderen: “Die hauen einen alle übers Ohr! Und teuer sind die auch immer!”

Man kann mich ruhig was fragen

reloaded: 27.5. 21:24:05: Man darf mich ruhig was fragen!

Das Interesse an meinem Weblog freut mich riesig. Ich hätte nie gedacht, dass ich als Beerdigungsunternehmer mit meinen Themen so viele Leser begeistern kann. Für die vielen Besuche auf meiner Seite bedanke ich mich.

Aber logischerweise habe ich auch nichts dagegen, wenn Ihr mir Fragen stellt. Gerade das Thema Tod, Trauer und Bestattung wirft natürlich bei dem einen oder anderen Fragen auf, die er/sie vielleicht gerne stellen möchte. Ich bin gerne bereit, diese zu beantworten. Einfach eine Mail an undertaker@europa-host.de senden.

Ich beantworte die Fragen natürlich anonymisiert, also ohne Euren Namen zu nennen, man braucht also nicht zu befürchten, dass man blossgestellt wird. Es können auch Fragen zu aktuellen Sterbefällen und dem Verhalten von anderen Bestattern sein.
Ich helfe auch gerne mit Informationen aus, wenn es Probleme mit Bestattern gibt.

Einfach melden!

Fundstück der Woche

reloaded: 27.5. 15:07:17: Fundstück der Woche

Ich bin ein “Fundstück”! Sogar das Fundstück der Woche! :-)

Na, das freut mich aber. Unter folgendem Link macht man auf mein Weblog aufmerksam und auch hier in diesem Weblog.

Im Sommer kannst Du Urlaub machen

reloaded: 27.5. 12:45:27: Im Sommer kannst Du Urlaub machen

Das war immer eine der goldenen Bestatterregeln. In den Monaten Oktober bis Juni brummt unser Geschäft, das Kühlhaus ist voll und wir haben Hochbetrieb. Etwa 75% unseres Umsatzes machen wir in der “kalten” Jahreszeit. Im Sommer hingegen, wenn es heiss draussen ist, haben wir so gut wie nichts zu tun.

In den letzten Jahren hat sich das aber geändert. Schon durch die fehlenden Übergänge im Wetter verschiebt sich da alles.

Gerade in den letzten zwei Wochen haben wir soviel zu tun, das ist unglaublich.

Deshalb habe ich auch wenig in mein schönes neues Blog geschrieben. Die Kunden halten mich auf Trab und das gestiegene Anspruchsdenken der Leute tut ein Übriges.

Bestatter als Drogenkurier

Na, ist das mal eine Schlagzeile? Das haben sich sicherlich auch die Zeitungsmacher gedacht, die diesen Artikel geschrieben haben. Mit dem Wort Bestatter lässt sich ja immer Aufsehen erregen und Aufmerksamkeit erzielen. Wir stehen ja quasi für das Geheimnisvolle, das Tabuiisierte und sind überdies noch, nach Meinung vieler Leute, geldgierige Beutelschneider. Da trifft es sich immer gut, wenn mal ein Bestatter mit kriminellen Handlungen in Verbindung gebracht werden kann.

Wer aber den obigen Artikel liest, wird schnell feststellen, daß die Tatsache, daß der Drogenkurier, Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens war, überhaupt nichts mit der Tat zu tun hat.

Überhaupt schiebt man uns oft sehr publikumswirksam, weil skandalträchtig, Dinge in die Schuhe, die bei näherer Betrachtung gar nichts Skandalöses an sich haben. Beispielsweise lese ich immer mal wieder Berichte, in denen steht, der Bestatter habe im Sarg gleich noch seinen Müll mit entsorgt.
Einen größeren Blödsinn habe ich noch nie gehört. Es mag solche Fälle vielleicht einmal gegeben haben, wenn das aber so war, handelte es sich um einen seltenen Einzelfall. Bei fast 5.000 Bestattungsunternehmen in Deutschland kein Wunder.

Hinter diesen Müllgeschichten steckt aber etwas ganz anderes: Jeder Sarg muß unten durch eine verrottbare Plastikfolie abgedichtet sein. Darauf wird eine saugfähige Lage geschichtet. Das können Baumwollflocken in einer so genannten Sargmatratze sein, aber auch loser Torf, Sägespäne, Papierwolle oder Textilfasern. Abgedeckt wird diese lose Schüttung durch die Innenbespannung des Sarges. Wiegesagt: Das ist so Vorschrift, weil diese Materialien einen etwaigen Flüssigkeitsaustritt aus dem Sarg verhindern sollen.

Viele Bestatter sind nun dazu übergegangen, vor allem vor dem Hintergrund des Recyclings und Umweltschutzes, Papierwolle in größeren Mengen selbst herzustellen. Dazu stehen in den Büros Schredder, die aus den täglich anfallenden Papieren (Zeitungen, Schreibmaschinenpapier usw.) Papierwolle machen. Diese Papierwolle wird in Säcken gelagert und später als Schüttung in die Särge gegeben. Auch die Kopfkissen in den Särgen werden vom Pietätswarenhersteller leer geliefert und müssen damit aufgepolstert werden.

Für Bestatter ist das etwas völlig Normales und sie sehen da auch nichts Verwerfliches. Das Material verrottet oder verbrennt problemlos und erfüllt seinen Zweck hervorragend. Man braucht schon viel Phantasie, um daraus einen Müllskandal zu machen.

Wir haben einmal von einem Sarghersteller Schütt- und Füllmaterial in Säcken bestellt. Das war recht teuer, fachlich einwandfrei und entpuppte sich bei näherer Betrachtung als geschredderte Eierpaletten. Die Alternative wäre Holzwolle, die man sehr teuer einkaufen müsste, die aber auch nichts anderes als Schreinerei-Abfall ist.

Wie man es auch macht, wenn andere das schlechtreden wollen, lässt sich immer eine Schlagzeile aus sowas machen,

Der Schausarg

Ich war heute bei einer Trauerfeier, die in der Kapelle eines Klinikums abgehalten wurde. Der Verstorbene war dort in der Rechtsmedizin obduziert worden und sollte direkt nach der Trauerfeier ins Krematorium. Die Kapelle war ganz hübsch geschmückt, mit künstlichen Bäumchen und Blumen. Der Sarg sah sehr teuer und würdevoll aus, Eiche würde ich mal sagen.

Nach der Trauerfeier gingen alle hinaus und wir wollten den Sarg übernehmen. Doch die Mitarbeiter der Kapelle stoppten uns. Dann nahmen sie den Sarg nach oben weg. Der hatte keinen Boden! Das sei ein Schausarg, der würde immer wieder verwendet. Darunter befand sich einer jener einfachen Verbrennungssärge, die man in der Branche auch „Schlichtverbrenner“ nennt.

Naja, warum auch nicht?